13 Oktober 2019
Volkswagen T-Cross

Volkswagen T-Cross

Eine vorhersehbare Überraschung

Autotest | Wer einen Volkswagen wählt, wählt praktisch, vertrauenswürdig und vernünftig. Insbesondere die Kompaktmodelle werden rational ausgewählt. Bei einem SUV (Sports Utility Vehicle) dreht sich aber alles um das Aussehen und das Erlebnis. Solche Autos werden eher mit dem Gefühl ausgewählt. Wie gestaltet Volkswagen den Kompakt-SUV?

Um Gefühl und Ratio zu verbinden, fängt Volkswagen mit der rationalsten Basis an: dem Polo. Volkswagen hat den T-Cross auf Basis des Fahrwerks und der Technologie des Polo entwickelt. Aber während der Polo ein herkömmliches und stromlinienformiges Schrägheck ist, ist der T-Cross ein hoher, harter "Crossover". Das bedeutet, dass der T-Cross eher ein hoher Pkw als ein Luxus-Geländewagen ist.

Volkswagen T-Cross

Die Linien sind so stark und zeitlos wie die der anderen Volkswagen, aber die Ausstattung macht den T-Cross zu etwas Besonderem. Der T-Cross ist zum Beispiel in trendigen Farben erhältlich, und Styling-Pakete verleihen dem Auto noch mehr Charakter. Das Testauto ist "Energetic Orange", ergänzt mit orangefarbenen Felgen und Spiegelabdeckungen.

Innenraum und Platz

Im Inneren wird dieses mit orangefarbenen Akzenten auf dem Armaturenbrett und Sitzen mit orangefarbenen Linien fortgesetzt. Beachten Sie die Begriffe "Akzente" und "Linien": Es geht immer um Details und nicht um eingreifende Entscheidungen. So wird das Auto zu etwas Besonderem, gleichzeitig aber genauso vernünftig wie jeder andere Volkswagen. Darum geht es beim T-Cross!

Volkswagen T-Cross
Volkswagen T-Cross

Der T-Cross ist 10 cm höher als der Polo, und das fällt durch die etwas höhere Einstiegshöhe und den etwas höheren Sitz (597 mm über der Fahrbahnoberfläche) auf. Erwarten Sie jedoch kein mächtiges SUV-Feeling. Trotz der Tatsache, dass die Motorhaube vom Lenkrad aus gut sichtbar ist, ist die Sitzposition und damit das Erlebnis genauso wie bei einem ganz normalen Personenkraftwagen. Der (Kopf-)Raum vorne ist ausgezeichnet. Zum Teil fällt deshalb auf, dass die Kopfstützen einfach zu niedrig sind, um einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten. Der Innenspiegel ist schmal und breit, was zu wenig Sicht nach hinten ergibt (Autozine hat das den Technikern gemeldet, und Volkswagen erwägt nun den Einbau eines größeren Innenspiegels).

Da der T-Cross in die Höhe gebaut wurde, können die Insassen aufrechter sitzen, was sich mit hervorragendem Platz im Fond bemerkbar macht. Selbst mit großen Erwachsenen im vorderen Bereich haben große Erwachsene im hinteren Bereich noch einige Zentimeter Beinfreiheit. Beachten Sie, dass dies von der Position des Rücksitzes abhängt. Nur mit dem Rücksitz in der hinteren Position ist die Beinfreiheit im Fond gut. Der versprochene Gepäckraum von 455 Litern wird jedoch nur verwirklicht, wenn man den Rücksitz so weit nach vorn schiebt, dass die verbleibende Beinfreiheit dahinter fast Null beträgt. Der Rücksitz kann für noch mehr Laderaum einfach umgeklappt werden. Gegenstände mit einer Länge von mehr als zwei Metern können transportiert werden, indem die Rückenlehne des Beifahrersitzes flach gelegt wird.

Ausstattung

Die Ausstattung des T-Cross ist modern, wobei Volkswagen wiederum eine Balance zwischen Frivolität und Vernunft gefunden hat. Zum Beispiel wird viel Wert auf aktive Sicherheit gelegt (Verhinderung von Unfällen), und der T-Cross kann selbständig bei Gefahr bremsen und/oder bei Bedarf kleinere Lenkkorrekturen vornehmen. Während der Fahrt fällt es durchaus auf, dass diese Systeme vorhanden sind. Insbesondere die Lenkkorrektur gibt manchmal etwas früher als unbedingt erforderlich einen Ruck in die richtige Richtung. Aber das stört nicht.

Volkswagen T-Cross

In der Basisversion ist der T-Cross mit herkömmlichen Analoguhren und dazwischen einem kleinen s/w-Bildschirm für den Bordcomputer ausgestattet. Optional ist ein digitales Dashboard erhältlich, bei dem die Uhren durch einen großen Bildschirm ersetzt werden. Der Vorteil dabei ist, dass der Fahrer selbst wählt, welche Informationen wie und wo angezeigt werden. Beachten Sie, dass die Karte des Navigationssystems entweder auf dem zentralen Bildschirm oder auf dem Bildschirm hinter dem Lenkrad angezeigt wird, jedoch nicht gleichzeitig auf beiden (was bei den Schwestermarken von Volkswagen sehr wohl möglich ist). Das optionale Beats-Audiosystem bietet einen zivilisierten und dennoch kraftvollen Klang. Sehr praktisch: Der T-Cross hat vorne und hinten zwei USB-Anschlüsse (insgesamt also vier).

„Während die großen SUVs hart und muskulös sind, ist der T-Cross verspielt und einladend.“

Straßenlage

Die Fahreigenschaften des T-Cross sind stark von der gewählten Version und dem Motor abhängig. Mit schmaleren Reifen lenkt das Auto spürbar leichter und das ganze Auto fühlt sich sogar noch leichter an. Mit dem 85 kW starken 1.0 TSI und dem 1.6 TDI kann per Knopfdruck ein sportlicher, sparsamer oder komfortabler Charakter gewählt werden. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Einstellungen sind gering. Trotzdem ist es manchmal schön, wenn sich das Auto der Situation oder der Stimmung des Fahrers anpasst. Allradantrieb oder Offroad-Modus sind (aufgrund von Anpassungen an der Traktionskontrolle) nicht verfügbar.

Volkswagen T-Cross

Es fällt in allen Fällen auf, dass der T-Cross ein hohes Auto ist. Bei Geschwindigkeiten über 110 km/h ist deutlich zu hören, wie der Wind auf die A-Säule bläst. Trotz des steifen Fahrwerks neigt sich der T-Cross leicht in die Kurve, was dem Polo, auf dem der T-Cross basiert, völlig fremd ist. Die Bremsen sind sehr bissig, was etwas gewöhnungsbedürftig sein kann.

Fahreigenschaften

Um Kosten zu senken, verwendet Volkswagen Standardbausteine bei der Entwicklung neuer Modelle. Dies schließt auch die Motoren ein. Volkswagen arbeitet hart an Elektroautos, aber der T-Cross gehört zur letzten Generation mit traditionellen Verbrennungsmotoren. Darunter befindet sich der 1,0 TSI-Dreizylinder-Benziner, der auch in vielen anderen Volkswagen-Modellen zu finden ist.

Als erstes wurde mit der 115 PS / 200 Nm starken Variante gefahren. Dieser Motor ist kaum zu hören und funktioniert problemlos. Die Kupplung greift sehr gut, und auch die Art und Weise, wie der Motor eifrig Kräfte aufbaut, sorgt dafür, dass sich der T-Cross schneller anfühlt, als er tatsächlich ist. Gleichzeitig fällt auf, dass der T-Cross höher und schwerer ist als ein Standard-Schrägheck. Nur mit einer extrem ruhigen und geschmeidigen Fahrweise kann auf einer einfachen Strecke ein Verbrauch von 5 Litern pro 100 km erreicht werden. Mit einem geschmeidigeren Fahrstil auf einer abwechslungsreicheren Strecke können Sie mit 6,7 Litern pro 100 km rechnen.

Volkswagen T-Cross

Derselbe 1.0 TSI-Motor ist auch mit 95 PS / 175 Nm erhältlich. Dieser hat einen anderen Turbo, ein anderes Motormanagement ("Komputer") und nur ein anstelle von zwei Schwungrädern. Letzteres sorgt für weniger Laufruhe und mehr Motorgeräusche. Gleichzeitig fühlt sich der T-Cross 70 kW viel leichter an als die 85 kW-Version, und trotz der Tatsache, dass die einfachere Version härter arbeiten muss (mit einem Fünfgang-Getriebe anstelle eines Sechsgang-Getriebes), ist es einfacher, sparsamer zu fahren. Aufgrund des lebendigeren Charakters, des niedrigeren Kaufpreises und des niedrigeren Kilometerpreises wird daher der 95-PS-T-Cross von uns bevorzugt.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird der T-Cross auch mit Dieselmotor erhältlich sein. Darüber hinaus fällt auf, dass Volkswagen seine ganze Energie in die Entwicklung von Elektroautos steckt, denn der Dieselmotor im T-Cross ist einer aus der älteren Generation. Der 1.6 TDI gibt einen altmodischen, nagelnden Sound von sich, ist aber gleichzeitig sehr arbeitsfreudig. Der T-Cross Diesel fühlt sich nicht viel schneller an als der Benziner, ist aber leistungsstärker.

Volkswagen T-Cross

Fazit

Volkswagen stellt den T-Cross vor. Ziel war es, ein Auto zu entwickeln, das mehr Spaß macht als ein durchschnittliches Fließheck, gleichzeitig aber genauso vernünftig ist wie jeder andere Volkswagen. Und das ist Volkswagen weitgehend gelungen. Was Kraftstoffverbrauch und Handling angeht, kann Volkswagen keine Wunder vollbringen: Diese sind weniger gut als bei einem Standard-Schrägheck (siehe Polo), aber dennoch mit den anderen Kompakt-SUV vergleichbar.

Wenn es um Platz und Ausstrahlung geht, ist der T-Cross in jeder Hinsicht erfolgreich. Der T-Cross ist praktisch, modern und funktional. Während die großen SUVs hart und muskulös sind, ist der T-Cross verspielt und einladend. Das liegt nicht so sehr an der Technik, sondern vor allem am Aussehen und der Ausstattung. Und genau das macht den T-Cross ansprechender als ein reines Familienauto und doch (fast) gleichermaßen vernünftig.

plus
  • Moderne Technik
  • Gelungenes Design
  • Geräumig und praktisch
minus
  • Kopflehnen zu niedrig
  • Zu kleiner Innenspiegel
  • Fahrgeräusche steigen ab Tempo 100
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