Datum der Veröffentlichung: 25 März 2026
Toyota C-HR+
Autotest

Toyota C-HR+

Viele Pluspunkte und ein einziges Minus

Autotest - Der Toyota C-HR ist bereits seit einem Jahrzehnt und zwei Generationen auf dem Markt. Es ist also an der Zeit, sich weiterzuentwickeln! Dazu gehört nicht nur ein neues Aussehen, sondern auch eine neue Technologie. Der logische Schritt nach dem Hybridantrieb ist der vollelektrische Antrieb. Die nächste Generation des C-HR heißt deshalb "C-HR+". Was bietet das "plus" gegenüber dem normalen C-HR?

Der Toyota C-HR verdankt seinen Erfolg seinem unverwechselbaren Aussehen. Das "plus" führt dies weiter. Und um einen Mehrwert gegenüber dem herkömmlichen C-HR zu bieten, ist der "plus" größer. Die Länge ist um 16 cm und der Radstand um 11 cm gewachsen. Deshalb wirkt der "plus" nicht so gedrungen und muskulös wie der normale C-HR. Außerdem folgt der "plus" dem Stil, den Toyota mit seinem größeren Elektroauto, dem bZ4X, begonnen hat. Die Linienführung ist sicherlich gelungen, aber das Ergebnis ist, dass sich der C-HR+ weniger von den anderen Modellen unterscheidet.

Toyota C-HR+

Der Testwagen ist in der Farbe "Metal Oxide" (rot) lackiert. Das steht dem C-HR+ gut, ist aber nicht so trendy wie die Farben, in denen der Standard-C-HR erhältlich ist. Laut Toyota gibt es dafür einen guten Grund: Der C-HR ist für Paare gedacht, während der C-HR+ als Familienauto gedacht ist.

Platz

Die größere Länge kommt also vor allem dem Platz auf der Rückbank zugute. Die Beinfreiheit im Fond des normalen C-HR ist gerade noch ausreichend. Der Platz im Fond des C-HR+ ist sogar für Erwachsene ausreichend. Wenn man sich jedoch für das optionale Panoramaglasdach entscheidet, ist die Kopffreiheit im Fond schlecht. Wenn die Vordersitze in der niedrigsten Position sind, können die Fondpassagiere ihre Füße nicht mehr unter den Sitz stellen (was bei vielen Elektroautos der Fall ist). Das Gepäckraumvolumen ist für ein Auto dieser Größe durchschnittlich. Leider gibt es keinen Stauraum unter der Motorhaube.

Toyota C-HR+
Toyota C-HR+

Das Armaturenbrett ist um den Fahrer und Beifahrer herum gebaut. Daher gibt es nur wenig Platz, um sich um die Vordersitze herum zu bewegen. Das liegt auch an der ungewöhnlichen Anordnung: Das Display, auf dem die Geschwindigkeit und andere wichtige Daten für den Fahrer abgelesen werden können, befindet sich nicht hinter dem Lenkrad, sondern oben auf der Lenksäule. Es ist daher auch weiter entfernt, so dass es weniger Mühe kostet, den Blick von der Straße auf die Uhr zu richten. Diese Anordnung kommt dem Komfort eines Head-up-Displays sehr nahe. Der einzige andere Hersteller, der sich für dieses System entschieden hat (Peugeot), bringt ein kleines Lenkrad an und zwingt den Fahrer in eine aktive Sitzposition. Toyota hat sich nicht dafür entschieden, so dass Fahrer, die klein sind, dem Lenkradkranz gegenüberstehen. Sie sind fast gezwungen, den Sitz hoch und aufrecht zu stellen. Wer hingegen groß ist, kann es als störend empfinden, dass der Türgriff und/oder die Mittelkonsole gegen die Knie drücken (auch hier gilt: je nach Sitzposition).

„In schnellen Kurven ist das Auto stabil und fehlerverzeihend, so dass der Fahrer sich nicht leicht überschätzt“

Ausstattung

In der Mitte des Armaturenbretts befindet sich ein großzügig dimensioniertes Display, das das kombinierte Audio-, Kommunikations- und Navigationssystem steuert. Dieses System wurde von Toyota selbst entwickelt, so dass es nicht von Dritten abhängig ist und der Datenschutz gewährleistet ist. Das Infotainmentsystem von Toyota ist weder besonders schön noch besonders einfach zu bedienen, aber seine Funktionalität lässt nichts zu wünschen übrig. Dazu gehört die Möglichkeit, auf langen Fahrten automatisch Ladestopps zu planen. Das System verfügt über aktuelle Informationen über die Belegung der Ladestationen, so dass der Fahrer des C-HR+ keine bösen Überraschungen erleben wird.

Toyota C-HR+

Die obligatorischen, aber weitgehend unerwünschten Sicherheitssysteme ließen sich bei Toyota früher nur schwer abschalten. Jetzt genügt ein Tippen auf ein Symbol am oberen Bildschirmrand, um bequem und ohne Einmischung eines wohlmeinenden "Assistenten" zu fahren.

Elektroauto

Ein weiterer Punkt, bei dem Toyota dem Kunden genau zugehört hat: Dieses Elektroauto bietet eine Auswahl an Batterien (immer NMC-Technologie). Für diejenigen, die zu Hause aufladen können oder nicht allzu lange Strecken fahren, gibt es eine Batterie mit einer Kapazität von 58 kW für eine Reichweite von 456 km. Für diejenigen, die regelmäßig lange Fahrten unternehmen oder öffentlich laden und nicht jeden Tag die Ladestation in Anspruch nehmen wollen, gibt es eine Batterie mit einer Kapazität von 77 kWh. Die Reichweite beträgt in diesem Fall 609 km.

Außerdem gibt es die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb sowie einem oder zwei Elektromotoren. Mit einem Motor an den Vorder- und einem an den Hinterrädern beträgt die Gesamtleistung 343 PS. Das macht den C-HR ausgesprochen schnell, und der Fahrer hat fast das Gefühl, dass das Auto gezähmt werden muss.

Toyota C-HR+

Mit nur einem Motor an den Vorderrädern beträgt die maximale Leistung immer noch 224 PS. Auch damit sind die Leistungen in Ordnung, und der C-HR+ ist schneller als ein vergleichbares Auto mit Benzinmotor, während der elektrische Toyota auch entspannter zu fahren ist. Für diesen Test wurden die meisten Kilometer mit dem C-HR+ mit Zweiradantrieb zurückgelegt. Die Strecke bestand aus einer Mischung aus Bergstraßen, Autobahnen und Stadtverkehr. Nach einem knappen Tag Fahrzeit lag der Durchschnittsverbrauch bei 14,9 kWh/100 (tatsächliche Reichweite: 507 km). Das ist auf dieser Strecke und für ein Auto mit dieser Leistung gut.

Dennoch sollte es möglich sein, noch sparsamer zu fahren, denn Toyota bietet nur wenige Möglichkeiten zur Energierückgewinnung beim Bremsen des Motors. Mit Hebeln hinter dem Lenkrad kann der Fahrer in vier Stufen bestimmen, wie viel Energie beim Loslassen des Gaspedals zurückgewonnen wird. Doch selbst in der Maximaleinstellung gewinnt der C-HR+ nicht einmal halb so viel Energie zurück wie manch anderes Elektroauto. Laut Toyota wurde diese Einstellung gewählt, weil ein plötzliches Abbremsen des Motors das Gleichgewicht in der Karosserie verändert, was sich auf das Fahrverhalten auswirken würde. Nach Ansicht von Autozine sollte der Hersteller dem Käufer nicht die Wahl abnehmen, sondern Optionen anbieten. Schließlich handelt es sich um eine Software, so dass es ein Leichtes ist, den Benutzer entscheiden zu lassen, wie sich das Auto verhält.

Toyota C-HR+

Fahrverhalten

Der C-HR+ steht auf einer verkürzten Version der Plattform des Toyota bZ4X ("e-TNGA"). Das Fahrwerk wurde komplett überarbeitet, um dem C-HR+ einen lebendigeren Charakter zu verleihen. Das ist gelungen, denn bei ruhiger Fahrweise ist der C-HR+ fähig und souverän. In schnellen Kurven ist das Auto stabil und fehlerverzeihend, so dass der Fahrer sich nicht leicht überschätzt.

Der Testwagen steht auf 18-Zoll-Felgen (20-Zoll-Felgen sind optional erhältlich), und das sorgt für eine gute Balance zwischen Dynamik und Komfort. Das sorgt auch für Ruhe im Auto.

Toyota C-HR+

Fazit

Was bietet der Toyota C-HR+ im Vergleich zu einem normalen C-HR? Mehr Platz, eine modernere Ausstattung, bessere Leistungen, mehr Komfort, niedrigere Kosten pro Kilometer und geringere Emissionen. In der Tat sind die Unterschiede so groß, dass es sich um zwei verschiedene Autos handelt. Das zeigt sich auch in der Größe und im Design. Der C-HR ist ein kurzes, gedrungenes und muskulöses Auto, das wegen seines Aussehens gekauft wird. Der C-HR+ hingegen ist als Familienauto gedacht und daher geräumiger und in mehr zurückhaltenden Farben erhältlich.

Der C-HR+ wurde nicht als eine bessere Version des C-HR wahrgenommen, da beide Modelle ihre eigene Zielgruppe bedienen. Der C-HR+ wurde jedoch als logischer Schritt für diejenigen wahrgenommen, die über den C-HR hinauswachsen wollen. Wenn man den C-HR+ mit dem C-HR vergleicht, ist er in jeder Hinsicht ein Schritt nach oben: viele Pluspunkte und nur ein einziger Minuspunkt.

plus
  • Durchdachte Ergonomie
  • Gute Fahreigenschaften
  • Günstiger Verbrauch / große Reichweite
minus
  • Ungünstige Lage der Ladebuchse
  • Kaum Möglichkeiten zur Energierückgewinnung