Toyota Aygo X Hybrid
Bewegende Einblicke
Weil das Design des Aygo X keinen Hybridantrieb vorsah, so dass es nicht einfach war, diesen nachzurüsten. Um den Preis zu senken, wollte Toyota nur eigene Komponenten verwenden, und das erforderte umfangreiche Änderungen. So wurde zum Beispiel die Front verlängert (+76 mm), um einen größeren Motor unterzubringen. Und da die Nase ohnehin modifiziert wurde, ist das Gesicht des Aygo X überarbeitet worden.
Der Kühlergrill ist größer geworden und wirkt nun weniger verspielt und frecher. Die Scheinwerfer sind weniger frivol als bisher und werden durch einen Lichtbalken über die Breite der ebenfalls neuen Motorhaube optisch verbunden. Außerdem ist der Aygo X jetzt in einer besonders sportlichen "GR"-Version erhältlich, die hart aussieht (siehe Fotos).
Platz
Obwohl das Äußere viel erwachsener aussieht als früher, ist der Innenraum so verspielt wie immer. Im Innenraum gibt es fast keine geraden Linien mehr, denn das zentrale Display, das Handschuhfach, die Bedienelemente der Klimaanlage und der Automatikwählhebel sind oval geformt. Sogar die Türtaschen sind oval! Die Farbe der Lackierung spiegelt sich im Innenraum wider und zusammen mit dem Hartplastik auf dem Armaturenbrett wurde dies zunächst als schäbig empfunden. Bei näherer Betrachtung scheint Toyota dies jedoch als Stilelement zu nutzen, wodurch der Innenraum noch fröhlicher wirkt. Das tierische Leder wurde durch veganes Leder ersetzt, wodurch bei der Herstellung des Fahrzeugs 95 % (!) CO2-Emissionen eingespart werden.
Der Aygo X verfügt über relativ große Vordersitze. Außerdem ist das Platzangebot vorne ausgezeichnet, so dass der Aygo X geräumiger erscheint als er ist. Allerdings geht dieser Komfort auf Kosten des Rücksitzes. Mit zwei großen Erwachsenen auf den Vordersitzen ist der Platz auf der Rückbank praktisch Null. Unter dem Rücksitz befindet sich die Batterie, die für den Antrieb des Elektromotors benötigt wird. Sie hat die gleiche Kapazität wie im Toyota Yaris Hybrid, ist aber eher breit als lang, um in den Aygo X zu passen. Da die Toyota-Batterietechnologie eine aktive Kühlung und Heizung erfordert, hat der Aygo X einen Mitteltunnel, der den Platz im Fond weiter einschränkt.
Ausstattung
Der Hybrid-Antriebsstrang stammt aus dem größeren Toyota Yaris, und weil so viele Teile "geliehen" wurden, nutzte Toyota die Gelegenheit, auch die Ausstattung des Aygo X zu verbessern. Für diesen Test wurde die neue GR-Version gefahren, die über eine links/rechts getrennte (!) Klimaanlage, eine Rückfahrkamera, eine elektrisch betätigte Parkbremse und ein gutes Infotainmentsystem verfügt.
Das mag übertrieben erscheinen, aber mit den Neuankömmlingen aus China werden diese Dinge auch in Kleinwagen alltäglich, und es ist klug von Toyota, da mitzumachen. Und noch etwas: Da Toyotas Hybridsystem ein Automatikgetriebe erfordert, ist es beim Aygo X jetzt serienmäßig.
Hybrid
Um einen Hybridantrieb zu erreichen, reicht es nicht aus, einen Elektromotor zu einem vorhandenen Benzinmotor hinzuzufügen. Der Benzinmotor muss extrem häufige Stopps und Starts verkraften und läuft vorzugsweise im so genannten Atkinson-Zyklus. Ein solcher Motor ist weniger spritzig, aber viel sparsamer. Der Elektromotor kaschiert dies und spart noch mehr Kraftstoff.
Deshalb wurde der bisherige 1,0-Liter-Dreizylindermotor durch den 1,5-Liter-Dreizylinder aus dem Yaris Hybrid ersetzt. Die Leistung schießt dadurch von 72 PS / 93 Nm auf 91 PS / 120 Nm hoch. Und das ist deutlich spürbar! Der Aygo X Hybrid fährt mit viel mehr Leichtigkeit als die konventionelle Version. Während der Standard-Aygo sich anstrengen musste, um auf der Autobahn flüssig einzufädeln, geht das jetzt mühelos. Auf der Autobahn werden hohe Geschwindigkeiten problemlos gehalten und dank des CVT-Automatikgetriebes kann relativ ruhig gefahren werden (125 km/h = 2.000 U/min). Selbst Geschwindigkeiten von weit über 130 km/h erreicht der Aygo X Hybrid mit einer Leichtigkeit, die für ein Auto im A-Segment beispiellos ist.
Ebenso wichtig: Unabhängig von der Drehzahl steht immer zusätzliche Leistung zur Verfügung, während der Standardmotor viele Schaltvorgänge erfordert, um zu verhindern, dass die Geschwindigkeit "einbricht". Trotz der elektrischen Unterstützung ist dieser Hybrid kaum leiser als ein herkömmlicher Motor. Dennoch ist das markante Grollen des Dreizylinders deutlich zu hören. Dieser Motor klingt rau, ist aber - wenn er einmal warmgelaufen ist - sehr laufruhig.
In großen Autos kann der Hybridantrieb leicht viel Kraftstoff sparen. Bei Kleinwagen sind die Einsparungen durch den Hybridantrieb sowohl absolut als auch relativ gesehen geringer. Offiziell sinkt der Verbrauch von 4,8 Liter pro 100 km auf 3,7 Liter pro 100 km (der CO2-Ausstoß sinkt von 108 auf 85 Gramm). Dabei ist zu beachten, dass der Hybridantrieb vor allem in der Stadt und weniger auf der Autobahn zum Tragen kommt. Der Testverbrauch auf einer Strecke mit Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnen lag bei 4,1 Litern pro 100 km.
Handhabung
Um den Aygo X mit einem Hybridantrieb auszustatten, musste viel mehr als nur der Antriebsstrang geändert werden. Der größere Motor und die Batterie machen das Auto schwerer (+140 kg), und die zusätzliche Motorleistung stellt höhere Anforderungen an das Fahrwerk und die Bremsen. Aus diesem Grund verfügt der Aygo X Hybrid über modifizierte Federn, Dämpfer und Radbolzen. Da ein Hybrid beim Bremsen und Ausrollen Energie zurückgewinnt, wurden auch die Bremsen modifiziert. Schließlich wurde auch die Lenksoftware modifiziert.
Mit all diesen Änderungen wollte Toyota sicherstellen, dass sich der Aygo X nicht schwerer anfühlt als die herkömmliche Variante. Das ist den Ingenieuren teilweise gelungen. Der Aygo X fühlt sich zwar schwerer an, aber das wird nicht als Nachteil empfunden, sondern als Vorteil. In der Tat fühlt sich der Hybrid solider und stabiler an! Im Gegenteil, die ausgezeichnete Manövrierfähigkeit wurde beibehalten, so dass die Handhabung in jeder Hinsicht als Verbesserung empfunden wird.
Wie bei den anderen Modellen bietet die GR-Version neben einer sportlicheren Optik auch ein sportlicheres Fahrverhalten. Diese Version verfügt über straffere Federn und Dämpfer, die es dem Fahrer erleichtern, die Fähigkeiten der Mechanik zu spüren. Die Lenkung ist dadurch wacher (nicht direkter, denn das wäre technisch zu komplex) und hat einen noch lebendigeren Charakter.
Fazit
Warum hat Toyota seine Meinung geändert? Und warum wurde der Aygo X drei Jahre nach seiner Einführung überhaupt mit einem Hybridantrieb ausgestattet? Es erscheint unlogisch, denn bei einem Kleinwagen sind die Einsparungen durch einen Hybridmotor begrenzt. Außerdem ist die Technik komplex und daher teuer, was sich stark auf den Preis eines Kleinwagens auswirkt. Dadurch werden Kleinwagen häufiger aus eigenen Ersparnissen gekauft, und diese Käufer werden eher gehalten als die von geleasten Autos (kurzfristig, Risiko für jemand anderen).
Der erste Teil der Antwort ist steuerlicher Natur. Immer mehr Länder erheben Steuern auf CO2-Emissionen. Dabei handelt es sich um Steuern, die der Hersteller zu zahlen hat, und um Steuern, die der Käufer zu zahlen hat. Außerdem sind Elektroautos inzwischen billiger, und mit der Hybridtechnologie verringert Toyota den Preisunterschied.
Der zweite Teil der Antwort betrifft den Wettbewerb. Mit dem Hybridantrieb fährt der Aygo X viel besser als die Konkurrenten mit einem normalen Benzinmotor. Der Aygo X Hybrid ist geschmeidiger, schneller und fährt mit mehr Leichtigkeit für mehr Komfort. Um den Aygo X noch konkurrenzfähiger zu machen, hat Toyota neben dem Antrieb auch die Ausstattung eines größeren Modells übernommen. Ein schönes Beispiel für fortschrittliche Einsicht, mit anderen Worten!
- Reichhaltig ausgestattet (GR-Version)
- Flink, leistungsstark und relativ sparsam
- Geräuschvoll
- Wenig Platz im Fond

