Datum der Veröffentlichung: 16 Dezember 2025
Suzuki e-Vitara
Autotest

Suzuki e-Vitara

Moderne Technologie in einer vertrauten Verpackung

Autotest - Es gibt Elektroautos und es gibt Elektroautos. Bei der einen Sorte innoviert der Hersteller neben dem Antrieb auch gleich das Aussehen und die Ergonomie. Solche Autos scheinen aus der Zukunft zu kommen. Der andere Typ ist ein ganz gewöhnliches Auto, aber mit Elektroantrieb. Was ist der Suzuki e-Vitara?

Der Name "Vitara" könnte vermuten lassen, dass es sich beim "e-Vitara" nur um die elektrisch angetriebene Version des Autos handelt, das seit 2015 auf dem Markt ist. Das ist jedoch nicht der Fall. Um die Vorteile des Elektroantriebs zu maximieren, hat Suzuki eine völlig neue Plattform entwickelt.

Suzuki e-Vitara

Das Design der Karosserie ist lediglich eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Vitara. Der e-Vitara sieht unbestreitbar moderner aus, aber ohne die abstrakten Linien oder den futuristischen Look einiger anderer Elektroautos.

Platz

Der e-Vitara ist länger (+10 cm) und hat daher auch einen größeren Radstand (+20 cm) als der herkömmliche Vitara. Das sorgt für spürbar mehr Platz im Innenraum. Das Platzangebot vorne ist gut und dank der hohen Sitze vermittelt der e-Vitara das kraftvolle Gefühl eines SUV.

Suzuki e-Vitara
Suzuki e-Vitara

Die Rücksitze sind auf Schienen angebracht, so dass man sich je nach Situation für mehr Gepäckraum oder mehr Beinfreiheit im Fond entscheiden kann. Mit den Rücksitzen in der hinteren Position bietet der e-Vitara genug Platz für vier Erwachsene. Der Testwagen ist mit einem Panoramaglasdach ausgestattet, daher ist die Kopffreiheit im Fond mäßig. Bei einer früheren Begegnung mit einem Vorserienmodell bemängelte Autozine das Kofferraumvolumen. Deshalb hat Suzuki das Staufach unter dem Ladeboden clever gestaltet und so bis zu 80 Liter gewonnen. Dieses modifizierte Staufach ist in den meisten, aber nicht allen europäischen Ländern Standard.

„Der e-Vitara ist deutlich moderner als der herkömmliche Vitara, behält aber in der Basis den gleichen vertrauten Charakter“

Ausstattung

Auch der Innenraum ist lediglich eine Weiterentwicklung des bestehenden Vitara und nicht so revolutionär gestaltet, wie es manche Neulinge bieten. Die Bedienelemente bestehen aus einer Mischung aus traditionellen Tasten (für die Klimaanlage und das Audiosystem) und einem Bildschirm. Dieses Display ist relativ klein, so dass es im Innenraum nicht dominiert. Auch das Display ist vertraut, denn Suzuki setzt nicht auf abstrakte oder minimalistische Bilder, sondern auf herkömmliche Uhren.

Suzuki e-Vitara

Das Infotainment-System wurde von Suzuki in Zusammenarbeit mit Toyota entwickelt. Es sieht jedoch aus, als wäre es in einem Labor entwickelt und kaum auf öffentlichen Straßen getestet worden. Alle üblichen Funktionen sind vorhanden und alles funktioniert, wie es soll. Die Übersichtlichkeit, die Anordnung der Menüs, die Schriftgröße und das Layout bleiben hinter dem Durchschnitt zurück. Deshalb wurde häufiger das eigene Smartphone über Apple CarPlay (via USB-A) genutzt als das eingebaute System. Die Klangqualität der markenlosen Lautsprecher ist passabel, aber etwas dünn.

Die lästigsten Sicherheitsfunktionen sind leicht zu deaktivieren. Schaltet man die Verkehrszeichenerkennung aus, werden auch fast alle anderen unerwünschten Funktionen deaktiviert. Dann ist Schluss mit Fehlalarmen und unfairer Kritik am Fahrstil. Die übrigen Systeme sind inaktiv und melden sich nur bei Bedarf. Und so sollte es auch sein.

Suzuki e-Vitara

Elektroauto

Wie bereits erwähnt, verwendet der e-Vitara eine Plattform, die für Elektroautos maßgeschneidert ist. Daher passen Batterien mit einer Kapazität von 49 kWh oder sogar 61 kWh in den Boden. Damit hat der e-Vitara theoretisch eine Reichweite von bis zu 428 km (345 km in der Basisversion). Die Testfahrt fand jedoch bei niedrigen Temperaturen auf einer sehr anspruchsvollen Strecke statt. Der Verbrauch stieg daher auf 20,8 kWh pro 100 km bei einer Reichweite von 363 km (61 kWh Batterie). Trotz der Tatsache, dass der e-Vitara mit einer Wärmepumpe ausgestattet ist, wurde viel Energie für die Beheizung der Batterie und des Innenraums (der auf 18 Grad gehalten wurde) aufgewendet.

Auch was den Charakter angeht, hat sich Suzuki beim e-Vitara nicht für eine Revolution entschieden. Im Gegensatz zu vielen anderen Elektroautos hat der e-Vitara keine bösartige oder blitzschnelle Beschleunigung. Das soll aber nicht heißen, dass er ein langsames Auto ist! Selbst im Eco-Modus ist die Leistung mehr als ausreichend, und der e-Vitara hält mühelos mit dem Verkehrsfluss mit. Im Sportmodus wird das Auto etwas eifriger und der Elektromotor zeigt mehr Kraft.

Suzuki e-Vitara

Handhabung

Der Vitara hat sich in der Vergangenheit einen Namen damit gemacht, dass er im Gelände gut zurechtkommt. Das gilt auch für den e-Vitara mit "All Grip"-Allradantrieb. Der Testwagen ist nur mit Vorderradantrieb ausgestattet und damit auf öffentliche Straßen beschränkt.

Um das hohe Gewicht der Batterie zu kaschieren, setzt Suzuki auf ein stabiles Chassis. Dieses ist jedoch sehr kultiviert, weshalb die steifen Federn nicht als störend empfunden wurden. Zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt machen sie das Auto ruhig und stabil. Der e-Vitara eignet sich daher gut für die Stadt und fühlt sich auf der Autobahn am wohlsten.

Suzuki e-Vitara

Fazit

Suzuki-Kunden sind ihrer Marke gegenüber außerordentlich loyal. Das will Suzuki auch so beibehalten und entscheidet sich deshalb bei seinem ersten Elektromodell nicht für eine Revolution. Der e-Vitara ist deutlich moderner als der herkömmliche Vitara, behält aber in der Basis den gleichen vertrauten Charakter.

Der Suzuki e-Vitara ist ein handlicher SUV, der je nach Ausführung auch im Gelände zurechtkommt. Dank seines ausgefeilten Fahrwerks eignet sich der e-Vitara ideal für lange Strecken. Es handelt sich also nicht um das Auto der Zukunft, sondern um den Elektro-Suzuki von heute. So wollen es die Kunden sehen, und so hat Suzuku es gemacht.

plus
  • Modern und doch vertraut
  • Großartige Fahreigenschaften
  • Großer Sprung nach vorn im Vergleich zum herkömmlichen Vitara
minus
  • Langsames Schnellladen
  • Hoher Verbrauch bei niedrigen Temperaturen
  • Ein Teil des zentralen Displays wird vom Lenkrad verdeckt