Datum der Veröffentlichung: 30 November 2025
Opel Mokka GSE
Autotest

Opel Mokka GSE

Den Spieß umdrehen

Autotest - Opel ist seit Jahrzehnten im Rallyesport aktiv. Als Opel auf Elektroautos umstieg, stellte auch das Rallye-Team auf Elektroantrieb um. Das verlangte von den Ingenieuren neue Kenntnisse und Einsichten, aber schließlich gelang es ihnen, den alltäglichen Mokka in einen erfolgreichen Elektro-Sportwagen zu verwandeln. Es stellte sich jedoch heraus, dass viele der Modifikationen auch dem normalen Mokka zugute kommen würden. Das Ergebnis ist der Opel Mokka GSE. Zeit für eine intensive Vorstellung!

Warum eigentlich nicht? Das dachten sich die Opel-Ingenieure, als sie entdeckten, wie einfach sich die Technik des Rallyeautos auf ein Straßenauto übertragen lässt. Selbst am Äußeren musste nur wenig geändert werden, denn auch in dieser Hinsicht ist das Rallyeauto nicht extrem. Der Mokka GSE ist daher nur an den GSE-Akzenten und den 20-Zoll-Felgen mit gelben Alcon-Bremsen zu erkennen.

Opel Mokka GSE

Die hier gezeigte graue Farbe gibt es nicht nur beim GSE, und das ist schade, denn eine exklusive Version wird noch begehrenswerter, wenn sie in einer Farbe ausgeführt ist, die es bei den regulären Versionen nicht gibt. Grau und Schwarz sind jedoch eine gute Kombination, die dem GSE ein unnachgiebiges Aussehen verleiht.

Opel Mokka GSE
Opel Mokka GSE

Im Innenraum sind es die Schalensitze und die Alcantara-Polsterung, die den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Mokka und diesem GSE ausmachen. Das Lenkrad hat eine flache Ober- und Unterseite. Die Pedale sind aus Aluminium, um Gewicht zu sparen (der Mokka GSE wiegt knapp 1.600 kg). Wie der normale Mokka bietet auch der GSE nur vorne viel Platz. Das Platzangebot im Fond ist mäßig. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten hat der Opel jedoch einen großen Vorteil: Die Rücksitze sind aus weichem Stoff, während die Fondpassagiere in den Gegenstücken mit den Knien auf hartem Plastik sitzen.

„Was als Rallyeversion eines Familienautos begann, wurde zu einer Familienversion eines Rallyeautos“

Natürlich diente die luxuriöseste Ausstattungsstufe als Basis. Das Infotainment-System hat ein spezielles GSE-Layout und ist mit Rennsport-Features wie einer G-Kraft-Anzeige und einem Renn-Timer ausgestattet. Auch deshalb fühlt sich der GSE nicht wie ein altes Auto an, obwohl der Mokka schon seit 2021 auf dem Markt ist.

Motor

Für Vauxhall war es einfach, den Mokka GSE zu bauen, weil der Mutterkonzern einen besonders starken Antriebsstrang im Regal stehen hatte. Es handelt sich um einen 280 PS / 343 Nm starken Elektromotor, der die Kraft auf die Vorderräder überträgt. Die Gasannahme ist eifrig und aggressiv, wie es sich für ein Auto wie dieses gehört. Der Fahrer hat immer das Gefühl, dass viel Reserve vorhanden ist. Trotzdem lässt sich die Kraft gut dosieren und der GSE lässt sich auf Wunsch genauso ruhig fahren wie der normale Mokka. Wenn man dem GSE Raum gibt, ist seine Sprintkraft beeindruckend. Das liegt nicht an der Sprintzeit auf dem Papier (0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden), sondern an der Aggressivität und Ausdauer. Die Ungeduld hält bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h an. Besonders rasant ist zum Beispiel eine Zwischenbeschleunigung von 170 km/h auf 200 km/h.

Opel Mokka GSE

Da 280 PS für einen Fronttriebler eigentlich zu viel sind, bietet Opel ein Sperrdifferenzial an. Dieses verteilt die Kraft variabel zwischen linkem und rechtem Rad, um die Beschleunigung auf der Geraden zu verbessern und ein "Torque Steer" zu verhindern. In der Praxis erweist sich dies als äußerst wirkungsvoll, da eine frühe Beschleunigung in einer Kurve ungestraft möglich ist, ohne dass der Mokka ausbricht.

Für lange und intensive Fahrten stattet Opel den Mokka GSE mit dem gleichen modifizierten Elektromotor, Wechselrichter, Batterie und Verkabelung aus wie den Rallye-Mokka. Die Bremsscheiben sind sogar größer als die des Wettbewerbsfahrzeugs, weil das Serienmodell auf größeren Felgen steht! Das Gefühl auf dem Bremspedal hätte besser sein können, aber die tatsächliche Verzögerung ist in Ordnung.

Opel Mokka GSE

Während der Testfahrt auf einer anspruchsvollen Strecke, bei ruhiger Fahrweise und mäßigem Wetter, lag der Verbrauch bei 20,7 kWh pro 100 km (Werksangabe: 18,5 kWh / 100 km). Mit deutlich besserer Leistung geht also ein deutlich höherer Verbrauch einher. Die tatsächliche Reichweite betrug somit 310 km (Werksangabe: 324 km).

Handhabung

Es ist leicht, einem Elektroauto gute Leistungen zu verleihen. Viel schwieriger ist es, ein Elektroauto lebendig und wendig zu machen. Genau aus diesem Grund hat Opel für den GSE das Fahrwerk stark verändert. Das Fahrwerk wurde um 10 mm abgesenkt, und an der Hinterachse wurde ein Stabilisator angebracht, um der Schräglage entgegenzuwirken. Die speziellen Rennreifen bieten einen hervorragenden Grip, verursachen aber eine Menge Fahrgeräusche. Auf schlechten Straßen und offenem Asphalt müssen die Insassen sogar ihre Stimme erheben, um den Reifenlärm zu übertönen!

Opel Mokka GSE

Die Lenkung wurde komplett erneuert, was den Mokka GSE deutlich lebendiger macht. Die Federung ist schön straff, bietet aber immer noch gerade genug Komfort für den täglichen Gebrauch des GSE. Das Gefühl für das Auto wurde stark verbessert und gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl für die Grenzen. Dank der speziellen Reifen sind die Grenzen weit gesteckt.

Das Wissen des Rallye-Teams wurde genutzt, um den Mokka nicht nur dynamisch, sondern auch sehr leistungsfähig zu machen. Damit unterscheidet sich Opel von anderen Marken der Stellantis-Gruppe, die zwar die gleichen Komponenten verwenden, aber kein Rallye-Team für die Feinabstimmung hatten. Der Alfa Romeo Junior und der Abarth 600-e mit der gleichen Technik sind daher bei hohen Geschwindigkeiten viel anspruchsvoller und anstrengender. Der Mokka ist mindestens genauso schnell, aber viel einfacher zu fahren.

Opel Mokka GSE

Fazit

Der Opel Mokka GSE war eigentlich gar nicht geplant! Opel wollte lediglich auf seine Elektromodelle aufmerksam machen und mit einem elektrischen Mokka an Wettbewerben teilnehmen. Das Rallyeauto basierte auf einem besonders leistungsstarken Antriebsstrang des Mutterkonzerns (Stellantis), und da es sich dabei um Standardkomponenten handelt, war es ein Leichtes, auch eine Serienversion des sportlichen Mokka zu bauen. Die bei den Rennen gesammelten Erfahrungen fließen nun in die (Fein-)Abstimmung des Mokka GSE ein.

Nach und nach haben sich also die Rollen vertauscht: Was als Rallyeversion eines Familienautos begann, wurde zu einer Familienversion eines Rallyeautos. Der Mokka GSE ist ein dynamischer, eifriger und leistungsstarker Sportwagen, der jede Fahrt zu einem Fest macht. Gleichzeitig ist dieser Geschwindigkeitsdämon erstaunlich einfach zu fahren, und es bleibt genug Komfort für den täglichen Gebrauch. Auch in dieser Hinsicht sind die Rollen vertauscht: Der Mokka GSE ist in erster Linie ein Sportwagen und in zweiter Linie ein Familienauto.

plus
  • Richtig schnell
  • Hoher Spaßfaktor
  • Hervorragende Straßenlage
minus
  • Zahmes Aussehen
  • Lästiger Pfeifton des Elektromotors
  • Starke Reifengeräusche auf schlechten Straßenbelägen