30 Juni 2003
Nissan Almera

Nissan Almera

Poldermodel

Autotest | Nissan hat sich mit seinen Kunden an einen Tisch gesetzt, um sich so einem Auto zu nähern, das genau die Wünsche des Käufers erfüllt. Das Resultat ist der Almera, der vor kurzem einer kleinen Verschönerung unterzogen wurde. Außerdem ist der Almera mit einem neuen Dieselmotor lieferbar, der -völlig den Kundenwünschen entsprechend- bessere Leistungen bei einem niedrigeren Verbrauch bringt.
 

Die erste Überarbeitung hat vor ungefähr einem Jahr stattgefunden, genau vor der IAA. Das waren vor allem Neuerungen an seinem Äußeren. Die Formen wurden glatter und runder, wodurch die Ausstrahlung des Almera etwas moderner, aber leider auch, etwas anonymer wurde.

Der Innenraum wird durch ein auffallend großes Lenkrad dominiert. Es passt vielleicht in einen Giganten, wie den Nissan Patrol, aber für einen kompakten Mittelklassewagen, wie den Almera, ist das wirklich ein enormes Ding. Manche Fahrer sind gezwungen, das Lenkrad sofort in die höchste Position zu bringen, weil ansonsten die Knie leiden. Während des Tests haben wir uns übrigens doch an dieses ungewöhnlich große Lenkrad gewöhnt, aber trotzdem bleibt es etwas merkwürdig. Der Innenraum ist sehr gut vollendet, wobei auffällt, dass diese letzte Almera-Generation durchdacht und komplett ist. Alle Funktionen sind mit Tipptasten versehen. Manuelles Schieben oder Klappen gehört beim Almera zur Vergangenheit. Die hier gefahrene Acenta-Ausführung ist außerdem sehr komplett. So ist dieses Mittelmodel standard mit einer sehr effektiven Klimaanlage versehen. Selbst wenn das Auto Stunden in der brennenden Sonne gestanden hat, kann die Klimaanlage nach wenigen Sekunden Kaltluft produzieren. Nicht viel später hängen, sozusagen, die Eiszapfen an den Fenstern!

Nissan Almera

Standardausstattung

Zur Standardausstattung des Acenta gehören desweiteren: elektrische Fensterheber vorne und hinten, kompletter Bordcomputer (kompletter Kraftstoffeinsparungsbericht mit Diagramm inkl.), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und einem Audiosystem mit Lenkradbedienung. Das Audiosystem spielt CD-RW ab, das Abspielen von MP3-CD's ist leider (noch?) nicht möglich. Das einzige Extra des Testautos ist ein DVD basiertes Navigationssystem. Dieses System ist eines der neuesten Generation und lässt nichts zu Wünschen übrig. Das heißt, erst nachdem der Bestimmungsort eingegeben worden ist. Während auf der Karte die "Heinrich Heine Allee" deutlich angezeigt wird, besteht diese nicht als Ziel. Einige Experimente und diverse Kraftausdrücke später, stellt sich heraus, dass unterschiedliche Straßennamen andersherum gespeichert sind. "Heine, Heinrich-Allee" gibt es doch als Bestimmungsort. Mit dieser "gepachteten" Weisheit bringt das Navigationssystem den Fahrer schließlich zu allen gewünschten Zielen.

Platz

Der Vordersitz ist groß und, dank der vielen Verstellmöglichkeiten, auch Komfortabel für Langstrecken. Hinten sieht es leider ganz anders aus. Der Platz auf der Rücksitzbank ist deutlich kleiner als der Durchschnitt. Die Erwachsenen können die Beine (die Kopffreiheit ist jedoch gut) nur dann ausstrecken, wenn die Vordersitze ein wenig nach vorne geschoben werden. Dem geringen Platz auf der Rücksitzbank steht ein riesengroßer Kofferraum gegenüber. Außerdem ist dieser ordentlich verarbeitet und mit diversen Ablagen, Fächern und Netzen an den Seiten ausgestattet. Letzteres kennzeichnet das ganze Auto, weil auch der Rest des Innenraums mit reichlich Ablagen und Fächern versehen ist. Vielleicht sind es nur Details, aber diese Details machen die tägliche Praxis mit dem Auto spürbar angenehmer.

Nissan Almera

DCi

Die größte Neuheit beim neuen Almera ist der neue DCi-Dieselmotor. Dieser verwendet die zweite Generation der Common-Rail- Technologie, was so viel bedeutet wie: bessere Leistung, niedrigerer Verbrauch. Nissans Credo lautet "shift expectations" und das macht der Hersteller mit diesem Dieselmotor wirklich wahr. Während der Motor "nur" eine Leistung von 112 PS hat, kann man die Leistung mit reinem Gewissen als gut bezeichnen. Selbst nach einem Kaltstart ist der Motor sofort bereit und verfügt immer über eine große Reserve. Das gilt nicht nur in der Stadt, sondern auch auf der Autobahn beschleunigt der Almera ausgezeichnet. Da das Triebwerk direkt auf die Kommandos des Fahrers reagiert, fühlt man im Almera die Geschwindigkeit und seinen Charaktersehr stark. Durch die sehr dezenten Nebengeräusche, wird der Eindruck verstärkt, dass dieser Diesel absolut tadellos funktioniert. Es ist nicht übertrieben, wenn man diesen Almera DCi einen schnellen Diesel nennt. Auch das zweite Versprechen des neuen Diesels wird erfüllt. Nach einer Fahrt im belebten Stadtverkehr, auf der Landstraße und auf der Autobahn liegt der Verbrauch bei sensationellen 5 L/100 Km!

Die Kraft wird durch ein ziemlich mäßiges Schaltgetriebe auf die Vorderräder übertragen. Selbst wenn ein Gang eingelegt ist, hat der Schaltknüppel mehr Spiel als der ganze Schaltweg bei einem Sportwagen. Dieses übergroße Schaltspiel ist sehr gewöhnungsbedürftig. Selbst nach einigen Tagen, kommt es manchmal vor, dass anstatt des 1.Gangs versehentlich der 3.Gang eingelegt wird. Zum Glück ist der Motor so robust, dass diese Schaltfehler keine Probleme im belebten Verkehr verursachten.

Das Fahrgestell ist etwas weicher als durchschnittlich. Während der Beratung hat sich der Hersteller vielleicht nur nach der Präferenz des japanischen Kunden erkundigt, der gerne etwas von der Straßenlage zugunsten des Komforts abgibt. Deswegen geht der Almera etwas früher "durch die Federn" als durchschnittlich, aber danach ist schnell neutral. Das abschließende Resultat ist ein Auto, das durch viele als komfortabel erfahren werden sollte, aber dennoch mindestens genauso sicher ist, wie viele andere Autos.

Nissan Almera

Fazit

Wie lautet das Endurteil des Modells? Ohne weiteres gut, sogar empfehlenswert. Der neue Nissans Almera ist durchgedacht, komplett und funktionell. Das ist unter anderem der umfangreichen Standardausstattung, der durchdachten Bedienung und den vielen Staumöglichkeiten zu verdanken. Das sind Dinge, die vielleicht während einer kurzen Testfahrt nicht auffallen, aber richtig zählen, wenn ein Auto täglich benutzt wird. Die Straßenlage ist auch sehr gut, aber durch die europäische Brille gesehen, ein Bruchteil geringer, als die der Konkurrenz. Das wird jedoch durch den neuen Diesel mehr als gut gemacht. Der DCi-Motor hat viel Charakter und macht aus dem Almera ein sehr flottes und angenehmes Auto.

plus
  • Hoher Restwert
  • Sehr zuverlässig
  • Moderne Technik/ausgezeichneter Dieselmotor
min
  • Großes Lenkrad
  • Zu weiches Fahrgestell
  • Zu großes Schaltspiel

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