Datum der Veröffentlichung: 29 September 2018
Jeep Cherokee
Autotest

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Autotest - Deutsche Solidität. Japanischer Erfindungsreichtum. Schweizer Präzisionsarbeit. Alle gut bekannt. Aber was genau haben die amerikanische und die italienische Industrie zu bieten? Und was, wenn sie zusammenarbeiten? Ein greifbarer Beweis für eine solche Zusammenarbeit ist der Jeep Cherokee. Und für das Modelljahr 2019 ist diese Zusammenarbeit noch einen Schritt weiter gegangen.

Zunächst ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Bis 2014 war der Jeep Cherokee ein aufstrebendes amerikanisches Auto mit amerikanischem Styling und amerikanischen Motoren für den amerikanischen Markt. Als Fiat und Chrysler zu einem Unternehmen wurden, traten auch die Schwestermarken Alfa Romeo und Jeep dieser Partnerschaft bei. Und das wiederum eröffnete die Möglichkeit, einen Jeep zu entwickeln, der auf den Weltmarkt und nicht nur auf den US-Markt ausgerichtet ist.

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Die Amerikaner lieferten das Styling und das grundlegende Design, aber die Italiener sorgten für eine europäische Verarbeitung und ein europäisches Handling. Das Fazit des Cherokee-Testberichts 2014 lautet daher: "Nicht besser oder schlechter als andere SUVs, aber dank des Jeep-Labels ein interessanteres Erlebnis". Ein guter Anfang, aber Jeep wollte mehr. Aus diesem Grund wurde der Cherokee für das Modelljahr 2019 verbessert.

Und das fängt schon beim Aussehen an. In jedem Jeep ist der Grundtypus von 1943 noch erkennbar, aber beim neuesten Cherokee war Jeep bei der Interpretation sehr "kreativ". Für viele war der Schritt zu groß und deshalb hat sich Jeep für das Modelljahr 2019 für einen etwas zahmeren Look entschieden. Für Autozine ist dies ein Fortschritt, da das neue Erscheinungsbild ein besseres Gleichgewicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellt. Die zurückgesetzten, scharfen Scheinwerfer lassen den Cherokee modern aussehen. Im Gegenteil, der Kühlergrill mit den großen Lamellen und die kantigen Radkästen sind unverkennbare Hinweise auf die Vergangenheit. Auch das Heck wurde komplett neu gestaltet und verleiht dem Cherokee ein gehobeneres Aussehen (Premium").

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Raum und Ausstattung

Um den Cherokee noch besser zu machen, ist die Ausstattung reichhaltiger und moderner geworden. So bietet der Cherokee beispielsweise mehr aktive Sicherheitsfunktionen. So warnt der Cherokee beispielsweise vor Gefahren vor, hinter und im toten Winkel. Diese Warnungen bestehen aus akustischen und optischen Signalen, kurzen Bremseingriffen und schließlich der Vorbereitung der Bremsen, um eine Notbremsung zu erleichtern. Außerdem kann der Cherokee selbst im Stau einen sicheren Abstand zum Vordermann halten. Das Infotainment-System erhielt einen größeren Bildschirm (jetzt 8,4 Zoll) und unterstützt Apple Carplay und Android Auto.

Wenn es um Ergonomie geht, macht Jeep oft etwas anders als andere Marken. Manchmal, weil es sich um einen echten Geländewagen handelt (man denke an die Verwendung von leicht abwaschbaren Materialien und zusätzlichen Griffen), manchmal als Anspielung auf die Modelle der Vergangenheit. Dabei zählt der Cherokee nicht weniger als sechs "Überraschungen": Hinweise auf das archetypische Modell sind an verschiedenen Stellen in Form von Bildern, Design und dergleichen versteckt. Das mögen Kleinigkeiten sein, aber bei einer Marke, bei der das Image eine große Rolle spielt, macht das wirklich einen Unterschied. Es gibt dem Auto eine Persönlichkeit, eine Vergangenheit und ein "Familiengefühl".

Jeep Cherokee
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Geblieben ist auch das großzügige Platzangebot im Innenraum. Der Cherokee sieht groß aus, hat einen hohen Einstieg und der Fahrer blickt über eine große Motorhaube hinaus. Wer das Gefühl mag, eine große und mächtige Maschine zu fahren, braucht nicht weiter zu suchen: Wenn es um Erfahrung geht, ist der Cherokee die Nummer eins in seinem Segment.

Fahrverhalten

Auch in puncto Handling bietet der Cherokee mehr Erfahrung als andere SUVs. Die Lenkung ist indirekt und es sind viele Lenkeinschläge nötig, um eine Kurve zu fahren, wodurch sich der Cherokee noch größer und kraftvoller anfühlt, als er tatsächlich ist.

Das Fahrwerk sollte nicht nur Komfort in der Stadt und Stabilität auf der Autobahn bieten, sondern auch geländetauglich sein. Für das Modelljahr 2019 wurde das Fahrwerk modifiziert, um einen noch besseren Kompromiss zwischen all diesen Anforderungen zu bieten. Das Ergebnis ist reichlich Komfort in der Stadt und im Gelände. Durch den Einsatz von zusätzlicher Elektronik vermittelt die Lenkung jedoch einen Mangel an Vertrauen, was manchmal dazu führt, dass man langsamer oder vorsichtiger fährt als unbedingt nötig. Die Bremsen hingegen sind äußerst leistungsfähig und bringen den schweren SUV (2.290 kg!) mit erstaunlicher Leichtigkeit und großer Präzision genau an der gewünschten Stelle zum Stehen.

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Wie geländetauglich der Cherokee ist, hängt von der Wahl des Antriebsstrangs ab. Den Cherokee gibt es mit Zweiradantrieb, einfachem Allradantrieb (die Hinterräder unterstützen, wenn die Vorderräder die Bodenhaftung verlieren), erweitertem Allradantrieb (Elektronik erleichtert das Fahren im Gelände) und schwerem Allradantrieb (Mechanik plus Elektronik). Der Testwagen verfügte über einen serienmäßigen Allradantrieb mit Schlamm-, Sand- und Schneemodus ("Selec-Terrain") für zusätzlichen Grip im Gelände. Damit kam der Jeep in leichtem und mittlerem Gelände gut zurecht. Im Test waren es die Reifen und nicht der Antriebsstrang, die ihn am Ende einschränkten.

Leistung und Verbrauch

Für das Modelljahr 2019 wurde der Cherokee mit neuen Motoren und Getrieben ausgestattet. Zum einen, um mehr Komfort zu bieten, zum anderen, um die neuen Abgasnormen ("Euro6d-TEMP") zu erfüllen. Völlig neu ist der 2,0-Liter-Benzinmotor mit 272 PS / 400 Nm. Für diesen Test wurde der ebenfalls neue 2,2-Liter-Dieselmotor, der von Fiat stammt, gefahren. Dieser leistet 195 PS / 450 Nm, das sind 25 PS und 100 Nm (!) mehr als der bisherige Dieselmotor. Allerdings sind seine CO2-Emissionen etwa 20 Gramm pro Kilometer höher als bei gleich starken Motoren anderer Marken.

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Die Kraftübertragung auf die Vorder- und Hinterräder erfolgt über ein 9-Gang-Automatikgetriebe. Obwohl die Automatik immer zu den richtigen Zeitpunkten schaltet, scheint es, als ob der Motor systematisch zu hoch im Drehzahlbereich gehalten wird. Ein Blick auf den Drehzahlmesser zeigt, dass die Drehzahl dann nur noch 2.000 U/min beträgt, aber es klingt, als würde der Motor viel härter arbeiten. Ein Komfort- oder Eco-Modus wäre dann eine Lösung, aber stattdessen bietet der Cherokee nur einen Normal- und einen Sport-Modus (in dem die Drehzahlen noch höher sind). Zusammen mit einigen Windgeräuschen von der A-Säule bietet der Cherokee daher nicht den Komfort auf der Autobahn, den man von einem Auto dieser Preisklasse erwarten sollte.

Dabei braucht der Diesel einige Zeit, um seine Leistung aufzubauen. Wenn man das Gaspedal durchdrückt, dauert es eine Weile, bis die versprochene Leistung zur Verfügung steht und die Beschleunigung einsetzt. Im Gelände ist die Leistung desselben Dieselmotors hervorragend. Während ein Zwischensprint auf der asphaltierten Straße Anstrengung erfordert, erklimmt der Cherokee steile Hügel, als wären sie Bodenwellen. Schließlich handelt es sich um einen Jeep und nicht um einen durchschnittlichen SUV.

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Schlussfolgerung

Als Jeep 2014 den ersten italienisch-amerikanischen Cherokee vorstellte, lautete das Urteil "nicht besser als andere SUVs, mehr Spaß". Nach dem Facelift für das Modelljahr 2019 hat sich dieses Urteil nicht geändert. Dennoch gibt es nur wenige rationale Gründe, den Cherokee gegenüber der Konkurrenz vorzuziehen. Der einzige Grund dafür könnte die große Vielfalt an Motoren und Antriebssträngen sein. Die größte Stärke des Cherokee ist gleichzeitig seine größte Schwäche: Wegen seiner Geländegängigkeit ist der Cherokee in der Anschaffung (CO2-Steuer!) und im Betrieb teurer als modische SUVs, die nur robust aussehen, aber im Gelände nichts taugen.

Dank all dieser Änderungen gelingt es dem Cherokee, seine Position auf dem Markt zu behaupten, sowohl in Amerika als auch im Ausland. Ab dem Modelljahr 2019 bietet der Cherokee mehr aktive Sicherheitsfunktionen und die gesamte Konnektivität, die man von einem modernen Auto erwarten kann. Der große Reiz bleibt das Image: Der Jeep Cherokee bietet mehr Persönlichkeit, mehr Emotion und mehr Erfahrung. Und das ist nur möglich, wenn die Amerikaner und die Italiener zusammenarbeiten.

plus
  • Geräumig und praktisch
  • Auch im Gelände bewandert
  • Hoher Sitz, kraftvolles Gefühl
minus
  • 2,2-Liter-Dieselmotor zu laut
  • Hohe co2-emissionen und daher hohe co2-steuern