Datum der Veröffentlichung: 9 Juli 2026
DS No7
Autotest

DS No7

Elegante Weiterentwicklung

Autotest - Der DS 7 Crossback ist das erste Modell, das die Marke selbst entwickelt hat. Es handelt sich nicht um einen schick aufgemotzten Citroën, sondern um ein Modell, das von Anfang an als DS konzipiert wurde. Damals entschied sich DS für einen mittelgroßen SUV als erstes Modell, da man davon ausging, dass dafür eine große Nachfrage bestehen würde. Diese Prognose hat sich bewahrheitet, denn in verschiedenen Ländern ist der 7 das meistverkaufte Modell von DS. Nun ist es Zeit für eine völlig neue Generation. Wird der neue 7 den Erfolg der ersten Generation fortsetzen können?

Zu einer neuen Generation gehört auch ein neuer Name. Der bisherige mittelgroße SUV von DS hieß „7 Crossback“. Das völlig neue Modell folgt der neuen Nomenklatur von DS und trägt daher den Namen „No 7“. Das Konzept bleibt jedoch dasselbe: Mit einer Länge von 466 cm liegt der No 7 zwischen dem C- und dem D-Segment. Er ist größer als ein mittelgroßer SUV, aber kleiner als ein großer SUV.

DS No7

Das Design ist im Grunde elegant und schlicht. Dabei wurde auf eine schlanke Silhouette, eine lange Motorhaube und ein breites Heck gesetzt. Dadurch wirkt der No 7 elegant und dennoch muskulös. Um mehr Dynamik auszustrahlen und dem Auto den für DS charakteristischen Stil zu verleihen, wurde die Grundform mit zahlreichen Details ergänzt. Die Linien verlaufen nicht gerade, sondern weisen eine Knickstelle auf, um das Design spannender zu gestalten. Die Türgriffe der hinteren Türen sind ein wahres Kunstwerk mit Linien, die bis in die D-Säule hineinreichen. Die Karosserie weist zahlreiche Falten auf, die zudem durch kontrastierende Lackierung hervorgehoben werden. Schließlich weisen die Leuchten und Felgen zahlreiche feine Linien auf, die an die Modewelt anspielen.

Damit folgt der No7 dem Grundkonzept des 7 Crossback, ist aber in der Umsetzung neu. Die Optik ist daher moderner. Und genau wie die anderen neuen Modelle von DS ist der No7 weniger französisch, sodass das Auto nicht nur Frankophile anspricht. Dank des edlen Stils wirkt der No7 größer, als er ist. Ebenso sorgt die zusätzliche Glasfläche für ein Gefühl von Geräumigkeit. Die Seitenfenster haben eine größere Fläche als zuvor, das Panorama-Glasdach ist sogar um 40 % größer.

DS No7
DS No7

Innenraum

Gut zu wissen: Der No7 ist keine SUV-Version des kürzlich vorgestellten No8. Unter der Karosserie teilt sich der No7 jedoch eine Plattform mit anderen Modellen von Stellantis, nämlich mit dem Peugeot 3008/5008 und dem Opel Grandland. Allerdings hat DS die Plattform sowohl in der Länge als auch in der Breite angepasst. Der No7 verfügt daher über einen längeren Radstand und eine größere Spurweite hinten.

„Der No7 ist nach wie vor französisch, aber weniger extravagant, um ein breiteres Publikum anzusprechen“

Im Innenraum ist in keiner Weise zu erkennen, dass DS die Technik mit weniger edlen Marken der Stellantis-Familie teilt. Der Innenraum ist eher wie ein Kunstwerk gestaltet als wie ein funktionaler Raum. Er ist mit edlen Stoffen bezogen, verfügt über eine hochwertige Verarbeitung und besticht durch schicke Farben. Allerdings sehen die Materialien besser aus, als sie sich anfühlen, was angesichts des Preises des Autos jedoch kein Nachteil ist. Die besonderen Nähte sind wiederum ein Verweis auf die französische Modewelt. Technische Elemente wie Lautsprecher oder ein Bildschirm werden als Dekoration präsentiert, nicht als störende Elemente.

Trotz all des äußeren Prunks ist das Platzangebot vorne und hinten gut. Dabei fällt allerdings auf, dass die Version mit Elektroantrieb einen höheren Boden hat, wodurch die Fondpassagiere mit hochgestellten Beinen sitzen (die Oberschenkel berühren die Rückbank kaum) und die Füße nicht unter den Vordersitz passen, wenn dieser in der tiefsten Position steht. Das Armaturenbrett ist bewusst um den Fahrer und Beifahrer herum gestaltet, um ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln. Selbst das Lenkrad ist dank seines ungewöhnlichen Vier-Speichen-Designs, das sich auch anders als sonst in der Hand anfühlt, ein kleines Kunstwerk. Da es sowohl horizontal als auch vertikal vollkommen symmetrisch ist, lässt sich die Neutralstellung nicht intuitiv finden, und auch nach längerer Nutzung blieb dies ungewohnt.

DS No7

Ausstattung

Wie bereits erwähnt, teilt sich der No7 die technische Basis mit Modellen von Opel und Peugeot. Was bei diesen Marken jedoch die Top-Ausstattung ist, ist bei DS die Basisausstattung. Dabei werden die Details durchweg eleganter umgesetzt. So besticht das Infotainment-System durch außergewöhnlich ansprechende Grafiken. Zwar verfügt es über die Standardfunktionalität, doch dank schöner Animationen und eines gut gewählten Layouts wirkt es dennoch hochwertiger. Das optionale Audiosystem von Focal ist eine Wohltat für die Ohren. Ein nettes Detail: Beim Vorgängermodell DS 7 entschieden sich gut 33 % der Kunden für dieses Focal-Audiosystem.

Ein weiterer alter Bekannter: Die Nachtsichtkamera kehrt ebenfalls im No7 zurück, da auch sie bei den Kunden beliebt war (17 %). Diese Kamera ist nur das sichtbarste Element. Wenn tatsächlich ein Tier oder eine Person die Straße überquert, erscheint ein Symbol im Head-up-Display, was sich in der Praxis als sehr sinnvoll erwiesen hat. Das Fernlicht besteht aus Pixeln, sodass der Lichtstrahl an die Umgebung angepasst werden kann und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Eine nächtliche Fahrt durch ländliche Gegenden hat gezeigt, dass dies einen großen Beitrag zur Sicherheit leistet.

Motoren

Der No7 wird als Hybrid- und als Elektroauto angeboten. Da die Plattform für mehrere Antriebsstränge ausgelegt ist, ist es nicht möglich, alle optimal zu nutzen. So ist es beispielsweise nicht möglich, einen Stauraum unter der Motorhaube zu schaffen, und die Batterie ist nicht Teil der tragenden Konstruktion. Letzteres kann jedoch auch als Vorteil angesehen werden, da eventuelle Schäden daran kostengünstiger zu beheben sind.

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Entscheidet man sich für den Elektroantrieb, verfügt die Batterie über eine Kapazität von 97 kWh – eine Leistung, die wiederum nur den absoluten Topmodellen der Schwestermarken vorbehalten ist. Dank einer günstigen Aerodynamik und dem Einsatz der neuesten Elektromotoren des Mutterkonzerns ist theoretisch eine Reichweite von bis zu 740 km möglich. Das ist bemerkenswert, denn die meisten Konkurrenten mit einer solchen elektrischen Reichweite sind Limousinen. Der No7 kann trotz seiner höheren Bauweise dieselbe Strecke ohne Ladestopps zurücklegen wie die Limousine. Dennoch ist der Verbrauch relativ hoch. Bei sehr heißem Wetter (d. h. bei voll aufgedrehter Klimaanlage) waren 17 kWh/100 km das bestmögliche Ergebnis. Bei einer sportlichen Fahrweise stieg der Verbrauch auf gut 20 kWh/100 km.

Der No7 lässt sich mit einem Pedal fahren (das Gaspedal zum Beschleunigen durchtreten, zum Bremsen loslassen). Mit Schaltern hinter dem Lenkrad lässt sich in drei Stufen einstellen, wie stark das Auto über den Motor bremst. Im Sportmodus ist die Leistung des elektrischen No7 gut. Diese Leistung wird natürlich geräuschlos erbracht, aber es ist wichtig zu wissen, dass teurere Ausstattungsvarianten über eine bessere Geräuschdämmung verfügen. Wer eine Probefahrt mit einer Top-Ausstattung macht und dann eine Basisversion kauft, könnte daher eine Enttäuschung erleben.

DS verspricht keine extrem hohe Ladegeschwindigkeit (maximal 160 kW). Das liegt daran, dass der No7 die 400-Volt-Technik nutzt und nicht die teurere 800-Volt-Technik. Dennoch gibt der Hersteller an, dass unter idealen Bedingungen eine Ladung von 20 % auf 80 % in 30 Minuten möglich ist. Dies entspräche einer Ladegeschwindigkeit von 200 km pro 10 Minuten. Dank der Unterstützung für „Plug-and-Charge“ kann der No7 seine Seriennummer mit der Ladestation teilen. Ist damit eine Bankkontonummer verknüpft, ist das Laden anschließend ohne Ladekarte möglich.

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Hybrid

Da die Plattform des No7 mit verschiedenen Motoren ausgestattet werden kann, ist auch eine Mild-Hybrid-Variante erhältlich. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor wird effektiv vom Elektromotor unterstützt, weshalb die Laufruhe bemerkenswert gut ist. Um den Verbrauch niedrig zu halten, ist die Leistung jedoch mäßig. Im Sportmodus ist der Hybrid etwas lauter und unruhiger, aber kaum schneller.

Kurz gesagt: Der Hybrid ist nur für Kunden gedacht, die um jeden Preis nicht elektrisch fahren wollen.

Fahreigenschaften

Obwohl viele Marken innerhalb der Stelantis-Gruppe dieselbe Plattform nutzen, strebt jede Marke nach einem eigenen Charakter. DS setzt ganz klar auf Luxus und Komfort. So ist die Bodenfreiheit für einen SUV gering, und auch die begrenzten An- und Abfahrwinkel machen deutlich, dass es sich trotz der hohen Bauweise nicht um ein Geländewagen handelt. DS erzielt jedoch durch den Einbau langer Stoßdämpfer einen großen Radausschlag. Das sorgt in der Stadt für Komfort und ein großzügiges Fahrgefühl.

Bei dynamischer Fahrweise ist spürbar, dass sich der No7 in Kurven neigt. Die Spurweite ist größer als bei den anderen mittelgroßen SUVs von Stellantis, und der Effekt davon ist deutlich zu spüren. Der Fahrer spürt, dass die Karosserie stets im Gleichgewicht bleibt, weshalb das Fahrzeug ein vertrauenerweckendes Gefühl vermittelt. Diese Kombination sorgt für den raffinierten Charakter, der zu einem Premium-Produkt gehört.

DS No7

Fazit

Ist der DS No7 in der Lage, den Erfolg des 7 Crossback fortzusetzen? Nach einer Probefahrt mit der Hybrid- und der elektrisch angetriebenen Version des No7 lautet die Antwort: Ja. Denn DS hat die Stärken beibehalten und genau dort verbessert und/oder modernisiert, wo es nötig war. Der No7 ist daher ebenso funktional und durchdacht wie ein durchschnittlicher SUV, verfügt jedoch über die Raffinesse von „DS Automobiles“.

Im Laufe der Jahre hat DS auch besser gelernt, was der Kunde will. Der No7 ist nach wie vor französisch, aber weniger extravagant, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Schließlich konkurriert DS mit Mainstream-Marken, indem es einen sehr moderaten Aufpreis berechnet.

plus
  • Unverwechselbarer Charakter
  • Genauso funktional wie ein durchschnittlicher SUV
minus
  • Hoher Verbrauch der Elektroversion
  • Der Hybrid bietet nur mäßige Leistung und beeinträchtigt den Komfort