Datum der Veröffentlichung: 11 Juli 2023
DS 9
Autotest

DS 9

Reisen mit Stil

Autotest - Die schicke französische Marke DS lässt sich von der Welt der Mode inspirieren. Das geht so weit, dass jetzt sogar die Versionen mit den Jahreszeiten wechseln. Für das Modelljahr 2023 gibt es den DS 9 deshalb in der Sonderversion "Esprit de Voyage". Handelt es sich dabei nur um einen anderen Look oder bietet das überarbeitete Flaggschiff tatsächlich mehr Qualitäten als bisher?

Ein Luxusauto sollte mehr bieten als nur den soliden Transport von A nach B. Ein Luxusauto sollte zu seinem Besitzer passen, einen Traum erfüllen und das Leben angenehmer machen. Genau hier macht DS den Unterschied!

DS 9

Gegen schnittige Deutsche, extravagante Italiener und moderne Japaner setzt DS französischen Charme. Und da es sich um das Flaggschiff von DS handelt, trägt die "9" einen großen Teil dazu bei. Die große Limousine war bereits eine Ode an klassische französische Autos und ihr Aussehen wurde bereits von der französischen Haute Couture" (Mode) inspiriert. Ab dem Modelljahr 2023 wird DS noch einen Schritt weiter gehen und wie die Modehäuser jedes Jahr eine neue Kollektion anbieten. Bei diesem Test wird es der "Esprit de Voyage" sein, bei dem sich alles um stilvolles Reisen dreht.

Kennzeichnend für den französischen Stil ist Eleganz in Verbindung mit Bescheidenheit. Trotz seiner ungewöhnlichen Dekoration ist der 9 nicht extravagant. Erst bei ruhiger Betrachtung des Wagens fallen die vielen Details auf. So verläuft über die Motorhaube nicht nur eine Chromlinie, sondern sie ist bei genauerem Hinsehen mit einem Rautenmuster versehen. Die Spiegelkappen des Testwagens erscheinen schwarz, sind aber tatsächlich mit einem feinen Muster versehen. Am Heck finden sich Blinker in der Nähe des Daches, wie beim legendären Citroën DS.

DS 9
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Innenbereich

Die Innenausstattung war bisher nur in Schwarz oder Weinrot erhältlich, jetzt kommt "Pearl Grey" hinzu. Dieses Grau enthält einen Hauch von Braun und die Stoffe haben das Motiv eines Uhrenarmbands. So wird das schlichte "Grau" exklusiv und einladend. Außer den Sitzen sind auch die Mittelkonsole, das Armaturenbrett und die Türverkleidungen mit Leder bezogen. Der Dachhimmel ist im Farbton Pebble Grey Alcantara gehalten. Selbst so etwas Einfaches wie die Fußmatten sind mit einer sogenannten "Zephir"-Naht veredelt.

Bei einer solchen Fülle von Farben und Materialien sieht das Ganze schon fast wie eine Modenschau aus, und das ist genau das, was der französische Hersteller beabsichtigt! Die wichtigste "Lektion" dieser erneuten Bekanntschaft ist jedoch, dass die DS vorher vielleicht ein wenig zu französisch war, aber die neue Version schafft es, selbst den bodenständigen Testfahrer zu begeistern.

Unverändert, aber dennoch erwähnenswert: Dank seiner großzügigen Abmessungen bietet der DS 9 auch im Innenraum viel Platz. Außerdem lässt sich der Beifahrersitz auf Knopfdruck extra weit nach vorne schieben, so dass der 9er auch als Chauffeurfahrzeug genutzt werden kann.

DS 9

Ausrüstung

Der Würdenträger im Fond kommt dann in den Genuss einer Massagefunktion, einer speziellen Klimaanlage und USB-Anschlüssen zum Aufladen mobiler Geräte während der Fahrt.

Für den Fahrer bietet der 9er alle Luxus- und Sicherheitsmerkmale, die man von einem Auto in dieser Preisklasse erwarten kann. Mehr als das bietet DS aber sicher nicht. DS setzt nicht auf technische Innovation, sondern auf Innovation bei Materialien und Verarbeitung. Es handelt sich also nicht um einen Computer auf Rädern, sondern um ein traditionelles Auto, in dem Computer nur dort eingesetzt werden, wo es notwendig ist.

Doch die wichtigste Neuigkeit für das Modelljahr 2023 betrifft den Computer! Das Audio-, Kommunikations- und Navigationssystem wurde komplett überarbeitet. Von nun an kann der Fahrer entscheiden, wie er die Bildschirme anordnet, indem er sogenannte "Widgets" platziert, genau wie auf dem Startbildschirm eines Mobiltelefons. Dies wird als echte Verbesserung empfunden, da sich das Auto nun dem Benutzer anpasst und nicht mehr umgekehrt.

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Dennoch zeigt das System alle möglichen Animationen an, die beim ersten Mal ganz nett sind, aber den Fahrer dazu bringen, zu warten, bis die gewünschten Informationen angezeigt werden. Der sprachgesteuerte Assistent "Iris" funktioniert mäßig. Das System ist weit davon entfernt, intelligent zu sein und kann sich nicht mit der aktuellen Generation von KI-Systemen messen, die im Internet verfügbar sind. Iris erfasst lediglich Schlüsselwörter und ergreift (hoffentlich) die richtigen Maßnahmen auf deren Grundlage.

Das Hauptvergnügen bleibt das Audiosystem von Focal. Diese französische Marke stellt erstklassige HiFi-Systeme für den Heimgebrauch her, und der brillante, klare und musikalische Klang spiegelt sich auch in diesem Auto wider.

Straßenlage

(Citroën) Die DS machte sich in der fernen Vergangenheit einen Namen mit Komfort und ausgeprägtem Fahrverhalten. Das basierte auf einem komplexen System von Gasdruckfedern. Die neue DS setzt auf Elektronik und viel weniger auf Mechanik (keine Luftfederung, keine Vierradlenkung). Eine Kamera hinter der Windschutzscheibe "liest" die Fahrbahnoberfläche und passt die Federung entsprechend an, so dass das Auto auf alles vorbereitet ist, was kommt.

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Der Fahrer kann zwischen den Modi Normal, Komfort und Sport wählen. Nur im Komfortmodus ist die Kamera aktiv und somit ist es spürbar, wie das Auto mit und ohne "Active Scan" reagiert. Serienmäßig ist der DS 9 groß und stattlich, aber auch kommunikativ. So spürt der Fahrer, was sich zwischen Reifen und Asphalt abspielt. Durch die Wahl des Komfortmodus wird diese Kommunikation entschärft. Je schlechter der Straßenbelag, desto mehr Nutzen bietet Active Scan.

Plug-in-Hybrid

Der DS 9 ist serienmäßig mit einem Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang ausgestattet. Er liefert entweder 250 oder 360 PS. Die letztere Version verdankt die zusätzliche Leistung einem zusätzlichen Motor an den Hinterrädern, der ihn zu einem Auto mit Allradantrieb macht. Für diesen Test wurde die stärkste Version gefahren, und trotz der starken Motorleistung ist der 9er eindeutig kein Sportwagen. Die Kraft wird genutzt, um mit großer Leichtigkeit zu fahren und dabei stets Ruhe und Würde zu bewahren. Wenn er zum Sprint auffordert, enttäuscht der Wagen nicht, aber er befriedigt auch nicht.

Was der DS 9 ganz klar mag, ist das "Zischen". Bei niedrigen Drehzahlen rauscht der 9er mühelos und mit ordentlichem Tempo durch die Landschaft. Und dann merkt man, worum es bei dem ganzen Marketinggerede der Franzosen geht. DS behauptet, dass das Reisen bequem und unbeschwert sein soll, und dank des Hybridantriebs wird dies auch voll und ganz erfüllt.

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Schlussfolgerung

Bietet der DS 9 ab dem Modelljahr 2023 nur einen neuen Look oder hat sich das Auto tatsächlich verbessert? Beides! Das Facelifting beginnt bei der Optik. Neue Versionen, neue Farben, neue Materialien und neue Dekore sorgen dafür, dass das Topmodell jetzt noch stärker auftritt. Dabei ist der französische Charakter erhalten geblieben, spricht aber eine breitere Zielgruppe an. Der "Esprit de Voyage" macht den 9er noch exklusiver, denn wie die Mode ist auch diese Version saisonal.

Neben mehr Äußerlichkeiten bietet der DS 9 ab dem Modelljahr 2023 auch eine etwas modernere Ausstattung. Ein sprachgesteuerter Assistent macht das Leben leichter, auch wenn der Intelligenzgrad gering ist. Das Infotainment-System gehört zu den am häufigsten genutzten Funktionen des Fahrzeugs, und da seine Bedienelemente jetzt noch individueller gestaltet werden können, werden sich die Besitzer noch wohler im Auto fühlen.

plus
  • äußerst komfortabel
  • Einzigartiger Charakter
  • Laufruhig und relativ sparsam dank Hybridantrieb
minus
  • Plötzliche, unklare Warnungen vor Gefahren
  • (noch) nicht als 100%iges Elektroauto erhältlich
  • Die intelligente Assistentin Iris ist nicht sehr intelligent