Citroën e-C3
Mehr Platz zum gleichen Preis
Schon ohne einen Meter gefahren zu sein, ist klar, wie sich der e-C3 Urban Range von der Konkurrenz abhebt. Andere Autos mit einem ähnlichen Preisschild sind alle ein bisschen kleiner. Sie gehören zum so genannten "A-Segment", während der C3 im größeren "B-Segment" angesiedelt ist. Der Unterschied in der Länge beträgt mehr als 30 cm! Und das schlägt sich in einem deutlich größeren Innenraum nieder. Jeder C3 bietet Platz für vier Erwachsene, während es in anderen Elektroautos dieser Preisklasse keinen Platz auf den Rücksitzen gibt. Darüber hinaus bietet der C3 einen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 310 Litern, und auch der ist deutlich größer als bei der Konkurrenz im A-Segment.
Ausstattung
Der nächste Schritt besteht darin, bei der Ausstattung zu sparen. Deshalb gibt es den "e-C3 Urban Range" nur in Kombination mit den Ausstattungsstufen "You" und "Plus". Der Testwagen ist sogar die absolute Basisversion ("You") mit 16-Zoll-Felgen und ohne Dachreling. Zum Glück konnte eine kräftige Farbe noch abgesetzt werden, weshalb die Demo noch ganz nett aussieht.
Der Citroën C3 ist als sparsames Auto konzipiert. Daher ist das Interieur schlicht und mit wenig Dekoration ausgestattet. Die Optik ergibt sich aus den verwendeten Materialien. Das Armaturenbrett hat keine Uhren, sondern nur ein schmales schwarz-weißes Display hinter dem Lenkrad in einem dunklen Band auf dem Armaturenbrett. Es zeigt auf nüchterne Weise die wichtigsten Informationen für den Fahrer an. Auch die Anzahl der Knöpfe und Hebel ist minimal, da es einfach wenig zu bedienen gibt. Selbst an der Klimaanlage scheint man gespart zu haben, denn bei einer Außentemperatur von 22 Grad hatte das System bereits Mühe, den Innenraum zu kühlen.
Anstelle eines Infotainmentsystems gibt es in der You-Version einen Clip, der ein Smartphone aufnehmen kann. Außerdem gibt es eine USB-C-Buchse, die der einzige USB-Anschluss im gesamten Innenraum ist. Obwohl ein Smartphone die Funktionalität eines Infotainmentsystems bietet, wurde der kleine Bildschirm während der Testfahrt wirklich als Einschränkung empfunden. In einem fahrenden Auto ist er weniger gut ablesbar und zum Beispiel die Anzeige einer Navigations-App ist aufgrund der begrenzten Bildschirmfläche weniger deutlich.
Elektroauto
Die Batterie macht etwa ein Drittel des Preises eines Elektroautos aus. Genau aus diesem Grund wurde sie bei dieser Basisversion gekürzt. Und weil eine Batterie mit begrenzter Kapazität auch die Reichweite begrenzt, wurde der Name "Urban Range" gewählt. Das klingt doch viel optimistischer als "Version mit geringerer Reichweite"! Mit der Einführung der "Urban Range" wird die Standardvariante fortan "Standard Range" heißen.
In Zahlen ausgedrückt: Der Standard e-C3 hat eine 44 kWh-Batterie und kann damit 310 km weit fahren. Der Urban Range hat eine 30 kWh (LFP) Batterie und damit eine Reichweite von 205 km (Schnellladung mit bis zu 30 kW). Schnelles Rechnen zeigt, dass der C3 damit viel mehr verbraucht als seine kleineren Konkurrenten, so dass der Citroën in der Anschaffung gleich viel kostet, aber im Betrieb teurer ist. Offiziell verbraucht der e-C3 Urban Range 16,5 kWh pro 100 km. Bei der Testfahrt unter günstigen Wetterbedingungen auf einer einfachen Strecke war er sparsamer: 14,4 kWh pro 100 km.
Der Urban Range hat die gleiche Motorleistung wie der Comfort Range: 113 PS / 125 Nm, die Leistung ist also in Ordnung. Leider sind die Möglichkeiten zur Motorbremsung und damit zur Energierückgewinnung sehr begrenzt. Ein weiterer Punkt, an dem offensichtlich gespart wurde: Dieses Elektroauto wird mit einem Schlüssel gestartet, genau wie der C3 mit Benzinmotor. Das Automatikgetriebe hat keinen "Park". Stattdessen muss der Leerlauf eingelegt und dann die Parkbremse angezogen werden. Das ist zwar nicht unüberwindbar, aber doch umständlich.
Fahrverhalten
Auch an der Geräuschdämmung wurde merklich gespart. So ist der e-C3 das lauteste Elektroauto, mit dem der Testredakteur je unterwegs war. Die Geräusche von Wind und Reifen sind durchschnittlich. Der Elektromotor und die Klimaanlage hingegen machen sich recht lautstark bemerkbar! Sobald sich der e-C3 in Bewegung setzt, ist ein zischendes Geräusch zu hören, das dem eines Benzinmotors kaum nachsteht. Das Fahren längerer Strecken ist daher trotz des Elektroantriebs relativ anstrengend.
Da der C3 als Elektroauto konzipiert wurde und erst später als Auto mit Verbrennungsmotor auf den Markt kam, ist das Fahrgestell auf das elektrische Fahren abgestimmt. Die kleinere Batterie ist logischerweise leichter als die größere und verleiht dem Urban Range einen etwas lebendigeren Charakter.
Fazit
Mit dem e-C3 Urban Range bietet Citroën ein kompaktes Elektroauto zum Preis eines kleinen Elektroautos an. Während die meisten günstigen Elektroautos fünf Sitze haben, ist der Platz im Fond in der Praxis unbrauchbar. Im Gegensatz dazu bietet der e-C3 Urban Range Platz für vier Erwachsene und hat dann auch noch einen anständigen Kofferraum.
Der Mehrwert des Urban Range beschränkt sich allerdings auf das Platzangebot. In der "You"-Ausstattung ist die Ausstattung spärlich und man merkt bei jeder Fahrt, dass es sich um ein preiswertes Auto handelt. Andere billige Elektroautos sind zwar weniger geräumig, haben aber eine reichhaltigere Ausstattung, eine größere Reichweite, einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und eine bessere Schalldämmung. Und das gilt nicht nur für die Chinesen! Kurzum: Wenn der Platz eine wichtige Rolle spielt, ist der e-C3 Urban Range eine kluge und preiswerte Wahl. Andernfalls ist es vielleicht immer noch klüger, auf einen luxuriöseren e-C3 zu sparen.
- Tolle Straßenlage
- Fröhliches Aussehen
- Platz für 4 Erwachsene
- Schwache Ausstattung
- Automatikgetriebe hat keinen Parkmodus
- Elektromotor und Klimaanlage deutlich hörbar

