Datum der Veröffentlichung: 7 September 2023
Internationale Auto Ausstellung (IAA) 2023
Auto Ausstellung

Internationale Auto Ausstellung (IAA) 2023

Vom Familienausflug bis zum Arbeitsbesuch

Auto Ausstellung - Um die Automessen steht es nicht zum Besten. Immer mehr Hersteller steigen aus und damit kommen auch immer weniger Besucher zu den Messen. Um Deutschlands wichtigste Automesse zu retten, wurde deshalb ein neues Konzept gewählt. Nicht nur Autohersteller, sondern auch Zulieferer und Dienstleister aus der Automobilbranche präsentieren sich. Außerdem ist die Messe von Frankfurt nach München umgezogen. Dort wurden zusätzlich zu den üblichen Ständen im Messegebäude temporäre Ausstellungsräume in der Innenstadt errichtet.

In den letzten Jahren hat sich ein trauriges Bild ergeben. Auf den französischen Automobilausstellungen gibt es nur die französischen Marken plus die chinesischen. Auf der deutschen Automesse gibt es nur die deutschen Marken und die Chinesen. Renault bricht nun mit diesem Trend, indem es insbesondere auf der IAA 2023 (Internationale Auto Ausstelung) eine wichtige Premiere präsentiert.

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Die fünfte Generation des Scenic ist ein Elektroauto, das das Beste aus einem Kombi und einem SUV vereint. Das clevere Konzept bietet viel Platz im Innenraum und ist gleichzeitig wendig und komfortabel. Der Scenic war bei weitem der Favorit der Besucher, denn der Renault-Stand war der am stärksten frequentierte auf der gesamten Messe.

Volkswagen-Konzern

Die meisten Produktneuheiten kommen aus dem Volkswagen Konzern, wo sich Volkswagen, Audi, Porsche und Cupra einen Stand teilen. Links im Bild ist der "ID.GTI Concept" zu sehen. Dabei handelt es sich im Grunde um das kommende kompakte Elektroauto von Volkswagen: den ID.2.

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Der "Tavascan" (Bildmitte) wird das zweite Modell von Cupra sein und oberhalb des Born positioniert werden. Sowohl in Bezug auf das Design als auch auf die Technik macht Cupra einen großen Schritt nach vorn.

Der ID.7 (Bild rechts) ist der technische Nachfolger des Passat und verspricht dank einer überlegenen Stromlinienform einen geringen Stromverbrauch und eine hohe Reichweite (über 600 km).

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Porsche bringt den "Mission X" nach München. Das spektakuläre Konzeptfahrzeug soll ein Bild der Zukunft der Marke mit Elektroantrieb und einer Neuinterpretation der klassischen Linien zeichnen.

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz stellt seinen temporären Showroom im Stadtzentrum vor. Auf dem Stand im Expo-Gebäude sind nur zwei Fahrzeuge zu sehen: die neue E-Klasse und der "Vision One-Eleven". Dieses Konzeptfahrzeug basiert auf experimentellen Fahrzeugen aus den 1960er und 1970er Jahren, die den Namen C111 trugen. Diese Neuinterpretation experimentiert mit neuen Linien ("Bogen-Design"), einem für selbstfahrende Funktionen vorbereiteten Innenraum und einem neuen Elektromotor, der mit dem Partner YASA entwickelt wird.

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Opel

Auch Opel setzt auf die Zukunft. In der Stadt sind wieder Serienmodelle zu sehen, denn dort wird das Publikum erwartet. Auf dem Stand im Expo-Gebäude dreht sich alles um den "Experimental" (siehe auch das Panoramafoto), der als Vorbild für künftige Opel-Modelle dienen soll. Das gilt nicht nur für die äußere Linienführung, sondern auch für das Armaturenbrett, wo die Displays durch Projektoren ersetzt wurden, um einen noch ruhigeren Eindruck zu vermitteln.

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BMW

Bei BMW soll die "Neue Klasse" wegweisend für zukünftige Modelle sein. Nach den manchmal fragwürdigen Linien der Vergangenheit ist diese Neue Klasse ein frischer Wind. Neben dem Exterieur wurde auch das Infotainmentsystem grundlegend überarbeitet. Durch die Verwendung neuer Materialien und Produktionsmethoden, sowohl bei der Nutzung als auch bei der Herstellung, konnte der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden.

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Tesla: ein Überraschungsbesuch

In letzter Minute hat Tesla einen Stand gebaut, der völlig kahl ist (kein Infostand, kein Personal, keine Dekoration) und nur zwei Autos zeigt: das Model Y und das kürzlich neu gestaltete Model 3. Das neu gestaltete Model 3 ist an seiner schärfer gezeichneten Frontpartie sofort zu erkennen. Außerdem ist der Innenraum noch straffer verarbeitet. Ein echter Schritt nach vorn!

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Die Chinesen retten die Show

Abgesehen von den oben genannten Herstellern sind alle namhaften Automobilhersteller nicht vertreten. Doch die Chinesen nutzen diesen Raum und präsentieren die Modelle, mit denen sie den europäischen Markt erobern wollen. Von den inzwischen bekannteren Marken stellt MG den Cyberster" erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit diesem elektrisch angetriebenen, offenen Sportwagen mit Flügeltüren will die Marke zeigen, dass sie nicht nur auf Billigmodelle setzt.

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BYD (Build Your Dreams) expandiert mit zwei Modellen. Das "Seal U" (Bild links) wurde zuletzt angekündigt, ist aber eigentlich ein bestehendes Modell, das für Europa zu einem Elektroauto umgebaut wurde. Der "Seal" (Bild rechts) ist jüngeren Datums und nutzt die neueste Antriebs- und Plattformtechnologie der Marke. Die europäische Version des Seal wird auf der IAA zum ersten Mal zu sehen sein.

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Da Smart sich auf größere Modelle konzentriert, füllt die italienisch-chinesische Marke "XEV" diese Lücke mit dem "Yoyo". Das kleine Stadtauto lässt sich einfach mit separaten Panels konfigurieren. Die Energie für den Elektroantrieb kommt aus drei Batterien, die konventionell aufgeladen werden können, aber auch (relativ) einfach entnommen werden können. XEV plant, an strategischen Stellen Batteriewechselautomaten (in der Größe eines Getränkeautomaten) aufzustellen, die es ermöglichen, die leere Batterie schnell gegen eine volle auszutauschen. Der Yoyo hat eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und ist daher ausdrücklich als Stadtauto gedacht.

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Noch kleiner (und billiger) ist "Jiayuan EV", das sich auf kleine Fahrzeuge mit Höchstgeschwindigkeiten von 45 km/h ("Mopeds"), 78 km/h und 100 km/h spezialisiert hat. Wenn man sich in den "Komi" setzt, stellt man fest, dass der Innenraum und die Verarbeitungsqualität in Anbetracht des niedrigen Preises und der geringen Außenabmessungen sehr anständig sind. Jiayuan bietet diese Miniaturen seit kurzem in China an. Auf der IAA versucht das Unternehmen, Händler zu finden, um den europäischen Markt zu erschließen.

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Auf einem ganz anderen Niveau bewegt sich die Marke "Forthing", die große und sehr große Geländewagen anbietet, deren Linienführung von schön bis augengefährdend reicht. Der "M6" mit seinem grotesken Kühlergrill und seinen riesigen Abmessungen richtet sich an ein Publikum, das in Europa nur schwer zu finden sein wird. Außerdem ist er eines der wenigen nicht-elektrischen Autos auf der IAA, sondern ein Plug-in-Hybrid.

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"Leapmotor" geht auch davon aus, dass das, was in China gut ankommt, auch in Europa gut ankommen wird. Neben einer Vielzahl von SUVs bringt es auch den kompakten und sparsamen "T03", den es aber vorerst nur in Frankreich anbieten will.

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Vom Auspuff zum AI

Die temporären Ausstellungsräume in der Stadt sind für die breite Öffentlichkeit bestimmt. Auch die Stände im Ausstellungsgebäude sind für Fachbesucher gedacht. Obwohl noch kaum Autos mit Verbrennungsmotor vorgestellt werden, sind Anbieter von Abgas- und Einspritzsystemen auf der IAA 2023 vertreten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem elektrischen Fahren, wobei Samsung als Batterie- und Displaylieferant mehr als prominent ist. Außerdem gibt es viele kleine Stände von Herstellern von Heimladegeräten.

Es ist jedoch klar, dass elektrisches Fahren keine technische Herausforderung mehr ist, denn der wahre Trend liegt in der KI, der künstlichen Intelligenz. Die einfachsten Anwendungen nutzen KI, um zu bestimmen, wo Ladestationen platziert werden sollen oder wie am effizientesten geladen werden kann. Die große Mehrheit der Unternehmen konzentriert sich auf das selbstfahrende Auto. Dazu gehören Hersteller von Sensoren (Kamera, Radar, Lidar), Software (die die Informationen der Sensoren interpretiert und in ein fahrendes Auto umwandelt) und Gesamtlösungen.

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Dabei ist es interessant zu sehen, dass verschiedene Unternehmen sich für unterschiedliche Lösungen entscheiden. "Nodar" argumentiert, dass es mit einer Stereokamera so viel Tiefe sieht, dass andere Sensoren unnötig sind. "DeepRoute.ai" argumentiert, dass künstliche Intelligenz die Umgebung tatsächlich interpretieren und verstehen kann, so dass keine detaillierten Karten mehr benötigt werden und das System auch weiß, wie es mit neuen Situationen umgehen muss. "Helmet.ai" baut stattdessen ein flexibles System auf, das verspricht, mit verschiedenen Sensoren umgehen zu können. Außerdem löst es nur komplexe Probleme und überlässt so etwas Einfaches wie autonomes Fahren auf der Autobahn den bestehenden Systemen der Autohersteller selbst. "Holon" geht am weitesten und hat einen kompletten Bus mit 15 Sitzplätzen parat, der völlig autonom fahren kann.

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Schlussfolgerung

Es gab eine Zeit, da war der Besuch einer Autoausstellung ein Tagesausflug. Es war ein Tag, an dem man von exotischen Sportwagen
träumte und Informationen für den Kauf des nächsten Familienautos sammelte. Da alle Hersteller an einem Ort versammelt waren, war es ein Leichtes, Autos zu vergleichen. Solche Autoausstellungen gehören definitiv der Vergangenheit an.

Um die Tradition der wichtigsten deutschen Automesse, der IAA (Internationale Auto Ausstellung), fortzusetzen, wurde daher ein anderes Konzept entwickelt. Die Automobilhersteller errichten temporäre Ausstellungsräume in der Innenstadt. Auf diese Weise wird die Autoausstellung für die Öffentlichkeit zugänglicher (und kostenlos!). Im traditionellen Ausstellungsgebäude konzentrieren sich die Anbieter von Dienstleistungen und Teilen auf die Geschäftskunden, wodurch die IAA ein breiteres Angebot erhält.

Ob dieses neue Konzept funktioniert, wird sich auch nach einem Besuch zeigen. Trotz des neuen Konzepts ist die Zahl der anwesenden Automobilhersteller kläglich gering. Zudem sparen sie mit einfachen Ständen und wenigen Neuheiten unverhohlen an der falschen Stelle. Es sind die neuen chinesischen Marken, die für Neuigkeiten und Abwechslung sorgen und die Messe in gewisser Weise vor dem Kollaps bewahren. Wenn Sie jedoch in der Automobilindustrie arbeiten und sich über die neuesten technischen Entwicklungen und deren Funktionsweise informieren wollen, ist die IAA ein interessantes Ziel.