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Also sofort mit dem Auto auf die Rennstrecke! Das scheint
unlogisch, doch die Zeit der Vorbesprechungen ist vorbei. Bevor die
1er-Serie in Produktion ging, meldete BMW stolz, wie sparsam das
neue Einstiegsmodell sein würde. Jetzt, da die ersten
Exemplare für Testfahrten verfügbar sind, werden wie
immer die Fahreigenschaften betont.
Straßenlage
Der Testwagen kommt deswegen mit einem sportlichen Fahrgestell
daher. Damit lenkt die 1er-Serie sehr scharf, und das Auto
lässt sich folgsam durch die Kurven der Rennstrecke
dirigieren. Auch dieser kleinste BMW hat ein Hinterradgetriebe, um
das Gewicht in der Lenkung nicht durch Kräfte vom
Antriebsstrang zu stören. Das Gewicht ist so
gleichmäßig wie möglich über die Vorder- und
Hinterräder verteilt. Wo es möglich war, wurde am Gewicht
gespart, denn das kommt sowohl dem Verbrauch als auch der Leistung
zu Gute.
Die Lenkung ist sehr direkt: Man braucht nur zwei Drehungen, um
die Vorderräder von ganz links nach ganz rechts zu drehen. Ein
Auto, das so gierig auf die kleinste Bewegung des Gaspedals
reagiert, fühlt sich mächtig an; auf die gleiche Weise
fühlt sich die 1er-Serie dank der direkten Lenkung besonders
geschmeidig an. Das Lächeln, das auf die Gesichter der
BMW-Fahrer gehört, erscheint schon nach ein paar Metern
Fahrt.
Außerhalb der Rennstrecke ist das Lächeln schnell
verschwunden. Auf Straßenschäden ist der Federkomfort
mit dem sportlichen Fahrgestell minimal. Als Alternative ist daher
ein adaptives Fahrgestell lieferbar. Mit einem Knopfdruck ist die
1er-Serie dann sportlicher (sogar strammer als mit dem
Sportfahrgestell) oder eben komfortabel. In der letztgenannten
Einstellung schwebt die 1er-Serie nicht gerade über die
Straße, doch man spürt die Straße bedeutend
weniger.
Für den Alltag ist das standardmäßige
Fahrgestell jedoch zu bevorzugen. Dieses bietet einfach den besten
Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit, damit das Auto auch
länger schön bleibt.
Diesel
Einst konnte bei BMW aus der Typnummer der Motorinhalt abgelesen
werden. Ein "116d" war ein 1.6 Liter Motor, ein "120d" bedeutete
2.0 Liter. Die neue 1er-Serie ist nur mit zwei Motoren lieferbar,
jedoch unterscheiden sich die Leistungen der Motoren abhängig
von der Einstellung stark. Der "116d" verfügt über
einen komplett neuen 2.0 Liter Vierzylinder Dieselmotor, der stark
genug für eine Leistung von 116 PS / 250 Nm ist. Im
"120d" liefert fast die gleiche Kraftquelle 184 PS / 380
Nm.
Der "120d" lässt nachdrücklich von sich
hören, aber bietet dafür ausgezeichnete Leistungen. Ein
vorsichtiger Druck auf das Gaspedal genügt für eine
begierige Beschleunigung, die mühelos bis über die 20
km/h weiter macht (und auch dann bleibt das Auto stabil). Das
Acht-Stufen-Getriebe lässt sich, falls gewünscht, mit der
Hand schalten, doch es fühlt sich für den Fahrer so gut
an, dass das selten notwendig ist.
Benzin
Der 1.6 Liter Benzinmotor, der aus dem Mini stammt, liefert im
"116i" 136 PS / 220 Nm, während fast die selbe
Kraftquelle im "118i" 170 PS / 250 Nm bietet.
Im Vergleich mit den früheren Generationen der 1er-Serie
ist das Gefühl von Geschwindigkeit geringer. Obwohl der 118i
in nur 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet, ist die Sensation
nur geringfügig. Außerdem reagiert die Kraftquelle am
Anfang zögernd. Erst bei hoher Drehzahl beißt der 118i
kräftig zu.
Nach einen Nachmittag Spielen auf der Rennstrecke meldet der
Bordcomputer einen Verbrauch von 11,8 Liter pro 100 km. Das steht
in krassem Kontrast zu dem von BMW versprochenen durchschnittlichen
Verbrauch von 5,8 Litern pro 100 km. Deswegen wird die Rennstrecke
gegen die öffentliche Straße getauscht.
Eco Pro
Während auf der Rennstrecke im "Sport"-Modus
gefahren wurde, wird jetzt das "eco pro"-Programm
gewählt. Damit wird die Reaktion auf das Gaspedal weniger
direkt. Auch die elektrischen Systeme entscheiden sich für den
"Sparstand", was bei einem Energiefresser wie der Klimaanlage
sicher eine wichtige Einsparung bringt.
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Außerdem wird dem Fahrer dabei geholfen, sparsam zu
fahren. Das fängt an mit einem Schaltindikator, und das ist
wirklich kein überflüssiger Luxus. Der 118i lässt
sich im "eco pro"-Modus mit einer extrem niedrigen Drehzahl
fahren. Bei 30 km/h erscheint schon die Anzeige, dass man in den
vierten (!) Gang schalten kann. In einem Schema wird gezeigt,
wieviel Energie vom Motor oder der Batterie durch das Auto
fließt, und was davon gespart werden kann. Der Bordcomputer
zeigt an, wieviele Kilometer mehr mit einer Tankfüllung
gefahren werden können, wenn man dem Rat folgt.
Auch weil der Motorverbrauch im "eco pro"-Modus stark
reduziert ist, senkt sich die Geschwindigkeit stark. Das gilt zum
Glück auch für den Verbrauch. Wenn sehr ruhig gefahren
wird, ist (nach dem Bordcomputer) ein Verbrauch von 5,9 Litern pro
100 km realisierbar. Ein realistischerer Fahrstil verbraucht einen
Liter mehr.
Ausrüstung
Das Auto, das auf der Rennstrecke noch viel Rennvergnügen
geboten hat, ist jetzt ein äußerst komfortables
Reiseauto. Die Geräusche von den Reifen und vom Seitenwind
sind minimal. Es sind die vielen Luxus-Vorsehungen, die die
1er-Serie zu einem sehr vergnüglichen Auto machen.
Wie schon fast üblich in diesem Segment, ist die 1er-Serie
mit allerhand Sicherheitsvorsehungen ausgestattet, die beim Fahren
mitdenken. Mit ein paar Ausnahmen (wie Head-Up Display) kann die
1er-Serie mit allem Luxus ausgestattet werden, der auch für
die großen BMWs angeboten wird. Wie bei den meisten deutschen
Herstellern haben auch hier die Optionen einen hohen Preis, und
somit muss der Preis in der Preisliste vor allem
Verhandlungsgrundlage gesehen werden.
Connected Drive
Etwas ganz Besonderes ist das "Connected Drive". In der
einfachsten Form ist die 1er-Serie mit einem integrierten Telefon
ausgestattet, mit welchem wichtige Informationen über das
Wetter und den Verkehr eingeholt werden können. Falls ein
Unfall passiert (was wir nicht hoffen wollen), dann ruft die
1er-Serie automatisch eine Leitstelle an und gibt die Position der
Unfallstelle durch.
Weniger nützlich, aber dafür sehr schön ist die
Integration des iPhone. BMW liefert eine eigene "App" mit der
1-Serie aus, mit welcher das Auto aus einigem Abstand bedient
werden kann. So ist es möglich, das Auto mit dem Telefon zu
entriegeln, die Scheinwerfer blinken zu lassen oder zu hupen. Laut
BMW ist es bequem für jemanden, der die Schlüssel
verloren hat oder sein Auto auf einem großen Parkplatz
sucht.
Einmal im Auto, kann das iPhone in einem Behälter platziert
werden. Dann können angepasste "Apps" im zentralen Farbdisplay
auf dem Armaturenbrett angezeigt werden. Das iPhone kann mit dem
kombinierten Druck- und Drehknopf bedient werden, der auch für
das Audio- und Navigationssystem benutzt wird.
Mit den Apps werden Artikel von Twitter und Facebook sofort im
zentralen Display angezeigt. Der Fahrer kann hier (während der
Fahrt!) mit standardmäßigen Antworten reagieren. So kann
mit einem Druck auf den Knopf eine Information aus dem
Navigationssystem ausgelesen werden, um durchzugeben, wohin die
Reise geht und wann die erwartete Ankunftszeit ist.
Fazit
Kann ein BMW sportlich und zugleich sparsam sein? Ja, das ist
mit der neuen 1er-Serie unumstößlich bewiesen.
Wenn sie kann und darf, ist die 1er-Serie ein
Vollblut-BMW, der vollauf Fahrvergnügen bietet. Die
hier gefahrenen "118i" und "120dA" bieten beide gute
Leistungen.
Wenn der Fahrstil angepasst wird, lässt sich die neue
1er-Serie von der ökonomischeren Seite sehen. Natürlich,
wenn der "eco pro"-Modus benutzt wird, wird der Verbrauch
niedriger. Dann zeigt sich die 1er-Serie als ein herrliches
Reiseauto, das dank der modernen Technik außerdem extra
Komfort und Sicherheit bietet.
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