28 Februar 2002
 

Nissan X-Trail (2001 - 2007)

Mode-Erscheinung

Autotest | Nissan ist einer der größten Geländewagenproduzenten der Welt. Der Patrol und der Terrano II haben sich stets im schweren Gelände bewiesen und auch der Nissan Pickup ist mit seinem Allradantrieb eine Erfolgsnummer für Nissan. Trotz dieses umfangreichen Lieferprogramms hat Nissan noch einen Platz für den vierten Geländewagen gefunden. Der X-Trail kombiniert das Äußere und die Technik eines Geländewagens mit dem Luxus und dem Komfort eines PKWs.
 

Ein Geländewagen war einmal ein Werkzeug, das den schwierigsten Anforderungen gewachsen war. Deswegen war ein Geländewagen kompromisslos und musste in den Bereichen Komfort, Straßenlage oder Luxus nachholen. Im Laufe der Jahre wurde das Auto mehr zu einem Modeaccessoire. Die Hersteller haben sich wirklich Mühe gegeben, um diesen Wagen, einst ein "Arbeitspferd", geschickt an die modernen Anforderungen anzupassen. Ein erstklassiger Geländeriese wie der Nissan Patrol wurde deswegen immer luxuriöser und bequemer, ohne jedoch etwas von seinen Geländekapazitäten abgeben zu müssen. Ein Trend der letzten Jahre ist auch Zugeständnisse an die Geländekapazitäten zugunsten des Komforts auf den öffentlichen Straßen zu machen. Diesem Auto, das sich genauso gut auf befestigten und unbefestigten Straßen zu Hause fühlt, wurde das Label SUV (Sports Utility Vehicle) verliehen.

Innenraum

Gerade weil Nissan's SUV verspricht, den Luxus eines großzügigen PKWs zu bieten, hat man für diesen Test das Top-Modell in der X-Trail Serie gewählt. Wer in der Elegance-Ausführung platz nimmt, ist sofort von dem versprochenen Komfort und vom Luxus überzeugt. Außerdem wird es schnell deutlich, dass der X-Trail die letzte SUV-Generation repräsentiert, weil Nissan Mut im Design des Innenraums zeigt. Die Sitze, die Türfüllungen und der Fußboden sind in einem cremefarbenen Stoff ausgeführt. Das dunkle Armaturenbrett, die Türgriffe und die auffallenden Lautsprecher in den Türfüllungen bilden einen geschmackvollen und lebhaften Kontrast.

Überall hat man die Kapazitäten des Autos berücksichtigt. So sind die Trittbretter mit einem Kunststoffschutz versehen, der während diversen (leichten) Geländetests sofort seinen Nutzen beweist, weil die Schlammspuren vom Fotografen einfach aufzuwischen sind. Auch der Kofferraum ist in cremefarbenem aber einfach abwaschbarem Material ausgeführt, so dass es auch bei intensivem Gebrauch lange schön bleibt. Sehr geschickt sind die Ski-Luke in der Rücksitzbank und die Verstellmöglichkeiten der Rückenlehne. Dadurch kann man entweder den Kofferraum oder den Platz auf der Rücksitzbank auf Limousinenniveau vergrößern. Die Abdeckhüllen des Kofferraumes sind dabei so ausgeführt, dass das mögliche, wertvolle Gepäck, ungeachtet des Rücksitzbankstandes, den Blicken der Außenstehenden entzogen bleibt.

Nissan X-Trail (2001 - 2007)

Das Armaturenbrettlayout ist das radikalste und modernste Element des X-Trail. Es ist vollkommen symmetrisch. Der Tacho und der Drehzahlmesser sind mitten unter der Windschutzscheibe angebracht. Es ist auf diese Weise weniger ermüdend, die Instrumente abzulesen, als andauerndes Hin- und Herblicken von der Straße zu den flach unter dem Lenkrad angebrachten Instrumenten. Jedoch hätten die Instrumente etwas direkter auf den Fahrer ausgerichtet werden sollen, weil das Bild jetzt etwas verzerrt ist, und es nicht einfach ist, die Höchstgeschwindigkeit bis auf den letzten Kilometer genau zu bestimmen.

Über der Mittelkonsole befindet sich ein auffälliges, silbernes Radio mit beidseitig angebrachten, tiefen Fächern für die Dosen. Diese "Trinkboxen" sind mit der Heizung und der Klimaanlage verbunden, so dass an einem warmen Tag kalte Getränke und an einem kalten Tag warme Getränke vorhanden sind. Außerdem ist der X-Trail, genau gesagt, mit einem Klimakontrollsystem und nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet, weil man die Temperatur bis auf ein halbes Grad genau einstellen kann, wobei die Elektronik dafür sorgt, dass diese Temperatur erhalten bleibt. Über dem Armaturenbrett vor dem Lenkrad befindet sich eine praktische Ablage, während dieser Platz auf der Beifahrerseite für einen Airbag genutzt wird. Das Lenkrad verdient ein Kompliment, weil es durch das angenehme Material und Einsparungen in der Position 10-vor-2 sehr angenehm in der Hand liegt.

Nissan X-Trail (2001 - 2007)

Fahreigenschaften

Der X-Trail wird mit zwei Motoren angeboten. Wer Langstrecken zurücklegt und/oder schwere Anhänger (bis 2000 Kg) zieht, entscheidet sich für den 2,2-Liter Diesel. Der Benzinmotor zeigt mehr den Charakter eines multifunktionellen PKW und fällt durch ein besonders zivilisiertes Verhalten auf. In der Stadt reagiert der X-Trail direkt auf das Gas und erzeugt mit 140 PS, die das Triebwerk liefert, ein lebhaftes Gefühl. Wer den Motor hochtourig fährt, merkt, dass der Benzinmotor wirklich zu sehr guten Leistungen auf den Nebenstraßen fähig ist. Die außergewöhnlich geringen Motorgeräusche veranlassen den Fahrer nicht hochtourig zu fahren, was jedoch für flotte Zwischenbeschleunigungen auf der Autobahn erforderlich ist.

Wie jedes Auto von diesem Umfang, hat auch dieser SUV eine andere Straßenlage als der durchschnittliche PKW. Im Fall von X-Trail ist es vor allem eine Gewöhnungssache, weil das Auto während der Testperiode immer mehr überzeugen konnte. Wenn der Fahrer dennoch zu weit geht, greifen der Allradantrieb und Standard ESP ein. Deswegen gehört der X-Trail im Moment zu den vorbildlichsten SUVs, hinsichtlich der Straßenlage. Das Neigungsausmaß ist mehr mit dem eines MPVs vergleichbar als mit dem eines puren Geländewagens. Auch die Übersichtlichkeit ist sehr gut und dadurch ist der X-Trail weniger abschreckend zu fahren, als mancher Geländeriese.

Obwohl der Allradantrieb an erster Stelle die zusätzliche Sicherheit bietet, ist der X-Trail auf dem Gelände noch immer zu etwas mehr fähig als der durchschnittliche PKW. Nissan weiß, dass der X-Trail Käufer nicht nach einem Geländewagen sucht und hat deswegen den X-Trail mit einem selbst denkenden System ausgestattet, das den Allradantrieb reguliert. Mit der Schalterbetätigung ist der Automat angeschaltet, wonach der Allradantrieb selbst beispringt, wenn es nötig ist. Das selbst denkende System erzeugt bei Regen oder Glätte ein beruhigendes und sicheres Gefühl, aber auch bei einfachen Geländetests schaltet es im richtigen Moment ein. Ein großer Unterschied zu den reinen Geländewagen ist der Mangel an niedriger Gangschaltung. Mit einer zusätzlichen Übersetzung kann auch ein schweres Gelände überwunden werden und die Kupplung kann beim Ziehen der schweren Anhänger unter schwierigen Umständen geschont werden.

Fazit

War es eine gute Idee von Nissan, um neben dem bestehenden Allradantriebwagen-Angebot einen vierten Geländewagen einzuführen? Ein umfangreicher Test im Stadtverkehr, auf der Autobahn und im leichten Gelände beweist: ja. Wie gut die reinen Geländewagen auch sein mögen, bieten sie für manchen mehr Kapazität als überhaupt genutzt wird, die der Käufer jedoch bezahlen muß. Der X-Trail bietet die Lösung der Probleme durch die Kombination von Komfort und Luxus eines PKWs mit den Kapazitäten eines bescheidenen Geländewagens. Der X-Trail stellt durch den modernen Innenraum und den durchdachten Allradantrieb nicht nur eine willkommene Ergänzung des Nissan-Programms, sondern auch einen tüchtigen Newcomer auf dem SUV-Markt dar.

plus
  • Sehr komfortabel
  • Durchdachtes Konzept
  • Schlaues Armaturenbrett
min
  • Enormer Wendekreis
  • Mäßige Leistungen
  • Die Heckklappe öffnet nicht weit genug