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Das Auto ist kaum aus das Parkhaus, und schon ist klar: Auch der
Countryman ist ein echter MINI. Schon nach einigen Dutzend Metern
erscheint ein breites Lächeln auf dem Gesicht des
Testfahrers.
Der Countryman lenkt sehr direkt und wirkt ab dem ersten Moment
sehr Vertrauen erweckend. Die erste Kurve wird deswegen sofort mit
Begeisterung genommen, worauf der Countryman sich entschlossen in
den Asphalt beißt. Das ist eine gute Nachricht, denn der
Countryman hat ein erhöhtes Fahrgestell und daher auch einen
höheren Schwerpunkt. Das könnte die Straßenlage
gewaltig ändern. Glücklicherweise aber gibt der
Countryman seinen Insassen das wahre MINI-Gefühl.
Leistungen
Was auch dazu beiträgt, ist der Motor. Der Testwagen ist
die schnellste Variante des Countryman, und das spürt man! Der
"Cooper S" hat 184 PS / 260 Nm. Vor allem in der
"Sport"-Einstellung reagiert der Motor sofort auf das Gas
und scheint ständig zum schnelleren Fahren / herauszufordern.
Wer sich herausfordern lässt, wird nicht enttäuscht: Der
Cooper S kann begierig beschleunigen und ist wirklich schnell. In
diesem Punkt ist schon spürbar, dass der Countryman
größer, höher und schwerer ist als der
traditionelle MINI. Das wirklich Giftige ist weg, aber trotzdem ist
auch der Countryman eine richtige Spaßmaschine.
Jeder neue MINI ist mit einer Reihe Sprit sparender Techniken,
zusammengefasst unter dem Namen "MINImalism", ausgestattet.
Während der Testfahrt hat es wenig geholfen; das Auto ist so
herausfordernd, dass der Verbrauch 1 auf 11,2 war. Laut
Herstellerangabe sollte der Countryman 14,9 km auf einen Liter
fahren können, zwei Kilometer weniger als ein normaler
MINI.
Allradantrieb
Was den Countryman besonders macht, ist, dass das Vergnügen
weiter geht, wo der Asphalt aufhört: Optional kann der
Countryman mit Allradantrieb ausgestattet werden. In der Praxis
scheint der "All4" vor allem auf geteerten Straßen
sinnvoll zu sein. Der "Cooper S" ist nämlich so stark, dass
die Vorderräder die Kraft kaum verarbeiten können und
deswegen spürbar am Lenkrad ziehen. Der Allradantrieb
unterdrückt das effektiv.
Mit "All4" ist der Countryman für leichtes Gelände
geeignet. Obwohl die Leistung abhängig von der Situation
variabel auf die Vorder- und Hinterreifen verteilt werden kann, ist
die Bodenfreiheit geringfügig (149 mm). Auch die
standardmäßig montierten Reifen sind nicht für
Fahrten off-road geeignet. "All4" ist deswegen vor allem für
den Wintersport und andere organisierte Abenteuer sinnvoll.
Raum
Das Äußere des Countryman wurde an den
abenteuerlichen Charakter angepasst. Die Front hat eine neue Form
bekommen und gibt dem Auto eine rüstige Ausstrahlung anstelle
einer schelmischen. Die Sicherheitsplatten rund herum betonen diese
Ausstrahlung noch einmal besonders. Obwohl auch der Countryman
sofort als MINI erkannt wird, bleibt es kein Geheimnis, dass dieses
tapfere Stadtauto sich jetzt als Abenteurer zeigt.
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Der größte Vorteil des Countryman ist vor allem der
zusätzliche Innenraum. Ein traditioneller MINI ist 371 cm
lang, der Countryman hat 410 cm. Diese extra Länge kommt vor
allem dem Raum auf dem Rücksitz zu gute; da sitzen auch
Erwachsene bequem. Mehr noch: Der Countryman bietet hinten mehr
Raum als ein VW Golf oder ein Opel Astra, obwohl diese beiden Autos
noch länger sind.
Auf Wunsch ist der Countryman mit zwei oder drei Sitzen hinten
lieferbar. Wenn man sich für zwei Sitze entscheidet,
läuft eine Schiene vom Armaturenbrett bis zum Gepäckraum
zentral durch das Auto. Auf dieser Schiene können nach Bedarf
Becherbehälter, Ladeflächen und andere schöne Dinge
platziert werden. Hinter dem Rücksitz ist genug
Gepäckraum für die Koffer von vier Erwachsenen.
Vorne
Vorn ist vom besonderen Charakter der Countryman nur wenig
spürbar. Nur wer tagtäglich einen MINI fährt, dem
fällt auf, dass der Sitz im Countryman etwas höher ist.
Das Armaturenbrett bleibt ergonomisch unübersichtlich. Die
Knöpfe sind nicht auf den logischsten Plätzen angebracht,
sondern dort, wo sie auch im Urmodell aus den 60-er Jahren des
vorigen Jahrhunderts waren.
Der Testwagen bringt ein Navigationssystem mit. Dessen Monitor
ist in den großen, zentral angebrachten Tachometer
eingearbeitet. Das kombinierte Audio-, Kommunikations- und
Navigationssystem wird mit einem Joystick bedient und ähnelt
deswegen dem "iDrive" von BMW.
Der Countryman bietet als erster MINI eine
iPhone-Steckverbindung. Dank einer maßgeschneiderten
"app" bildet das iPhone eine Brücke zwischen Auto und
Internet ("MINI Connected"). Damit können Nachrichten
und Twitter-Meldungen über das Display des Autos gelesen
werden. Durch diese Verbindung mit dem iPhone ist jetzt auch
Internetradio im Auto verfügbar, war wir während der
Testfahrt sehr genossen haben!
Fazit
Mancher möchte einen MINI, doch nicht jeder kauft auch
einen MINI. Das kommt unter anderem daher, weil es dem MINI bislang
an Platz und anderen praktische Möglichkeiten gegenüber
einem Familienauto fehlte. Potenzielle MINI-Käufer suchten
Zuflucht beim "crossover", einem geräumigen und
praktischen Personenwagen, der wegen der Ausstrahlung eines
Geländewagens doch noch etwas Besonderes hat.
Jetzt kommt MINI mit dem Countryman, dem MINI, der das alles
kann. Die hier gefahrene "Cooper S"-Ausführung ist sehr
schnell, hat eine sublime Straßenlage, kann ausgezeichnet in
leichtem Gelände fahren und bietet Platz für vier
Personen und ihr Gepäck. Trotz der vielen Anpassungen bietet
auch der Countryman das Fahrvergnügen, das einen MINI
auszeichnet.
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