|
Volkswagen präsentiert ... eine Produktion von Klaus
Bischoff ... mit Formgebung von Walter de Silva ... nach eine
Erzählung von Autozine ... der neue Sharan! In den
Hauptrollen: "EasyFold", "BlueMotion" und
natürlich ihr ergebener Testfahrer!
Einst, in einem fernen, warmen Land, weit weg von hier wurde das
MPV erfunden: ein Auto mit dem Raum eines Kleinbusses, aber dem
Luxus eines Personenwagens. Auch Volkswagen kam mit einem
Multi Purpose Vehicle und nannte es "Sharan".
Im Zeitraum von 1996 bis 2010 wurden mehr als 600.000 Exemplare
verkauft. Jetzt ist es Zeit für den neuesten Teil dieser
Saga.
Die Darstellung fängt mit Spezialeffekten an, denn der neue
Sharan sieht viel kleiner aus als er eigentlich ist. Mit einer
Länge von 4,85 Meter ist der Sharan ein enormes Auto. Es ist
der Einfachheit und einem äußerst eleganten Linienspiel
zu verdanken, dass der Sharan nicht groß oder plump
aussieht.
Aufstellen in Siebener-Reihen
Nach so einer gelungenen Eröffnung beginnt das Publikum zu
trampeln, um den Saal betreten zu dürfen. Der Sharan bietet
Platz für maximal sieben Personen, verteilt über drei
Sitzreihen.
Die hinteren Sitzplätze sind mittels Schiebetüren
erreichbar. Das ist vor allem bequem für Kinder, weil bei
Schiebetüren nicht die Gefahr besteht, dass beim
überschwänglichen Öffnen der Türen geparkte
Autos beschädigt werden. Ein Nachteil besteht darin, dass die
Schiebetüren einfach zufallen, wenn das Auto auf einer Neigung
geparkt ist. Optional sind die Schiebetüren (und die
Heckklappe) elektrisch bedienbar. Das geht in der Praxis jedoch so
träge, dass die Handbedienung doch den Vorzug verdient.
Wie groß der Sharan ist, zeigt sich vor allem auf dem
Rücksitz. Kopf- und Beinraum sind reizend! Sogar Erwachsene
sitzen hinten gut. Außerdem ist der Sharan hinten mit allen
Bequemlichkeiten ausgestattet, denken Sie dabei an Klapptische,
eine 12-Volt-Steckdose, vollauf Laderaum und eine eigene
Klimaanlage.
Hinter dem Rücksitz sind noch zwei Sitze zu finden. Diese
sind nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch Erwachsene
sitzen hier ziemlich gut (natürlich abhängig von der
Gestalt). Außerdem ist der Einstieg zu den hinteren Sitzen
sehr geräumig, es sind also keine akrobatischen Künste
erforderlich, um diese exklusiven Sitze zu erreichen.
Wenn alle sieben Sitze belegt sind, bietet der Sharan noch 267
Liter Gepäckraum. Das ist vergleichbar mit dem Gepäckraum
eines durchschnittlichen Steilheck. Dank "EasyFold"
können alle Sitze mit einer einfachen Bewegung weggeklappt
werden. Das funktioniert sogar auch mit dem Beifahrersitz, wodurch
ein gigantischer Laderaum (mit flachem Ladeboden) entsteht. Dann
bietet der Sharan Platz für Objekte bis zu zwei Metern
Länge.
Vorne
Auch vorne ist der Platz großzügig, doch hier ist die
Formgebung darauf ausgerichtet, das Gefühl eines normalen
Personenwagens zu vermitteln. Das Armaturenbrett ähnelt dem in
jedem anderen Volkswagen, nur die Sitzposition unterscheidet sich.
Auch die Ausrüstung ist mit der anderer Volkswagen
vergleichbar. Wer den Sharan geschäftlich fährt, um am
Wochenende Platz für die Familie zu haben, wird es nicht
bedauern.
Der Soundtrack des Sharan ist leider schwach. Das optionale
Audiosystem des Hifi-Spezialisten "Dynaudio", das in anderen
Volkswagen so gut klingt, kommt im Sharan nicht zurecht. Den Ton
ist klar, aber kalt und blechern.
Flashback: Auf Autozine hat jedes Auto ein eigenes Forum. Im
Forum der vorherigen Generation des Sharan sind viele Reaktionen zu
lesen wie: "der Volkswagen Sharan ist ein feines Auto,
zumindest, wenn er fährt". Daher haben wir explizit bei
Volkswagen nachgefragt, ob die Zuverlässigkeit beim neuen
Sharan verbessert wurde. Die Antwort: "Die meisten Komponenten
des neuen Sharan stammen aus dem Passat. Wenn also der Passat heil
bleibt, dann gilt das auch für den Sharan".
Fahreigenschaften
Zeit für Action! Es ist eine Familienvorstellung, also
erwartet man keine extremen Ausschweifungen. Für ein
großes Familienauto lenkt sich der Sharan besonders gut. Die
Designer von Volkswagen waren bemüht, den Sharan so fahren zu
lassen wie einen Volkswagen Passat. Obwohl der Sharan bedeutend
größer und schwerer ist, ist den Designern dieser
Versuch gelungen.
Das ist dem Fahrgestell zu verdanken, das sich ständig an
die Situation anpasst. Wenn plötzlich eine brüske
Bewegung gemacht wird (zum Beispiel ein Ausweichmanöver), wird
das Fahrgestell kurz strammer, was das Überhängen
verhindert.
|
Die selbe Methode wird auch eingesetzt, um dem Fahrgestell mit
einem Knopfdruck einen sportlichen oder einen komfortablen
Charakter zu geben. Der Unterschied zwischen den beiden
Einstellungen ist aber geringfügig. Im Vergleich mit dem
vorherigen Sharan ist der Neuling etwas komfortabler, wobei die
Straßenlage genau so gut ist.
Dank der relativ direkten Lenkung fühlt sich der Sharan
absolut nicht groß an. Erst in kleinen Dörfern und auf
schmalen Landstraßen ist spürbar, dass der Sharan
eigentlich doch ein sehr großes Auto ist.
1.4 TSI Benzin
Wer vor einigen Jahren ein Auto wie den Sharan mit einem 1,44
Liter Benzinmotor ausgestattet hätte, wäre herzlich
ausgelacht worden. Unter den Namen "TSI" stattet Volkswagen
kleine Motoren mit einem Turbo und einem Kompressor aus, wodurch
sie die Leistung eines größeren Motors liefern,
während der Verbrauch der eines kleinen Motors bleibt.
Der hier gefahrene "Sharan 1.4 TSI" ist gut für 150
PS / 240 Nm, und das ist genau richtig. Durch die mäßige
Stromlinienform und das große Gewicht ist es doch das erste
Auto, in welchem der 1.4-TSI-Motor spürbar hart arbeiten muss,
um gute Leistungen zu zeigen.
Auf der Autobahn erfordert eine Zwischenbeschleunigung von 100
auf 130 km/h sehr viel Geduld oder ein Zurückschalten vom
sechsten in den vierten Gang. In der Stadt besteht das Risiko,
entweder einen zu hohen Gang zu wählen oder eine zu niedrige
Drehzahl zu behalten. Dann liefern Turbo und Kompressor noch keine
extra Kraft, und der Motor kann aussetzen.
2.0 TDI Diesel
Für die Rückreise wurde ein Sharan mit 2.0 Liter
Dieselmotor benutzt. Die Werte dieser Kraftquelle (140 PS / 320 Nm)
sind fast gleich wie die des Benzinmotors, und das gilt auch
für die Leistungen.
Durch die hohe Selbstzündung erbringt der Dieselmotor seine
Leistungen auf der Autobahn etwas einfacher. Der Benzinmotor ist
jedoch leiser und hat einen ruhigeren Lauf (zitterfrei).
Verbrauch
Unter dem Sammelnamen "BlueMotion" wurden dem Sharan
verschiedene Techniken mitgegeben, um den Verbrauch zu reduzieren.
Die erste ist ein Start-/Stopp-System. Sobald das Auto zum Stehen
kommt, wird der Motor automatisch abgeschaltet. Wenn Anstalten zum
Losfahren gemacht werden, startet der Motor von selbst. Das geht so
schnell, dass es überhaupt nicht stört und keinen
angepassten Fahrstil erfordert.
Eine Besonderheit besteht darin, dass Volkswagens
Start-/Stopp-System auch mit einem automatischen Getriebe
funktioniert; etwas, was verschiedene andere Hersteller noch
für unmöglich halten. Außer dass das
Start-/Stopp-System den durchschnittlichen Verbrauch um 2 %
reduziert, sorgt es noch für einen angenehmen Ruhepunkt in der
Darstellung.
Sharans manuell schaltbare Getriebe verfügen über
einen Schaltindikator. Dieser zeigt den ökonomischsten Moment
zum Rauf- oder Runterschalten an. Weil das Auto besonders leise
ist, ist das kein überflüssiger Luxus. Wer nicht gut
zuhört, fährt unbeabsichtigt in einem zu niedrigen
Gang.
Mit allen Brennstoff sparenden Maßnahmen verbrauchte der
Sharan 1.4 TSI in der Praxis 9,4 Liter pro 100 km
(Herstellerangabe: 7,2 Liter pro 100 km). Der "2.0 TDI DSG"
verführt bedeutend einfacher zu einem niedrigen Verbrauch: Die
Rückreise kostete nur 5,5 Liter pro 100 km (Herstellerangabe
5,7 Liter pro 100 km).
Parken
Am Ende der Vorstellung hat der Sharan noch eine
Überraschung parat: Das Auto parkt sich selber ein.
Verschiedene Autohersteller haben eine derartige Technik im Hause,
doch Volkswagen geht hiermit voran. Ein Nachteil dieser
Arbeitsmethode von Volkswagen besteht darin, dass der Computer am
Lenkrad dreht, während das Auto stillsteht; das kann
überflüssigen Reifenverschleiß zur Folge haben.
Das Einparken macht der Computer ausgezeichnet: 25 cm Spielraum
vor und hinter dem Auto reichen schon! Der Parkassistent hat sich
in einem so kleinen Parkplatz bewiesen und funktionierte makellos.
Ende gut, alles gut.
Fazit
Der neue Volkswagen Sharan hat eine Vorstellung gegeben, und die
Kritiker sind begeistert! Der Sharan bietet Platz für sieben
Personen und eine große Menge Gepäck. Dank
"EasyFold" sind alle Sitze einfach wegklappbar, und der
Sharan hat einen riesig großen Laderaum.
Eine wichtige Rolle für den Erfolg des Sharan spielt der
"1.4 TSI" Motor. Dieser relativ kleine Motor bringt
Leistungen wie ein großer, während der Verbrauch
unvermindert niedrig ist. Der 2.0 TDI" (140 PS) Dieselmotor
bringt genau so gute Leistungen und ist noch sparsamer. Alle
Motoren tun ihre Arbeit in alle Ruhe, und auch die Geräusche
von Reifen und Seitenwind sind äußerst gering.
Außerdem fährt der Sharan genau so gut wie ein
normaler Personenwagen und damit ist Volkswagen der Auftritt
gelungen. Applaus!
|