|
Chevrolet hat sich selbst eine besondere Herausforderung
gegeben: Das neue Einstiegsmodell muss nicht nur scharf kalkuliert
sein, es muss auch noch gut aussehen. Der Spark darf nicht das x-te
nette Stadtauto werden, es muss ein kompaktes Auto sein, im selben
Format und mit der selben Ausstrahlung wie der große Chevrolet.
Verantwortlich für die Formgebung des Autos ist der
Amerikaner Rich Scheer, und er meint: "einen Fünftürer
brauchen manche wirklich, aber haben möchten alle einen
Dreitürer." Deshalb wurden die Hintertüren des Spark
"versteckt". Die Handgriffe sind im Kunststoffrand um die Fenstern
verborgen und daher kaum sichtbar. Außerdem gab das den
Designern ein paar Zentimeter extra Raum. Diese wurden genutzt, um
dem Spark eine kräftige Schulterlinie zu geben. Das alles
sorgt dafür, dass der Spark solide und schön
aussieht.
Auch Details wie runde Rückleuchten und die hoch auf der
Vorderseite platzierten, scharf geschnittenen Scheinwerfer machen
aus diesem Spark ein Kunstwerk unter den Kleinen. Die hier gezeigte
Ausführung ist das absolute Basismodell, und sogar dann sieht
das Auto verdammt gut aus. Nur, konnte man den Radkappen nicht eine
etwas kreativere Form geben?
Raum
Der Spark ist in die Höhe entworfen, nicht in die Breite.
Daher kommt der extra Raum, der den Insassen erlaubt,
nachdrücklich gerade zu sitzen, und deshalb können die
Sitze mühelos näher zueinander gerückt werden. Der
Rücksitz bietet deswegen mehr Platz als in diesem Segment
üblich.
Der Spark ist offiziell ein Fünfsitzer, denn das Auto hat
hinten drei Sicherheitsgurte und drei Kopfstützen. Bezogen auf
die geringe Breite des Autos ist das sehr optimistisch dargestellt;
drei Erwachsene sitzen hinten im Spark fast einander auf dem
Schoß. In der Praxis bietet der Rücksitz Platz für
zwei Erwachsene oder drei (kleine) Kinder. Das ist eine gute
Leistung für ein Auto dieses Umfangs.
Der überdurchschnittliche Raum hinten geht nicht zu Lasten
des Gepäckraums; dieser ist mit 170 Litern ganz ordentlich.
Das Be- und Entladen von Gepäck ist wegen der hohen
Hebeschwelle etwas erschwert. Demgegenüber steht, dass das
Heck bis weit in die Stoßstange läuft und bei einem
eventuellen Unfall auch getroffen wird. Logisch, dass die
Reparaturkosten für ein Heck mit Stoßstange viel
höher sind als nur für eine Stoßstange.
Ausrüstung
Vorne bietet der Spark vollauf Kopf- und Beinraum, auch für
größere Fahrer. Wieder fällt auf, dass der Spark
ein schmales Auto ist. Fahrer und Beifahrer sitzen so nah
nebeneinander, dass es fast unmöglich ist, zu schalten, ohne
das Bein des Mitfahrers zu streifen.
Der Spark hat keinen traditionellen Tachometer und
Drehzahlmesser im Armaturenbrett. Statt dessen wurden beide einzeln
hinter dem Lenkrad untergebracht. Das sieht billig aus, aber der
große Vorteil ist, dass sich die Anzeigen mit dem
höhenverstellbaren Lenkrad mitbewegen.
Der Rest des Armaturenbrettes ist nahezu großzügig
aufgemacht, als sei es für ein größeres Auto
gedacht. Die Vollendungsqualität ist gut und die verwendeten
Materialien fühlen sich gediegen an. Jeder freie Zentimeter
wurde für Fächer genutzt, die das tagtägliche Leben
mit dem Auto angenehm machen. Auch sehr angenehm: Der Spark ist ab
dem Basismodell mit einem Radio/CD-Spieler mit sowohl einem AUX-
als auch einem USB-Anschluss ausgestattet (Achtung, das ist
Mini-USB, fragen Sie beim Händler nach einem entsprechenden
USB-Adapter).
Motoren
Der Chevrolet Spark ist mit einem 1.0- und einem
1.2-Liter-Benzinmotor lieferbar. Diese sind immer mit einem
handgeschalteten Getriebe verbunden, ein Automatik wird bislang
noch nicht angeboten.
|
Wie schon gesagt, wurde für diesen Test mit dem Basismodell
und daher mit dem leichteren Motor gefahren. Sobald der
1.0-Liter-Motor gestartet wird, fällt auf, dass diese
Kraftquelle viel ruhiger (vibrationsfrei) und leiser läuft als
bei den meisten Konkurrenten. Denn die meisten Konkurrenten
verwenden einen Dreizylinder-Motor, während der Spark vier
Zylinder hat. Diesem Komfort steht entgegen, dass ein Dreizylinder
in der Praxis sparsamer ist.
Laut Herstellerangabe sollte der Spark 1.0 pro 100 km 5,1 Liter
(knapp 1:20) verbrauchen und eine Leistung von 68 PS / 93 Nm
liefern. Weil der Motor so leise ist, ist der Fahrer wie von selber
vorsichtig mit dem Gaspedal. Dann scheint es, als ob der Spark
wenig leistet. Doch es ist gerade eine Kraftquelle, die viele
Umdrehungen machen muss, um etwas zu leisten!
Leistungen
Auf der Autobahn müssen Umdrehungen gemacht werden, damit
Geschwindigkeit aufgebaut werden kann, danach kann die
Reisegeschwindigkeit einfach im fünften Gang gehalten werden.
Und wieder fällt der Spark mit seinem geringen
Geräuschniveau auf, denn auch die Geräusche vom
Seitenwind oder den Rädern sind geringfügig. Nur in den
Bergen hat der 1.0 Liter zu wenig Kraft. Auf steilen Steigungen
muss nicht nur vom fünften in den vierten Gang zurück
geschaltet werden, sondern manchmal sogar in den dritten.
Eine Notbremsung auf der Autobahn ist ein ziemliches Drama.
Obwohl ABS standardmäßig dabei ist, stoppt der Spark mit
quietschenden Reifen. Der Bremsweg ist innerhalb des gesetzlichen
Limits, doch andere Kleine wissen beim Bremsen besser zu
überzeugen.
Straßenlage
In der Stadt wird der Spark lebendig wie ein Sportwagen auf der
Rennbahn. Auch hier ist es wichtig, mit dem Motor genügend
Umdrehungen zu machen. Ab etwa 3.000 Umdrehungen pro Minute ist der
Spark 1.0 lebendig, begierig und sogar ein wenig
herausfordernd!
Chevrolet hat für das Fahrgestell relativ wenig
fortgeschrittene Technik eingesetzt. Deswegen bietet der Spark
nicht nur genügend Komfort bei Straßenschäden,
sondern die Straßenlage ist auch gut. Das Auto lässt
sich nicht von flottem Fahren in der Kurve erschrecken und reagiert
sicher bei einem plötzlichen Ausweichmanöver.
Es ist dem großen Außenspiegel zu verdanken, dass
die Karosserie einfach übersichtlich ist. Das Auto lässt
sich damit sehr schnell durch den Stadtverkehr lenken und rutscht
wegen seiner geringen Abmessungen überall durch! Hier ist die
geringe Breite geradezu ein Vorteil. Man errät es schon: Auch
Einparken kann man mit dem Spark bis auf den Quadratzentimeter.
Fazit
Ist es Chevrolet gelungen, ein Auto zu bauen, das klein und doch
geräumig ist, das vorteilhaft und doch komplett ist und das
auch noch gut aussieht? Ja, ohne Zweifel.
Fangen wir mit dem Raum an: Der Spark bietet hinten mehr
Beinraum als durchschnittlich, und deswegen ist dieser Kleine auch
als Familienauto geeignet. Der Komfort ist
überdurchschnittlich; das gilt sowohl für das
Geräuschniveau als auch für die Qualität des
Fahrgestells. Dabei ist die Formgebung nicht niedlich, wie bei den
meisten Konkurrenten, sondern scharf und selbstbewusst.
Sogar das hier gefahrene Basismodell weiß bei all diesen
Punkten zu überzeugen. Beim absoluten Basismodell fehlen aber
einige Dinge, die unentbehrlich sind, wie eine Uhr und
höhenverstellbare Sicherheitsgurte. Entscheiden Sie sich daher
für ein etwas teureres Modell. Insbesondere Leichtmetallfelgen
gehören zu einem Designwunder wie diesem. Dann ist der
Chevrolet Spark buchstäblich und bildlich Kunst auf jedem
Quadratzentimeter.
|