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Gerade weil Tesla eine neue Marke ist, möchte man auf die
eigene Spezialität bauen: die Herstellung von elektrischen
Getrieben. Für ein gutes Auto um den Elektromotor herum hat
Tesla bei Lotus an die Tür geklopft.
Deswegen ähnelt der Tesla Roadster auf den ersten Blick
einem elektrischen Lotus Elise. Beide Autos teilen nur 7 % der
Bestandteile, die Verwandtschaft beschränkt sich auf den
Basisentwurf. Das bedeutet, dass der Tesla mit leichtgewichtigen
Materialien gebaut wurde und das Gewicht so weit wie möglich
gleichmäßig über die Vorder- und Hinterräder
verteilt ist.
Ergonomie
Um das Auto kräftiger zu machen, gibt es unter den
Türen Verstärkungsbalken. Der Einstieg ist deswegen schon
ein Kunststück, vor allem mit geschlossenem Dach. Obwohl der
Tesla größer ist als ein Lotus Elise, ist der
Gepäckraum immer noch gleich Null.
Das Interieur ist knapp, und Fahrer größer als 1,85
Meter berühren mit dem Kopf das Dach. Natürlich gibt es
mit geöffnetem Dach unendlich viel Kopfraum, aber dann schauen
große Fahrer auf den oberen Rand der Frontscheibe,
während der Tachometer durch das Lenkrad verdeckt wird. Dabei
ist der Tesla von Natur aus schon unübersichtlich durch die
kleinen Außenspiegel und die sehr große
Rückseite.
Die Ausrüstung ist komplett, und Tesla spart nicht an
besonderen Materialien. Die hier gezeigte Ausführung kostet
über 100.000 Euro, aber gibt trotzdem das Gefühl eines
unordentlich gebauten Kit-Cars. Kunststoff-Paneele passen nicht gut
zueinander oder haben verschiedene abweichende Farben. Knöpfe
und Hebel sind aus billigem Plastik gemacht. Die Vollendung ist
mäßig, die Oberflächen sind kratzempfindlich.
Außerdem ist deutlich spürbar, dass Tesla mit einem
existierenden Entwurf angefangen und diesen an die eigenen
Wünsche angepasst hat. Knöpfe und Displays sind an den
wunderlichsten Stellen platziert. Das Display des Bordcomputers zum
Beispiel ist links unter dem Lenkrad platziert und deswegen nur
sicher ablesbar, wenn das Auto stillsteht.
Ein Sprecher von Tesla betont, dass es sich hier um eine
Demoversion des amerikanischen Pre-Produktions-Modells
("VP30") handelt; Europäische Autos würden besser
vollendet. Bis zum Modelljahr 2010 seien die ergonomischen Fehler
beseitigt.
Leistungen
Aber ... dreht man den Schlüssel um und genießt die
Stille, drückt man das Gaspedal ein, dann sind plötzlich
alle Unbequemlichkeiten vergeben und vergessen. Die ersten Meter
mit einem Tesla Roadster sind eine einzigartige Erfahrung. Weil das
traditionelle Motorgeräusch fehlt, fühlt es sich an, als
ob da eine unsichtbare Kraft den Tesla nach vorn treibt. Neben der
unsichtbaren Kraft scheint die explosive Leistung des Benzins nicht
mehr als eine Kinderpistole!
Der Roadster hat nur einen Gang und beschleunigt damit
unaufhörlich und sehr schnell. Der Sprint von 0 auf 100 km/h
dauert nur 3,9 Sekunden, und auch weit über diese
Geschwindigkeit hinaus ist ein leichter Druck aufs "Gaspedal"
genug, um beide Insassen hart in die Sitze zu drücken. Es ist
egal, wie schnell man fährt, der Tesla reagiert genauso heftig
aufs Gaspedal wie ein durchschnittliche Sportwagen, der das nur bei
Vollgas im ersten Gang kann!
Obwohl die Beschleunigungswerte phänomenal sind, ist das
Erlebnis ein ganz anderes als bei einem alltäglichen
Benzinauto. Je höher die Drehzahl wird, desto mehr Leistung
hat ein Verbrennungsmotor. Der brutale Aufbau von Kraft auf die
Straße bis zum Höhepunkt sorgt zusammen mit dem
Brüllen des Auspuffs für das Erlebnis. Der Tesla Roadster
baut die Kraft nicht auf, die Leistung ist konstant. Deswegen fehlt
das Drama, doch das Fahrvergnügen ist viel besser.
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Wenn das Gaspedal losgelassen wird, nimmt der Roadster sofort
und heftig die Beschleunigung zurück. Dann treiben die
Räder den Elektromotor an, der damit als Dynamo dient und
Energie erzeugt. Das ist der Grund, weshalb der Roadster sich dem
Aktionsradius eines normalen Autos nähert (400 km). Die
plötzliche Beschleunigungsrücknahme bedarf einiger
Gewöhnung, stört aber nicht.
Straßenlage
Das große Problem bei elektrisch angetriebenen Autos ist
die Speicherung der benötigten Energie. Je mehr Batterien,
desto weiter kann das Auto fahren. Doch mehr Batterien machen das
Auto schwerer, und das geht zu Lasten der Fahreigenschaften.
Während die meisten anderen Hersteller sich für
traditionelle Batterien entscheiden, wählt Tesla die selbe
Technik ("lithium ion"), die auch in Laptops benutzt wird.
Das erklärt, weshalb das Auto so kostspielig ist; es bedeutet
aber auch, dass der Roadster "nur" 450 kg extra Gewicht
mitschleppt. Das ist wenig für ein Elektro-Auto.
Das zusätzliche Gewicht beeinflusst die Straßenlage
kaum. Nur bei einer Notbremsung ist spürbar, dass die
Räder sehr viel Gewicht bezwingen müssen.
Die Lenkung ist äußerst direkt, und weil das Gewicht
in der Mitte des Autos konzentriert ist, ist der Roadster
äußerst wendig. Überhängen oder Schleudern
sind dem Roadster fremd, während der Komfort auf schlechter
Straßendecke recht gut ist. Der Roadster eignet sich gut
dafür, mal einen Tag wie ein Tourist zu fahren, er fühlt
sich auch zu Hause wie auf der Rennstrecke. Dann lenkt der Roadster
sehr scharf und bietet dieses Öko-Auto mindestens genau so
viel Erlebnis wie ein traditioneller Sportwagen.
Umwelt
Der große Vorteil von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen
ist natürlich, dass der Tesla Roadster frei von Emissionen
ist. Der Tesla kann zu Hause an der Steckdose aufgeladen werden
(3,5 bis 6 Stunden, abhängig von der Ampere-Leistung aus der
Steckdose). Das kostet etwa 15 Euro (70 kWh), dagegen kostet es
mindestens 50 Euro, um mit einem von der Leistung her
vergleichbaren Sportwagen 400 km weit zu fahren!
Mit dem Elektro-Auto scheint das Umweltproblem nur verschoben zu
werden. Aber das durchschnittliche europäische Kraftwerk
arbeitet viel effizienter als ein Verbrennungsmotor im Auto.
Umgerechnet hat der Tesla Roadster eine Emission von nur 69 Gramm
CO2 pro Kilometer. Wer zu Hause grünen Strom hat, kommt sogar
auf magische 0 Gramm CO2 pro Kilometer, während das
Fahrvergnügen immer optimal ist.
Fazit
Jeder Hersteller führt das neueste Modell als bahnbrechend
und die Lösung für alle Probleme ein. Meistens sind es
nicht mehr als leere Phrasen einer hyperaktiven
Marketing-Abteilung. Aber einmal in vielen Jahren kommt ein Auto
auf den Markt, das tatsächlich revolutionär ist, und das
gilt sicher auch für den Tesla Roadster.
Dieser Sportwagen hat keinen Verbrennungsmotor, sondern einen
Elektromotor. Im Gegensatz zu anderen Elektro-Autos kann der Tesla
Roadster tatsächlich gekauft werden. Außerdem kann der
Roadster 400 km fahren, ohne aufzuladen, und ist damit wirklich
brauchbar. Die Leistungen sind außerdem ausgezeichnet: Die
meisten Vollblut-Sportautos verlieren im Sprint gegen Tesla.
Ob der Tesla Roadster besser oder schlechter als traditionelle
Sportwagen ist, ist Geschmackssache. Die Fahrerfahrung ist
völlig anders. Der Tesla Roadster bietet weniger Drama und
mehr Fahrvergnügen. Es ist kein Auto, um andere zu
beeindrucken, jedoch um selbst zu genießen. Obwohl der
Kaufpreis sehr hoch ist, ist diese Spaßmaschine sehr
vorteilhaft im Verbrauch und außerdem frei von Emission. Wenn
die Redaktion von Autozine das zu bestimmen hätte, macht er
das neue Rennen!
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