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Für den neuen Astra hat sich Opel ein ehrgeiziges Ziel
gestellt: allen Luxus und alle Innovationen eines
Luxus-Geschäftswagens in die Mittelklasse zu bringen. Um
dieses Ziel zu erreichen, hat Opel ein ausgezeichnetes Vorbild im
Haus: den Insignia. Dieses Auto hat vor genau einem Jahr den
Geschäftswagen-Markt auf den Kopf gestellt. Durch mehr Luxus
und eine hochwürdige Ausstrahlung bietet es mehr als manche
Konkurrenz.
Es fängt mit der "Entwurfssprache" des Insignia an. Obwohl
der Insignia nicht mehr als ein mittelgroßer
Geschäftswagen ist, hat dieser Favorit bei Fahrern eines
Leasingautos die Ausstrahlung einer Direktionslimousine.
Der Astra ist aber kein "kleiner Insignia" geworden. Der Astra
ist als sportlicher und praktischer Mittelklassewagen gedacht und
wurde nur durch den Insignia inspiriert. Der Astra hat eine flotte,
moderne Ausstrahlung mit schicken Akzenten. Der Grill ist niedrig
und breit, damit das Auto wichtig aussieht. Das Linienspiel wird
durch den Chrom-Rahmen der Seitenfenster betont.
Interieur
Setzen Sie sich in den Astra, und es ist sofort klar, was Opel
mit "Demokratisierung der Technik" meint. Der Aufbau des
Armaturenbretts lässt überhaupt nicht an ein einfaches,
kompaktes Auto denken.
Die Frontscheibe ist nachdrücklich vorn platziert, um ein
größeres Raumgefühl zu schaffen. Auch das
Armaturenbrett liegt extra weit vorne und gibt damit vorn mehr
Bewegungsspielraum.
Gemessen am vorherigen Astra ist die neue Generation 17
Zentimeter länger, und auch der Radstand ist 7 Zentimeter
größer. Damit steht der Astra genau zwischen dem Corsa
und dem Insignia. Die zusätzlichen Zentimeter schaffen hinten
und vorne vollauf Platz. Auch mit einem großen Fahrer bleibt
auf dem Rücksitz genug Platz für Erwachsene.
Die Vordersitze wurden vom Insignia übernommen, nur der
Bezug ist anders. Für ein Auto in dieser Klasse bietet der
Astra daher einen geräumigen Sitz, und das alleine gibt einem
schon das Gefühl, eine höhere Klasse zu fahren.
Ergonomie
Das Besondere beim Interieur sind die vielen Ablagefächer.
In der Regel wird freier Raum Ablage benutzt, beim Astra sind
jedoch die Ablagefächer von Anfang an geplant. Im Mitteltunnel
sind ein USB-Anschluss (funktioniert auch mit iPod!), ein
AUX-Eingang und eine 12-Volt-Steckdose zu finden, um tragbare
Player und/oder Telefone anzuschließen. Sehr bequem sind die
Fächer, um zum Beispiel ein Telefon oder ein Navigationssystem
sicher aufzubewahren.
Ein durchdachtes Detail sind die Luftgitter, mit welchen nicht
nur eingestellt werden kann, wie viel Luft ins Auto geblasen werden
soll, sondern auch, ob der Luftstrom konzentriert oder diffus sein
soll.
Der Kofferraum ist mit einem in der Höhe verstellbaren
Boden ("FlexFloor") ausgestattet. Mit dem "doppelten Boden"
in der niedrigsten Stellung bietet der Astra maximalen
Gepäckraum, doch das Ein- und Ausladen wird dann wegen der
hohen Hebeschwelle schwieriger. Deswegen kann für das Laden
schwererer Teile der Boden hochgebracht werden, dann fällt die
Hebeschwelle (auf Kosten von Laderaum) weg. Unter dem Boden
entsteht dann ein Fach, in welchem empfindliches Gepäck
getrennt von schwerem Gepäck geladen werden kann.
Ausrüstung
Obwohl der Innenraum gut und durchdacht genutzt wird, ist das
nicht der einzige Punkt, in welchem sich der Astra von der
Konkurrenz unterscheidet. Was den Astra besonders macht, ist die
fortschrittliche Technik. Sämtliche erneuerte Elektronik des
Insignia ist auch im Astra verfügbar. Während der
Insignia bereits Vorsehungen bietet, die im geschäftlichen
Segment einzigartig sind, macht das der Astra nochmal auf besondere
Art!
Die wichtigste Neuigkeit ist das "Opel Eye". Das ist eine
Kamera in der Windschutzscheibe, die Verkehrszeichen abliest. In
einem Display zwischen Tachometer und Drehzahlmesser erscheinen als
Gedächtnisstütze die geltende Höchstgeschwindigkeit
oder zum Beispiel eine Meldung zum Überholverbot.
Das Navigationssystem "DVD 8000" verfügt über
einen eingebauten Reiseführer, womit auf dem Farbdisplay sogar
Bilder und Details über Sehenswürdigkeiten abrufbar
sind.
FlexFix
Eine ganz andere Erneuerung ist "FlexFix"
Die Schwierigkeit bei der Entwicklung des FlexFix war, dass
die Hinterradfederung im Wege war. Die Lösung wurde in einer
wesentlich kompakteren Hinterradfeder gefunden, die sich
während der Entwicklung sogar als besser erwiesen hatte als
ein traditionelles Exemplar! Dank dem so genannten "Watt-Link"
bleiben die Räder in einer Kurve gerade auf dem Asphalt
stehen. Das erhöht sowohl den Komfort (kein Geräusch von
quietschenden Reifen) als auch die Griffigkeit.
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Straßenlage
Eine andere Entwicklung ist "FlexRide", und auch das hat man
vom Insignia mitgenommen. Ein Computer erkennt den Fahrstil des
Fahrers. Wenn der Fahrer zu schnell fährt, macht der Computer
die Lenkung direkter, und die Reaktion auf das Gaspedal wird
bedachtsamer. Bei einem ruhigen Fahrstil wird die Straßenlage
entsprechend angepasst, um mehr Komfort zu bieten. Der Unterschied
zwischen beiden ist in der Praxis aber sehr gering.
Weil es ein Auto ist, das das große Publikum ansprechen
soll, hat sich Opel nicht für einen sportlichen oder
komfortablen Charakter entschieden. Statt dessen hat Opel versucht,
die bestmögliche Kombination aus beidem zu bieten, und durch
den "FlexRide" ist das gelungen.
Im Vergleich mit dem vorherigen Astra ist die Straßenlage
spürbar besser geworden. Auf beschädigter
Straßendecke ist das Auto leiser und komfortabler, bei hoher
Geschwindigkeit ist der neue Astra schärfer und geeigneter. Im
Vergleich mit der direkten Konkurrenz ist der Unterschied aber
nicht so groß, wie Opel uns glauben lassen möchte.
Diesel
Zu der Zeit, als dieser Artikel geschrieben wurde, wurde der
Astra mit vier Benzinmotoren und vier Dieselmotoren angeboten. Auch
hier wird nicht nachdrücklich auf Sportlichkeit oder einen
niedriger Verbrauch Wert gelegt, statt dessen möchte Opel die
beste Kombination aus beidem bieten.
Zunächst wurde mit dem 2.0 Liter Dieselmotor gefahren. So
wie viele Bestandteile wurde auch dieser vom Insignia
übernommen. Obwohl der Astra viel kleiner ist als der
Insignia, ist der "2.0 CDTi" im Astra nur sparsamer und kaum
schneller. Das optionale Automatikgetriebe funktioniert gut,
schaltet aber sicher nicht unmerklich.
1.4 Turbo
Die meisten Testkilometer wurden mit dem ganz neu entwickelten
1.4 Liter Turbomotor gefahren. Der Vorteil eines Turbos besteht
darin, dass der relativ kleine Motor viel leistet und doch sehr
sparsam ist. Die Opel-Kraftquelle ist gut für 140 PS / 200 Nm
und sollte trotzdem im Stande sein, 17 Kilometer mit nur einem
Liter Benzin zurückzulegen. Trotz aller Bemühungen um
einen niedrigen Verbrauch fehlen ein Start-/Stopp-System oder ein
Schaltindikator.
Mit einem ruhigen Fahrstil ist der Astra 1.4 Turbo sehr leise.
Außerdem ist schon bei niedriger Drehzahl viel Zugkraft
verfügbar, damit das Auto sich für sparsames Fahren
eignet. In der Praxis ist das Auto aber nicht so sparsam wie Opel
verspricht. Mit einem ausgesprochen ruhigen Fahrstil kam der
durchschnittliche Verbrauch (in der Stadt und auf
Landstraßen) auf 1 Liter pro 16,4 Kilometer.
Auf der Autobahn fällt der Astra 1.4 Turbo durch das hohe
Maße an Komfort auf. Weil die Drehzahl angenehm niedrig
bleibt, leistet das Auto gefühlsmäßig sehr leicht.
Bei 100 km/h bleibt die Nadel des Drehzahlmessers etwas unter den
2.000 rpm, bei 120 km/h sind es etwa 2.500 rpm. Auch bei viel
höheren Reisegeschwindigkeiten (170 km/h) werden ganz leicht
beibehalten. Damit ist Opels Plan gelungen: Der Astra bringt
tatsächlich den Komfort eines Luxusautos in die
Mittelklasse.
Fazit
Während viele neue Autos mehr eine Evolution als eine
Revolution sind, weiß der Opel Astra sich in vielen Bereichen
zu erneuern. Das beschränkt sich nicht nur auf die Formgebung,
sondern auch auf die Ergonomie. Dazu gehören große,
äußerst komfortable Sitze, sehr viel Laderaum im
Interieur und ein kluger, integrierter Fahrradträger.
Die Ausrüstung ist durchaus erneuert. Das "Opel Eye"
liest Verkehrszeichen und macht es dem Fahrer in unbekannter
Umgebung einfacher. "FlexRide"sorgt dafür, dass das
Auto sich schnell an einen sportlichen oder entspannten Fahrstil
anpasst.
Wie von einem modernen Auto erwartet werden darf, sind die
Motoren stark und doch sparsam. Die Dieselmotoren sind leise, aber
etwas charakterarm. Namentlich der 1.4 Liter Turbomotor ist
empfehlenswert. Er ist lebendig und flott wenn gewünscht,
eignet sich aber genau so einfach für einen ruhigen und
sparsamen Fahrstil. Eigentlich bleibt Opel bei seiner
Erfolgsformel: Erneuerung.
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