Mercedes-Benz E-Klasse (2009 - 2016)

Mercedes-Benz E-Klasse (2009 - 2016)

In aller Ruhe

Autotest | In aller Ruhe heißt nicht, daß man langsamer oder weniger arbeitet als andere. In Ruhe heißt gut planen, sorgfältig vorgehen und auf diese Weise Problemen zuvorkommen. So etwas gilt auch für die neue Mercedes-Benz E-Klaße. Dieses Auto macht das Leben einfacher, und die erhöhte Sicherheit hat das Auto den vielen technischen Innovationen zu verdanken. Außerdem ist die E-Klaße so komfortabel, daß längere Reisen weniger ermüdend werden. Setzen Sie sich ruhig hinein und machen Sie sich entspannt mit der neuen Mercedes-Benz E-Klaße bekannt.
 

Es gibt viel Druck im Autoland. Ein Auto nach dem anderen wird präsentiert, und es ist harte Arbeit, alles mitzubekommen. Dann eilt das Leben weiter, und gibt es kaum noch Zeit zum Ausruhen. Bis der Autor in die neue E-Klaße einsteigt.

Komfort

Der Testwagen ist eine "Elegance"-Ausführung, die den Insaßen in einer beruhigenden Atmosphäre mit warmen Farben, die sich mit echtem, rauem Holz abwechseln, willkommen heißt. Daneben ist die E-Klaße auch als "Avantgarde" lieferbar, mit dem traditionellen, glänzenden Eukalyptusholz, abgewechselt mit schwarzen Paneelen oder solchen aus Aluminium.

Mercedes-Benz E-Klasse (2009 - 2016)

Die Vordersitze paßen vortrefflich und sind auf alle Arten verstellbar, um die unterschiedlichen Körperformen perfekt zu unterstützen. Natürlich ist das für ein Auto wie dieses, das oft intensiv genutzt wird, von größter Bedeutung. Eine nette Option ist der "Multikontursitz", bei dem die Sitzlehne kurz aufgeblasen wird, um in Kurven zusätzliche Unterstützung zu geben.

Auch hinten bietet die E-Klaße vollauf Platz. Verglichen mit dem Vorgänger ist die Dachlinie weiter durchgezogen, damit hinten mehr Raum für den Kopf entsteht. Der Gepäckraum ist enorm und mit einem klugen, herausnehmbaren Behälter ausgestattet, mit dem empfindliche Gegenstände vom Rest des Gepäcks getrennt werden können.

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Motoren

Einmal unterwegs mit der E-Klaße, fällt auf, daß das Auto alles mit unglaublicher Gemütlichkeit macht. Für den Test wurde mit drei verschiedenen Motoren gefahren. Nur das absolute Einstiegsmodell ("E200 CDI") hat bei niedriger Drehzahl manchmal etwas zu wenig Leistung, aber sogar dieser einfachste "E" bietet Leistungen und Komfort, die man von einem Auto wie diesem erwarten darf.

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Sowohl der "E250 CDI" (Diesel) als "E250 CGI" (Charged Gasoline Injection, also direkte Benzin-Einspritzung) sind empfehlenswert. Diese Vierzylinder-Motoren ersetzen den Sechszylinder aus der vorherigen Generation. Dank der zwei Turbos liefern sie bei jeder Drehzahl vollauf Leistung, und das gibt den "E" die selbe schicke Außtrahlung. Die E-Klaße läßt sich, falls gewünscht, gnadenlos schnell fahren, während die Ruhe im Inneren immer gewährleistet bleibt.

Die Turbotechnik macht die E-Klaße signifikant sparsamer als bisher, und auch im Vergleich mit der Konkurrenz gehört die E-Klaße zu den effizientesten Modellen. Auf langen Strecken macht das mit Sicherheit einen großen finanziellen Unterschied.

Straßenlage

Ein großes Auto hat es dem großen Radstand und der Breite zu verdanken, daß es fast wie von selber stabil ist. Mit einer Länge von einem Meter und 85 Zentimetern ist der "E" sicherlich kein Kleiner. Aber trotzdem gibt die E-Klaße ein viel weniger koloßales Gefühl als die meisten Konkurrenten, was vor allem in der Stadt sehr bequem ist.

Wie üblich bei Mercedes-Benz liegt der Schwerpunkt bei der E-Klaße auf Komfort, aber bei der neuesten Generation ist mehr Platz für Dynamik.

Noch immer ist bei Straßenschäden fast nichts spürbar, aber das Auto hängt weniger über und "tanzt" weniger als vorher. Kurven können gern mit hoher Geschwindigkeit genommen werden, aber wiederum macht die E-Klaße das alles mit so viel Gemütlichkeit, daß alles ganz ruhig außieht.

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Sicherheit

Alle Sicherheitßysteme, die Mercedes-Benz verfügbar hat, sind auch für die E-Klaße lieferbar. Diese sind nicht länger nur dem Topmodell, der S-Klaße, vorbehalten. Im Gegensatz zu dem, was Mercedes-Benz verspricht, ist allerdings keines dieser Systeme neu oder einzigartig in der Autowelt. Die Tatsache, daß alle Systeme zum ersten Mal in einem Auto lieferbar sind, ist aber etwas besonderes.

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Modern, aber wenig sinnvoll ist die Kamera, welche die Fahrbahnmarkierungen auf die Straße erkennt und warnt, wenn der Fahrer versehentlich (sprich: ohne die Richtung anzuzeigen) die Fahrspur wechselt. Wer dieses System braucht, sollte beßer überhaupt nicht Auto fahren.

Das gilt auch für die automatische Erkennung von Verkehrszeichen. Wie avanciert das System auch ist, ein guter Fahrer kann die Verkehrszeichen selbst lesen und braucht dazu keinen Computer, der sie dann in einem Display zeigt.

Licht in der Dunkelheit

Was auch sehr schön erscheint, ist die Nachtsichtkamera. In der Praxis stellt sich heraus, daß diese eher ein Spielzeug als ein nützliches Hilfsmittel ist. Diese Kamera war schon früher in der S-Klaße verfügbar, und ihre Ausgabe wird über den Tachometer projiziert.

In der E-Klaße erscheint das Bild auf einem separaten Display, wodurch der Fahrer abends auf den übrigen Verkehr achten, den Tachometer ablesen und auch noch das Kamerabild sehen muß. In der Praxis ist das zu viel und damit die Nachtsichtkamera nur eine Ablenkung.

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Außerdem bietet Mercedes ein Hilfsmittel für das Fahren in der Dunkelheit, das in der Praxis viel nützlicher zu sein scheint. Der Fernlicht-Aßistent paßt das Licht automatisch der Umgebung an. Im Vergleich mit derartigen Systemen anderer Hersteller wirkt "Adaptive Highbeam Aßist" flexibler und effektiver. Auf dunklen Nebenstraßen wird das Lichtbündel automatisch stufenlos vergrößert (bis 300 Meter!) und außerdem erhöht, damit die Sicht im Dunkeln ungeahnt gut ist.

Sobald die Elektronik ein anderes Auto erkennt, wird das Fernlicht automatisch abgeblendet. Obwohl die E-Klaße manchmal ein Lichtbündel voraus wirft, auf das ein durchschnittlicher Leuchtturm eifersüchtig sein könnte, hat der Gegenverkehr nie mit Lichthupe reagiert, woraus man ableiten kann, daß der Computer die Lichtmenge rechtzeitig einschränkt.

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Kaffeezeit

Auch sehr bequem ist der Detektor für tote Winkel: Ein Leuchtsignal im Außenspiegel zeigt, ob sich Objekte im toten Winkel befinden ("Blind Spot Aßist").

Der "Attention Aßist" ("Aufmerksamkeits-Aßistent") "studiert" das Fahrverhalten des Fahrers am Anfang der Fahrt. Wenn der Fahrer nach vielen Stunden Fahrt unregelmäßiger fährt, schließt dieser Aßistent, daß der Fahrer ermüdet, und schlägt vor, eine Pause zu machen.

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Das sind allemal Systeme, die das Leben mit der E-Klaße noch bequemer machen. Das Wißen, daß der Computer die Sicherheit mit überwacht, sorgt dafür, daß der Fahrer sich ganz sorgenlos und beruhigt fühlt wie zu Hause.

Fazit

"Willkommen zu Hause" ist das Credo der neuen Mercedes-Benz E-Klaße. Eine ausführliche Testfahrt zeigt, warum: Die E-Klaße macht alles so gemütlich, daß der Fahrer und die Insaßen zur Ruhe kommen und das selbe sichere, vertraute Gefühl haben wie zu Hause.

Die E-Klaße leistet ausgezeichnet, hat eine gute Straßenlage, eine ausführliche Ausrüstung und ist sehr sicher. Die Motoren sind teilweise signifikant sparsamer als bisher. Sie sind auch im Vergleich mit der direkten Konkurrenz sehr vorteilhaft, was bei intensiver Nutzung einen großen finanzielles Vorteil bringt.

Kurz gesagt: Die neue Mercedes-Benz E-Klaße ist eine Oase der Ruhe in der Hektik des Alltags und eine herrliche Art, um sich auf dem Weg zur und von der Arbeit zu beruhigen.

plus
  • Starke, sparsame Motoren
  • Vollauf Raum, auch hinten
  • Fährt ganz einfach große Strecken
min
  • Außenspiegel zu klein
  • Manche Sicherheitßysteme sind vor allem schönes Spielzeug