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Es gibt viel Druck im Autoland. Ein Auto nach dem anderen wird
präsentiert, und es ist harte Arbeit, alles mitzubekommen. Dann eilt das
Leben weiter, und gibt es kaum noch Zeit zum Ausruhen. Bis der Autor in die
neue E-Klaße einsteigt.
Komfort
Der Testwagen ist eine "Elegance"-Ausführung, die den Insaßen in
einer beruhigenden Atmosphäre mit warmen Farben, die sich mit echtem, rauem
Holz abwechseln, willkommen heißt. Daneben ist die E-Klaße auch als
"Avantgarde" lieferbar, mit dem traditionellen, glänzenden
Eukalyptusholz, abgewechselt mit schwarzen Paneelen oder solchen aus
Aluminium.
Die Vordersitze paßen vortrefflich und sind auf alle Arten verstellbar,
um die unterschiedlichen Körperformen perfekt zu unterstützen. Natürlich ist
das für ein Auto wie dieses, das oft intensiv genutzt wird, von größter
Bedeutung. Eine nette Option ist der "Multikontursitz", bei dem die
Sitzlehne kurz aufgeblasen wird, um in Kurven zusätzliche Unterstützung zu
geben.
Auch hinten bietet die E-Klaße vollauf Platz. Verglichen mit dem
Vorgänger ist die Dachlinie weiter durchgezogen, damit hinten mehr Raum für
den Kopf entsteht. Der Gepäckraum ist enorm und mit einem klugen,
herausnehmbaren Behälter ausgestattet, mit dem empfindliche Gegenstände vom
Rest des Gepäcks getrennt werden können.
Motoren
Einmal unterwegs mit der E-Klaße, fällt auf, daß das Auto alles mit
unglaublicher Gemütlichkeit macht. Für den Test wurde mit drei
verschiedenen Motoren gefahren. Nur das absolute Einstiegsmodell ("E200
CDI") hat bei niedriger Drehzahl manchmal etwas zu wenig Leistung, aber
sogar dieser einfachste "E" bietet Leistungen und Komfort, die man von einem
Auto wie diesem erwarten darf.
Sowohl der "E250 CDI" (Diesel) als "E250 CGI" (Charged
Gasoline Injection, also direkte Benzin-Einspritzung) sind empfehlenswert.
Diese Vierzylinder-Motoren ersetzen den Sechszylinder aus der vorherigen
Generation. Dank der zwei Turbos liefern sie bei jeder Drehzahl vollauf
Leistung, und das gibt den "E" die selbe schicke Außtrahlung. Die E-Klaße
läßt sich, falls gewünscht, gnadenlos schnell fahren, während die Ruhe im
Inneren immer gewährleistet bleibt.
Die Turbotechnik macht die E-Klaße signifikant sparsamer als bisher, und
auch im Vergleich mit der Konkurrenz gehört die E-Klaße zu den
effizientesten Modellen. Auf langen Strecken macht das mit Sicherheit einen
großen finanziellen Unterschied.
Straßenlage
Ein großes Auto hat es dem großen Radstand und der Breite zu verdanken,
daß es fast wie von selber stabil ist. Mit einer Länge von einem Meter und
85 Zentimetern ist der "E" sicherlich kein Kleiner. Aber trotzdem gibt die
E-Klaße ein viel weniger koloßales Gefühl als die meisten Konkurrenten,
was vor allem in der Stadt sehr bequem ist.
Wie üblich bei Mercedes-Benz liegt der Schwerpunkt bei der E-Klaße auf
Komfort, aber bei der neuesten Generation ist mehr Platz für Dynamik.
Noch immer ist bei Straßenschäden fast nichts spürbar, aber das Auto
hängt weniger über und "tanzt" weniger als vorher. Kurven können gern mit
hoher Geschwindigkeit genommen werden, aber wiederum macht die E-Klaße das
alles mit so viel Gemütlichkeit, daß alles ganz ruhig außieht.
Sicherheit
Alle Sicherheitßysteme, die Mercedes-Benz verfügbar hat, sind auch für
die E-Klaße lieferbar. Diese sind nicht länger nur dem Topmodell, der
S-Klaße, vorbehalten. Im Gegensatz zu dem, was Mercedes-Benz verspricht,
ist allerdings keines dieser Systeme neu oder einzigartig in der Autowelt.
Die Tatsache, daß alle Systeme zum ersten Mal in einem Auto lieferbar sind,
ist aber etwas besonderes.
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Modern, aber wenig sinnvoll ist die Kamera, welche die
Fahrbahnmarkierungen auf die Straße erkennt und warnt, wenn der Fahrer
versehentlich (sprich: ohne die Richtung anzuzeigen) die Fahrspur wechselt.
Wer dieses System braucht, sollte beßer überhaupt nicht Auto fahren.
Das gilt auch für die automatische Erkennung von Verkehrszeichen. Wie
avanciert das System auch ist, ein guter Fahrer kann die Verkehrszeichen
selbst lesen und braucht dazu keinen Computer, der sie dann in einem Display
zeigt.
Licht in der Dunkelheit
Was auch sehr schön erscheint, ist die Nachtsichtkamera. In der Praxis
stellt sich heraus, daß diese eher ein Spielzeug als ein nützliches
Hilfsmittel ist. Diese Kamera war schon früher in der S-Klaße verfügbar,
und ihre Ausgabe wird über den Tachometer projiziert.
In der E-Klaße erscheint das Bild auf einem separaten Display, wodurch
der Fahrer abends auf den übrigen Verkehr achten, den Tachometer ablesen und
auch noch das Kamerabild sehen muß. In der Praxis ist das zu viel und damit
die Nachtsichtkamera nur eine Ablenkung.
Außerdem bietet Mercedes ein Hilfsmittel für das Fahren in der
Dunkelheit, das in der Praxis viel nützlicher zu sein scheint. Der
Fernlicht-Aßistent paßt das Licht automatisch der Umgebung an. Im
Vergleich mit derartigen Systemen anderer Hersteller wirkt "Adaptive
Highbeam Aßist" flexibler und effektiver. Auf dunklen Nebenstraßen wird
das Lichtbündel automatisch stufenlos vergrößert (bis 300 Meter!) und
außerdem erhöht, damit die Sicht im Dunkeln ungeahnt gut ist.
Sobald die Elektronik ein anderes Auto erkennt, wird das Fernlicht
automatisch abgeblendet. Obwohl die E-Klaße manchmal ein Lichtbündel voraus
wirft, auf das ein durchschnittlicher Leuchtturm eifersüchtig sein könnte,
hat der Gegenverkehr nie mit Lichthupe reagiert, woraus man ableiten
kann, daß der Computer die Lichtmenge rechtzeitig einschränkt.
Kaffeezeit
Auch sehr bequem ist der Detektor für tote Winkel: Ein Leuchtsignal im
Außenspiegel zeigt, ob sich Objekte im toten Winkel befinden ("Blind Spot
Aßist").
Der "Attention Aßist" ("Aufmerksamkeits-Aßistent") "studiert"
das Fahrverhalten des Fahrers am Anfang der Fahrt. Wenn der Fahrer nach
vielen Stunden Fahrt unregelmäßiger fährt, schließt dieser Aßistent, daß
der Fahrer ermüdet, und schlägt vor, eine Pause zu machen.
Das sind allemal Systeme, die das Leben mit der E-Klaße noch bequemer
machen. Das Wißen, daß der Computer die Sicherheit mit überwacht, sorgt
dafür, daß der Fahrer sich ganz sorgenlos und beruhigt fühlt wie zu
Hause.
Fazit
"Willkommen zu Hause" ist das Credo der neuen Mercedes-Benz
E-Klaße. Eine ausführliche Testfahrt zeigt, warum: Die E-Klaße macht alles
so gemütlich, daß der Fahrer und die Insaßen zur Ruhe kommen und das selbe
sichere, vertraute Gefühl haben wie zu Hause.
Die E-Klaße leistet ausgezeichnet, hat eine gute Straßenlage, eine
ausführliche Ausrüstung und ist sehr sicher. Die Motoren sind teilweise
signifikant sparsamer als bisher. Sie sind auch im Vergleich mit der
direkten Konkurrenz sehr vorteilhaft, was bei intensiver Nutzung einen
großen finanzielles Vorteil bringt.
Kurz gesagt: Die neue Mercedes-Benz E-Klaße ist eine Oase der Ruhe in
der Hektik des Alltags und eine herrliche Art, um sich auf dem Weg zur und
von der Arbeit zu beruhigen.
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