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Honda will mit dem Insight Hindernisse beseitigen, die anderen hybriden
Modellen ihre Anziehungskraft nehmen. Das erste ist der hohe Preis. Um den
Insight günstiger zu machen, entscheidet sich Honda für relativ einfache
Technik.
Der Gedanke hinter einem Hybrid-Auto ist, dass ein konventioneller
Verbrennungsmotor (Benzin oder Diesel) auf langen Strecken und bei einer
gleichbleibenden Geschwindigkeit effizient ist. In der Stadt, mit vielen
Stopps und Geschwindigkeitsänderungen, ist ein Elektromotor die bessere
Lösung. Ein Hybrid-Auto verfügt deswegen über zwei Motoren, die abhängig von
der Situation die Arbeit unter sich verteilen.
Integrated Motor Assist
Honda folgt diesem Konzept, führt es aber einfacher aus. Der Benzinmotor
ist die Hauptkraftquelle. Wenn nötig, assistiert der Elektromotor nur durch
einen Ruck, um die Arbeit leichter zu machen. Beim Beschleunigen oder
bergauf assistiert der 14 PS / 7 Nm starke Elektromotor dem Benzinmotor. Das
spart in der Praxis genau so viel Brennstoff wie ein komplexes System, das
auch im Stande ist, längere Zeit nur mit einem Elektromotor zu fahren.
Natürlich muss der Strom für den Elektromotor irgendwo herkommen. Hier
entscheidet sich Honda für eine mittlerweile zuverlässige Methode: Während
des Bremsens oder Ausrollens wird die Energie, die dabei normalerweise
verloren geht, in Elektrizität umgewandelt und in Akkus gespeichert. Diese
"Umsonst"-Energie wird genutzt, um den Elektromotor beim Beschleunigen
assistieren zu lassen.
Das ist aber nicht das Einzige, was den Insight sparsamer macht. Sobald
das Auto stillsteht, wird der Benzinmotor abgeschaltet. Wenn das Gaspedal
wieder eingedrückt wird, startet der Motor automatisch wieder. Das geht
nicht so geschmeidig und unmerklich wie bei der Konkurrenz, aber dafür gibt
es dann auch diesen günstigen Preis beim Insight. Auch das automatische
(CVT)-Getriebe schaltet manchmal etwas unruhig.
Insight gibt Einsicht
Beim Insight geht man aber weiter als nur bestehende Technik zu
vereinfachen. Honda will sparsam fahren auch schön machen, und zwar mit
"eco-assist": ein kleines Arsenal an Bildschirmen, Animationen und
Special Effects! Das fängt an mit dem vertrauten Verbrauchsmesser, der jetzt
den durchschnittlichen Verbrauch der letzten drei Fahrten registriert.
Zweck: Jede Fahrt soll sparsamer sein als die vorherige!
Der Hintergrund des Tachos wird abhängig vom Fahrstil blau oder grün
beleuchtet ("ambient meter"). Schnell fahren darf man schon, aber die
Geschwindigkeit muss allmählich aufgebaut werden, um im grünen Bereich zu
bleiben.
Das Lehrreichste ist eine Grafik, die zu einer Seite hin ausschlägt, wenn
zu schnell beschleunigt wird, und zur anderen Seite, wenn zu hart gebremst
wird. Das letzte scheint nicht logisch: Aber hartes Bremsen lässt einen
Fahrer erkennen, der nicht aufmerksam genug am Verkehr teilnimmt. Außerdem
haben die Akkus bei einem längeren Bremsweg mehr Spielraum zum Aufladen als
bei einem plötzlichen Stopp. Kurz gesagt: Je gleichmäßiger gefahren wird,
desto sparsamer.
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Wenn der Fahrer lange genug sparsam fährt, erscheinen Bäumchen im
Display. Diese haben am Anfang erst nur äste und Zweige, aber längeres
sparsames Fahren wird mit Blättern und Blumen an den Bäumen belohnt. Wer
lange, beständig und konsequent super sparsam zu fahren weiß, wird
schließlich mit einer Trophäe im Bild belohnt!
Auch Dank des "eco-assist" sollte der versprochene Verbrauch von
4,4 Liter pro 100 km (4,6 Liter für die hier gefahrene Luxus-Ausführung) für
jeden machbar sein. Nach einer stundenlangen Fahrt durch die Stadt ließ
der Testwagen einen durchschnittlichen Verbrauch von 4,8 Liter pro 100 km
notieren. Eine längere Fahrt über die Landstraße resultierte in 4,6 Litern
pro 100 km.
Fahreigenschaften
Die Leistungen des 1.3 Liter Vierzylinder Benzinmotors sind recht nett.
Wenn jedoch einmal extra Leistung notwendig ist, kann das
"ECON"-Programm zeitweilig abgeschaltet werden und das gibt einen
spürbaren Extra-Stoß in den Rücken (4 % extra Drehmomente).
Die übrigen Fahreigenschaften sind wenig bemerkenswert, und das ist ein
Kompliment. Das bedeutet, dass der Insight genau so gut fährt wie andere
Autos in dieser Preisklasse. Der Fahrer muss keine einzige Konzession
machen, um sparsam zu fahren. Deutlicher ausgedrückt: Weil die Akkus extrem
niedrig im Auto platziert sind, liegt auch der Schwerpunkt sehr niedrig, und
daher hat der Insight eine überdurchschnittlich gute Straßenlage.
Raum
Die Akkus, die für ein Hybridsystem benötigt werden, gehen bei manchem
Konkurrenten zu Lasten des Innenraums. Weil diese beim Insight sehr niedrig
liegen, ist auch der Innenraum mit anderen Autos dieses Umfangs
vergleichbar.
Unter dem stromlinienförmigen Mantel bietet der Insight Platz für vier
Erwachsene (der Raum vorne ist gut, der Raum auf dem Rücksitz
durchschnittlich/mäßig) und eine große Anzahl Gepäckstücke. Außerdem kann
der Rücksitz umgeklappt werden, wonach der Gepäckraum von 408 bis auf 1.017
Liter anwächst. Kurz gesagt: Er ist ein Hybrid für die ganze Familie!
Fazit
Bringt der Honda Insight Hybrid-Technik in den Bereich des großen
Publikums? Ja, sicher. Der Insight macht Schluss mit den Nachteilen der
existierenden Hybriden. Das fängt schon mit dem Preis an, denn durch den
Einsatz einfacherer Technik ist der Insight viel preisgünstiger als andere
Hybriden. So wie es sich bei einem Hybrid-Auto gehört, fährt, bremst und
lenkt der Insight genau so gut wie jedes andere Auto, ist aber unbemerkt ein
Stück weit sparsamer.
Für diejenigen, die mögen, bietet der Insight eine Reihe von Hilfsmitteln
an, um zu lernen, noch sparsamer zu fahren und/oder das sparsame Fahren zu
einem Sport zu machen.
Schließlich ist die Technik so klug gebaut, dass sie nicht länger zu
Lasten des Innenraumes geht. Kurz gesagt: Honda ist seine Absicht gelungen,
nichts steht dem großen Publikum im Wege, einen Hybrid zu fahren.
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