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Laut Hyundai geht es darum, Prioritäten zu setzen. So ist es laut
Hersteller wichtiger als je zuvor, gut hinzuhören, was die Kunden sagen, und
ein Auto zu bauen, das exakt deren Forderungen entspricht. Deswegen wurde
der i20 in Europa entworfen und getestet.
Auf diese Weise werden Probleme aus der Vergangenheit vermieden. Bis vor
einigen Jahren wurden koreanische Autos für den koreanischen Körperbau
entworfen, mit dem Ergebnis, dass Europäer kaum hinein passten. Auch haben
Koreaner eine Vorliebe für extrem leicht lenkende, sanft gefederte Autos,
worin sich Europäer eher unbequem fühlten.
Priorität auf Vertrauen
Der i20 wurde jedoch in Hyundais europäischem Entwurfszentrum im
deutschen Rüsselsheim entworfen. Deswegen hat der i20 auch ein europäisches
äußeres. Beim i20 sind die Einflüsse von allerhand europäischen Autos zu
erkennen, namentlich der Opel Corsa scheint als Inspirationsquelle benutzt
worden zu sein. Vielleicht ist der i20 nicht das Auto mit der originellsten
Formgebung, aber dieses nagelneue Modell sieht jetzt schon vertraut aus, und
das ist gerade das, wonach Hyundai in diesen unsicheren Zeiten strebt.
Innen ist spürbar, dass es ein Auto der heutigen Generation ist. Die
eingesetzten Materialen sind viel hochwertiger, als es vor ein paar Jahren
noch üblich war. Die Vollendungsqualität ist sehr gut.
Priorität in Funktionalität
Der i20 ist als Nachfolger des Getz gedacht und im Vergleich zu seinem
Vorgänger ordentlich gewachsen. Der Radstand ist breiter geworden (+7 cm),
und das zeigt sich sofort durch mehr Innenraum. Der Raum vorne ist prima,
auch für größere Fahrer. Die Sitze sind genügend verstellbar, und das
Lenkrad ist sowohl im Winkel als auch im Abstand zum Fahrer verstellbar.
Der Platz auf den Rücksitz ist für ein Auto dieser Größe
durchschnittlich. Das heißt, dass Erwachsene hinten mit einiger
Beweglichkeit sitzen können, dass der Rücksitz aber hauptsächlich für Kinder
gedacht ist. Der Gepäckraum ist mit 370 Liter viel größer als üblich. Wegen
einer unbequem hohen Hebeschwelle wird das Ein- und Ausladen leider etwas
schwieriger.
Bei der Standardausrüstung liegt die Priorität auf Sicherheit und
Funktionalität. Innovative Technik oder besondere Gadgets sind nicht zu
finden, aber gleichzeitig bietet der i20 alles, was von einem Auto dieses
Segments erwartet werden darf.
In Bezug auf Sicherheit sind ABS (Anti-Blockier-System), sechs Airbags
und "aktive Kopfstützen" (verhüten Nackenverletzungen beim Zusammenstoß von
hinten) standardmäßig montiert. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm
("ESP") ist vorerst nicht standardmäßig dabei, aber das kann sich im Laufe
des kommenden Jahres ändern. Auch sehr sicher: Der standardmäßig eingebaute
Radio-/CD-Player (iPod-Anschluss ist optional) kann mit Knöpfen am Lenkrad
bedient werden.
Priorität bei der Wirtschaftlichkeit
Soviel zu Form und Funktionalität. Wie kein anderer kann Hyundai Autos
mit einem scharfen Preis-Leistungs-Verhältnis bauen, und darum geht es beim
i20. Im Hinblick auf Umfang, Ausrüstung und Vollendungsqualität hat der
i20 einen freundlichen Preis.
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Die Autokosten enden nicht beim Kauf. Deswegen hat Hyundai auch ein
großes Interesse daran, dass das Auto vertrauenswürdig ist.
Hyundai verspricht, dass alle Motoren sehr sparsam sind und dabei doch
gute Leistungen liefern. Für diesen Test wurde mit dem 1.4 Liter Benzinmotor
gefahren, weil der laut Erwartung am populärsten werden soll.
Der i20 1.4 kommt mühelos im Verkehr mit und hat gerade so viel Reserve
im Haus wie nötig, um mal flott zu überholen oder einzufädeln. In einem
bergigen Gebiet klettert der 1.4 gut, wenn rechtzeitig in einen niedrigen
Gang geschaltet wird. Man merkt dann, dass der 1.4 Liter Motor bei niedrigen
Drehzahlen weniger drauf hat als gleichartige Motoren anderer
Hersteller.
Trotz der Tatsache, dass der Motor gut auf Drehzahl gehalten werden muss,
ist der i20 bemerkenswert leise, leiser sogar als die meisten Wagen der
Konkurrenz.
In der Praxis verbraucht der "i20 1.4 16v" auf der Landstraße etwa
5,7 Liter Benzin pro 100 km. In der Stadt meldet der schicke Bordcomputer
einen Konsum von 7,3 Liter Super pro 100 km. Der i20 ist in beiden Fällen
ein wenig sparsamer als die wichtigsten Konkurrenzfahrzeuge, die außerdem
etwas weniger Leistung liefern.
Priorität auf das Fahrverhalten
Auch bei der Straßenlage liegt die Priorität auf Zuverlässigkeit und
Vernunft. Die Straßenlage des i20 ist zusammengefasst als "zuverlässig" zu
bezeichnen. Wie gesagt wurde der i20 für den europäischen Markt gebaut.
Deshalb lenkt das Auto nicht zu leicht, nicht zu schwer, sondern genau
richtig. Das Fahrgestell ist herrlich robust und gibt ein sicheres und
solides Gefühl. In der Stadt bietet der i20 den benötigten Komfort auf
schlechten Straßendecken; auf der Autobahn ist das Auto sehr stabil und
ruhig.
Der i20 ist bestimmt kein herausforderndes Auto, aber dieser neueste
Hyundai hat sicher keine Angst vor einer Kurve. Insbesondere auf
schleudernden Straßen in einer bergigen Umgebung wird der i20 erst richtig
lebendig. Während auf dem Automarkt Niedergeschlagenheit herrscht, weiß der
i20 gerade fröhlich zu stimmen!
Fazit
In einer Zeit, in welcher die meiste Autohersteller es schwer haben,
kommt Hyundai mit einem Auto, das nicht wirklich erneuernd ist, keine
innovative Technik an Bord hat und nicht besonders gut designt ist. Das
scheint vielleicht unlogisch, es ist aber genau das Auto, auf das der
Markt wartet. In unsicheren Zeiten suchen die Menschen Sicherheit, und
darauf ist der i20 perfekt eingestellt.
Die Ausrüstung ist komplett, aber nicht übermäßig. Der scharfe Kaufpreis
ist zu betonen. In technischer Hinsicht taugt der i20, aber alle
Aufmerksamkeit ist auf Zuverlässigkeit und einen niedrigen Verbrauch
gerichtet statt auf das Fahrvergnügen.
Der i20 ist vielleicht kein herausforderndes Auto, er ist aber ein ganz
vernünftiges Auto. Gerade in dieser Zeit geht es darum, Prioritäten zu
setzen, und das hat Hyundai ausgezeichnet gemacht.
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