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Wenn es einen Punkt gibt, welchem der Ford Fiesta die lange
Hitgeschichte zu verdanken hat, dann ist es die Straßenlage.
Um welches Modell es sich auch handelt: Ford weiß wie kein
anderer ein sublimes Gleichgewicht zwischen Komfort und
Straßenlage zu finden.
Deswegen braucht man buchstäblich einige Kilometer, um zu
spüren, was den Fiesta von der Konkurrenz unterscheidet. In
der Regel geht Komfort auf Kosten der Straßenlage und
umgekehrt. Gerade bei Stadtautos ist das ein Problem: Sie
müssen vorzugsweise wendig sein und trotzdem auf schlechter
Straßendecke den benötigten Komfort bieten.
Schon in der ersten Kurve ist spürbar, dass der Fiesta kaum
überhängt und besonders ruhig bleibt. Wenn etwas
später eine Straße mit schlechter Decke folgt,
weiß der Fiesta alle Hügel und Löcher für den
Insassen schön glatt zu bügeln.
Dabei gibt die Lenkung das notwendige Feedback. Ford stimmt das
Lenkverhalten auf die gewählte Motorvariante ab.
Außerdem ist die Reaktionsstärke der Servolenkung
geschwindigkeitsabhängig. Dank des soliden Gefühls
benimmt sich der Fiesta wie ein größeres erwachsenes
Auto. Trotz der sublimen Straßenlage ist der Fiesta doch
nicht einfach ein vergnügliches flottes kleines Auto; er ist
der erwachsenste in seinem Segment.
Motoren
Der Fiesta ist mit drei Benzin- und einem Dieselmotor lieferbar.
Hier wurde mit dem 1.6 Liter Benzinmotor gefahren, und dieser
trägt viel zum guten Gefühl bei. Schon bei niedriger
Drehzahl ist viel Kraft vorhanden, weswegen mit dem Fiesta 1.6 sehr
entspannt gefahren werden kann.
In den ersten drei Gängen ist der Fiesta herrlich flott und
kann sich, falls gewünscht, schnell durch den belebten Verkehr
bewegen. Dieser schwere Motor bringt ausgezeichnete Leistungen,
aber dank des geringen Gewichts des Autos kommen die leichteren
Motoren auch gut hin.
Den höheren Gang nimmt man für den Komfort; dann
bleibt die Drehzahl niedrig und ist das Auto ruhig und sparsam.
Aber bei 110 km/h ist der Fiesta (sowohl in dieser
Benzinausführung als auch als Diesel) etwas unruhig.
Erstaunlicherweise kommt die Ruhe bei Geschwindigkeiten über
120 km/h wieder zurück. Im Test kam der 120 PS / 152 Nm starke
Fiesta auf einen durchschnittlichen Verbrauch von netten 6,5 Liter
pro 100 km.
Formgebung
Die Festfreude wird durch die Formgebung weiter erhöht. Es
ist bewundernswert, dass Ford nicht krampfhaft am Stil des alten
Modells festgehalten hat, sondern mit einem radikalen neuen Entwurf
kommt. Der neue Fiesta basiert auf dem "Kinetic"-Hausstil,
der auch für den Mondeo und den S-Max zum Einsatz kommt. Die
starken Linien kommen aber besser bei diesem kompakten Fiesta zur Geltung.
Nicht einzigartig, aber besonders: Der Fiesta wurde von einer
Frau entworfen. Dabei wurde schon während der Formgebung auf
das äußere in Verbindung mit den verschiedenen
Lackfarben geachtet. Insbesondere in leichten hellen Farben wird
das Linienspiel gut betont (das abgebildete Auto hat die Farbe
"Squeeze", auf dieser Webseite ist ein Wallpaper des Fiesta
zu sehen in "Spa").
Ford lässt wissen, dass die gewählte Form bei
Unfällen mit Fußgängern weniger Verletzungen
verursacht. Dazu kommt der Vorteil, dass kostspielige Bestandteile
an weniger empfindliche Stellen gebaut wurden, sodass Schäden
einfacher repariert werden können.
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Raum
Die Insassen haben absolut nicht das Gefühl, mit einem
kompakten Stadtwagen zu fahren. Besser gesagt: Der Kopf- und
Beinraum sind gut, nur der Bewegungsraum rund um die Vordersitze
verrät, dass es ein kleines Auto ist.
Der Raum auf dem Rücksitz ist grundsätzlich gut, aber
hier hat Ford eine Masche fallen gelassen. In der Rückenlehne
der Vordersitze sind Aussparungen angebracht, um den Beinraum auf
dem Rücksitz zu erhöhen. Diese sind aber so niedrig
platziert, dass Mancher noch immer mit den Knien gegen die
Vordersitze drückt. Auch der Gepäckraum kennt eine kleine
Unbequemlichkeit: Die große Hebeschwelle erschwert das
Einladen und Ausladen etwas.
Interieur
Dem Interieur wurde genauso kreativ Form gegeben wie dem
Exterieur. Auch hier ergeben die starren, klaren Linien ein
schönes Bild. Es ist schade, dass das Armaturenbrett weniger
starr an die Türen angepasst wurde, wodurch die so
sorgfältig aufgebaute Harmonie zerstört wird.
Die meisten Bedienungselemente finden sich in der Mittelkonsole,
wofür Ford laut eigener Aussage Inspiration bei Mobiltelefonen
gesucht hat. Einige der Tasten wurden sogar direkt von einem
populären Nokia-Handy kopiert.
Der Fiesta kann optional mit Gadgets wie Bluetooth,
Telefonkupplung, USB-Anschlussmöglichkeiten für
MP3-Spieler (inkl. gut funktionierender Verbindung mit dem Apple
iPod) und (genauso gut funktionierender) Sprachsteuerung
ausgestattet werden.
Alle verwendeten Materialien fühlen sich kräftig an,
und die Vollendung des Autos ist nett. Wieder weiß der Fiesta
sich mit einem vollwertigeren und erwachseneren Gefühl von der
Konkurrenz zu unterscheiden. Kurz gesagt: Mit dem neuen Fiesta
macht der Stadtwagen einen großen Schritt vorwärts. Mit
dem Fiesta gibt es buchstäblich und bildlich ein Fest in der Stadt!
Fazit
Es war eine angenehme Bekanntschaft! Es fängt mit einem
viel versprechenden äußeren an. Der neue Ford Fiesta
wurde auf der Basis des "Kinetic Design" entworfen, das
schon vorher beim Mondeo und dem S-Max verwendet worden war. Beim
kompakten Fiesta kommt es besser zur Geltung. Der Innenraum ist
gut, auch die Formgebung des Interieurs gibt ein gutes Gefühl
für das Auto. Durch einen kleinen ergonomische Fehler ist der
Beinraum hinten nicht groß.
Die Motoren bedienen sich beim letzten Stand der Technik und
bieten deswegen auch gute Leistungen, während der Verbrauch
bescheiden ist. Im Vergleich mit dem vorigen Fiesta ist diese
sechste Generation bedeutend schneller und doch sparsamer.
Der wichtigste Pluspunkt des Fiesta ist und bleibt die
Straßenlage: die ist sublim. Die Fahreigenschaften sind so
festlich wie das äußere vermuten lässt. Deswegen
ist der neue Ford Fiesta buchstäblich und bildlich Grund
für ein Fest.
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