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Dacia ist erst seit kurzem auf dem niederländischen Markt.
Aber in seinem Heimatland baut der rumänische Hersteller schon
Jahrzehnten Imitationen von Renault. Der Logan war das erste Modell
auf dem niederländischen Markt, und der
überwältigende Erfolg des Modells hat nach mehr geschmeckt.
Der neue Sandero hat eine modernere Formgebung und muss bei
einer noch größeren Gruppe preisbewusster Käufer
ankommen. Statt für eine altmodische Limousine hat sich Dacia
dieses Mal für ein flottes stromlinienförmiges
Schrägheck entschieden.
Interieur
Obwohl der Sandero ein total neues Modell ist, ist die
Verbindung zu Renault auch jetzt wieder unverkennbar. Genauer
gesagt: Auf der Heckklappe prangt ein "Dacia, by
Renault"-Aufkleber. Die technische Basis des Sandero besteht
auf einer vorherigen Generation des Renault Clio.
Das ganze Interieur lässt an eine Basisausführung
eines etwas älteren Renault-Modells denken. Sogar der Duft im
Auto ist unverkennbar der eines Renault! Der Entwurf des Sandero
ist elementar, aber mit einfachen Mitteln hat Dacia doch ein nettes
Cockpit gebaut. Dank der kontrastierten Panele hat das
Armaturenbrett sicher keine deprimierende Ostblock-Ausstrahlung.
Die standardmäßig montierte Ausrüstung ist
mäßig, aber alles Notwendige ist vorhanden. Dabei ist
dem Sandero jegliches Raffinement fremd. Alle Knöpfe sind
groß und grob. Die optionale Klimaanlage kennt nur zwei
Stellungen: nichts oder einen schneidenden Polarwind.
Tatsächlich bietet die Basiausführung die meisten
Vorteile. Sobald der Sandero mit Optionen ausgestattet wird, ist
der Unterschied zu anderen Preiskämpfern (Kia Rio, Chevrolet
Aveo) deutlich kleiner. Viele kleinere Unbequemlichkeiten und
ergonomische Fehler der Vorgänger des Sandero haben sich aufgelöst.
Trotz der Ausführung fühlt sich alles gediegen und
solide an. Die Türen schließen mit einen soliden
"Ploff". Nur die Heckklappe schließt mit einem billigen
blechernen Geräusch. Der Innenraum vorne und hinten ist prima,
entsprechend dem Preis für das Auto. Für die Summe, die
Dacia für den Sandero verlangt, sind normalerweise nur echte
Minis wie ein Daihatsu Cuore oder ein Toyota Aygo zu bekommen. Wer
maximalen Raum für einen minimalen Preis sucht, ist bei Dacia
an der richtigen Adresse (der Logan MVC tut es noch besser).
Straßenlage
Weil der Sandero etwas größer ist als die meisten
anderen Autos in diesem Segment, gibt der Dacia einem ein
erwachseneres Gefühl auf der Autobahn. Das Renault-Fahrgestell
bietet im Sandero mehr Ruhe und Stabilität als kleinere Autos.
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Die Straßenlage ist ausgezeichnet, sogar in
Paniksituationen reagiert das Auto sehr gutherzig. Die Servolenkung
(abhängig von der Ausführung) ist nicht empfehlenswert.
Trotz dieser Ausstattung lenkt der Sandero schwer. Das Gefühl
im Lenkrad ist mäßig bis schlecht; der Sandero lenkt
sehr indirekt.
Das selbe gilt für das Kuppeln und Schalten. Auch hier
fehlt alles an Gefühl und Verfeinung, woran europäische
Käufer gewöhnt sind. Der Sandero 1.4 braucht
Gewöhnung. Die ersten Stunden beschleunigt mancher mit
heulendem Motor und durchdrehender Kupplung. Weil alles so indirekt
und gefühllos funktioniert, braucht es übung, um gut mit
dem Sandero zu fahren. Danach hat sich der Dacia-Fahrer
umgewöhnt, und dann fährt der Sandero genau so gut wie
die meisten Konkurrenten.
Leistungen
Die Leistung des 1.4-Liter-Motors ist gering. Aus 1390 cc
Hubraum kann der Dacia 75 PS / 112 Nm holen, und das ist weniger
als bei den Konkurrenten. Der Grund ist, dass Einfachheit vorne an
steht. Dacia hat sich nicht für fortgeschrittene Technik
entschieden, um mehr Pferdestärken aus weniger Litern zu
holen, sondern für einfach zu produzierende und vor allem
einfach zu unterhaltende Mechanik. Auch eine einfache
rumänische Dorfwerkstatt muss den Sandero pflegen können.
Die Basisausführung der Sandero kommt ohne Probleme im
Verkehr mit, aber viel mehr als das wird es auch nicht geben. Wenn
hart oder schnell gefahren wird, nimmt das Geräuschniveau
schnell zu, und der Sandero fährt weniger angenehm. Schnelles
überholen oder sich Einfädeln geht schon, aber das Auto
lädt dazu nicht ein.
Wer eigentlich ruhiger fährt, hat am Sandero ein
bemerkenswertes, ruhiges und komfortables Auto. Weil der Sandero
einem schon einen ruhigen Fahrstil abnötigt, ist der Verbrauch
in der Praxis viel günstiger, als Dacia verspricht!
Fazit
Jede Ware kostet ihr Geld. Es ist einfach, Bemerkungen über
den neuen Dacia Sandero zu machen. Das Auto kennt wenig
Verfeinerung, die Lenkung ist indirekt und die Leistungen sind mäßig.
Vom Preis ausgehend dürfen keine hohe Ansprüche
gestellt werden. Und in dem Licht gesehen bietet Dacia ein gutes
Auto. Der Sandero gehört zu den billigsten Autos auf dem
Markt, bietet aber bedeutend mehr Raum und Komfort als andere
Basismodelle. Es ist vor allem das Basismodell, womit der Sandero
optimal seine Vorteile bietet.
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