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Das äußere zeigt sofort, worum es sich beim GLK
handelt. Es ist nicht die Art so vieler modischer "wanna be" SUV,
sondern ein Auto, das zeigt, dass ihm nichts zu viel und alles
möglich ist. Die eckigen Formen sind von der Mercedes G-Klasse
abgeleitet und geben auch diesem kleinen GLK eine ebenso
unbesiegbare Ausstrahlung.
Auch im Interieur ist alles gerade und eckig, womit der GLK sich
deutlich von der Masse abhebt. Der Fahrer sitzt nachdrücklich
aufrecht und schaut durch eine relativ kleine, gerade stehende
Windschutzscheibe über die Motorhaube hinweg. Das sorgt
dafür, dass der GLK den Anschein erzeugt, ein unbesiegbares
Fahrzeug zu sein.
Der Raum vorne im GLK ist ausgezeichnet. Auf dem Rücksitz
ist der Platz für einen Wagen dieses Umfanges
durchschnittlich. Der Gepäckraum misst 450 Liter, etwas
unterdurchschnittlich in diesem Segment. Um klar zu machen, dass
auch dieses kleinste SUV ein richtiger Mercedes ist, wird aller
üblicher Luxus mitgeliefert. So ist die Heckklappe (optional)
elektrisch bedienbar. Für einfacheres
Rückwärts-Einparken ist das Auto mit einer nach hinten
schauenden Kamera ausgestattet.
Leistungsdrang
Bei der Einführung wird der GLK mit zwei
Sechzylinder-Motoren angeboten, später folgen die leichteren
Motoren. Ein siebenstufiges Automatikgetriebe (mit der
Möglichkeit, manuell zu schalten) ist standardmäßig
montiert. Für diesen Test wurde der GLK sowohl mit dem 350
(3,5 Liter Sechszylinder-Benzinmotor) als auch mit dem 320 CDI (3,0
Liter Sechszylinder-Dieselmotor) gefahren. Beide machen dieses
gebildet aussehende SUV zu einer richtigen Bestie.
Die Motoren reagieren sehr begierig auf das Gaspedal, die
Benzinvariante etwas schärfer. Ein vorsichtiger Druck aufs
Gaspedal reicht schon, um mit einer kräftigen Bewegung
wegzufahren. Für den, der einmal die überreichliche
Leistung erkannt hat, ist die Verlockung groß, jede Chance zu
ergreifen, um die komplette Motorleistung zu benutzen. Immer wieder
ertönt ein tiefer und mächtiger Laut (auch beim
Dieselmotor!) und bahnt sich wie ein Bullenreißer einen Weg
durch den übrigen Verkehr. Der Diesel ist mindestens genauso
herausfordernd, aber er ist noch stärker bei hohen
Geschwindigkeiten auf der Autobahn.
Wenn ruhig gefahren wird, ist der GLK besonders leise; sowohl
Seitenwind als auch mechanische Geräusche werden auf ein
Minimum beschränkt. Dann ist der Verbrauch für ein
Fahrzeug dieses Umfangs sehr kultiviert.
Straßenlage
Dank der "Agility Control" kann der GLK seine
Straßenlage an jede Situation anpassen. Der GLK sollte auf
der Autobahn dynamischer und sportlicher zu lenken sein und auf
innerstädtischen Straßen extra Komfort bieten.
In der Praxis ist dar Effekt dieses Systems gering. Der GLK ist
kräftig gefedert, aber trotzdem scheint das Auto wegen der
hohen Sitze in der Kurve überzuhängen. In schnellen
Kurven oder während einer Notbremsung ist außerdem
deutlich zu spüren, dass es ein schweres Auto ist, und daran
ändert auch die kluge Elektronik nichts. Wie gut die Motoren
auch sein mögen, es ist und bleibt ein Geländewagen
(obwohl der GLK von der Technik her auf der C-Klasse basiert).
Mercedes' Anti-Slip-Einrichtung sorgt dafür, dass die
Sicherheit immer gewährleistet ist. Das System reagiert aber
spürbar schneller und häufiger als bei konventionellen
Autos. Auf eine beschädigte Straßendecke kann der GLK
bei hoher Geschwindigkeit aufspringen, wobei das ESP ständig
kleine Korrekturen ausführt, was das Auto unruhig werden
lässt. Vor allem für den Beifahrer ist dieses Verhalten unbequem.
Mit dem optionalen Sport-Paket wird der GLK um 20 mm
tiefergelegt und die Straßenlage verbessert. In der Praxis
ist der Unterschied zum standardmäßig montierten
Fahrgestell gering. Für manchen wird vor allem das
stromlinienförmige äußere der Sport-Variante
verlockend sein. Für diesen Fahrtest wurde jedoch
hauptsächlich mit einer Offroad-Variante gefahren.
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 Geländefahren
Jeder GLK wird mit ständigem Allradantrieb sowie einem
System, das verhindert, dass die Motorleistung nicht vom am
leichtesten drehenden Rad angegeben wird, ausgestattet. Im
Gelände kann das am leichtesten drehende Rad in der Luft
hängen oder hilflos in lockerem Sand durchdrehen. Indem die
Leistung zum am schwersten drehenden Rad geleitet wird, kann der
GLK sich sogar aus Situationen retten, in welchen nur ein Rad
Bodenhaftung hat.
Obwohl der GLK nicht nur mit purer Offroad-Technik wie niedrigem
Gearing oder "diff locks" ausgestattet ist, wird ein derartiger
Effekt durch die Elektronik des optionalen "off-road"-Pakets
erreicht. Dann werden ESP (Elektronisches
Stabilitäts System) und ABS (Anti
BlockierSystem) ans Geländefahren angepasst. In
der speziellen Offroad-Einstellung reagiert das Gaspedal nicht so
direkt. Dadurch ist es einfacher, das Auto exakt zwischen
Schleudern und Bodenhaftung zu halten, wie es beim
Geländefahren notwendig ist.
Außerdem macht der Computer Geländefahren
kinderleicht. Um eine steile Neigung hochzufahren, reicht es aus,
Vollgas zu geben. Der Computer sorgt dafür, dass es gut geht.
Für das Herunterfahren reicht es, die Bergabfahrhilfe zu
aktivieren, die gewünschte Bergabgeschwindigkeit zu
wählen und die Bremse loszulassen. Daraufhin fährt das
Auto brav und kontrolliert hinunter, bis zu Neigungen von 70%!
In der Praxis funktionieren diese Systeme gut. Der GLK
pflügt, dank der Computer, tapfer gegen unwahrscheinlich
steile Hänge an. Der Computer rettet den Fahrer aus
Situationen, für die normalerweise viel Geschicklichkeit
notwendig wäre. Dabei fühlt sich das Auto gut an, und das
macht das Geländefahren einfacher und schöner.
Der Bodenschutz kann unwahrscheinlich schwere Schläge
auffangen, und auch wenn es (zu) heftig wird, arbeitet sich der GLK
noch immer unerschütterlich weiter durchs Gelände. Er ist
kein "Softie", er ist buchstäblich und bildlich ein scharfer
Geländewagen, der gut arbeiten kann!
Fazit
Weiß der Mercedes Benz GLK die Sensation und die
praktischen Möglichkeiten der größeren SUV in
kompakter Form zu liefern? Sicherlich! Das eckige äußere
macht den GLK genauso spannend wie die großen Modelle. Das
Interieur ist eine gelungene Mischung der selben eckigen Formen mit
allem Luxus, der heute von einem SUV erwartet werden darf. Dadurch
gibt der GLK einem wirklich das Gefühl, ein besonderes,
kräftiges Auto zu fahren.
Das Gefühl wird durch die Fahreigenschaften noch
verstärkt. Der GLK benimmt sich trotz "Agility Control"
auf öffentlichen Straßen wie ein Geländewagen,
nicht wie ein Personenkraftwagen. Das bedeutet nachdrückliches
überhängen in der Kurve und Tauchen bei kräftigem
Bremsen. Der GLK fährt gut, ist aber nicht das am besten
lenkbare Auto in seiner Klasse. Im Gelände unterscheidet sich
der GLK nachdrücklich von der Konkurrenz. Hier bringt der GLK
sehr gute Leistungen, und wird das spannende äußere in
Tatkraft umgesetzt.
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