28 Oktober 2008
Opel Insignia (2008 - 2017)

Opel Insignia (2008 - 2017)

Neue Signatur

Autotest | Opel hat sich für eine neue Signatur entschieden. Der Opel Insignia ist nicht als Nachfolger des Vectra gemeint, sondern als ganz neues Auto für den Geschäftsfahrer. Künftig werden Luxus und Design hervorgehoben. Dieser neue Opel muss nicht nur mit Verstand, sondern auch mit Gefühl gewählt werden. Gleichzeitig soll das vertraute, gediegene Opel-Gefühl geblieben sein. Ob das gelungen ist?
 

Der Opel Insignia ist völlig anders. Das fängt schon beim äußeren an. Der prominente Chrom-Kühlergrill und Fernstrahler oben in der Front geben dem Insignia eine sehr elegante Ausstrahlung. Von der Seite her gesehen steht der Insignia mitten zwischen einer stramm formgegebenen Limousine und einem viertürigen Coupé. Vor allem die hier gezeigte Farbe "Pannacotta" kommt dem Linienspiel zugute.

Was dem Insignia seinen gewünschten Flair gibt, ist die Aufmerksamkeit für Details. Es ist ganz deutlich keinen Durchschnitts-"Leasingauto", sondern ein Auto, das mit Leidenschaft entworfen wurde. So ist das Insignia-Markenlogo an allen Stellen sichtbar. Es ist der beleuchtete LED-Rand um den Scheinwerfer herum (der gleichzeitig als "Tagfahrlicht" dient), und auch die Rückleuchten brennen im Form des Insignia-Markenlogos. Die Beleuchtung der Uhren ändert sich von weiß nach rot, wenn sportlich gefahren wird.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Interieur

Wie Opel verspricht, geht das äußere nicht auf Kosten der Gediegenheit. Die Vollendung ist makellos, und die eingesetzten Materialen sind von spürbar hoher Qualität.

Trotz der Coupé-artigen Linien ist der Innenraum großzügig. Mehr noch: der Kopfraum vorne ist überdurchschnittlich groß! Mit den ganz zurückgestellten Sitzen in der können sogar große Fahrer nicht mehr an die Pedalen ran! Der Raum auf dem Rücksitz und die Größe des Gepäckraumes sind nur durchschnittlich für ein Auto dieses Umfangs.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Auch das Interieur ist auf schick getrimmt. Die luxuriöseste Ausführung "Cosmo" wurde mit einer Polsterung in beigem Leder und einem beigen Armaturenbrett mit Holzdesign ausgestattet. Damit hat der Insignia das Format eines richtigen Manager-Autos.

Wer eine modernere Atmosphäre bevorzugt, entscheidet sich für die "Sport"-Ausführung, in welcher dunkle Farbtöne und Panele in Klavierlack vorherrschen. Außerdem wurde der "Sport" mit solch herrlichen Sportsitzen ausgestattet, dass diese alleine schon ein Grund dafür sind, sportlich zu fahren.

Opel Eye

Der Erneuerungsdrang beim Insignia beschränkt sich nicht auf das äußere. Opels Augenstern hat auch eine Anzahl technischer Innovationen an Bord. Die auffälligste ist das "Opel Eye". Eine Kamera hinter der Windschutzscheibe schaut mit dem Fahrer mit und liest Verkehrszeichen.

In einem Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser erscheinen als Gedächtsnisstütze die geltende Höchstgeschwindigkeit oder zum Beispiel eine Meldung zum überholverbot. Das System funktioniert in der Praxis gut und lässt sich nicht von Zeichen irritieren, die einer Geschwindigkeitsandeutung ähneln, auch nicht von dem mit der maximalen Achslast für LKWs ("4,0 Tonnen"). Auch das Ende des überholverbots oder Ende der Höchstgeschwindigkeit werden korrekt erkannt.

Wer jeden Tag die selben Strecken fährt, dem nutzt das "Opel Eye" kaum. Aber an unbekannten Orten ist es möglich, dass der Fahrer die Vorschriften nicht genau kennt, und dann macht das allsehende Auge von Opel das Leben ein wenig bequemer. Im Hinblick auf den Mehrpreis ist diese Option sicher empfehlenswert.

Adaptive Forward Lighting

Auch ganz sinnvoll ist "Adaptive Forward Lighting" (AFL). Damit "denken" die Scheinwerfer mit dem Fahrer mit. Auf der Autobahn wird die Ausleuchtung gedehnt, um die Straße vor dem Auto so weit wie möglich zu beleuchten. In der Stadt wird die Ausleuchtung breiter, damit Verkehrsschilder, Fußgänger und Fahrräder besser zu sehen sind.

Der handlichste Bestandteil ist das automatisch einschaltende Fernlicht. Wenn AFL keinen anderen Verkehr sieht, wird das Fernlicht automatisch eingeschaltet. Sobald Gegenverkehr erscheint (oder ein fahrendes Auto vom Insignia erkannt wird), wird automatisch das Abblendlicht gewählt.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Das Fernlicht wird manchmal für den Bruchteil einer Sekunde später vom Computer ausgeschaltet, als es der Fahrer gemacht hätte. Außerdem sieht der Computer die eigenen Reflexionen zum Beispiel in einem Verkehrsschild für ein anderes Auto an, wodurch das Fernlicht unnötig abgeschaltet wird. Abgesehen von diesen "Schönheitsfehlern" macht AFL das Fahren im Dunkeln einfacher und sicherer.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Motoren

Der Insignia wird bei der Einführung (Dezember 2008) mit vier Benzin- und drei Dieselmotoren lieferbar sein. Mitte 2009 folgt noch ein supersparsamer "ecoFLEX" Motor.

Für diesen Test wurde zunächst mit dem stärksten lieferbaren Motor gefahren: dem 2,8 Liter V6 (260 PS / 350 Nm). Dieses Modell überzeugt als sportlichster Insignia, denn der Motor ist äußerst begierig und macht aus der schicken Geschäftslimousine ein durchaus schnelleres Auto. Außerdem ist der V6 manuell geschaltet, was zum sportlichen Gefühl beiträgt. Dank des standardmäßig montierten Allradgetriebes wird die Leistung sicher und ohne durchdrehende Räder auf die Straßendecke gebracht.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Der viel vorteilhaftere 2,0 Liter Vierzylinder Turbomotor (220 PS / 350 Nm) arbeitet gefühlsmäßig fast genau so gut wie der V6. Der kleinere Motor sorgt dafür, dass das Auto leichter ist, was sich direkt in einer dynamischeren Straßenlage zeigt.

Trotzdem wurden die meisten Kilometer mit dem 2,0 Liter 160 PS starken Dieselmotor gefahren. Dieser ist etwas laut und unwillig, solange er kalt ist, aber nach einigen Minuten ist der Motor warmgefahren. Dann ist dieser Diesel bemerkenswert ruhig und geschmeidig. Hier zeigt sich noch ein Vorteil der besonderen Formgebung: Der Insignia hat eine gute Stromlinie, was den Seitenwind verringert. Die Fahrgeräusche sind minimal, und besonders dieser Diesel ist ein erstklassiger Kilometerfresser.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Straßenlage

Beim Insignia wird der Komfort betont, aber das heißt nicht, dass er ein übertrieben sanft gefedertes Auto ist. Opel hat einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit gefunden. Das Fahrgestell bleibt kräftig, so wie es von einem europäischen Hersteller erwartet wird. Es sind der große Umfang und das moderne Fahrgestell, welche das Auto sehr stabil und ruhig machen.

Zusammen mit dem Ford Mondeo und dem Volkswagen Passat gehört der Insignia zu den größten Autos seiner Klasse. Trotzdem ist der Insignia überraschend handlich. In der Stadt oder sogar in einem engen Parkhaus ist der Insignia einfach zu manövrieren, und das bei einem Auto dieses Umfangs nicht selbstverständlich.

Außerdem kann mit "FlexRide" der Charakter an die Stimmung des Fahrers angepasst werden. Dazu drückt man einen Knopf. Aber wenn der Computer erkennt, dass der Fahrer sportlicher fährt (die Gravitationsbeschleunigung wird gemessen), passt der Insignia automatisch die Lenkung, die Reaktion auf das Gaspedal und den Antrieb an.

Opel Insignia (2008 - 2017)

Kurz gesagt: Der Insignia ist ein ganz anderes Auto als der Vectra, und deswegen hat man sich für einen anderen Namen entschieden. Der Insignia hat mehr Charakter und betont Luxus und Design. Opel gefällt es gut!

Fazit

Opel führt einen ganz neuen, luxuriösen Geschäftswagen ein. Mehr als je zuvor werden das äußere und die Ausrüstung betont. Gleichzeitig ist das vertraute, gediegene Gefühl, das für Opel typisch ist, geblieben.

Die Fahreigenschaften sind gut, aber nicht überdurchschnittlich. Dank des großen Umfangs ist der Insignia ruhig und stabil. Die Motoren bedienen sich einer Technik, durch die sie gut arbeiten und doch sparsam sind. Damit ist der Insignia ein gutes, modernes Auto, aber nicht besser als die anderen.

Der Insignia unterscheidet sich von der Konkurrenz besonders durch sein schickes äußeres. Dabei ist die Ausrüstung interessant, und Optionen machen den Insignia wirklich speziell. "FlexRide" passt den Charakter des Autos auf den Fahrstil des Fahrers an, aber der Effekt ist gering. Das "Opel Eye" (automatisches Ablesen von Verkehrsschildern) und "AFL" (Beleuchtung, die sich automatisch an die Situation anpasst) sind wirklich empfehlenswert, denn sie machen das Leben bequemer und das Fahren sicherer.

plus
  • Fortschrittliche Technik
  • Distinguierte, geschäftliche Formgebung
min
  • Mäßiger Raum hinten