Manche Autos "schreien" es heraus und grüßen den
Fahrer bereits von weitem mit lauten Signalen und eingeschalteten
Pannenblinkern. Nach dem Umdrehen des Schlüssels leuchtet ein
Lampenarsenal auf und der Bordcomputer grüßt die
Passagiere mit aufblitzenden Logos und Animationen. Nichts von
alldem beim neuen Ford Mondeo. Obwohl das Auto mit seinem neuen
"New Edge Design" sehr modern und professionell aussieht, ist die
Bescheidenheit Trumpf beim Mondeo. "New Edge" ist das einmalige
Styling von Ford, bestehend aus den runden Formen, die in den
Schnittpunkten von scharfen Winkeln durchkreuzt werden.
Das Design wurde etwas weniger konsequent als bei anderen
Ford-Modellen durchgeführt. Deswegen unterscheidet sich der
Mondeo nur in Details, wie schön geschnittene Scheinwerfer,
von anderen. Damit ist es Ford gelungen, den Mondeo zugleich
geschäftlich sittsam und ausgesprochen modern zu gestalten.
Aus dem so schön stilisierten Äußeren hat man
außerdem einen maximalen Innenraum gestaltet. Der Platz vorne
ist enorm, die Rücksitzbank bietet mehr als ausreichend Platz
für zwei Erwachsene und auch der Kofferraum ist
großzügig bemessen.
Innenraum
Der Innenraum des Mondeo hat genauso eine moderne Ausstrahlung
wie sein Äußeres. Das Design, runde Formen wechseln mit
scharfen Winkeln, kommt auch hier wieder vor. Dabei bedeutet der
Übergang von einer Form in die andere auch den Übergang
in ein anderes Material. Das Ganze strahlt nur wenig Wärme
aus, ist aber unstrittig professionell und fortschrittlich. Sogar
das Lenkrad besteht aus einem Materialmix von Leder, Kunststoff und
Metall. Die diversen Materialien und Farben werden auch verwendet,
um das Armaturenbrett in Funktionsgruppen einzuteilen. So sind die
Lüftungsgitter in schwarz gestaltet, während man die
häufiger verwendeten Schalter der Klimaanlage und das Radio
auf einem Aluminiumpanel findet. Nur die ovale Analoguhr fällt
etwas aus dem Rahmen und ist außerdem (für den
jüngeren Fahrer?) weniger schnell ablesbar als ein digitales Exemplar.
Gerade durch die Übersichtlichkeit scheint die Anzahl der
Tasten auf den ersten Blick sehr gering. Während des Tests
scheint der Mondeo jedoch großzügig mit allem Komfort
ausgestattet zu sein. Ford hat diverse "Bedienelemente" so logisch
platziert, dass die Schalteranzahl begrenzt bleiben konnte. Selten
ließ sich eine Klimaanlage so leicht bedienen und auch ein
Tempomat ließ sich selten so intuitiv verwenden, dass das
Anweisungsbuch während der ganzen Testperiode im Handschuhfach
bleiben konnte. Nur der Bediengriff des Radios ist zu tief am
Lenkrad platziert worden, mit dem Resultat, dass die Knie manches
Fahrers unbeabsichtigt mehr Kontakt mit dem Schalter, als die
Hände, haben werden. Die Sitze sind trotz der vielen
Verstellmöglichkeiten entwaffnend einfach einzustellen. Die
Sitzhöhe ist sogar elektrisch verstellbar.
Sicherheit
Im Bereich Sicherheit hat Ford sich für Mittelklassewagen
die Latte sehr hoch gelegt. So ist das Auto standard mit sechs
Airbags ausgestattet, die Stoßstangen können
Zusammenstöße bis zu 7 Km/h verkraften, ohne sich
permanent einzubeulen, die Kopfstützen bieten zusätzliche
Sicherheit bei Schleudertrauma und die Pedale springen bei einem
Unfall leicht weg. Wie erwartet in dieser Klasse sind ABS, inkl.
elektronischen Bremskraftverteiler und Anti-Einbruchkontrolle
standard. Diese elektronischen Hilfen sind nicht zu aufdringlich,
so dass sich der Mondeo auch bei einem starken Schauer problemlos
mit vier quietschenden Reifen durch eine Kurve fahren
ließ.
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Wenn man schnell mit dem Mondeo fährt, hat der Fahrer ein
zufriedenes Gefühl und es macht ihm wirklich viel Spaß
mit dem Mondeo zu spielen. Das Fahrgestell kreiert dabei einen fast
perfekten Mittelweg zwischen Komfort und Kommunikation. Dieses
Vergnügen wird nur etwas durch die Lenkung verringert, die
unter allen Umständen zu sehr verstärkt ist. Die Bremsen
sind wirklich sehr gut dosierbar und erfüllen ihre Aufgabe
unter allen Umständen gut.
Diesel
Der 2.0-Liter TDdi reagiert außerordentlich direkt aufs
Gas, so dass der Fahrer fast automatisch schneller als
gewöhnlich fährt. Das kommt dadurch, dass die
Getriebeübersetzungen so gewählt sind, dass der Fahrer
häufiger als bei anderen Artgenossen schalten muss und den
Motor so automatisch auf Touren hält. Wer das tut, wird
keineswegs enttäuscht sein. In der Stadt lässt sich das
Auto leicht und ruhig fahren, auf Nebenstraßen sind flotte
Überholmanöver möglich und auf der Autobahn sind
hohe Dauergeschwindigkeiten absolut kein Problem.
Nur der etwas unruhige Bereich zwischen 2000 und 3500 U/min
lässt noch etwas zu wünschen übrig. Dann ist von
unten ein leichtes Zittern zu fühlen, das laut Ford durch die
so genannte "Vor-Einspritzung" verursacht wird. Diese Technik macht
das Auto bei anderen Drehzahlen aber richtig ruhig, trotzdem kann
es, zum Beispiel in der Stadt, auffallend oft vorkommen. Ansonsten
ist der 115 PS starke Diesel ein nützlicher Partner, der gut
zum Auto passt. Genauso wie das Fahrgestell unter allen
Umständen ein vorbildliches Verhalten zeigt, tut auch der
Motor in jeder Situation genau das, was der Fahrer von ihm verlangt.
Fazit
In allen Punkten gehört der Ford Mondeo zur Spitze in der
Mittelklasse. Der Mondeo schreit es nur nicht heraus. Genau wie
andere Autos ist auch der Mondeo mit Tricks ausgestattet, die das
Leben verschönern. Beim Mondeo wird der Fahrer damit aber
nicht explizit konfrontiert. Die Extras erfüllen ihre Funktion
einwandfrei, ohne dass der Fahrer nachdenken muss. Der Mondeo ist
vielleicht nicht das schönste oder spannendste Auto, aber es
ist besonders angenehm ihn zu besitzen. Ford Mondeo, zu Ihren Diensten.
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