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Schwamm drüber! Von vorn anfangen. Nachdem Subaru den
Forester dank vieler Verjüngungskuren fast ein Jahrzehnt lang
auf den Beinen gehalten hat, wurde das Auto jetzt ganz neu entworfen.
Trotzdem haben die Entwickler nicht wieder auf einem
weißen Blatt angefangen, denn der Forester teilt die Basis
mit dem neuen Impreza. Das spürt man auch während der
Fahrt. Im Gegensatz zu manchem Geländewagen hat dieser
"cross over" eine ausgezeichnete Straßenlage. Ab dem
ersten Moment weiß der Forester das Vertrauen der Fahrer zu gewinnen.
Straßenlage
Der Forester ist nicht nur eine Mischform aus Geländewagen
und Kombi, er fährt sich auch so. Vom Geländewagen hat
der Forester den hohen Sitz und die dazugehörige gute
übersicht über den übrigen Verkehr.
Der Forester ist aber bedeutend niedriger als ein richtiger
Geländewagen, und das kommt den Fahreigenschaften zugute. In
(zu) schnellen Kurven hängt die Karosserie etwas über,
während die Räder immer sicher der vorgegebenen Spur
folgen. Wenn zielbewusst die Grenzen gesucht werden, fühlt es
sich an, als ob das Fahrgestell eher auf eine Korrektur reagiert
als der Rest des Fahrzeugs. Das ist zwar unüblich, aber sicher
nicht gefährlich oder unangenehm.
All wheel drive
Die ausgezeichnete Straßenlage ist auch der eigensinnigen
Subaru-Technik zu verdanken. Die Konstruktion des Motors, die
Federung und der Antrieb sind so gewählt, dass der Schwerpunkt
so niedrig wie möglich liegt.
Wie (fast) jeder Subaru ist der Forester mit Allradantrieb
ausgestattet. Das dient vor allem der Sicherheit. Dadurch, dass die
Motorleistung auf alle vier Räder übertragen wird, ist
die Gefahr schleudernder Reifen kleiner und damit unter allen
Umständen optimale Bodenhaftung garantiert.
Dabei ist der Forester mit niedrigem und hohem Gearing
ausgestattet. Das ist vergleichbar mit zwei Fahrzeuggetrieben:
einem gewöhnlichen und einem, mit welchem das Auto träge,
aber kräftig ist. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn ein
Anhänger zu ziehen ist. Während der Fahrt kann zwischen
hohem und niedrigem Gearing gewechselt werden.
Ins Gras beißen
Bei allen anderen Subaru-Modellen dienen der Schwerpunkt,
"All Wheel Drive" (AWD) und ggf. niedriges Gearing der
Sicherheit. Der Forest geht einen Schritt weiter. Dieser rohe
Subaru hat etwas größere Bodenfreiheit als ein
durchschnittlicher Personenwagen und eignet sich deshalb auch
für (einfache) Geländefahrten.
Viele Geländewagen sind mit einem intelligenten System
ausgestattet, das unabhängig von der Situation die
Motorleistung über die Vorder- und Hinterreifen verteilt. Aber
in der Regel geht die Leistung zu den Rädern, die am wenigsten
Widerstand leisten. Damit nicht die schleudernden Räder alle
Leistung bekommen (und das Auto weiter ins Schleudern gerät),
wird mit komplizierten Lösungen gearbeitet.
Subaru benutzt ein einfaches System: Die eine Hälfte der
Motorleistung wird immer auf die Vorderräder übertragen,
die andere Hälfte immer auf die Hinterräder. Die
Nachteile davon sind, dass die ganze Leistung nie auf einer Achse
allein genutzt werden kann und dass der Verbrauch etwas höher
ist. Der Vorteil ist, dass alle Räder immer garantiert
angetrieben werden.
Dank der standardmäßig montierten "all
weather" Reifen weiß sich der Forester im leichten
Gelände ausgezeichnet zu beweisen. Das niedrige Gearing
braucht man jetzt, um das Gas genau zu dosieren. Der Forester
lässt sich deshalb folgsam durch Sand und Schlamm lenken. Das
durchschnittliche SUV kommt überhaupt nie ins Gelände.
Der Forester kommt trotz der relativ einfachen Technik weiter als
mancher Urlauber oder Trailertrecker je braucht.
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Motor
Zum Zeitpunkt, in welchem dieser Artikel geschrieben wird, wird
der Forester mit nur einem Motor ausgeliefert: einer
durchentwickelten Version des existierenden 2.0 Liter Boxermotors.
Dieser liefert 150 PS / 200 Nm, und das ist genau richtig. Dieser
Motor ist vor allem für Effizienz und einen niedrigen
Verbrauch ausgelegt. Außerdem ist der neue Forester bedeutend
schwerer als sein Vorgänger, deshalb sind die Leistungen geringer.
Vor allem im ersten und zweiten Gang fühlt sich das Auto
schwer und unwillig an. Einmal über die 60 km/h hinaus im
dritte und vierten Gang, ist der Forester geradezu begierig und
flott. Das typische Boxergeräusch ist etwas hörbar, die
übrigen Fahrgeräusche sind durchschnittlich für ein
Auto dieses Segments.
Im Hinblick auf die erbrachten Leistungen und die moderne
Technik ist der Verbrauch heftig: Er kam bei der Testfahrt auf
genau 1 auf 10. Etwa im Herbst dieses Jahres wird ein Forester mit
sparsamem Dieselmotor erwartet. Ein schneller Turbomotor, wie bei
der vorherigen Generation des Forester, wird wegen der zu hohen
Emissionen nicht wieder kommen.
Geräumig
Subaru versandet nicht länger im selben Fehler. Deswegen
wurde bei dieser dritten Generation Forester auch stark auf die
Formgebung geachtet. Das Auto ist repräsentativ genug für
sachliche Benutzer, hat aber gleichzeitig das stramme und
unerschütterliche äußere, das viele SUV-Käufer mögen.
Der neue Forester ist kräftig gewachsen, und das kommt vor
allem dem Raum auf den Rücksitzen zugute. Im Vergleich mit
üblichen SUVs ist dieser Forester aber nicht mehr als
durchschnittlich geräumig. Im Vergleich mit einem normalen
Personenwagen bietet der Forester allerdings sehr viel Raum.
Auch die Formgebung des Interieurs ist ein großer Schritt
nach vorne. Das Armaturenbrett sieht modern und vor allem
ausgeglichen aus. Das Interieur des Foresters ist nicht länger
ein Produkt jahrelanger Evolution, sondern ein Entwurf, der von
Anfang an stimmt.
Fazit
Der erste Subaru Forester was ein richtiger Trendsetter. Subaru
hat als erstes eingesehen, dass ein SUV nicht für eine
Expedition im Dschungel gekauft wird, sondern wegen der
Geräumigkeit und der Ausstrahlung. Deswegen kam Subaru mit
einer Zwischenform: Der Forester bietet den Raum eines SUV und die
Sicherheit des Allradantriebs.
Das äußere steht noch zwischen einem großen
Kombi und einem äußerst kultivierten Geländewagen.
Weil der Forester niedriger als ein SUV ist, ist die
Straßenlage besser. Auch Subarus eigensinnige Technik sorgt
dafür, dass der Forester bedeutend besser lenkt als ein
traditioneller Geländewagen.
Der neue Forester sorgt aber nicht von Neuem für eine
Revolution. Alle starken Punkte sind geblieben, daneben ist das
Auto vor allem raffinierter geworden. Der Forester fährt
strammer und sportlicher als bisher, bietet moderne Technik und
mehr Raum.
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