17 Oktober 2007
Peugeot 308

Peugeot 308

Eine starke Nummer

Autotest | Große Neuigkeiten! Peugeot hat eine neue Nummer eingeführt. Der 308 ist der erste Peugeot der "8"-Serie. Außerdem ist er der Nachfolger des meistverkauften Peugeot, des 307. Ist diese neue Nummer die Revolution, und wird es wieder das meistverkaufte Modell werden?
 

Es scheint ein bisschen übertrieben, für den 308 eine komplett neue Serie einzuläuten. Das Auto steht ja auf dem Fahrgestell des 307. Auch die Motoren sind größtenteils vom 307 übernommen. Und auch das äußere ähnelt den bisher existierenden Modellen.

Aber einmal damit unterwegs ist der Unterschied sofort klar. Das erste, was auffällt, ist die enorm große Frontscheibe. Diese ist weiter nach unten durchgezogen und bietet damit eine bessere Aussicht und ein größeres Raumempfinden. Der Testwagen ist außerdem mit einem gigantischen gläsernen Panoramadach versehen. Nur ein Cabrio gibt einem ein größeres Gefühl von Freiheit.

Der 307 hatte im Autoland für eine Revolution gesorgt, weil das Auto genauso groß, aber bedeutend höher war als der Durchschnitt. Deswegen hat der 307 ungeahnt viel Innenraum. Der 308 bietet mindestens genauso viel Raum, aber durch eine kluge Bauweise (unter anderem niedrige Sitze) ist die Dachlinie jetzt tiefer und die Stromlinienform besser.

Peugeot 308

Vorn bietet der 308 vollauf Kopf- und Beinraum. Die Vordersitze stehen weit auseinander, damit es mehr Bewegungsfreiheit gibt. Der Platz auf der Rückbank und im Kofferraum ist aber nicht überdurchschnittlich.

Austattung

Der Entwurf des Armaturenbretts ist typisch Peugeot, und auch die Instrumente sind als Standard-Peugeot-Komponenten erkennbar. Das bedeutet leider, dass der Tacho nur "französische Geschwindigkeiten" genau wiedergibt. 100 und 120 km/h sind nicht mit Zahlen auf der Skala wiedergegeben, und der Fahrer muss selbst einschätzen, wo diese Geschwindigkeiten liegen. Daher besteht das Risiko, dass der brave Fahrer mehr auf seinen Tacho schaut als auf den übrigen Verkehr.

Peugeot 308

Radio und CD-Spieler lassen sich mit einem Hebel am Lenkrad bedienen und können heutzutage auch MP3-Dateien abspielen. Der Bordcomputer kann über zwei Strecken gleichzeitig informieren. Der Tempomat kann auch als Geschwindigkeitsbeschränker tätig werden. Eine schöne und bequeme Option ist der Parfümierer, der immer für angenehmen Geruch im Fahrzeug sorgt.

Fahren

Wie schon erwähnt steht der 308 auf dem Fahrgestell seines Vorgängers. Trotzdem benimmt sich der Neuling komplett anders. Der 308 ist kein neues Auto mit alter Technik, sondern gehört zum Gipfel seines Segments. Das Fahrgestell ist genau so, wie es sein muss: nicht zu sanft, aber auch nicht zu hart. Das Gefühl am Lenkrad ist gut; mancher Fahrer weiß sofort, wo die Grenzen sind.

Peugeot 308

Weil der 308 ein Auto für Jedermann ist, ist es auch für sportliches Fahren geeignet. Er ist jedoch kein ausgesprochen sportliches oder komfortables Auto; der 308 wird allen Fahrstilen gerecht.

Peugeot 308

Das ausgeknobelte Fahrgestell sorgt dafür, dass die Sicherheit in jeder Hinsicht garantiert ist. Auch bei plötzlichen Ausweichmanövern bleibt der Franzose gut kontrollierbar. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ist - abhängig von der Motorleistung - Standard oder Option. Wegen des ausgezeichneten Fahrgestells ist es aber nicht notwendig.

Nur der kleine Spiegel, der außerdem so halbwegs an der Türe angebracht ist, braucht einige Gewöhnung. Manche Fahrer beklagen sich darüber, dass die Motorhaube vom Fahrersitz aus nicht zu sehen ist; aber das gilt für viele moderne Autos.

Motoren

Seit Einführung ist der 308 mit einer großen Auswahl an Motoren lieferbar. Die Benzinmotoren variieren in der Leistung von 95 bis 175 PS. Die Dieselmotoren bieten 90 bis 136 PS, immer mit Rußfilter. Der Testwagen ist mit einem 110 PS starken Dieselmotor ausgestattet, und das ist auch empfehlenswert.

Sogar beim kalten Start (vorwärmen ist überflüssig) läuft der Motor sofort ruhig und vibrationsfrei. Die Ruhe macht das Auto gefühlsmäßig sofort komfortabler. Obwohl 110 PS nach heutigen Maßstäben nur wenig sind, sind die Leistungen dieses 1,6-Liter-Dieselmotors ausgezeichnet. Im Vergleich mit dem Dieselmotor des 307 hat diese neue Kraftquelle viel mehr Charakter. Wenn kräftig beschleunigt wird, kann einem dieser Diesel einen herrlichen Stoß in den Rücken geben.

Peugeot 308

Wenn es ruhig sein darf, ist der 308 HDiF bemerkenswert leise und komfortabel. Es fehlt dann leider ein sechster Gang, denn der Motor ist kräftig genug, um in einem höheren Gang bei geringerem Drehmoment gute Leistung zu bringen. Trotzdem lag der durchschnittliche Verbrauch auf einer Strecke von 1.000 km bei einem Liter pro 21,8 km.

Fazit

Dieses Mal gab es keine Revolution. Der Peugeot 307 war das erste Auto, das in die Höhe gebaut worden war, und durch diesen besonderen Bau hat es im Autoland für eine Revolution gesorgt. Der Peugeot 308 ist höchstens eine Evolution. Das Auto wurde in jeder Hinsicht erneuert. Die Motoren sind stärker und angenehmer. Das Interieur ist geräumiger und besser vollendet. Das äußere ist stromlinienförmiger und eleganter. Die Ausrüstung ist moderner und vollständiger. Damit ist der 308 ein würdiger Nachfolger für den 307.

Gleichzeitig unterscheidet der 308 sich eindeutig von der Konkurrenz. Obwohl das Auto in keinem Punkt signifikant besser ist, ist das Auto in jeder Hinsicht gut. Gerade das Gesamtbild macht aus dem 308 eine starke Nummer. Kommt Ihnen dieser Ausdruck vielleicht bekannt vor?

plus
  • Viel Raum vorn
  • Ausgezeichnete Fahreigenschaften
  • Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
min
  • Keine Neuheiten
  • 6. Gang fehlt beim Dieselmotor
  • Unhandliche Skala am Tachometer