14 September 2007
Mini Clubman

Mini Clubman

Jugendsentiment

Autotest | Es kommt der Tag, an dem es peinlich deutlich wird. Du bist alles geworden, was du früher niemals sein wolltest. Stramm im Anzug arbeitest du jeden Tag von 9 bis 5 im Büro. Der Trendsetter, der Rebell und die Partys von einst haben für Haushalt, Kinder und Hobby Platz gemacht. Aber es gibt eine Lösung dem zu entkommen: den Mini Clubman.
 

Einen guten Kombi zu bauen ist nicht schwer. Man nehme ein großes Auto und klebe ein ordentliches Stück dran, sorge für eine eckige Form, geräumigen Zugang und einen flachen Ladeflur: Fertig ist Ihr Kombi.

Offene Tür

Einen schönen Kombi zu bauen ist eine andere Sache. Auch Mini fängt an, das Auto zu verlängern, und zwar um 24 cm. Danach hat Mini sich auf Brauchbarkeit und Originalität konzentriert.

Der Rücksitz ist dank einer extra Seitentür leicht zugänglich. Rechts ist eine kleine Tür zu finden, die gegenläufig öffnet. Deswegen ist keine Leiste zwischen den Türen notwendig und der Zugang zum Rücksitz beträchtlich. Leider ist der Platz auf dem Rücksitz trotz des verlängerten Radstandes (+ 8 cm) nur mäßig.

Mini Clubman

Mini hat sich für nur eine zusätzliche Tür entschieden, wegen der Tankkappe auf der anderen Seite, des Selbstkostenpreises und der Sicherheitsvorschriften auf dem amerikanischen Markt. Natürlich ist auch diese Konstruktion herrlich originell!

Packesel

Der Gepäckraum ist über zwei Schwingtüren zugänglich, die den Blick in den Innenspiegel etwas stören. Mini hat die Schwingtüren so entworfen, dass sie mit einer Hand zu öffnen sind, da die andere Hand die Einkäufe trägt. Nachdem die Türen entriegelt sind, öffnen sie dank einer Gasdruckfeder von alleine.

Der Gepäckraum ist mit 260 Litern bedeutend größer als der von anderen kompakten Autos. Wenn nötig, kann der Rücksitz in zwei Teilen heruntergeklappt werden. Das geht in einer Bewegung, und der benötigte Hebel ist sowohl von innen als auch vom Gepäckraum aus erreichbar.

Mini Clubman

Mit umgeklapptem Rücksitz misst der Gepäckraum 930 Liter. Das ist kleiner als der eines durchschnittlichen Kombis, aber sehr gut brauchbar. So schluckt der Clubman ganz einfach einen großen Kinderwagen oder die Einkäufe für einen ganzen Monat. Große Gegenstände wie ein Fahrrad, ein Surfbrett oder eine Couchgarnitur passen nicht hinein. Der Ladeboden ist völlig flach, und darunter ist ein extra Ladefach zu finden. Weil der Clubman auf "runflat"-Reifen steht, verliert man durch das Reserverad keinen Raum.

Der Gepäckraum ist mit Befestigungspunkten, Klammern, einem 12-Volt-Stromanschluss und einer ausklappbaren Einkaufstasche ausgestattet. Sogar in der Hecktür befinden sich Ladefächer. Dies ist zwar die Spaßmaschine unter den Kombis, der Clubman ist jedoch klüger als so mancher Konkurrent!

Fahrvergnügen

Der durchschnittliche Kombi fährt ausgezeichnet. Aber viele moderne Autos sind so komfortabel, dass das Fahrvergnügen auf der Strecke bleibt. Mini hat den Komfort nicht vergessen, aber beim Clubman steht das Fahrvergnügen an erster Stelle.

Mini Clubman

Die Lenkung ist sehr direkt, und die Straßenlage ist für diese Klasse unvergleichlich. Dank des verlängerten Radstandes fühlt sich der Clubman stabiler als der normale Mini an.

Optional ist eine Sportkarosserie lieferbar, womit das Auto in Kurven länger neutral bleibt und dadurch noch schneller ist. Auf schlechten Straßen ist die Sportkarosserie aber äußerst unkomfortabel. Ohne diese Anpassung ist die Straßenlage schon so gut, dass es nicht mehr Nachteile als Vorteile gibt.

Spaßmaschine

Der Mini Clubman ist mit einem Dieselmotor für berufliche Vielfahrer (Cooper D) und einem sparsamen Benzinmotor (Cooper) lieferbar. Der hier gefahrene Cooper S ist die sportliche Variante und liefert 175 PS / 240 Nm. Das macht aus diesem Kombi eine erstklassige Spaßmaschine.

Der Clubman reagiert schlichtweg aggressiv aufs Gas und will nichts lieber als spielen. Bei Vollgas ist die Leistung sogar zu groß für die Vorderräder. Dann sollte man das Lenkrad gut festhalten, sonst wählt sich das Auto selber eine Richtung.

Mini Clubman

Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in 7,6 Sekunden geschafft, aber auch über dieser Geschwindigkeit bleibt der Cooper S durchaus giftig. Der Clubman ist nicht nur schnell, sondern gibt auch ein großes Gefühl von Sicherheit.

Idealist

Die ausgezeichneten Leistungen belasten dank "Efficient Dynamics" nicht die Umwelt. Beim Bremsen oder Ausrollen wird die Energie, die normalerweise verloren geht, im Akku gespeichert. Dadurch, dass mit dieser "Gratis"-Energie die Elektrik gefüttert wird, ist der Clubman ein wahres Umweltwunder geworden.

Um noch mehr einzusparen, wird der Motor automatisch abgeschaltet, wenn der Wagen stillsteht und die Kupplung losgelassen wird (auf diese Weise hat der Fahrer Einfluss auf das System). Mit dem Eindrücken des Kupplungspedals startet der Motor neu. Das wirkt in der Praxis so schnell, dass es keine Verzögerung gibt, sondern nur das Auto sparsamer macht. Schließlich zeigt ein Schaltindikator an, wann der ökonomisch beste Zeitpunkt zum Schalten ist.

Mini Clubman

Wer sich auslebt und rausholt was drinsteckt, verbraucht so etwa 8,7 Liter Benzin pro 100 km. Ein ruhiger Fahrstill kostet 6,2 Liter pro 100 km.

Fazit

Funktionelle Kombis für funktionelle Leute gibt es genug. Der Mini Clubman ist die erste Spaßmaschine unter den Kombis. Der Clubman ist ein geräumiger, durchdachter Kombi und mehr als nur ein Life-Style-Auto.

Dabei bietet der Clubman vollwertiges Fahrvergnügen. Die Lenkung und die Straßenlage sind ausgezeichnet. Dank "Efficient Dynamics" ist der Clubman nicht nur schnell, sondern auch noch sehr sparsam. Erneuernd, rebellisch und festlich: Ist das nicht all das, was man schon immer von seinem Auto wollte?

plus
  • Schnell aber trotzdem sparsam
  • Herrliche Lenkung und Straßenlage
  • Großer, brauchbarer, durchdachter Gepäckraum
min
  • Großer Wendekreis
  • Hecktüren behindern die Sicht im Innenspiegel
  • Verwechslung von Rückwärtsgang und erstem Gang möglich