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Zur Zeit der Probefahrt, im Holländischen Amsterdam, hatte
die Stadt ein kleines Hochwasserproblem. Viele Straßen waren
ganz oder teils überströmt. Teilweise waren die
Wasserflächen mehrere Dezimeter tief. Was normalerweise ein
zeitraubendes Ärgernis wäre, war jetzt eine interessante
Situation. Denn die lehren und überfluteten Straßen
baten eine wunderbare Gelegenheit den Sorento mal ein bisschen auf
seine Wassertauglichkeit zu testen. Nach einem vorsichtigen
abtasten auf den Wasserstraßen, war es an der zeit um mal
ordentlich Gas zu geben und die tieferen Pfützen zu erkunden.
Letztendlich kam es soweit das mir das Wasser bis übers
Dach schwappte und Wellen über die Motorhaube gegen die
Frontscheibe klatschten. Die geparkten Autos bekamen zugleich eine
gratis Wäsche mit grüßen von Kia! Dieser
Wasserspaß sieht zwar wie ein Spiel aus, doch es zeigt zu was
solche Autos imstande sind. Ein SUV ist in erster Instanz eine
größere Version eines Pkws, aber er macht seiner
Herkunft als Geländefahrzeug aller ehre.
Groß
Der Sorento wurde so entworfen dass er vielmehr so aussieht wie
ein Vergrößerter PKW, als wie ein Geländewagen.
Dass sorgt bei so manchen im ersten Augenblick für Verwirrung.
In erster Instanz sieht es so aus als ob der Sorento nicht billiger
ist als seine Konkurrenz, obwohl dass immer Kia's stärke war.
Dieses Missverständnis wird schnell geklärt wenn der
Testfahrer buchstäblich herabblickt auf einen SUV der im
vorigen Test noch so beeindruckend groß schien. Dann wird
einem klar das der Sorento ne ganze ecke größer ist als
man es im ersten Moment dachte. Er ist groß, sehr groß
und strebt damit nicht nur den SUV-Markt an, sondern auch die
Top-Klasse der großen Limousinen. Die Proportionen von unter
anderem den Scheinwerfern und den Radkästen sind so
ausgewählt dass der Sorento relativ bescheiden aussieht. Auch
die Ausführung mit zwei Lackfarben lässt ihn, abgesehen
von der besseren Optik, weniger Kolossal aussehen.
Wer in den Sorento einsteigt merkt wiederum wie groß er
ist. Hier spaziert der Fahrer nicht einfach so rein wie bei einem
normalen PKW, ohne das nötige Klettern kommt man nicht rein.
Nur LKW-Fahrer sitzen höher. Wie von selbst wähnt der
Sorento-Fahrer sich König der Straße und guckt von einem
geräumigen und netten Interieur auf alles und jeden nieder.
Das Plastik Armaturenbrett ist aus zwei Grautönen mit genau an
den richtigen stellen Chrom und Holz (was einem nicht an
Koreanisches Plastik mit Holzmotiv erinnert), für eine
schickere und wärmere Ausstrahlung.
So wie schon zu erwarten war, hat man viel Platz zur
Verfügung. Vorne kann man gut sitzen, aber wer hinten platz
nimmt der wird staunen über die große Kopf- und
Beinfreiheit. Das Dreisitzige Sofa zuhause hat weniger platz.
Außerdem sollte man nicht vergessen dass der Sorento hinter
der Rückbank auch noch 890 Liter Laderaum hat. Eine
schöne Erfahrung war, dass eine Versuchsperson die in einem
vergleichbaren Auto reisekrank wurde, im Sorento auch nach einer
langen strecke keine Probleme hatte. Ob es Zufall war kann man
natürlich nicht sagen.
Geländefahrt
Um klar zu stellen dass der Sorento in der Top-Klasse der SUV's
gehört, wird er mit kräftigen Motoren geliefert. Bei der
Einführung ist nur ein 2.5 Liter Diesel verfügbar,
später kommen 2.4 und 3.5 Liter Benzinvarianten dazu. Dies
bietet Limousinen-Fahrer jedoch eine gute Alternative.
Außerdem ist der Dieselmotor stark. Dass kommt gerade recht
wenn man einen Anhänger (bis maximal 2.800 Kg) benutz oder mal
vernünftig im Gelände fährt. Bei der Ausstattung
kann man zwischen permanenten oder Manuell einschaltbaren
Allradantrieb wählen.
Auf dem Gelände ist es an zu raten die Automatic auf "LOW"
zu stellen. Denn der Dieselmotor liefert so viel Leistung dass das
Risiko besteht sich im "DRIVE" Modus spontan ein zu graben. Er hat
außerdem nicht Serienmäßig Geländereifen
wodurch das Profil schnell vol mit Sand und Matsche ist. Die
Leistung, bei den Tests im Gelände mit Sand und Matsche, waren
vielversprechend für einen Sorento auf echten
Geländereifen. Der Allradantrieb ist aber vor allem für
extremen Regenfall, sowie am Anfang der Probefahrt, gedacht.
Zurück auf dem Asphalt beweist der 2.5 Liter Diesel sich
als hervorragender Allrounder. Bei einem Kaltstart des Motors sind
die typischen Diesel Geräusche zu hören, diese
verflüchtigen sich aber nach dem Warmfahren. Die Leistung ist
befriedigend bis sehr befriedigend. Der 1.959 Kg schwere Sorento
ist, genau wie man es sich wünscht, als erster bei der Ampel
weg (obwohl Kia über die Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h
schweigt). Auf der Autobahn ist er wegen den niedrigen Drehzahlen
merkbar leise und Sparsamer als man erwartet. Die Reifen, die zuvor
im Gelände ein Nachteil waren, sind kaum hörbar und
sorgen jetzt für eine Komfortable Fahrt. Dies ist bei SUV's
eher eine Ausnahme als die Regel.
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Autofabrikanten bemühen sich um SUV's dieselben
Fahreigenschaften wie einen üblichen Pkw zu geben. Kia hat
dies einigermaßen hin bekommen. Obwohl man immer noch merken
kann dass der Sorento ein großes und hohes Auto ist, erweckt
er aber für einen SUV eine vertrauenswürdige
Straßenlage. Das Fahrverhalten ist eine
gewöhnungsbedürftige Kombination zwischen einer
leichtgängigen Lenkung und einem harten Fahrwerk. Während
die Lenkung so gut wie gar kein Gefühl übermittelt, so
schneidet das Fahrwerk in dieser Hinsicht gut ab. Diese
ungewöhnliche Kombination wird dem einen eher unangenehm sein,
während der andere vielleicht schon immer davon geträumt hat.
Natürlich ist es in den Kurven zu merken dass der Sorento
wankt, aber dank des festen Fahrwerks bleibt das Auto in der Spur.
Auch bei schnellen kleinen Kurven und plötzlichen Spurwechseln
bleibt er im Gleichgewicht. Nur bei einer viel zu hohen
Kurvengeschwindigkeit muss man sein bestes geben um den 2 Tonnen
Kia wieder unter Kontrolle zu bekommen. Die Bremsen sind
ausgezeichnet in der Lage mit allen Situationen fertig zu werden
(auch bei extremen Regen) und tragen dadurch zu dem
Sicherheitsgefühl des Autos bei.
Ergonomie
Viele fragen sich an dieser Stelle ob der Kia Sorento denn gar
keine Nachteile hat. Doch! Diese sind aber vor allem kleine
ergonomische Missgeschicke. Die Cruise-Control wird zum Beispiel am
Lenkrad bedient aber muss zuerst mit einem Schalter links vom
Lenkrad aktiviert werden. Während die meisten Funktionen eine
Kontroll-Lampe im selben Schalter haben, so hat unter anderem die
Heckscheibenheizung ein Lämpchen bei dem Tacho.
Die Klimaautomatic und die Klimaanlage arbeiten nicht gut
zusammen, hierdurch ist es nicht möglich zugleich die Heizung
für eine angenehme Temperatur und die Klimaanlage für
Kondensfreie Fenster zu benutzen. Im übrigen werden Lange
Fahrer merken das der Gurt etwas zu niedrig ist und die Handbremse
im weg ist wenn man die Beine beim Cruise-Control gebrauch
einzieht. Darüber hinaus fehlt dem Sorento ein Bordcomputer,
obwohl man die Außentemperatur an der Klimaautomatic ablesen
kann, es einen Kompass, einen Höhenmesser und einen
Luftdruckmesser gibt.
Das sind aber alles nur Kleinigkeiten, die einfach ein bisschen
gewöhnungsbedürftig sind und nicht Grund genug um den
Sorento nicht zu kaufen. In der Testperiode hat sich dieser
Große Kia nämlich des öfteren positiv bewiesen.
Für Autobahn Fahrten ist er eine gute Alternative zu einer
Limousine. Außerdem ist die Leistung auf dem Gelände
sogar mit Straßenreifen beträchtlich. Während der
Wasser Probleme in Amsterdam hat der Sorento bewiesen das er auch
dieser Herausforderung gewachsen ist.
Fazit
Kia richtet sich mit dem Sorento auf das obere Segment der
SUV's. Dabei ist er minimal eindrittel und, im vergleich zu anderen
Autos, die hälfte billiger. Der unterschied im Preis macht
sich bei dem im vergleich mageren Luxus und ein par ergonomischen
Fehlentscheidungen bemerkbar. Wenn es jedoch um platz und
Fahrverhalten geht dann liefert Kia mit dem Sorento eine gute
arbeit ab.
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