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Mitten auf der Autobahn macht ein Auto eine Vollbremsung. Das
Fenster wird heruntergedreht und ein Handy wird sichtbar. Der Fiat
500 wurde entdeckt und muss fotografiert werden. Im Stau wird der
Testfahrer öfters mit ermutigenden Blicken und erhobenem
Daumen gegrüßt. An der Tankstelle verlässt sogar
die Kassiererin ihren Platz, um nachd dem 500 zu schauen. Kurz
gesagt: Der neue Fiat 500 findet Anklang beim Publikum.
Nostalgie
Das äußere ist aber nicht das einzige, was das Auto
so schön macht. Natürlich ist der neue Fiat 500 eine
schönen Reinkarnation des ehemaligen legendären
Erfolgsstücks. Aber er ist noch mehr. Der neue 500 lässt
sich bis ins kleinste Detail auf die Wünsche der Käufer
einstellen, so kann jeder seinen eigenen 500 zusammenstellen.
Der Testwagen ist auf der Motorhaube und dem Dach mit der
italienischen Flagge versehen. Auch beim Blinker und sogar auf der
Bodenmatte kommt die italienische Trikolore zurück. Das
Armaturenbrett und die Türpanele sind im gleichen Braunton
ausgeführt wie die halbledernen Sitze. Sogar der Aufdruck der
Zündschlüssel kann an den Geschmack des Käufers
angepasst werden.
Moderne
Obwohl das Exterieur viele ähnlichkeiten mit seinem
Vorgänger zeigt, beschränkt sich das Interieur auf ein
Retro-Gefühl. Die Anordnung des Armaturenbrettes ist komplett
anders als das vom Ur-500, und auch die Atmosphäre ist anders.
Natürlich ist es möglich, mit Farben und Motiven den
60-er Jahren näher zu kommen. Der Testwagen fügt sich die
Bedürfnisse des modernen Menschen. Klimaanlage, elektrische
Fensterheber und ein Bordcomputer sind vorhanden.
Als Option ist "Blue & Me" lieferbar. Das System
verkuppelt das Handy und den MP3-Spieler mit dem Auto. Telefon und
Auto finden sich mit Bluetooth, wobei das Handy mit gesprochenen
Befehlen (in Deutsch!) bedient werden kann. SMS werden vom Computer
vorgelesen.
Das Verkuppeln des iPod gelingt aber nicht. "Blue &
Me" ist von Microsoft entwickelt worden, und diese Firma hat
nichts mit den Produkte vom Konkurrenten Apple am Hut. MP3-Dateien
auf einem USB-Stick oder auf CD werden aber ohne Probleme
abgespielt. Der Klang des Audiosystem ist recht ordentlich für
ein Auto in diesem Segment.
Raum
Im Gegensatz zu den ersten Gerüchten ist der 500 kein
Dreisitzer, sondern ein normales Vierpersonenauto geworden. Vorn
hat er gut Platz, sogar für große Fahrer. Es fällt
aber auf, dass die Sitze relativ hoch stehen. Die versprochene
Höhenverstellung ändert in der Praxis nur den
Neigungswinkel der Sitzfläche. Das Lenkrad ist nur in der
Höhe verstellbar, nicht im Abstand zum Fahrer. Der Raum auf
dem Rücksitz ist beschränkt. Kinder bis 1,50 Meter sitzen
relativ gut.
Im Interieur ist wenig Laderaum zu finden. Die wenigen
verfügbaren Fächer sind klein und nicht
abschließbar. Sogar die Becherbehälter sind nur für
kleine Dosen und Tassen geeignet. Der Gepäckraum ist dagegen
groß und tragfähig (185 Liter).
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Sport
Wie erwartet ist die Präsentation perfekt, aber sie dreht
sich nur um die Fahreigenschaften. Der Testwagen ist mit einem 1,4
Liter Vierzylinder Benzinmotor ausgestattet, der 100 PS liefert.
Das sind doppelt so viele Zylinder wie im nostalgischen Modell und
ein Vielfaches an Leistung! Aber die neue Generation ist bedeutend
größer und schwerer, sodass dieses Surplus kein
überflüssiger Luxus ist.
Mehr noch, in erster Instanz reagiert das Auto träge auf
das Gaspedal. Steht ein Teil der hundert Pferdestärken noch im
Stall? Der 500 kommt gut voran, aber es kommt alles nicht vom Herzen.
Zum Glück bietet der "Sport"-Knopf eine Lösung.
Im "Sport"-Modus reagiert der Motor viel aufmerksamer auf
das Gas und sind die Leistungen bedeutend besser. Jetzt fühlt
sich der 500 auch auf der Autobahn gut zu Hause. 120 km/h sind ein
gutes Tempo, schneller darf auch. Die angegebene
Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h ist aber nur möglich,
wenn man bergabwärts mit Sturm im Rücken fährt.
Durch den sechsten Gang ist der 500 sehr sparsam und angenehm ruhig
für ein Auto dieser Klasse.
Stadtauto
In der Stadt fühlt sich das Auto wie zu Hause. Hier ist der
500 flott und lebendig. Passen Sie aber auf bei Bodenschwellen,
denn die Front ist sehr niedrig. Während Fiat manche Fahrzeuge
des Aussehens wegen mit unmöglich kleinen Spiegeln ausstattet,
hat der 500 herrlich große Spiegel. Das Auto ist dadurch
perfekt zu übersehen, und ab dem ersten Moment fühlt man
sich im 500 daheim.
Das letzte ist auch dem Lenkverhalten zu verdanken. Wenn er
nicht in der sportlichen Einstellung ist, lenkt sich der 500
besonders leicht, was gerade in der Stadt angenehm ist. In der
"Sport"-Einstellung gibt das Lenkrad etwas mehr Gefühl,
was das Auto auf der Autobahn stabiler macht. Das Fahrgestell ist
kräftig und deswegen die Straßenlage (sprich Sicherheit)
ausgezeichnet. Genau wie sein berühmter Vorgänger steuert
der neue Fiat 500 äußerst geschickt und sehr schnell
überall zwischendurch.
Fazit
Kein Zweifel: Die Reinkarnation des Fiat 500 findet bei Freund
und Feind Anklang. Das Auto zieht ungeahnt viel Aufmerksamkeit auf
sich, der Testfahrer hat sich noch nie so berühmt
gefühlt. Während jedes Halts gaben die Leute spontan
Komplimente. Jeder wollte ein Foto machen, mal probesitzen und
natürlich wissen, ob das Auto genau so gut fährt wie es aussieht.
Da das Auto jetzt auch für längere Tests
verfügbar ist, kann auch die letzte Frage beantwortet werden.
Der Fiat 500 fährt besser als so manch anderer Kleine. Der
gefahrene 1,4 Liter Benzinmotor ist flotter und sparsamer als seine
Konkurrenz mit gleichen Motoren. Das Fahrverhalten ist
ausgezeichnet, die Bremsleistung ist gut und das Lenken
messerscharf. Wenn das alles in einer so schönen Verpackung
steckt, ist der Erfolg von Fiat ein verdienter Erfolg.
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