30 Dezember 2007
Smart ForTwo

Smart ForTwo

einen Strich voraus

Autotest | Smart baut das beste Stadtauto der Welt. Der Smart ForTwo ist ein ungeahntes flottes Auto, besonders sicher und sehr praktisch. Jetzt gibt es die spezielle Ausführung des ForTwo, die von Brabus getuned wurde und deswegen den anderen Smarts einen Strich voraus ist. Ist das das ultimative Stadtauto?
 

Was ist ein Smart? Der Smart ForTwo ist eines der wenigen wirklich erneuerten Autos der letzten Jahre. Außerdem ist der Smart ein Auto, das seinen Namen wahr macht.

Dumm!

Weshalb der Smart so klug ist, kann am besten an einem Beispiel illustriert werden, wie es nicht sein sollte. Vielleicht ist derzeit das mindestens klügste Auto das SUV, der zivilisierte Geländewagen. In den Jahrzehnten, seit der Unterzeichner seinen Führerschein hat, hat der Asphalt nie jäh aufgehört und war es nie unmöglich, eine Reise ohne Allradantrieb zu Ende zu bringen.

Auch die paar Male, bei welchen es absolut notwendig warm einen Anhänger von 3,5 Tonnen hinterm Auto mitzuschleppen, sind an den Fingern einer Hand abzählbar - sogar nach dem Abbrennen eines Feuerwerks mit einer etwas zu kurzen Lunte. Kurz gesagt: der SUV ist eine Lösung für ein Problem, das beinahe niemand hat.

Smart ForTwo

Schön, spannend, aber mindestens genauso überflüssig ist der Sportwagen. Auch das ist eine Antwort auf eine Frage, die nie kommt. Niemals war es notwendig, 300 PS oder mehr unterm rechten Fuß zu haben, um nach Hause zu kommen. Niemals war eine Verkehrssituation nur dadurch zu überwinden, indem man viele hundert Pferdestärken in die Arena wirft. Dabei haben ausgebaute, aufgebauschte und frisierte Racer oft eine falsche Wirkung auf das andere Geschlecht: Die Fahrer derartige Boy-Racer machen mit ihren Blödsinn klar, dass sie verzweifelt sind.

Klug!

Smart bietet genau die Lösungen für Probleme, mit welchen der Fahrer täglich konfrontiert wird. In der Stadt ist es äußerst praktisch, ein Auto mit nur 2 Meter 70 zu fahren. Der Smart ForTwo ist extrem wendig und lässt sich ganz schnell durch den übrigen Verkehr lenken. Parken kann man in den kleinsten Ecken und verrücktesten Plätze. Weil der Smart relativ sparsam ist, kann das Auto auch ohne Sorgen zurückgelassen werden. Ein kleines, leichtes Auto ist von Natur aus sparsam, und so bietet der Smart eine konstruktive Lösung für die Umweltfrage.

Smart ForTwo

Das durchschnittliche Auto befördert eine oder höchstens zwei Personen. Deswegen bietet der Smart ForTwo zwei Sitze, aber verblüffend geräumige Sitze. Dabei ist auch an den nötigen Gepäckraum gedacht. Hinter den Vordersitzen sind 220 Liter Gepäckraum zu finden, und das ist mehr, als ein durchschnittliches Stadtauto bietet! In der Heckklappe ist ein kluges "geheimes" Ladefach zu finden.

Sorgen

Weil ein extrem kleines Auto Sorgen über die Sicherheit wachruft, hat der Smart seit der erste Stunde viel Aufmerksamkeit auf die Stärke des Autos verwendet. Der "Tridon" Sicherheitskäfig ist sogar an der Außenseite zu sehen. Mittlerweile haben Crashtests erbracht, dass der Smart ForTwo sogar Unfälle mit größeren Autos glanzvoll übersteht.

Smart ForTwo

Dennoch hat das besondere Konzept des Smart ForTwo durchaus Nachteile. Die hier gefahrene zweite Generation Smart ist extrem seitenwindempfindlich, und das stört auf der Autobahn. Sogar bei Windstärke 4 sind viele Lenkkorrekturen notwendig, und das ist ermüdend. Auch Geräusche vom Seitenwind sind prominent anwesend. Durch den kurzen Radstand liegt der ForTwo weniger ruhig auf der Straße als herkömmliche Stadtautos.

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Brabus

Grund für diesen Test war die Einführung des Smart ForTwo Brabus. Haustuner Brabus hat den ForTwo kräftig angefasst und in jeder Hinsicht verfeinert. Dabei wurde das originale Ziel nicht vergessen: Auch der Smart Brabus ist ein kluges Stadtauto und kein überdimensioniertes Sportauto.

Deswegen ist zuerst wenig von der extra Motorleistung zu spüren. In der Stadt ist der Brabus blitzschnell von der Ampel weg, aber nicht viel schneller als die anderen Smarts. Insbesondere auf der Autobahn bietet der Brabus ein angenehmes Extra, das den anderen Smarts fehlt. Die Beschleunigung auf 100 km/h kostet weniger Mühe, was ein komfortables Gefühl gibt. Auch über die 100 km/h beißt sich der Motor weiter durch, und das Auto fühlt sich auf dem linken Fahrstreifen wie zu Hause.

Dank des Krafttrainings hat der Smart Brabus eine etwas höhere Spitzengeschwindigkeit. Smart verspricht maximal 155 km/h, in der Praxis kommt der Zeiger des Tachos etwas über die 160 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit rast der Wind um das Auto herum, und es scheint viel schneller zu fahren.

Weil das Fahrgestell auf verbesserte Leistungen angepasst wurde, ist dieser schnelle Smart keine Zwei-Personen-Kamikaze-Limousine geworden. Das Fahrgestell ist steifer, das Auto hängt weniger über und fühlt sich auch bei hoher Geschwindigkeit stabiler an.

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Schalten

Ein Punkt, der sich nicht spürbar geändert hat, ist das oft verfluchte und belästerte Automatikgetriebe. Das kommt zum Teil aus einem Missverständnis: Denn ein kalter Motor bietet wenig Beweglichkeit, und der Computer berücksichtigt das leider nicht.

Zum Glück ist es auch möglich, mit der Hand zu schalten. Ein Antippen des Schalthebels hinterm Lenkrad genügt für den nächsten oder vorigen Gang. Trotzdem ist das Schalten mit dem Smart ForTwo knifflig. Wenn zu früh geschaltet wird, ist nicht genug Kraft verfügbar, und der Wagen steht fast still. Zu spät schalten gibt einen Tritt in den Rücken, eben weil zu viel Leistung verfügbar ist. Wer an das Auto gewöhnt ist, kann schon beweglich und flott schalten (Tipp: Gas loslassen während des Schaltens!).

Der ultimative Smart

Neben extra Leistung und einer besseren Straßenlage bietet der Smart Brabus vor allem Exklusivität. Der Brabus bietet die kompletteste Ausrüstung und die robuste Ausstattung aller Smarts. Dank eines Aerodynamik-Pakets mit Spoiler, Schwellenverbreiter und stattlichen Leichtmetall-Felgen sieht dieser kleine Smart Brabus tapfer aus. Innen im Auto geben Aluminium-Akzente und eine Menge unübersehbarer Brabus-Logos den Ton an.

Smart ForTwo

Fazit

Der Smart ForTwo wurde vom Tuningspezialisten Brabus bearbeitet. Dadurch ist er kein Sportwagen geworden, sondern ein weiter verfeinertes Stadtauto. Das Fahrgestell ist stabiler und damit zuverlässiger. Zwischenbeschleunigungen werden leicht gemacht, und der Komfort bei hoher Geschwindigkeit hat etwas zugenommen. Existierende Probleme wie das gewöhnungsbedürftige Automatikgetriebe und die extreme Seitenwindempfindlichkeit wurden nicht angefasst.

Dabei ist der Smart Brabus vor allem exklusiv. Die Innen- und Außenseite wurden verschönert, womit der Smart ForTwo Brabus nicht nur das beste, sondern auch das ultimative Stadtauto ist.

plus
  • Geräumig und sicher
  • Positiver Blickfang auf Rädern!
  • äußerst praktisch in der Stadt
min
  • Extrem seitenwindempfindlich
  • Brabus-Ausführung sehr kostspielig
  • Automatisches Getriebe verlangt viel Gewöhnung