|
Laut Untersuchungen von Nissan werden 30 % der X-Trails dazu
benutzt, um ins Gelände zu fahren. 25 % werden als Zugmaschine
benutzt. 75 % von allen Kunden wählen den X-Trail wegen seiner Geräumigkeit.
Die Geräumigkeit
Fast alle Käufer sind mit das Aussehen zufrieden, deshalb
wurde daran kaum etwas geändert. Zumindest scheint es so. Nur
wenn der neue X-Trail neben seinem Vorgänger geparkt wird, ist
gut zu sehen, dass der Neuling gut gewachsen ist (175 mm
größer, 10 mm höher, 20 mm breiter). Das Aussehen
wurde nur in Details angepasst. Neu und erneuernd sind die
(optionalen) Dachgeländer, in welche Suchleuchten eingebaut sind.
Originell und ganz praktisch ist der Ladeboden mit einstellbaren
Wänden. So kann zum Beispiel eine tiefe Lade unter dem
Ladeboden platziert werden, um zerbrechliches Gepäck vom
übrigen zu trennen. Der Kofferraumboden wurde aus einem leicht
zu reinigenden Material gefertigt, so dass zum Beispiel ein
schmutziges Mountainbike sorglos transportiert werden kann.
Die 75 % der Käufer, die den X-Trail wegen seiner
Geräumigkeit kaufen, werden die Anpassungen zu schätzen
wissen. Auch von anderen SUVs weiß sich der X-Trail dank des
enormen (1.773 Liter) und flexibel einteilbaren Kofferraums positiv
zu unterscheiden.
Die Ausrüstung
Das Interieur ist, ganz in der Linie des neuen Nissan, modern
und streng in der Formgebung. Die Ausrüstung ist komplett und
vor allem ganz modern. Ein (mäßig klingendes)
Audiosystem mit MP3-Kompatibilität, (gut funktionierender)
Kupplung für Bluetooth-Telefone, schlüsselfreier Zugang,
ein Navigationssystem (das um den Stau herum plant), und eine
Rückwärtskamera gehören zu den Möglichkeiten.
Der X-Trail bietet vorne und hinten genügend Platz. Der
Fahrer sitzt hoch und blickt über eine enorme Motorhaube. Das
gibt wie von selbst das mächtige Gefühl, das SUV-Fahren
für viele so verlockend macht. Der obere Rand der Scheinwerfer
schaut über die Motorhaube hinaus und dient als
Orientierungspunkt beim Manövrieren.
Die Motoren
Der neue X-Trail ist mit zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren
lieferbar. Der 2,0-Liter-Benzinmotor ist auch für den Qashqai
verfügbar, der 2,5-Liter-Benzinmotor ist eine verbesserte
Version des bisherigen X-Trail-Motors. Beide Dieselmotoren sind 2,0
Liter und liefern, abhängig von der Ausführung, 150 oder
173 PS. Ein Rußfilter gehört zum Standard.
Der starke Dieselmotor ist äußerst angenehm. Damit
ist der X-Trail flott und hat immer eine angenehme Leistungsreserve
verfügbar. Unabhängig vom gewählten Motor ist der
X-Trail ruhig.
|
Die Automatik ist keine Empfehlung: Sie fühlt sich für
den Fahrer nicht gut an und kann bei Steigungen oder
hangabwärts holprig schalten. Außerdem lenkt sich das
getestete Auto mit Automattik besonders leicht und fast
gefühllos. Die handgeschaltete Variante hat, dank der etwas
günstigeren Gewichtsverteilung und Einstellung, eine bedeutend
angenehmere Straßenlage.
Die Straßenlage des X-Trail ist durchschnittlich für
ein solches Auto. In extremen Fälle rutscht der X-Trail
über die Vorderreifen weg ("Untersteuern"), wobei das
Elektronische Stabilitätsprogramm spät und wenig effektiv
eingreift. Die Bremsen sind gut.
Damit Steigungen und Gefälle einfacher werden, sind
"Downhill Drive Support" (DDS) und "Uphill Start
Support" (USS) verfügbar. Das eine System hält eine
niedrige Geschwindigkeit bei, damit sicher abwärts gefahren
werden kann, das andere System verhindert, dass das Auto beim
Beschleunigen am Hang rückwärts rollt. Nicht nur im
Gelände, sondern vor allem mit einem schweren Anhänger
(maximal 2.200 kg) sind das sinnvolle Vorkehrungen.
Im Gelände
Der X-Trail ist nicht als zähes Geländefahrzeug
gedacht, um durch die Wüste zu fahren oder den Dschungel zu
bezwingen. Aber der Wagen ist tatsächlich
geländetauglich. Der Allradantrieb ist nach Wahl abschaltbar
(für sparsames Fahren), automatisch zuschaltbar oder
grundsätzlich einschaltbar ("lock").
Mit diesem Hilfsmittel klettert, kriecht und pflügt der
X-Trail sich tapfer einen Weg durchs Gelände. Technische Tests
macht er ohne Mühe: steile Hänge (der Anlaufwinkel ist 29
Grad, Ablaufwinkel 23 Grad) und Wasserbecken (35 cm Tiefe,
Bodenfreiheit 200 mm) sind kein Problem.
Aber außerhalb der von Nissan präparierten Testbahn
fällt auf, dass das Auto wegen der leichten Steuerung und des
sanften Fahrgestells nur mäßig mit dem Fahrer
kommuniziert. Das bringt auf öffentlichen Straßen viel
Komfort, aber im Gelände wird es schwierig, alles
herauszuholen, was im Auto steckt. Vor allem in dickem Schlamm
macht der X-Trail, was er verspricht: Das Auto gleitet
regelmäßig haltlos in die tiefen Spuren von anderen
Autos und folgt diesen.
Fazit
Kann der neue Nissan X-Trail in der Spur seines Vorgängers
fahren? Sicherlich! Der neue X-Trail ist in jeder Hinsicht besser
als der alte. Das heißt aber nicht, dass der X-Trail das
beste SUV in seinem Segment ist. Der X-Trail weiß sich im
Gelände zu helfen, ist aber absolut kein unbesiegbarer
Geländewagen. Statt dessen liegt Nissan jetzt das Akzent
dahin, was die Käufer gerne sehen: Luxus, Komfort und sehr
viel Raum.
|