20 Januar 2005
Kia Sportage

Kia Sportage

Kleiner Bruder, ganz groß...!

Autotest | Kia hat viel Erfolg mit dem Sorento. Mit dem Sorento brachte Kia den "full size SUV" in den Bereich des "mid size budget". Ein enormes Publikum lernte Kia kennen, die mit dem Sorento dem höchsten Standard gerecht werden konnten. Jetzt verspricht Kia das gleiche mit dem "Sportage": ein mid size SUV der Top-Klasse, aber für einen äußerst konkurrierenden Preis.
 

Der konkurrierende Preis ist u.a. den lieferbaren Motoren zu verdanken. Das sind ein 2.0 und ein 2.7 Liter Benzinmotor. Für die Vielfahrer gibt es einen 2.0 Liter Diesel. Der "Sportage" ist nach Wahl mit All- und Zwei-Rad-Antrieb lieferbar, wobei die letzte Option den Preis noch kräftig drückt. Für diesen Test haben wir uns deswegen für eine der billigsten Ausführungen mit Allantrieb und 2.0 Liter CVVT Motor entschieden. "CVVT" steht für "Continuous Variable Valve Timing", also kontinuierlich variabler Ventil - Zeitpunkt.

Kia Sportage

Komfort

In der Praxis bedeutet das - ein Motor, der auch nach dem Kaltstart sofort rund läuft und viel Elastizität bietet. In der Stadt fühlt sich der "Sportage" jedoch weniger zuhause. Hier zeigt das Auto einen ziemlich "gelassenen" Charakter. Der "Sportage" bestimmt selbst das Tempo. Mehr oder weniger Gas bedeutet vor allem mehr oder weniger Motorgeräusche. Das Auto kommt ohne Probleme mit dem restlichen Verkehr klar, aber ist bestimmt kein Sprinter.

Außerdem ist der "Sportage" bei hoher Geschwindigkeit oder bei zügiger Kurvenfahrt spürbar schwer und träge. Im Grenzbereich der Straßenlage kann das Auto deswegen heftig auf falsche Steuerbewegungen reagieren. Damit ist die Straßenlage des "Sportage" nur durchschnittlich für ein Auto dieses Formats und sicherlich nur auf normalem PKW - Niveau. Aber der "Sportage" kann unter allen Umständen auf sein super Bremsen - Set zurückgreifen, die diesen 1.5 Tonnen wiegenden SUV leicht in Zaum halten.

Kia Sportage

Vor allem auf der Nebenstraße kann der "Sportage" gut überzeugen. Bei jeder Geschwindigkeit ist das Auto auffallend still und die Motordrehzahl bleibt angenehm niedrig. Harten Seitenwind fühlt man deutlich im Lenkrad (ein großes Auto, wie dieses ist praktisch automatisch empfindlich für Seitenwind), aber sonst gibt es kaum extra Nebengeräusche. Der "Sportage" hält (hohe) Dauergeschwindigkeiten fast mit einer Leichtigkeit, wo manche PKWs, in dieser Preisklasse, noch 'was lernen könnten!

Nur bei Zwischenspurts, besonders beim Überholen auf der Landstraße, läßt die Motorleistung noch etwas zu wünschen übrig. Außerdem ist der Verbrauch zu hoch, weil, trotz seines ruhigen Fahrstils, der versprochene Kraftstoffverbrauch von 12.5 Liter/100 km nicht gehalten wird.

Robust

Das Testauto ist mit Zwei-Rad-Antrieb ausgestattet. Trotz einer äußerst günstigen Auswirkung auf den Kaufpreis, fallen viele Vorteile eines SUV damit flach. Die Geländefahrt ist nicht mehr möglich und eine extra Sicherheit bei extremen Wetterumständen wird auch nicht mehr geboten. Die meisten Käufer erliegen jedoch dem robusten Exterieur, aber das ändert nichts an der Technik. Für die dazu gehörenden robusten Fotos wird ein passendes Gebiet ausgesucht. Dank seiner großen Bodenfreiheit und seiner großen Reifen konnte auch dieser "Zwei-Rad-Antrieb Sportage" gute Leistungen auf Felsbrocken erbringen. Das verspricht viel Gutes für die 4x4 Variante!

Das Äußere eines Geländewagen bedeutet aber nicht gleichzeitig die Geräumigkeit eines Geländewagen. Aber auch in diesem Bereich punktet der "Sportage" hoch. Vorne bietet das Auto viel Bewegungsfreiheit rundum die auffallend bequemen Sitz. Auch die Rückbank bietet genügend Platz für Erwachsene. Der Kofferraum ist durchschnittlich, macht aber einen positiven Eindruck dank seiner großen Anzahl von Häkchen, Ösen und anderen Hilfsmitteln. Die Rückbank läßt sich einfach zusammenlegen und der "Sportage" bietet dann viel Platz für den "aktiven Lebensstil", der in den Hochglanzbroschüren umworben wird. Außerdem ist der Kofferraum bequem zugänglich, dank einer großen Heckklappe, die man in zwei Teilen öffnen kann.

Kia Sportage

Namen und Rückennummern

In allen Punkten ist der "Sportage" der Konkurrenz gut gewachsen, aber Kia's stärkster Punkt ist noch immer das Preisleistungsverhältnis. Obwohl der "Sportage" im Bereich Straßenlage und Fahreigenschaften nur eine durchschnittliche Note erzielen kann, ist der erste SUV, der wirklich signifikant besser fahren kann, entweder doppelt so teuer (BMW X3) oder viel kleiner (Subaru Forester / Mitsubishi Outlander).

Wenn es um Technik und Leistung geht, machen nur andere Koreanische Marken ähnliche Angebote. Die diversen europäischen und japanischen SUV's bieten für diesen Preis kleinere Motoren und/oder kleinere Autos. Außerdem hat die hier gefahrene "Executive"- Ausführung eine günstige Basisausstattung. Wer mit dem Verstand entscheidet, wird bestimmt diesen neuen Kia wählen: viel für wenig!

Fazit

Kia wiederholt den Erfolg des Sorentos. Mit diesem Auto kam der "full size SUV" in die Reichweite des großes Publikums. Außerdem hat Kia mit dem Sorento bewiesen, daß sie auch im Bereich Zuverlässigkeit und Wiederverkaufswert gut punkten können. Alle starken Punkte des Sorento findet man auch beim "Sportage". Es beginnt mit dem robusten Exterieur, was für die meisten Käufer die größte Anziehungskraft hat. Dabei bietet der "Sportage", im Hinblick auf den Preis, großzügig bemessene Motoren(die leider weniger sparsam sind, als versprochen), eine komplette Ausstattung und sehr viel Platz. All das scheint eine Wiederholung bei Kia zu sein, aber warum soll man eine Erfolgsformel ändern?

plus
  • Netter Preis
  • Gute Bremsen
  • Still und komfortabel
min
  • Seitenwindempfindlich
  • Ein gewöhnlicher PKW ist sicherer und komfortabler
  • Großer Kraftstoffverbrauch/mäßige Leistungen