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Die erste Bekanntschaft ist besonders angenehm. Der neue TT ist
noch schöner und geradliniger gestaltet als sein
Vorgänger. Man empfindet es deshalb wie eine Ehre, eine Woche
mit diesem Auto zum Test fahren zu dürfen. Als Cabrio sieht
der TT mindestens so gut aus wie das Coupe.
Erhebend
Beim Platz nehmen im Auto wird das erhebende Gefühl noch
größer. Die Sitze passen hervorragend. So wie es sich in
einem Sportwagen gehört, sitzt der Fahrer niedrig, mit Metall
bis an die Schulter. Sehr unüblich ist es, dass das behagliche
Interieur für große Fahrer genug Raum bietet. Sitze und
Lenkrad haben viele Verstellmöglichkeiten, wodurch ein jeder
sich sofort im TT zu Hause fühlt. Das kleine Sportlenkrad mit
der flachen Unterseite liegt gut in der Hand. Der kurze Schalthebel
ist gut im Handbereich zugänglich.
Das Armaturenbrett ist genau so geradlinig wie der ganze Wagen:
keine überflüssige Linie, und die vorhandenen Formen sind
äußerst elegant. Im Hinblick auf das Preisschild ist die
Ausrüstung karg; ein Problem, das viele Audis haben. Der
Testwagen ist mit Optionen für 10.000 Euro ausgerüstet,
und erst dann ist der TT Roadster ein kompletes Auto zum
Genießen.
Das Cabriodach ist ab Werk nur per Hand bedienbar; für ein
elektrisch bedienbares Verdeck muss extra bezahlt werden. Auch
für ein (elektrisch bedienbares) Windschott, Radio, Warnanlage
und sogar die benötigten Ablagefächer muss wieder bezahlt
werden. Das Radio kann sogar weggelassen werden, denn das
Bose-Exemplar, das Audi liefert, hört sich nicht gut an
(bombastisch, ermüdender Disco-Klang).
Musik
Zum Glück kommt die echte Musik vom Motor. Der doppelte
Auspuff scheint in erster Linie als Musikinstrument gedacht zu
sein; die Abluft-Funktion ist sekundär. Der Testwagen ist mit
dem Basismotor ausgestattet, einem 2-Liter 4-Zylinder mit
"TFSI"-Technik. Diese Technik holt aus einem relativ
bescheidenen Motoreninhalt unbescheidene Leistungen und
außerdem einen schönen Klang!
Der Audi TT Roadster ist als ein Sportwagen gedacht, und
deswegen spart man, wo nur möglich, am Gewicht. Auf diese Art
können alle Pferdestärken effektiv in Leistung umgesetzt werden.
In Zahlen ausgedrückt ist der Unterschied zwischen dem
Vierzylinder-Turbomotor und dem bedeutend kostspieligeren
Sechzylinder groß (200 PS / 280 Nm gegen 250 PS / 320 Nm). In
der Praxis unterscheiden sich die Leistungen kaum. Der
kräftigere Motor ist gut für mehr Kraftentfaltung. Der
hier gefahrene "Basismotor" hat aber einen bedeutend lebendigeren
Charakter und bringt damit noch mehr Fahrvergnügen.
Der Köning der Autobahn
Aus dem Stilstand sprintet der handgeschaltete TT Roadster in
6,7 Sekunden auf 100 km/h. Danach gibt's immer noch Spaß. In
der Testperiode wurden viele Kilometer auf der Deutschen Autobahn
gefahren, und hier fühlt sich der TT-Fahrer als König der
Autobahn. Bei einer Zwischenbeschleunigung ab 180 km/h weiß
der TT die Insassen noch immer in die Sitze zu drücken!
Außerdem ist der TT sogar bei derartigen Geschwindigkeiten
noch relativ sparsam. Nach einer Fahrt über 1.000 km bei sehr
hoher Geschwindigkeit war der durchschnittliche Verbrauch nur 7,8
Liter pro 100 Kilometer! Manche Personenwagen verbrauchen mehr.
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Ein ruhiger Fahrstil auf der ruhigen niederländischen
Autobahn ergibt einen durchschnittlichen Verbrauch von 6,5 Liter
pro 100 Kilometer. Mit Recht ist der "2.0 TFSI" Motor neuerdings
"Engine of the Year" in seiner Klasse geworden.
Straßenlage
Der 2.0 TFSI Motor treibt nur die Vorderräder an. Nur
für den 3.2 Motor gibt es Allradantrieb. Auf kurvigen
Straßen ist der TT Roadster ein herrliches Steuermann-Auto.
Die Straßenlage ist ausgezeichnet, und auszubrechen ist
diesem Cabrio fremd. Der TT hat eine fühlbar gute Balance,
denn Audi hat alles getan, um das Gleichgewicht über die
Vorder- und Hinterräder zu verteilen. Das niedrige Gewicht
macht das Auto äußerst wendig.
Die Bremsen sind dank des niedrigen Gewichts im Stande, den TT
in verblüffend kurzer Zeit zum Stehen zu bringen. In jeder
Hinsicht fühlt sich der TT Roadster wie ein echter Sportwagen
an, und er benimmt sich auch so.
Gleichzeitig merkt man, dass er noch mehr kann. Wenn man bewusst
die Grenze sucht, spürt man, dass die Vorderräder es
schwer haben, den Kurs zu bestimmen und das Auto anzutreiben. Dann
ist der Hinterradantrieb oder Audis Quattro Allradantrieb überlegen.
Cabriodach
Eine echte Anziehungskraft beim TT Roadster hat natürlich
das Cabriodach. Um das Auto pur und leicht zu halten, hat Audi sich
für ein traditionelles Stoffdach entschieden. Das kann in 12
Sekunden, auf Wunsch während der Fahrt bis zu 30 km/h,
geöffnet oder geschlossen werden.
In geschlossenem Zustand ist das Dach 100%-ig wasserdicht
(Waschanlage oder ein Regenguss sind kein Problem), aber bestimmt
nicht schalldicht. Die Fahrgeräusche von anderen
Verkehrsteilnehmern hört man so gut, dass es sich in den
ersten Minuten so anhört, als ob ein Fenster aufstünde.
Man gewöhnt sich daran, aber ermüdend ist es doch, vor
allem bei langen Strecken.
Wenn möglich, wird natürlich mit offenem Dach
gefahren. Fahren mit offenem oder geschlossenem Dach ist wie Farb-
oder Schwarz/Weißfernseher. Das Erlebnis mit offenem Dach ist
vollständiger, weil die Welt nicht hinter einem Fenster
vorbeizieht, sondern voll zu sehen, zu riechen und zu hören
ist (inklusiv dem herrlichen Geräusch des Auspuffs).
Der Komfort ist bei offenem Dach etwas geringer als
durchschnittlich. Bis 100 km/h sitzen Fahrer und Passagier nicht im
Wind; Frisuren bleiben in Form, und Mützen werden nicht
weggeblasen. Das Windschott ist dabei sehr wichtig. Wenn man
schneller fährt, hat man etwas weniger Spaß, weil der
Fahrtwind kräftiger wird.
Bei Geschwindigkeiten über 170 km/h ist es schwierig, den
Kopf gerade und die Augen trocken zu halten - teils wegen des
Seitenwindes und teils wegen des Erlebnisses!
Fazit
Hat Audi sich mit der TT Roadster selbst übertroffen? Die
erste Begegnung war besonders angenehm. Die gelungene Formgebung,
die guten Sitze und das schöne Interieur sorgen dafür,
dass der Fahrer sich jedesmal erhaben fühlt, weil er mit
diesem Auto fahren darf.
Dank des geringen Gewichts steuert, bremst und fährt der TT
Roadster mehr als ausgezeichnet. Der hier gefahrene
Vierzylinder-Turbomotor bringt womöglich mehr
Fahrvergnügen als der Sechszylinder.
Das Cabriodach ist in geschlossenem Zustand wenig schalldicht,
was auf langen Strecken ermüdend ist. Bei offenem Dach
bekommen die Insassen viel Fahrtwind ab. Das Erlebnis ist aber mit
dem TT Coupe noch intensiver und vollständiger. Kurz gesagt:
Audi hat sich selbst nicht übertroffen, aber es war ein
äußerst angenehmes Treffen mit dem neuen TT Roadster.
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