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Es sieht so einfach aus: einfach etwas mehr Blech und zwei
Scheiben ans Auto und fertig ist der Kombi! Beim Golf Variant liegt
die Sache aber komplizierter, denn der sollte richtig wachsen und
nicht nur ein bisschen größer werden als der normale
Golf. Deshalb wurde die Karosserie verlängert, das Fahrwerk
auf schwere Ladung abgestimmt und der Zugang zum Gepäckraum
vergrößert. Von unten gesehen ist der Golf Variant daher
eigentlich eher ein "Jetta Variant". Golf klingt aber
besser, und deshalb heißt er weiter Golf.
Mehr Platz
Das Längenwachstum (+36 cm) kommt in erster Linie der
Beinfreiheit auf der Rückbank zugute. Auch dort sitzen
Erwachsene jetzt bequem.
Der Gepäckraum ist riesig (520 Liter) und lässt
sich flexibel einteilen. Unter dem Gepäckraumboden gibt es
zwei weitere kleine Fächer, sodass Wertsachen nicht sofort
für jeden Vorbeigehenden sichtbar sind. Mit Trennwänden
lässt sich der Gepäckraum in verschiedene Fächer
teilen. So kann man zum Beispiel empfindliches Gepäck vor
großen Koffern schützen. VW hat eine Menge Ösen,
Netze, Gurte und andere schöne Extras angebracht, um das
Gepäck fest zu verschnüren.
Die Rückbank lässt sich in zwei asymmetrischen Teilen
umklappen und liefert so bis zu 1.550 Liter Laderaum, in
diesem Segment ein beachtlicher Wert. Hier lässt VWs
Erfindungsreichtum aber noch zu wünschen übrig. Das
Umlegen der Rückbank gestaltet sich umständlich
(Kopfstützen abnehmen, Vordersitze vorschieben,
Sitzfläche hochklappen, Rückenlehne umklappen). Die
Konkurrenz hat hier oft schon einfachere Lösungen gefunden.
Außerdem liegen im Gepäckraum dann sofort drei
Kopfstützen und eine Hutablage.
Der Aufwand lohnt sich aber, denn der Laderaum ist absolut
flach, hat keine Ladekante und ist dank der großen Heckklappe
gut zugänglich.
Golf bleibt Golf
Hinter dem Steuer wirkt der Golf Variant wie ein normaler Golf.
Das Interieur ist klar und nüchtern, aber sehr solide und
praktisch. Das Raumangebot vorne ist prima, große Fahrer
finden bequem Platz (auch wenn die Sitzfläche etwas kurz
bemessen ist). Das optionale Panoramadach vermittelt nochmal
zusätzlich ein Gefühl von Raum und Freiheit.
Wie sich das für einen praktischen Kombi gehört, sind
die Aufbewahrungsmöglichkeiten im Innenraum gut durchdacht. In
jeder Ecke und an jeder Kante findet sich ein Kästchen, ein
Fach oder ein Halter.
Unser Testauto ist ein Basismodell, und das ist ihm auch
anzumerken. Im Vergleich zur Vorgängergeneration ist der neue
Golf Variant besser ausgestattet. Im Vergleich zur Konkurrenz
schneidet er allerdings weniger gut ab. Sechs Airbags,
Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaanlage, elektrische
Fensterheber vorne und hinten, ABS und Dachreling sind Standard.
Stabilitätsprogramm, Einparkhilfe und Radio fehlen dagegen bei
den meisten Modellen.
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Von TDI bis TSI
Den Golf Variant gibt es mit einer breiten Motorenpalette. Am
einen Ende des Spektrums steht der äußerst sparsame
1,9-Liter Diesel. Das ist einer der altbewährten
VW-Turbodiesel.
Nach einem Kaltstart gibt sich die 105 PS-Maschine laut und
unruhig, aber nach ein paar Minuten benimmt sich auch der
Basismotor vorbildlich. Im Stadtverkehr hat der Diesel genug Kraft
um auch schaltfaules Fahren lässig auszugleichen. Auf der
Autobahn ist immer genug Leistung in Reserve und der kleine Diesel
hält problemlos mit. Einen sechsten Gang gibt es nicht, aber
der Motor läuft (sobald er warm ist) so ruhig, dass das kein
Problem darstellt.
Der edelste Benziner im Programm ist zweifelsohne der
1,4-Liter TSI. Dank Turbo und Kompressor gibt dieser deutlich
mehr her, als man von 1,4 Litern Hubraum erwarten würde.
Der Verbrauch ist dagegen durchaus der eines bescheidenen
1,4-Liter-Motors. In der 170 PS-Variante macht er den Golf zu
einem echten Sportkombi.
Dank der entsprechenden Fahrwerksmodifikationen ist auch die
Straßenlage ausgezeichnet. Der Golf Variant ist zwar
länger als der normale Golf, hat aber denselben Radstand,
sodass die Wendigkeit erhalten bleibt. Die Fahreigenschaften sind
sicher und vorhersehbar. Mit dem 15 mm tiefergelegten
Sportfahrwerk der "Sportline"-Ausführung kommt dazu auch noch
der nötige Fahrspaß. Mit jedem der Motoren fährt,
bremst, lenkt und schaltet der Variant wie jeder andere Golf;
schließlich geht es hier um Variationen eines bekannten Themas.
Fazit
Endlich, nach langer Wartezeit, gibt es den Golf V auch als
Kombi. Der Größenunterschied zum normalen Golf ist
beachtlich. Besonders kommt das der Beinfreiheit auf der
Rückbank zugute, was für ein Familienauto sehr angenehm ist.
Auch als Geschäftswagen ist der Golf Variant gut zu
gebrauchen. Der Gepäckraum ist großzügig bemessen
und lässt sich sehr flexibel einteilen. Das Umklappen der
Rückbank zum Vergrößern des Gepäckraums ist
allerdings etwas umständlich.
Die Fahreigenschaften sind in jeder Situation prima. Je nach
Motorisierung kann der Golf Variant als sparsamer
Geschäftswagen (1.9 TDi) oder Freizeitflitzer
(1.4 TSI) dienen. Der Name ist Programm: der Golf Variant ist
der vielseitigste Golf.
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