26 November 2004
BMW 5er Reihe (2003 - 2010)

BMW 5er Reihe (2003 - 2010)

Diesel von Kopf bis Fuß

Fahreindrücke | Die BMW 5er Limousine haben wir schon früher getestet. Dieser Wagen hatte auch so viele Extras, dass die Zusammenstellung ein Loblied auf die moderne Technik war. Er war auch ein schwarzes Exemplar, mit einem 3.0 Liter 6-zylinder Diesel. Aber diesmal hat BMW den selben Motor mit zwei Turbos ausgerüstet, das macht den 535d zum schnellsten Seriendiesel der Welt. Also, lies schnell weiter.
 

Der Turbo ist eine schöne Erfindung. Ein Turbo sorgt für die Hochdruckbereitstellung der Verbrennungsluft im Motor. Dies ermöglicht eine bessere Verbrennung, wodurch der Motor mehr Leistung hat. Ein Nachteil eines Turbos ist jedoch, das er durch seine Konstruktion bedingt nur bei hohen Drehzahlen effektiv arbeitet. Vor allem bei einem Dieselmotor ist diese Eigenschaft gut zu merken, da am Anfang nur wenig Power zur Verfügung steht. Aber wenn der Motor einmal richtig auf Touren gekommen ist, dann hat er plötzlich eine extra Portion Leistung zu bieten. Man bezeichnet den Bereich zwischen niedriger Drehzahl ohne und hoher Drehzahl mit Turbo-Unterstützung als "Turboloch".

BMW 5er Reihe (2003 - 2010)

BMW hat dieses Problem nun, durch die Montage eines zweiten Turbos, gelöst. Der Eine arbeitet bei niedrigen Drehzahlen, der Andere bei Hohen und damit gehört das Problem eines Turbolochs der Vergangenheit an. BMW ging außerdem noch einen Schritt weiter und läßt beide Turbos bei einer mittleren Drehzahl arbeiten.

Donnergrollen

Den Effekt dieser besonderen Technik merkt man sofort. Selbst ein kleiner Stups auf das Gaspedal, um den Parkplatz zu verlassen, wird sofort in eine super Portion Leistung umgesetzt. Dieser Wagen muß ganz deutlich mit einem "Samtfuß" durch den Stadtverkehr gelotst werden, denn die kleinste Bewegung reicht schon für eine enorme Beschleunigung aus. In der Ferne ist ein sanftes Geräusch des Motors zu hören, der mehr nach einem übermächtigen Donnergrollen klingt als nach einem Pkw.

Mit dem Wissen, daß sich unter dem Gaspedal 272 PS und 560 Nm verstecken, ist das schon ein richtig furchteinflößender Diesel. Zur Verdeutlichung, ein Benzin betriebener Ferrari F430 liefert "nur" 465 Nm. Zum Glück läßt sich diese Gewalt sehr einfach kontrollieren, denn dank seiner besonderen Technik hat der Motor kein Turboloch und es besteht deshalb auch nicht das Risiko einer unerwarteten Kraftexplosion. Statt dessen merkt man, daß immer eine enorme Reserve zur Verfügung steht.

Das ist sehr nützlich beim Überholen oder Einfädeln auf der Landstraße, aber eigentlich ist der Wagen so schnell, das man ihn kaum auf den Straßen ausfahren kann. Der Sprint von 0 auf 100 km/h geht so schnell, als ob der übrige Verkehr fast Rückwerts fahren würde. Doch bleibt der 535d immer eine würdige Limousine, der Wagen ist nie nervös oder aggressiv. Wenn das Gaspedal auf einem freien Autobahnstück bis zum Boden durchgedrückt werden kann, nimmt die Geschwindigkeit schneller zu, als der Fahrer auf dem Tacho ablesen kann.

Gadgets

Wenn wir gerade beim Tacho sind: das ist eines der Novitäten des Testautos. Außer einer analogen Uhr hinter dem Lenkrad, ist das auch Auto mit einem "heads up display" ausgestattet, wobei die Geschwindigkeit vor dem Auto in die Landschaft projiziert wird. Das ist nicht nur eine witziges Gadget, es macht das Fahren wirklich angenehmer. Der Fahrer wechselt nicht immer zwischen dem Tacho im nahen Sichtbereich, bis zum Weitblick zum Verkehr vor seinem Fahrzeug. Auch die Instruktionen des Navigationssystems erscheinen "in der Luft" vor dem Auto. Selbstverständlich ist dieser 535d auch mit BMWs brillantem "iDrive"-system ausgestattet, womit Audio, Telefon und Navigation in einer einfachen und zielgerichteten Weise kombiniert werden. Siehe hierzu und für eine vollständige Beschreibung des Innenraums den schon vorher getesteten BMW 530d.

Rest, die Straßenlage. Auch dieses Exemplar ist mit einem "Active front steering" ausgestattet, das große Autos besser handelbar in der Stadt macht. Aktive Stabilisatoren verbessern die Straßenlage bei hohen Geschwindigkeiten. Das macht sich vor allem in einer Kurve bemerkbar, in der der schon früher getestete BMW X3 bis zum äußersten getrieben wurde. Die gleiche Kurve ist mit der gleichen Geschwindigkeit für den 5er mit "Dynamic Drive" keine Herausforderung. Durch die extra Leistung des 535 läßt sich der Wagen noch leichter mit dem Gaspedal steuern und damit ist auch dieser Diesel ein BMW von Kopf bis Fuß.

BMW 5er Reihe (2003 - 2010)

Fazit

Der BMW 535d ist der schnellste Diesel der Welt und das merkt man. Nicht nur seine Leistung bewegt sich auf höchstem Niveau, vor allem seine Technik mit zwei Turbos bietet deutliche Vorteile. Dank seines speziellen "Nieder-Drehzahl-Turbos", ist auch im Stadtverkehr genügend Reserveleistung vorhanden, während manch andere Diesel erst zum Leben erwachen, wenn hohe Drehzahlen eine Rolle spielen.

Wenn auch der 530d schon genügend Leistung hat, ist der 535d noch mächtiger und noch sportiver. Dabei bleibt die perfekte Straßenlage wegen seiner optimalen Gewichtsverteilung und seines Hinterradantriebs erhalten.

plus
  • Rasendschneller Diesel
  • Zukunftsweisende Technik
  • Wendig wie ein Kleinwagen
min
  • Teuer
  • Vielleicht zu schnell