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Die zweite Frage ist leicht zu beantworten: Das allwissende
Internet lehrt uns das die Qashqai ein persischer Nomadenstamm
sind. Das hat mit Autos nichts zu tun, klingt aber spannend. Und
genau darum geht es Nissan mit diesem Modell: Der Qashqai ist
anders. Den Qashqai kann man sich kaufen, wenn man kein
Durchschnittsauto will und nicht richtig tief in die Tasche greifen
will, um einen echten Exoten zu erwerben.
Formgebung
Der Qashqai bewegt sich irgendwo zwischen einem kleinen SUV,
einer höhergelegten Steilheck-Limousine und einem kurzen
Kombi. Es gibt ihn mit Allradantrieb, aber der ist nur als extra
Sicherheitssystem gedacht. Als Geländewagen ist der Qashqai
nicht gebaut und die hohe Bodenfreiheit (200 mm) ist vor allem
für hohe Bürgersteigkanten oder Bodenschwellen nützlich.
Auch innen ist der Qashqai eine Mischform zwischen verschiedenen
Autotypen. Das Armaturenbrett erinnert an einen normalen Pkw. Auch
die Qualität und die verwendeten Materialen sind mit den
anderen modernen Nissans vergleichbar.
Dank der hohen Sitzposition muss man sich beim Einsteigen nicht
verrenken und bleibt die Übersicht im Verkehr gewahrt.
Allerdings sind die Sitze zu weich gepolstert, sodass man
durchsackt und nach einer längeren Fahrt mit einem krummen
Rücken wieder aussteigt. Die optionalen Ledersitze sind besser gepolstert.
Das Platzangebot ist vorne sehr großzügig und auch
hinten noch überdurchschnittlich. Der Gepäckraum erinnert
an einen Kombi. Auch wenn die Rückbank nicht umgelegt wird,
passt in diesen "Crossover" einiges rein (410 Liter). In
diesen Punkten hat der Qashqai mehr zu bieten als nur markantes Aussehen.
Ausstattung
Unser Testwagen ist mit einem "Tekna"-Paket ausgestattet,
in dem alle erdenklichen Extras enthalten sind. Links/rechts
separat regelbare Klimaanlage, prima funktionierender
Bluetooth-Telefonanschluss, Tempomat, MP3-kompatibles Audiosystem,
riesiges Glasdach, Licht- und Regensensoren und sogar eine
Entriegelungssperre gehören zur Standardausrüstung. Dazu
kommt bei unserem Testwagen noch ein besonders exklusives
Navigationssystem mit Rückblickkamera.
Allerdings ist die ganze Elektronik auch eine mögliche
Fehlerquelle, was uns noch vor Beginn der Testfahrt klar wurde. Das
schlüssellose Zugangssystem wollte nicht mehr, wodurch sich
der Wagen nicht mehr anlassen ließ. Während der
Testfahrt flackerte dann der Bildschirm, als ob er einen
Wackelkontakt hätte. Die Rückblickkamera wollte auch
nicht immer, und lieferte ab und zu nur Schwarz. An der
Beifahrertür fand sich eine kleine Schramme.
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Fahren
Sie haben es bestimmt schon geahnt: Auch was die
Fahreigenschaften angeht erweist sich der Qashqai als Kreuzung
verschiedener Autotypen. In kleinen Gassen und engen
Parkhäusern fühlt er sich wie ein großes SUV an.
Man braucht große Lenkbewegungen, um den Qashqai um die Kurve
zu manövrieren, was einem das Gefühl gibt, einen
großen Wagen zu fahren. In Wirklichkeit ist der Qashqai kaum
größer als beispielsweise ein Ford Focus, wirkliche
Probleme bei der Parkplatzsuche gibt es also nicht.
Die Straßenlage erinnert wiederum an einen Pkw. Das
Fahrgefühl ist zwar durch die hohe Sitzposition ein anderes,
aber die Straßenlage ist hervorragend. Bei schnellen
Ausweichmanövern reagiert der Wagen ruhig und gelassen,
deutlich besser und sicherer als die meisten Geländewagen.
Auch bei hohen Geschwindigkeiten bricht der Qashqai nicht aus. Das
Fahrgestell ist weder zu weich noch zu hart, sondern genau richtig gefedert.
Leistung
Die Leistung ist stark vom Motortyp abhängig. Da Nissan den
Qashqai als originelle Alternative zu einem langweiligen
Durchschnittsgeschäftswagen anpreist, haben wir uns für
die Testfahrt einen Diesel ausgesucht. Beim Hubraum stehen 2,0 und
1,5 Liter zur Wahl. Letzteres erwies sich als etwas zu wenig
für diesen Wagen.
Der Motor, der von Renault stammt, ist stark vom (deutlich
hörbaren) Turbo abhängig und läuft daher meist recht
schnell. Den offiziellen Werten nach ist der Qashqai recht sparsam.
Um im Verkehr Schritt zu halten, muss der Diesel (mit
Partikelfilter) aber einiges Leisten, sodass der Verbrauch letzten
Endes kaum besser ist als bei einem durchschnittlichen SUV. Nur auf
der Autobahn ist der Qashqai, auch dank des sechsten Gangs, sehr
sparsam und ist ein Verbrauch von 5 Liter auf 100 km
leicht zu erreichen.
Fazit
Wofür ist der Nissan Qashqai gut? Einen wirklichen Sinn hat
diese seltsame Mischung von Autoklassen nicht . Weder fährt
der Qashqai besser als andere Autos noch ist er billiger. Es geht
vor allem um die Show, und deren Erfolg bestimmen bekanntlich die Zuschauer.
Der 1,5-Liter Diesel liegt leistungsmäßig nur im
Durchschnitt, ist im Verbrauch jedoch hoch. Die
Verlässlichkeit des Testwagens lässt zu wünschen
übrig. Allerdings betont Nissan, dass es sich um eines der
ersten Vorserienmodelle handelt, und bei den Serienwagen noch
einiges verbessert wurde. Die Stärken des Qashqai liegen im
Platzangebot, dem leichten Einstieg, der guten Übersicht im
Verkehr und natürlich dem markanten Aussehen.
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