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Hundertzweiundneunzig Pferdestärken, zweihundertdreiig
Newtonmeter Drehmoment: Der Kenner weiß jetzt Bescheid. Das
sind Zahlen, mit welchen ein großes Geschäftsauto noch
schnell genug ist. Eine derartige Motorleistung in ein kleines Auto
wie dem Opel Corsa ist eine Garantie für Aufregung.
Opel betont, dass der Corsa OPC viel mehr ist als ein kleines
frisiertes Auto. Ein jeder kann glattweg einen großen Motor
in ein kleines Auto setzen. Aber die Leistung dann auch zu nutzen,
ist eine andere Geschichte. Deswegen wurde der Corsa OPC in allen
Punkten angepasst und von einem Team von Rennfahrern getestet und feinreguliert.
Zunächst wurde das Fahrgestell um 15 mm tiefer gelegt, um
den Schwerpunkt niedriger zu legen. Die Einstellungen der Federn
und Dämpfer wurden angepasst, und der Corsa OPC steht auf
225/40R18 Reifen (22,5 cm breit, 18-Zoll-Felgen). In diesen
großen Felgen sind extra große (16 Zoll)
Scheibenbremsen untergebracht. Die Lenkung ist direkter.
Spoiler von vorne bis hinten, Entlüftungsschlitze von oben
bis unten und ein echter Diffusor unter der Heckstoßstange
sorgen dafür, dass der Corsa OPC bei hoher Geschwindigkeit
nicht abhebt. Außerdem gibt dieser Ausbau dem Auto eine
sportlichere Ausstrahlung.
Der Corsa OPC ist kein scheinheiliges Auto, das sehr schnell ist
und doch eine kultivierte Ausstrahlung hat: Dieser OPC schreit es
laut vom Dach. Fernstrahler, einen dicken dreieckigen Auspuff,
dunkle Heckleuchte und Heckspoilerlippe machen das ganze komplett.
Es sind alles keine Optionen oder Anpassungen fürs Bild, der
Corsa OPC wird ab Werk mit all diesen schönen Dingen
geliefert. "What you see is what you get", wie die
Engländer sagen.
Auch das Interieur ist stark angepasst. Am auffallendsten sind
die großen Rennsportsitze, die besser passen, als sie
aussehen. Diese Recaro-Sessel umarmen den ganzen Körper und
geben außerdem ein sicheres Gefühl (die integrierten
Seitenairbags machen das wahr). Es bedeutet aber auch, dass der
(Bein-)Raum vor der Rückbank geringer geworden ist.
Das unheimlich große Lenkrad hat eine flache Unterseite
und einen Streifen obendrauf ("center ring"), damit der
künftige Rennfahrer auch nach einer Kurvenabdrift weiß,
wo beim Lenkrad die Mitte ist. Die Mittelkonsole ist in edlem
Klavierlack angefertigt. Auf jedem freien Platz ist ein OPC-Logo zu
finden, vom Schalthebel bis zur Schwelle. Das gibt im
Ausstellungsraum das besondere Gefühl, dass der Corsa OPC
aufregend ist.
Als Spitzenreiter der Corsa-Linie hat der OPC eine
Topausrüstung. Ein Klimakontrollsystem,
Bluetooth-Handykupplung, Licht- und Regensensor, Cruise Control und
mitschwenkende Hauptscheinwerfer sind werkseitig eingebaut. Das
standardmäßig montierte Radio (mit MP3) hört sich
nur mäßig an. Die Lautsprecher sind außerdem so
platziert, dass das Tonbild zum Chaos wird. Was wirklich fehlt,
sind eine öltemperaturanzeige und ein Turbodruckmesser. So
etwas gehört in ein Sportauto, auch wenn es nur Schau ist.
Fahren
Wichtiger als all der äußerliche Schein sind
natürlich die Leistungen. Für den Antrieb sorgt der 1.6
Liter Vierzylinder, die auch bei anderen Opel-Modellen eingesetzt
werden. Durch Hinzufügen eines Turbo ist der Motor jetzt gut
für 192 PS, und das findet man nicht in den anderen Opel-Modellen.
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Dank des großen Hubraums ist schon bei niedrigem
Drehmoment genügend Leistung verfügbar. Falls
gewünscht, kann bei 50 km/h der sechste Gang gewählt
werden, dann fährt der Corsa mit 1.200 Umdrehungen pro Minute
weiter. Das erfordert eine kräftige Dosis Selbstbeherrschung,
denn der Corsa OPC ist eine richtige Spaßmaschine.
Außerdem wurde für diesen Test eine Rennbahn gebucht,
also kann man sich gehen lassen! Der Corsa kommt schnell vom Fleck,
innerhalb von 7.2 Sekunden sind die 100 km/h erreicht. Weil der
Turbomotor nicht nur viel Pferdestärken, sondern auch viele
Newtonmeter liefert, kann da noch mehr dazu kommen. Die klassische
Zwischenbeschleunigung von 80 auf 120 km/h im fünften Gang
kostet 6.7 Sekunden. 150 km/h ist Spaziergeschwindigkeit, und bei
dieser Geschwindigkeit ist es gut möglich, in relativer Ruhe
große Strecken zurückzulegen.
Wenn man das Gaspedal kräftig bis auf den Boden durchtritt,
liefert der Motor vorübergehend einen "overboost",
womit während maximal 10 Sekunden nicht nur 230 Nm, sondern
sogar 266 Nm verfügbar sind. Die Höchstgeschwindigkeit
von mehr als 200 km/h ist daher auf gerader Strecke einfach zu
erreichen. Während des Beschleunigens ist ein höchst
inspirierendes Motorgeräusch hörbar. Beim
Zurückschalten erklingt dagegen ein schönes stotternes
Geräusch aus dem Auspuff (einfach Gasgeben bis an die
Drehzahlgrenze ergibt den selben Sound-Effekt).
Bremsprobe
Die Bremsprobe am Ende der geraden Strecke ist noch viel
imponierender als der Sprint am Anfang. Der Corsa ist innerhalb
einer verblüffend kurzen Strecke zum Stehen zu bringen. Die
Bremsen sind exakt fühlbar. Dadurch ist die Verzögerung
gigantisch, ohne dass das ABS eingreifen muss und ohne dass das
Auto in die Federn gedrückt wird.
Auch in den Kurven hat der Corsa OPC kaum überhang, er
taucht und rollt auch kaum. Mit dem Motor vorne und dem
Vorderradantrieb ist der Corsa OPC nicht gerade ein Musterbeispiel
für den idealen Sportwagen. Es macht die Front zum schwersten
Teil des Autos, und die Vorderräder müssen gleichzeitig
antreiben und steuern. Sowas führt meist zu Untersteuerung bei
Beschleunigungen und Geradeaus-Gleiten der Vorderräder bei
scharfen Kurven.
Hier zeigt sich, dass das Opel Performance Center viel mehr
macht als das Auto zu frisieren. Solange die Fahrbahndecke gut ist,
haben die Vorderräder kein Problem mit der Motorleistung. Der
Corsa ist kaum aus der Balance zu bringen und ist in der Lage,
besonders hohe Kurvengeschwindigkeiten zu erbringen. Obwohl die
Leistungen nicht die eines Sportwagens sind, ist das Erlebnis doch
auf Sportwagenniveau.
Wenn der Corsa-Fahrer sich doch versteigt, greift das
Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) nach viel Spielraum
doch ein. Dadurch kommen die Kurvengeschwindigkeiten nur noch
höher zu liegen, denn dies macht es noch einfacher, um sicher
die Grenzen zu suchen. Der Corsa OPC kann auf der Rennbahn zeigen,
wozu diese Spaßmaschine im Stande ist ... noch eine Runde!
Fazit
Der neue Opel Corsa ist seit dem ersten Moment einen
Verkaufserfolg. Er hat alles in sich, um auch im sportlichen
Segment Erfolg zu haben. Dank der Anpassungen durch das Opel
Performance Center ist der Corsa OPC viel mehr als nur ein
frisiertes Auto geworden. Alle sportlichen Elemente sind
sorgfältig aufeinander abgestimmt.
Der Corsa OPC hat nicht nur viel Motorleistung, sondern kann die
Leistungen auch loswerden. Die Straßenlage und Bremsen sind
sogar die besten in seiner Klasse. Der Corsa OPC sieht nicht nur
sportlich aus, sondern ist aerodynamisch sogar noch besser als ein
normaler Corsa. Dieser schnelle Junge macht aus dem Corsa einen
noch größeren Renner, als er es schon war.
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