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Gestalten kann man bei Audi. Der A6 AllRoad ist laut Hersteller
ein selbstständiger Entwurf, aber die ähnlichkeiten mit
dem normalen A6 Avant sind unverkennbar. Beide Autos sind gleich
groß, nur ist der AllRoad einige Zentimeter höher, um
mehr Bodenfreiheit zu schaffen. Stoßstreifen rundherum und
Sicherheitsplatten, die etwas unter den Stoßstangen hervor
schauen, betonen den robusten Charakter. Daneben unterscheidet sich
der AllRoad durch einen Grill mit vertikaler Lamelle vom Avant. Vor
allem in "dakarbeige" ist der A6 AllRoad eine sehr
schöne Erscheinung.
Fast auf dem Weg
Nicht nur das Basismodell, sondern auch die Motoren und die
technischen Spezifikationen des A6 AllRoad gleichen denen des A6
Avant. Beide sind mit ständigem Allradantrieb lieferbar, nur
ist der AllRoad vom Werk her mit dem Quattrosystem ausgestattet.
Der AllRoad soll deswegen da weitermachen, wo der normale A6
aufhört. Ziel der Testfahrt ist eine große Sandbank, wo
der AllRoad zeigen darf, was er kann. Aber bis es soweit ist, wird
erst eine Testfahrt "all roads" gemacht.
Audis MMI (Multi Media Interface)
kombiniert Audio, Kommunikation, Klimaanlage und Navigation in
einem Monitor und einer Bedieneinheit. Das System funktioniert
recht gut, aber die Benutzerfreundlichkeit lässt zu
Wünschen übrig. Die Verbindung vom Handy ans Auto mit
Bluetooth funktioniert zwar problemlos, aber die Konfiguration ist
nicht einfach. Das (optionale) Navigationssystem kann jede Adresse
in Europa ohne Mühe finden, aber die Zieleingabe ist
umständlich. Das Interieur ist in vier Klimazonen aufgeteilt,
aber das Einstellen der Temperatur könnte einfacher sein.
Schließlich kennt das Navigationssystem den Weg, ist das
Handy verbunden, hat das Radio den gewünschten Sender und ist
das Klima wie gewünscht. Die Testfahrt kann anfangen.
Landstraße
Die erste Straße, auf welcher der AllRoad sich beweisen
darf, ist eine Landstraße. Die "Adaptive Air
Suspension" (Luftfederung) steht auf "comfort". In
diesem Modus sollten sich sogar die schlimmsten
Straßenschäden anfühlen wie ein strammes
Billardtuch, aber auch jetzt ist der AllRoad stramm gefedert und
sind die Holprigkeiten in der Straßendecke gut spürbar.
Anscheinend ist der Audi auch im Komfortmodus ein sportliches Auto.
Die Steuerung ist außergewöhnlich leicht, was der
Kommunikation zwischen Auto und Fahrer nicht zugute kommt.
Der A6 AllRoad ist als Alternative für ein SUV gedacht, und
in der Stadt zeigt sich der erste Vorteil. Trotz der Länge von
fast fünf Metern ist der AllRoad auch in der Stadt ziemlich
gefügig. Es ist ein geräumiges, allradangetriebenes Auto,
aber kein unpraktisch großes Auto. Außerdem löst
der A6 AllRoad im Gegensatz zu manch anderem SUV keine bösen
Blicken bei Außenstehenden aus.
Der Raum vorne ist reichlich. Auf der Rückbank ist der
Platz durchschnittlich. Der Gepäckraum ist enorm (maximal
1.660 Liter). Die wöchentlichen Einkäufe passen
problemlos, und auch ein Mountainbike oder eine größere
Sportausrüstung passen bequem hinein. Außerdem ist der
Gepäckraum mit einem Fixierset ausgestattet, womit
empfindliche Ladung sicher von schwerem Gepäck getrennt werden
kann. So schön es auch aussieht: Durch das dunkle (optionale)
"privacy glas" der Heckscheibe wird rückwärts
einparken lästig.
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Autobahn
Der Testwagen ist mit einem Sechszylinder 3-Liter Turbodiesel
ausgestattet, und dieser ist auf der Autobahn allmächtig (233
PS / 450 Nm). Aus dem Auto hört sich der 3.0 TDi wie eine
wundersame Kraftquelle an, die zwischen einem Benzinmotor und einem
elektrischen Aggregat liegt, aber sicher nicht wie ein Dieselmotor.
Von innen hört sich das Auto an wie ein großer Diesel,
kräftig und imposant.
Wie es sich bei einem solchen Auto gehört, ist der A6
AllRoad bedeutend schneller als der restliche Verkehr, und das gibt
dem Fahrer von selbst ein überlegenes Gefühl. 120 km/h
ist Spaziertempo, Zwischenbeschleunigungen über die 120 km/h
werden einfach und mit viel Kraft gemacht. Ein Ampelsprint kostet
mehr Mühe, denn das Auto ist trotz der großen
Motorstärke vom Turbo abhängig. Aus dem Stillstand heraus
scheint wenig zu passieren; erst wenn der Turbo hilft, ist der 3.0
TDi auch von der Ampel sehr schnell weg.
über die 120 km/h bringt die Luftfederung der Karosserie
einige Zentimeter tiefer auf dem Asphalt eine bessere
Straßenlage und niedrigen Verbrauch. Auch hier gewinnt der
AllRoad leicht vor einem SUV, denn trotz des niedrigeren
Schwerpunktes ist die Straßenlage ausgezeichnet. Auch durch
die kräftigen Abmessungen liegt der A6 AllRoad wie ein Block
auf der Straße, und es sind schon bizarre Kapriolen
notwendig, um das Auto aus der Balance zu bringen.
Der AllRoad ist ein herrlicher Kilometerfresser, der ohne
Mühe mit hoher Reisegeschwindigkeit große Entfernungen
zurücklegen kann. Im Licht des hohen Preises enttäuscht
nur das Geräuschniveau. Der AllRoad ist nicht völlig
ruhig, und das ist in dieser Preisklasse doch die Norm.
Offroad
Am Waldrand angekommen, passt sich die Luftfederung wieder an
die neue Situation an. Neben dem Modus "AllRoad" ist
für die ernsthafte Geländefahrt der Modus "Lift"
verfügbar. Damit ist die Geschwindigkeit auf 25 km/h
beschränkt, aber die Bodenfreiheit ist dann 18,5 cm, und das
ist mit einen echten Geländewagen vergleichbar. Beim Klettern
oder bergab berührt der AllRoad wegen des starken
überhangs vorne und hinten doch schnell den Boden.
Außerdem ist der Motortyp nicht fürs
Geländefahren geeignet. Die Kraft kommt zu plötzlich,
wodurch die Gefahr besteht, dass der Audi sich spontan
eingräbt. Die werksseitig montierten Räder füllen
sich schnell mit Sand. Auch der spezielle Offroad-Modus des ESP und
das elektronische Sperrdifferenzial können hier wenig machen.
Dieses Auto erfordert deswegen einen eigenen
Geländefahrstil: beschleunigen, Geschwindigkeit halten und vor
allem nicht anhalten. In diesem Punkt gewinnt der AllRoad nicht vor
einem SUV. Als Zugmaschine oder superschneller Wintersportexpress
ist der AllRoad allerdings ideal.
Fazit
Der Name sagt es schon: Der Audi "AllRoad" soll sich auf
allen denkbaren Straßen zu Hause fühlen. Trotz des
strammen Aussehens fühlt sich der AllRoad jedoch gerade nicht
im Gelände daheim. Der Charakter des Motors, die Räder
und der überhang sorgen dafür, dass der normale A6
AllRoad nicht über leichtes Gelände hinauskommt. Schnee,
Eis oder ein schwerer Anhänger sind dagegen kein Problem.
Dem Vergleich mit einem Luxuswagen hält der AllRoad leider
auch nicht erfolgreich stand. Obwohl der A6 AllRoad in jeder
Hinsicht ein fantastisch zu fahrendes Auto ist, ist der Preis
abschreckend hoch (Testwagen inklusive Optionen kostet 98.140
Euro). Ein Auto in dieser Preisklasse muss imponieren und jede
Sekunde jeder Fahrt muss angenehm sein; das schafft der A6 AllRoad kaum.
Für bedeutend weniger Geld, als Audi für den A6
AllRoad verlangt, sind verschiedene andere Fahrzeuge zu finden, die
die gleiche Qualität bieten. Aber die sind nicht so wie der A6
AllRoad und die haben kein Audilogo an der Vorderseite. Kunden tun
in der Praxis wirklich alles, um einen Audi fahren zu können,
denn wo ein Wille ist, ist jetzt auch ein AllRoad.
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