|
Der Freelander ist das Standardmodell von Land Rover. Das
heißt aber nicht, dass der Freelander 2 ein kleines Auto ist.
Das vorige Modell scheint, respektlos gesagt, ein
willkürlicher Mischmasch aus Kunststoff, Sicherheitsplatten
und Metallpanelen. Das gab diesem Auto eine spielerische
Ausstrahlung, aber es war bestimmt nicht solide oder robust.
Das ist beim neuen Freelander anders. Der Neuling ist
kräftig gewachsen und sieht so massiv aus, dass das Auto aus
einem Stahlblock gegossen zu sein scheint. Dabei ist der Freelander
2 sofort als richtiger Geländewagen erkennbar und nicht als
Lifestyle-Imitationsmodell. Die überhänge bei vorderer
und hinterer Stoßstange sind minimal, damit große
Steigungen genommen werden können. Die Bodenfreiheit ist
groß, ohne das sie von Sidesteps oder anderen
überflüssigen äußerlichkeiten konterkariert wird.
Ein Nachteil des Wachsens ist, dass das Auto jetzt unpraktisch
groß ist. Anders gesagt: Der Freelander 2 belegt einen
Parkplatz vollständig. Weniger freundlich gesagt: Das Auto ist
jetzt zu groß für manche Parkhäuser und Waschanlagen.
Innen
Auch Innen sieht alles groß aus. Der Fahrer schaut
über eine imposante Motorhaube. Das Armaturenbrett ist bewusst
niedrig platziert und hat eine abfallende Form. Dadurch haben die
Insassen noch mehr das Gefühl, auf dem Thron des Königs
der Straße zu sitzen; das macht einen Teil der
Anziehungskraft jedes SUV aus. Die Rückbank bietet
genügend Kopf- und Beinraum. Sogar der Kofferraum wurde nicht
vergessen und bietet überreichlich Platz für
Einkäufe oder Urlaubsgepäck.
Das Armaturenbrett der vorherigen Generation Freelander wurde im
Laufe der Jahre mit immer mehr Knöpfen versehen. Infolge der
Evolution kamen die Knöpfe an die erstaunlichsten Plätze.
Das Interieur des Freelander 2 ist starr, logisch und übersichtlich.
Der Freelander 2 ist als vielseitiges Auto für den
tägliches Gebrauch gedacht. Und er ist nicht, wie der
Defender, ein Auto, bei dem nur die Geländekapazität
zählt. Der Freelander 2 wurde deshalb mit hochwertigen
Materialien luxuriös vollendet und hat eine komplette Ausrüstung.
Die gefahrene HSE-Ausrüstung lässt wenig zu
wünschen übrig. Land Rover ist vor allem stolz auf das
Audiosystem, das in Zusammenarbeit mit der prestigeträchtigen
Marke Alpine entwickelt wurde. Es wurden eigentlich hochqualitative
Produkte verwendet, aber wegen der ungeschickten Platzierung der
Lautsprecher und die mäßige Akustik des Autos kann das
Audiosystem nicht überzeugen.
On road
Der Motor wird, ganz zeitgemäß, per Knopfdruck
gestartet. Mit einem Druck auf den Knopf erwacht wahlweise ein 3,2
Liter Sechzylinder ("i6") Benzinmotor oder ein 2,2 Liter
Vierzylinder Diesel ("TD4") zum Leben.
Der TD4 liefert verdienstvolle Leistungen auf dem Asphalt. Der
Freelander 2 ist nicht ausgesprochen schnell, aber das Auto
fährt mühelos im Verkehr mit und hat immer genügend
Reserven übrig. Die Fahrgeräusche halten sich in Grenzen,
und dank des hohen Radstandes liegt der Freelander 2 ruhig auf der
Straße. Gerade bei hoher Geschindigkeit bleibt der Freelander
2 stabil und zuverlässig. Zum Beispiel kann ein Autobahnkreuz
mit verblüffend hoher Geschwindigkeit genommen werden.
|
In der Stadt ist dieser "kleine" Land Rover weniger an seinem
Platz. Das Auto fühlt sich groß an und passt zum
Beispiel in kleinen Dörfchen kaum auf die Fahrbahn.
Außerdem hängt das Auto in kurzen, scharfen, schnellen
Kurven merklich über. Wenn man absichtlich wilde Kapriolen
macht, hat die Elektronik viel zu tun, um den Freelander in der
richtigen Spur zu halten. Dieses Verhalten ist aber nicht
unüblich für solche Autos.
Offroad
Die Leistungen auf dem Asphalt sind mäßig
(Stadtverkehr) bis herausragend (Autobahn). Der Freelander 2 kann
sich erst richtig im Gelände beweisen. Das fängt mit dem
Charakter des Dieselmotors an. Zuviel Gas gegeben, und es besteht
die Gefahr, dass sich das Auto eingräbt; zu wenig Gas gegeben,
und der Motor könnte absterben. Land Rover hat den Charakter
von Motor und Getriebe so gewählt, dass die Risiken minimal sind.
Die Kraftquelle liefert schon bei niedrigem Drehmoment viel
Kraft. Die Leistung wird danach sehr allmählich aufgebaut,
wodurch es einfach ist, das Gas bei Kriechgeschwindigkeit perfekt
zu dosieren.
Terrain Response
Das "Terrain Response System" macht Geländefahren
noch einfacher. Hiermit wird das Handling von Gaspedal, die Wirkung
des Zwischendifferentials und die Reaktion der Zugkraftkontrolle an
die Situation angepasst. Das System kennt vier Modi. Normalerweise
wird der Autobahnmodus angenommen; der Freelander 2 fährt dann
wie oben beschrieben. Danach folgt der Schnee- und Eismodus, wobei
es vorkommen kann, dass das Auto wegrutscht.
Für das Geländefahren sind ein Schlamm- und ein
Sandmodus verfügbar. Letzterer wurde intensiv genutzt, und der
Effekt ist gut spürbar. Obwohl der Freelander 2 kein niedriges
Gearing (ein spezielles Getriebe mit angepassten Verhältnissen
fürs Geländefahren) hat, reagiert das Auto durch den
Computer, als ob niedriges Gearing eingeschaltet wäre. Als
zusätzliches Hilfsmittel wird der Stand der Vorderräder
im Display angezeigt, denn im lockeren Sand ist nicht immer
spürbar, was die Vorderäder tun.
Geländefahren mit Hilfe eines Computers erfordert einige
Gewöhnung. Mechanische Hilfsmittel lassen sich leicht
erspüren, dadurch ist es einfach, auf ein Ereignis zu
reagieren. Mit dem Computer als Hilfsmittel muss der Fahrer darauf
hoffen, dass die Programmierer von Land Rover alle Situationen gut
vorhergesehen haben. In der Praxis zeigt sich, dass es immer gut geht.
Fazit
Ist der Freelander 2 ein echter Land Rover, wobei die
Geländefähigkeit wichtiger ist als es den
äußeren Anschein hat, steht er für Lifestyle oder
Image? Sicherlich! Außerdem ist der Freelander 2 mehr als
vorher eine gute Kombination aus Geländefähigkeit und
Alltagstauglichkeit auf öffentlichen Straßen.
|