31 Januar 2007
Skoda Fabia

Skoda Fabia

Einfach machen!

Autotest | Einfach machen. Darum geht es bei Skoda. Ein gutes Auto zu einem guten Preis. Nicht mehr, nicht weniger. Seit 1999 ist der Fabia ein ausgezeichnetes Beispiel für diese Philosophie. Dieses Erfolgsmodell wird jetzt, nach einer verkauften Stückzahl von anderthalb Millionen, neu aufgelegt. Der neue Fabia, einfach machen?
 

Plötzlich war er einfach da. Normalerweise präsentiert ein Autobauer zunächst mal eine Designstudie. Danach lässt man wohldosiert ein paar technische Daten durchsickern, bevor dann offiziell bestätigt wird, dass das Modell tatsächlich in die Produktion geht. Der komplett erneuerte Fabia ist dem kürzlich eingeführten Roomster sehr ähnlich, so dass man sich viel der üblichen Vorarbeit einfach sparen konnte.

MINI - Roomster

Von vorne gesehen ähnelt der Fabia einer Miniaturausführung des Roomster. Er hat dieselbe hohe Nase (die der Fußgängersicherheit zu gute kommt) und auch dieselbe selbstsichere und sympathische Ausstrahlung. Das Heck verläuft dagegen stromlinienförmig mit abfallenden Hinterfenstern und ebensolcher Dachlinie. Zum Dach gibt es noch eine Besonderheit anzumerken, es ist auf Wunsch nämlich auch in Weiß lieferbar. Ein sich in Weiß abhebendes Dach ist natürlich direkt beim MINI geklaut, das macht den Effekt aber nicht weniger schön.

Skoda Fabia

Auch abgesehen von der Front zeigt der Fabia noch mehr Gemeinsamkeiten mit dem Roomster. Sobald man sitzt fällt auf, dass die Windschutzscheibe betont aufrecht steht. Das kommt daher, dass das Dach ein paar Zentimeter höher ist als üblich. Der Fabia ist zwar der kleinste Skoda, aber auch in diesem Einsteigermodell reicht das Raumangebot vollkommen aus.

Selbst mit dem Sitz in der höchsten Stellung haben auch große Fahrer noch ausreichend Kopfraum. Wenn man den Sitz ganz zurückstellt, kommen die meisten Leute schon nicht mehr an die Pedale. Nur die Kopfstützen sind leider nicht auf große Leute ausgelegt und erweisen sich für diese weder als bequem noch als sicher. Lenkrad und Sitze sind in alle Richtungen einstellbar, sodass sich für jede und jeden eine angenehme Sitzposition finden lässt.

Hinten ist nur mäßig Platz. Das enorme Platzangebot vorne geht zu Lasten des Platzes auf der Rückbank. Durch die abfallende Dachlinie ist der Kopfraum dort beschränkt. Auch durch die relativ kleinen Seitenfenster wirkt der Raum dort weniger offen.

Gepäckraum

Der Gepäckraum (40 Liter mehr als beim Vorgänger) hat einige Raffinessen vom Roomster spendiert bekommen: Es gibt Haken für Einkaufstaschen und eine flexible Gummitrennwand, mit der kleinere Gepäckstücke auf ihrem Platz gehalten werden können.

Skoda Fabia

Die Hutablage kann auf unterschiedlichen Höhen angebracht werden, so dass sich der Gepäckraum auch in der Höhe in zwei Fächer teilen lässt. So kann man sich zum Beispiel einen kleinen Tisch aus der Hutablage konstruieren. Der Fabia ist voll von solchen kleinen Erfindungen, die das Auto kaum teurer aber erheblich praktischer machen.

Die finden sich ebenso in den Türflächen wieder, eine einfache Aussparung nimmt dort Flaschen auf. Ein genauso einfacher Gummi hält den Papierkram an seinem Platz. Das doppelte Handschuhfach (eins oben, eins unten) wirkt praktisch, allerdings sind beide zusammen immer noch kleiner als ein normales Handschuhfach.

Ausstattung

An Ausstattung ist alles vorhanden, was man anno 2007 erwartet: Das Radio spielt außer CDs auch CD-ROMs mit mp3-Dateien. Das Handy lässt sich per Bluetooth anschließen. In der Theorie zumindest. Unsere Versuche, eines unserer Telefone tatsächlich dazu zu bringen, über die drahtlose Verbindung mit dem Auto zu kommunizieren, sind leider alle kläglich gescheitert.

Ansonsten hat der Fabia noch Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht (sehr sinnvoll und wirklich sicherer) und eine Klimaautomatik als Neuerungen zu bieten. Bisher gab es den Fabia nur mit manuell geregelter Klimaanlage. Die Batteriespannung wird ständig überwacht, so dass es einem nicht passieren kann, dass man plötzlich mit leerer Batterie dasteht, weil man zu intensiv an der Elektronik herumgespielt hat.

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Trotz aller frischen Ideen in punkto Ergonomie kann man nicht behaupten, dass die Formgebung des Interieurs besonders kreativ wäre. Unser Testwagen (ein Basismodell) hat ein schlichtes schwarzes Interieur, dass nur Zweckmäßigkeit und Haltbarkeit ausstrahlt. Trotzdem stellt das Interieur des Fabia im Vergleich zur Vorgängergeneration einen großen Fortschritt dar.

Skoda Fabia

Diesel

Der Vergleich mit dem Roomster hört nicht beim Äußeren und beim Raumangebot auf, denn auch die Motoren teilt sich der neue Fabia mit Skodas Raumwunder. Allerdings ist der Fabia wesentlich leichter und hat weniger Luftwiderstand, so dass er von der Leistung deutlich besser abschneidet.. Auf dem Programm stehen drei Diesel und vier Benziner.

Unsere erste Testfahrt haben wir mit den 80 PS / 195 Nm starken 1,4-Liter-Dreizylinder Diesel absolviert. Unter den drei lieferbaren Dieseln bildet er das Mittelmaß. Die Leistung reicht aus, aber besonders raffinierte Technik bietet der Turbodiesel nicht. In kalten Zustand zeigt sich der Motor unwillig und laut.

Wenn er warmgelaufen ist, ist er stark vom Turbo abhängig. Erst wenn die Drehzahl erreicht ist, bei der der Turbo anspringt, ist aus dem Fabia 1.4 statt magerer Leistung richtig Kraft zu ziehen. Das macht aus dem kleinen Wagen einen angenehmen und sparsamen Kilometerfresser auf der Autobahn.

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Benziner

Die Leistung der Benziner reicht von 60 PS / 108 Nm beim 1,2-Liter-Dreizylinder bis zu respektablen 105 PS / 153 Nm beim 1,6-Liter-Vierzylinder. Der letztgenannte bringt hervorragende Leistung, reagiert sofort auf das Gaspedal und ist noch recht sparsam. Der Fabia 1.6 ist etwas lauter als die Konkurrenz, aber davon abgesehen gibt es an dem Kraftpaket nichts zu meckern.

Trotzdem ist der eigentliche Tipp der 86 PS / 132 Nm starke 1,4-Liter Benziner. Trotz des Unterschiedes in der Nennleistung erweist sich der 1.4er in der Praxis als ebenso flott und lebendig wie der bedeutend teurere 1.6er. Nach der Testfahrt mit dem 1.4er haben wir sogar erst einmal unter die Motorhaube geschaut, ob sich dort nicht doch ein 1.6er verbirgt! Der Fabia 1.4 kommt problemlos im Verkehr mit und hat immer genügend Reserven, um sicher überholen oder schnell einfädeln zu können.

Straßenlage

"Keine Sperenzchen" ist das Motto bei den Motoren und das gilt ebenso beim Fahrverhalten. Die Straßenlage ist prima. Wenn der Fahrer doch mal Sperenzchen macht (eine zu schnell genommene Kurve oder ein plötzliches Ausweichmanöver), fängt sich der Wagen sofort wieder, so dass man nicht ohne weiteres die Kontrolle verlieren kann.

Eine Fahrspaßmaschine ist der Fabia aber nicht. Die Bremsen sind kräftig aber ohne großen Biss. Die Lenkung ist leichtgängig, aber nicht gefühllos. Das Fahrgestell ist komfortabel ohne zu schwimmen. Alles in allem gibt dieses Einsteigermodell von Skoda dem Fahrer das angenehme Gefühl, dass alles stimmt.

Skoda Fabia

Fazit

Bei Skoda geht es um gesunden Menschenverstand, einfach machen und keine unnötigen Spielereien. Das gilt auch für den neuen Fabia. Sowohl am Aussehen als auch an Straßenlage, Leistung und Ausstattung gibt es nichts zu kritisieren. Besondere Extras sind aber auch nicht zu vermelden. Beim Raumangebot und der Ergonomie tut sich der Fabia hingegen besonders hervor.

Wie üblich liegt der Preis deutlich unter dem Segmentsdurchschnitt. Beim Skoda Fabia muss man keine Kompromisse machen. Er ist bestimmt nicht nur eine Notlösung für ein kleines Budget. Im Gegenteil: Der Fabia ist eine ausgezeichnete Wahl, denn es gibt an ihm in keinem Punkt etwas auszusetzen. Ein neuer Skoda Fabia? Einfach machen!

plus
  • Geräumig
  • Gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Raffinierte ergonomische Lösungen
min
  • Kopfstützen zu niedrig
  • Etwas lauter als der Durchschnitt
  • Bluetooth-Telefonanschluss nicht ausgereift