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Am Aussehen soll es nicht liegen. Gestern sah der alte TT noch
modern und anziehend aus. Aber heute, neben dem neuen TT, wirkt der
Vorgänger auf einmal überholt. Der Nachfolger ist
mindestens ebenso elegant, aber deutlich schärfer, dynamischer
und athletischer.
Passt!
Der neue TT ist länger (+ 13,7 cm) und vor allem
breiter (+ 7,8 cm) als sein Vorgänger, aber keinen
Millimeter höher. Das Wachstum macht sich innen deutlich
bemerkbar, denn man passt rein! Normalerweise ist es immer das
gleiche Lied: Wer größer ist als ein Schlumpf muss sich
in den seltsamsten Biegungen winden, um in ein Coupé zu
passen. Letzten Endes klappt es immer irgendwie, aber angenehm ist
es nie. Der Audi TT ist dagegen ein besonders geräumiges
Coupé. Der Kopfraum reicht lässig aus und der
Fußraum ist so groß, dass man auch dann bequem sitzen
kann, wenn der Sitz nicht bis zu Anschlag zurückgeschoben ist.
Der Platz auf der Rückbank ist dagegen quasi nicht
existent. Audi nennt den TT Coupé zwar ein
"2+2"-Sitzer, aber auf diese schönen Worte sollte man
nicht zu viel geben. Ein Kindersitz passt zwar auf die
Rückbank, aber selbst für Kleinkinder ist die
Beinfreiheit dann begrenzt. Erwachsene sollten erst gar nicht
versuchen, sich hier hineinzuzwängen.
Der Gepäckraum dagegen ist für ein Coupé
großzügig bemessen. Feriengepäck für zwei
Personen passt ohne weiteres in den Kofferraum. Die
Rückenlehne der Mini-Rückbank kann umgeklappt werden, und
gibt dann noch mehr Gepäckraum (und auch mehr
Fahrgeräusche). Auch die nötigen Kästchen und
Fächer finden sich im gemütlichen Interieur des
Coupés.
Übrigens ist das Interieur genauso eine Augenweide wie das
Äußere des Wagens. Unser Testwagen ist in einem schicken
Graugrünton gehalten, der sich konsequent durch
Sitzbezüge, Dachauskleidung und Türverkleidung zieht. Das
Instrumentenbrett ist aus schwarzem Kunststoff in der für Audi
typischen, makellosen und fast schon sterilen Verarbeitung.
Trotzdem rasselt es in unserm Testwagen ab und zu ein bisschen.
Ausstattung
Mit seinem Lederinterieur und Edelfelgen kostet unser Testwagen
bestimmt an die 60.000 Euro, und dafür ist die Ausstattung
auffallend mager. Sitzheizung, Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer
und alle möglichen Sicherheitssysteme sind Standard. Aber
unser Topmodell muss trotzdem ohne elektrisch verstellbare Sitze,
ohne Licht- und Regensensor und ohne Einparkhilfe auskommen.
Das Navigationssystem ist nicht DVD- sondern nur CD-ROM-basiert
und dementsprechend regional beschränkt. Seine Anweisungen
beschränken sich auf einen Pfeil und eine Stimme, ein
Farbdisplay mit Übersichtskarte gibt es nicht.
Navigationssystem, Audioanlage und Kommunikationssystem werden
gemeinsam über Audis MMI (Multi Media
Interface) bedient, das in der Benutzerfreundlichkeit aber
hinter konkurrierenden System zurückbleibt. Der Klang des
Bose-Audiosystems ist mäßig.
Mechanik
All diese Luxusprobleme werden aber durch die Qualität der
Mechanik mehr als wett gemacht. Hier hat der TT der Konkurrenz
deutlich etwas voraus, und hier gilt wirklich Audis Motto
"Vorsprung durch Technik".
Den TT gibt es mit 2,0-Liter-Vierzylinder (200 PS / 280 Nm)
und mit 3,2-Liter-Sechszylinder. Letzterer liefert neben
klangvollen Geräuschen auch noch 250 PS / 320 Nm.
Damit ist der kräftigste TT sehr schnell und vor allem
äußerst reaktionsfreudig. Bei jeder Geschwindigkeit
reicht ein Antippen des Gaspedals für sofortige Beschleunigung
aus. Daran muss man sich auf den ersten Kilometern gewöhnen;
Bei der kleinsten Unvorsichtigkeit schießt der TT weg wie
eine Kugel. Seine Kraft bleibt bei allen Drehzahlen enorm. Der
Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in 5,7 Sekunden ist imponierend,
beim Beschleunigen von hohen auf höchst exotische
Geschwindigkeiten kann daraus leicht Imponiergehabe werden.
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S-Tronic
Das liegt mit am "S-Tronic"-Sechsganggetriebe. Damit
lässt sich der TT als Automatik fahren, aber wahlweise auch
mit Griffen hinter dem Lenkrad manuell schalten. Diese Griffe
drehen sich mit dem Lenkrad mit, so dass in jeder Situation sicher
und schnell geschaltet werden kann. Vor allem schnell, denn ein
TT-Fahrer muss nie warten, bis der nächste Gang eingelegt ist.
Einfach gesagt besteht S-Tronic aus zwei Getrieben: Einem
für die geraden und einem für die ungeraden Gänge.
Während das eine Getriebe verwendet wird legt das andere
bereits den nächsten Gang ein (höher oder niedriger, je
nach den Fahrbedingungen), so dass dieser dann sofort zur
Verfügung steht. Dieses System wurde schon unter dem Namen DSG
(Direct Shift Gear) bei VW verbaut. Beim
ersten Mal ist es verblüffend, ab dann macht es süchtig.
Im Audi TT kann sich S-Tronic/DSG voll ausleben und trägt
enorm um Fahrspaß bei.
Straßenlage
Die Freude wird durch das Fahrverhalten noch gesteigert. Das
fängt bei einem perfekt in der Hand liegenden kleinen Lenkrad
mit flacher Unterseite an. Damit lässt sich der TT direkt und
präzise lenken, nur leider zu leichtgängig. Daher
spürt man kaum den Widerstand der Vorderräder, so dass
man Gefahr läuft zu weit einzuschlagen, wenn es einmal hart
auf hart kommt.
Das passt nicht zum sonst so sportlichen Charakter, denn das
Fahrwerk ist sehr hart und enorm kommunikativ. Große Teile
der Karosserie sind aus Gewichtsgründen aus Aluminium. Auch
das kommt dem Fahrverhalten (und dem Bremsvermögen) merklich
zu gute.
Der erste TT hatte immer wieder mit der Straßenlage in
Extremsituationen zu kämpfen. Letztendlich führte das zu
einem Rückruf aller Exemplare, die dann in den
Audi-Werkstätten einen Heckspoiler verpasst bekamen. Viele
Besitzer waren damit gar nicht glücklich, weil sie fanden,
dass die Linienführung des TT zu sehr darunter leidet.
Für dieses Problem hat Audi beim neuen TT die passende
Lösung gefunden: Ein elektrisch betätigter Spoiler
fährt ab 120 km/h automatisch aus.
Im Vergleich mit anderen Coupés hat der TT einen weiteren
Trumpf zu bieten, mit dem (fast) nur er allein aufwarten kann:
Allradantrieb. Die 3,2-Liter-Variante verfügt
standardmäßig über Allradantrieb, so dass die
Grenzen noch ein Stück weiter ausgereizt werden können.
Wo sich andere Coupés in der Kurve schwer tun und irgendwann
die Haftung verlieren, fährt der TT unbeirrbar seinen Weg.
Auch bei schlechtem Wetter oder Straßenglätte macht es
Spaß, im TT zu fahren. Das verschafft Vorsprung durch
Mechanik im wahrsten Sinn des Wortes.
Fazit
Dem alten Audi TT schien ewiges Leben beschieden, aber die neue
Generation zeigt, dass Audi es noch besser kann. Auch der neue TT
ist eine Augenweide. Das Interieur ist genauso ansehnlich und der
Innenraum erstaunlich groß.
Trotzdem ist der TT näher an die Sportwagen und weiter weg
von den Luxuscoupés gerückt. Das harte Fahrgestell und
die Fahrgeräusche (Motor, Reifen, Fahrtwind) sind auf langen
Strecken lästig. Außerdem lag alles Augenmerk auf der
Mechanik, so dass die Elektronik weniger beachtet wurde. Das
Ausstattungsniveau und die Qualität bei Audioanlage und
Navigationssystem bleiben hinter der Konkurrenz zurück.
Die Stärke des Audi TT ist Vorsprung durch Mechanik: ein
starker, lebhafter Motor, ein geniales Getriebe, leichte Bauweise,
Allradantrieb und hervorragende Fahreigenschaften.
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