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"Kinderleicht" klingt so, als ob Kinder gar nichts
könnten, aber an manche Dinge hat man sich als Erwachsener
einfach so sehr gewöhnt, dass man nie mehr darüber
nachdenkt. Gerade Kinder fragen bei allem "warum?" und kommen so
auf ganz neue Ideen. Das fängt beim Citroën Grand C4
Picasso auf der Rückbank an, dort wo Kinder die meiste Zeit verbringen.
Hinten
Der Grand C4 Picasso ist als Siebensitzer gedacht, mit Platz
für zwei Erwachsene vorne, drei Kinder auf der Rückbank
und nochmal zwei Kinder auf der zweiten Rückbank. Die Betonung
liegt bei den Rückbänken auf "Kinder". Citroën hat
noch einen anderen Siebensitzer im Programm, den C8, in den
fünf Erwachsene und zwei Kinder passen.
Der C4 ist ein Stück kleiner als der C8, und das macht sich
in der Beinfreiheit auf der ersten Rückbank bemerkbar. Der
Platz auf der zweiten Rückbank reicht dagegen in fast allen
Minivans nur für Kinder, so auch im C4.
Aber gerade bei der zweiten Rückbank fangen die vielen
neuen Ideen an, die den Grand C4 Picasso ausmachen. Der Zugang zur
zweiten Rückbank erfordert meistens eine Kletterpartie oder
zumindest einen Körperbau wie ein Strohhalm. Hier lässt
sich die erste Rückbank nicht nur nach vorne schieben, um den
Zugang zur zweiten Rückbank freizugeben, sondern die
Sitzflächen klappen gleichzeitig nach oben, so dass sich die
Bank deutlich weiter verschieben lässt.
Unsere "Testkinder" beschweren sich allerdings darüber,
dass sich ganz hinten die Fenster nicht öffnen lassen. An fast
allen Fenstern befindet sich ein ausziehbarer Sonnenschutz. Im
nagelneuen Testauto waren aber schon einige Federmechanismen
ausgeleiert, so dass das Zurückrollen zu einer kleinen
Herausforderung wird.
In der Mitte
Die beiden hinteren Sitze werden in der Regel sowieso nur als
Notlösung verwendet. Die erste Rückbank ist dagegen
öfter besetzt, weshalb hier auch besonderes Augenmerk auf dem
Komfort liegt. Warum sollen nur die Großen, die vorne sitzen
Belüftungsschlitze haben? Warum haben Kinder kein eigenes Fach
für ihre Sachen? Und wenn schon soviel Platz im Auto ist,
warum soll man auf der Rückbank dann nicht spielen können?
Der C4 Picasso hat auf alle diese Fragen eine Antwort. An der
Seite finden sich Belüftungsgitter samt
Einstellmöglichkeit. Im Boden vor der Rückbank gibt es
kleine Fächer, in denen Spielzeug untergebracht werden kann.
Aus den Rückenlehnen der Vordersitze lassen sich kleine Tische
ausklappen, die sogar beleuchtet sind. Leider hat Citroën dem
C4 hinten keine 12-Volt-Steckdose spendiert, so dass der Gameboy
mit dem eigenen Akku laufen muss.
Für die Eltern gibt es über dem Innenspiegel einen
kleinen Extraspiegel, um die Racker auf dem Rücksitz
beobachten zu können. Im Alltag eine echte Erleichterung.
Darf's ein bisschen mehr sein?
Jeder einzelne der Rückbanksitze ist problemlos umzuklappen
und liefert so noch mehr Gepäckraum. Die beiden hinteren Sitze
verschwinden geradezu im Handumdrehen im Boden und machen Platz
für eine große ebene Ladefläche. Klasse 7b beweist
uns, dass dann elf Kinder in den Gepäckraum passen. Wenn auch
die erste Rückbank umgelegt wird, passt sogar die ganze Klasse
mit 20 Schülern ins Auto. Wer hat hier behauptet der C4
Picasso sei ein Siebensitzer?
Der Kofferraum ist voll von praktischen Kleinigkeiten. Zum
Beispiel kann die Beleuchtung abgenommen werden und dient dann als
Taschenlampe. Die Ladefläche kann unterteilt werden, so dass
empfindlichere Stücke nicht vom großen Gepäck
zusammengedrückt werden. Die Heckklappe ist (bei einigen
Modellen) in zwei Teilen zu öffnen. Zum Einladen kleinerer
Stücke muss dann nur die Heckscheibe geöffnet werden.
Freiheit, Fröhlichkeit
Inzwischen ist der Trick alt: Setz einfach den Motor unter das
Armaturenbrett, lass die Windschutzscheibe weit nach unten
durchlaufen und schon vermittelt der Wagen ein unglaubliches
Gefühl von Weite. Citroën geht noch einen Schritt weiter,
und zieht die Windschutzscheibe auch bis ins Dach hinein durch. Der
Effekt ist verblüffend, der C4 Picasso vermittelt Offenheit
und Freiheit in bisher nicht dagewesenem Maß. Die
Sonnenblenden sitzen auf Schienen, so dass sich die
Scheibengröße auch verringern lässt, wenn die Sonne
zu sehr blendet. Hier hat jemand wirklich nachgedacht!
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Den Citroën C4 Coupé haben wir damals im Testbericht
als Ufo beschrieben. Kein anderes Interieur ist so gewagt und kein
anderer Entwurf seiner Zeit so weit voraus. Das gilt auch für
den Grand C4 Picasso. Das Armaturenbrett ist nicht die übliche
Plastiksammlung, sondern ein Meisterwerk an Platz und Ergonomie das
dazu noch prima aussieht. Vor allem im Dunkeln ist das Interieur
ein wahres Kunstwerk (es ist schließlich ein "Picasso"); die
sphärische Beleuchtung schafft eine ganz eigene Stimmung.
Citroën hat aber mehr zu bieten als nur das Aussehen. In
den Modellen mit "elektronisch gesteuertem Getriebe" (dazu
später mehr) gibt es in der mitten im Armaturenbrett einen
richtigen kleinen Kühlschrank. Die zwei Ablagefächer im
Armaturenbrett (zusätzlich zum Handschuhfach natürlich)
und die enorm großzügig bemessenen Türfächer
sind dagegen bei allen Modellen gleich. Das Radio (mp3-fähig!)
verschwindet hinter einer eigenen Abdeckung.
In der Mitte des Armaturenbretts leuchtet ein großes
Display. Darauf werden in schickem Layout die wesentlichen Daten
wie Geschwindigkeit, Verbrauch etc. angezeigt. Bei manchen Angaben
ist die Schrift allerdings zu klein, um sie ohne große
Anstrengung vom Fahrersitz aus zu erkennen. Zur links und rechts
getrennt regelbaren Klimaanlage (je nach Ausstattungsniveau)
gehört an den äußersten Enden des Armaturenbretts
jeweils ein Bedienfeld und eine Anzeige.
Alles im Lenkrad
So gut wie alle anderen Funktionen werden vom Lenkrad aus
bedient. Das ist so gebaut, dass der mittlere Teil sich nicht
mitdreht, sondern einfach an seinem Platz bleibt. Das Konzept
dahinter ist wieder kinderleicht: Wenn es sicherer ist, die
Hände am Lenkrad zu haben, warum sitzen dann nicht so viele
Schalter wie möglich am Lenkrad?
Es sind allerdings so viele Schalter, dass sich die Knöpfe
und Drehregler in zwei Reihen ums Lenkrad drängen. Die
Anordnung ist dabei auch nicht immer logisch, so dass uns auch nach
ein paar Tagen Fahrt der Sinn einiger Schalter noch verborgen
blieb. Die Modelle mit "elektronisch gesteuertem Getriebe",
wie Citroën die Technik nennt, haben außerdem keinen
Schaltknüppel und auch kein Kupplungspedal. Stattdessen gibt
es über der Lenksäule einen kleinen Hebel, mit dem
Rückwärtsfahrt, Leerlauf, Automatik oder Handschaltung
gewählt werden können.
Mit kleinen Wippschaltern hinter dem Lenkrad kann im
Handschaltmodus der Gang gewechselt werden. Diese Schalter drehen
sich allerdings nicht mit dem Lenkrad mit, und hier hat
Citroën offensichtlich etwas falsch verstanden. Das aus dem
Rennsport stammende Schaltsystem dient schließlich genau
dazu, in der Kurve schalten zu können, ohne die Hände vom
Lenkrad nehmen zu müssen. Das "elektronisch gesteuerte
Getriebe" schaltet auf Wunsch auch vollautomatisch, allerdings
jeweils mit einem merklichen Ruck. Im Stau oder im langsamen
Stadtverkehr ist die Automatik trotzdem sehr angenehm.
Motor
Den C4 Picasso gibt es in zwei Benziner- und zwei
Dieselvarianten. Unser Testwagen hat den stärkeren der beiden
Diesel: einen 138 PS starken 2-Liter-Vierzylinder mit
Partikelfilter. Der ist schnell, sparsam, einigermaßen leise
und macht den Grand C4 Picasso genauso komfortabel wie einen Pkw
derselben Preisklasse.
Die Fahreigenschaften sind allerdings nicht mit denen eines Pkw
zu vergleichen. Der Grand C4 Picasso ist groß, schwer und
hoch, und das merkt man auch. Durch seine Größe braucht
der Wagen viel Platz beim Parken und da ist die Einparkhilfe kein
überflüssiger Luxus. Die Außenspiegel sind zu
klein, was der Überschaubarkeit nicht förderlich ist.
Trotz seiner Höhe ist der Grand C4 Picasso kaum anfällig
für Seitenwind.
Zusammen mit dem Gewicht sorgt die Höhe allerdings
dafür, dass sich der Wagen in schnell genommenen Kurven zur
Seite neigt und beim starken Bremsen in die Federn sackt. Die
Räder bleiben auch bei den wildesten Kapriolen sicher auf der
Erde, aber es fühlt sich an, als ob Fahrwerk und Karosserie
nicht direkt verbunden wären. Zusammen mit der leichten
Lenkung hat das zur Folge, dass richtiger Fahrspaß nicht
aufkommen will. Aber für den ist dieses Auto auch nicht
gebaut. Der Grand C4 Picasso soll schließlich das ultimative
Familienauto sein, mit genug Platz und einer Menge praktischer
Lösungen; und als solches ist er Citroën auch prima gelungen.
Fazit
Im Citroën Grand C4 Picasso vereinigen sich alle
ergonomischen Erfindungen und Platzspartricks die ein Familienauto
nur haben kann und das in einer kunstvollen Verpackung. Dazu bietet
das Auto so viel Luxus, Komfort und moderne Elektronik wie es in
einem Minivan nur möglich ist.
Der Nachteil dessen ist, dass der Grand C4 Picasso spürbar
größer und schwerer ist, wodurch sich die
Fahreigenschaften deutlich von einem Pkw unterscheiden.
Außerdem ist die Lenkung zu leichtgängig und die
Kommunikation mit dem Fahrer generell nur mäßig. Der
Fahrspaß bleibt daher aus. Die Vorteile liegen aber auch auf
der Hand: Der Citroën Grand C4 Picasso ist eins der
praktischsten, komfortabelsten und vor allem auch eins der
kinderfreundlichsten Autos, die es derzeit gibt.
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