|
Der Antara gehört zur Familie der "Opel". Die
kürzlich entdeckte Art ist leicht am scharfen Linienspiel zu
erkennen, dessen markanteste Kennzeichen die Falte in der
Motorhaube und der Chromstreifen über dem Kühlergrill
sind. Zwar ist der Antara schon auf den ersten Blick als Mitglied
der Opel-Familie erkennbar, das neu entdeckte Geschöpf hat
jedoch eine besonders robuste Ausstrahlung durch die stabilen
Stoßfänger (Freiwinkel 23 Grad), die große
Bodenfreiheit (20 cm) und die Lufteinlässe an den Radkästen.
Innenleben
Im Fünfsitzer-Innenraum findet sich erneut das moderne
Linienspiel. Das gesichtete Exemplar verfügt über
Klimaanlage (mit Pollenfilter), Bordcomputer, Licht- und
Regensensor, Tempomat, Sitzheizung, Einparkhilfe (vorn und hinten),
Bluetooth-Telefonanschluss und Stereoanlage. Letztere kann auch
MP3-CDs verdauen und ist über das Lenkrad zu bedienen.
Einmalig in seiner Art ist das "Flex Fix"-System, mit dem
auf einfache Weise Fahrräder transportiert werden können.
In der Heckstoßstange ist ein Fahrradträger integriert
der einfach und ohne Werkzeug ein- und auszuklappen ist. Eine
ebenso intelligente Erfindung der Evolution ist der "Flex
Organizer", der den Gepäckraum in praktische Fächer
einteilt und dem Antara so einen Vorteil gegenüber anderen
Artgenossen verschafft.
Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Exemplaren der
Gattung der SUV ist, dass im Antara der Fahrer nicht auf einen
hohen Bock klimmen muss, als ob er in einen Lkw steigen würde.
Durch diese niedrigere Sitzposition fühlt sich der Antara
nicht wie ein übergroßes SUV an, dass sich nur mit
Mühe durch den Stadtverkehr lotsen lässt. Das "King of
the Road"-Gefühl stellt sich daher nicht ein, aber das
Auto wird viel leichter handhabbar.
Kein wildes Tier
Gesichtet wurden zwei verschiedene Exemplare des Antara: Das
Herz des hier fotografierten Exemplars ist ein
3,2-Liter-Sechszylinder Benziner mit 227 Pferdestärken. Wie
beeindruckend das auch klingen mag, dieses Topmodell beweist wieder
einmal, dass Hunde die bellen nicht beißen. Der Antara 3.2
ist flott, aber verglichen mit seinen Artgenossen sind die
Leistungen eher schwach. Das liegt daran, dass die
Fünfgang-Automatik zu früh schaltet und die Motorleistung
dadurch nicht ausgenutzt werden kann. Gleichzeitig zeigt der V6
enormen Durst: Noch bevor die ersten 100 km gefahren sind ist
schon ein Drittel des 65-Liter-Tanks geleert!
Das größte Problem des V6 ist aber das Gewicht. Das
Auto fühlt sich schwer an und in der Kurve ist deutlich zu
merken, dass eine Menge Gewicht auf den Vorderrädern lastet.
Trotz aller Sicherheitssysteme bricht der Antara V6 schon bei recht
geringen Geschwindigkeiten in scharfen Kurven hoffnungslos
über die Vorderräder aus. Auch die rundum montierten
belüfteten Scheibenbremsen haben große Mühe, das
Mammut aus hohen Geschwindigkeiten zum Stehen zu bringen.
|
Kilometerfresser
Glücklicherweise wurde auch ein Exemplar gesichtet, in
dessen Adern Diesel fließt. Dieser 2-Liter Turbodiesel (mit
Partikelfilter) hat bei niedrigen Drehzahlen wenig Kraft, aber ab
2.000 Umdrehungen ist er mindestens so stark wie der große
Benziner. Mit diesem Motor stimmt auch die Gewichtsverteilung, was
sich direkt im Fahrverhalten niederschlägt. Die Lenkung ist
angenehm direkt, was den Antara wendig macht und für den
nötigen Fahrspaß sorgt. Auf der Autobahn ist der 2.0
CDTI ruhig und komfortabel, womit der Antara der Gattung der
"Kilometerfresser" zuzuordnen ist.
Typisch für die hier beobachtete Art ist, dass der
entfernte Verwandte des Frontera in allen Ausführungen
über Allradantrieb verfügt. Genauer gesagt über eine
Elektronik, die je nach den Fahrbedingungen zwischen Vorderachs-
und Allradantrieb umschaltet. Der Nachteil des Systems besteht
darin, dass es in schwerem Gelände gelegentlich zu spät
einschaltet. Der Vorteil ist, dass der Antara unter allen
Fahrbedingungen sparsamer fährt, so dass die Wahl des
Schöpfers hier von Weisheit zeugt. Der Antara gehört
übrigens nicht zur Rasse der Geländewagen, sondern zu den
Freizeitfahrzeugen, deren Lebensraum sich auch auf Waldwege und
Schneelandschaften erstreckt.
Verwandtschaft
Der Antara zeigt viel Ähnlichkeit mit der Familie der
"Chevrolet Captiva", was nicht überrascht, da beide aus
derselben GM-Fabrik in Korea stammen. Empirische Forschung hat
allerdings ergeben, dass die Windschutzscheibe das einzige ist, was
beide gemeinsam haben.
Die Basis beider Kreaturen ist gleich, aber jeder von ihnen hat
seine eigene Identität. Genmanipulationen unter anderem an der
Motorsteuerung sorgen für unterschiedliche Charaktere bis in
die kleinsten Details. Der Antara ist etwas straffer gefedert, was
dem Opel ein europäischeres Fahrgefühl verleiht. Sich
weit in die Kurve zu neigen oder beim Bremsen in die Federn zu
sacken gehört daher nicht zum Verhalten des Antara. Trotz der
vielen Ähnlichkeiten handelt es sich beim Opel Antara also um
eine ganz neue Art.
Fazit
Die Expedition ins griechische Hinterland hat interessante neue
Erkenntnisse ergeben. Der jüngste Opel vereint die Gene eines
Kombis und eines Geländewagens in einem neuen Fahrzeug namens
"Antara".
Vom Kombi hat der Antara den Komfort und die moderne Technik. Im
Allradantrieb, dem großen Innenraum und dem abenteuerlustigen
Charakter findet sich die DNA des Geländewagens wieder. Diese
Kombination reizt viele Käufer, sie hebt den Antara jedoch
nicht aus der Masse der SUV-Artgenossen hervor.
Die neueste Kreatur, die in deutsch-koreanischer Zusammenarbeit
entstand, lebt von Benzin oder Diesel. Die 3.2 V6-Benzinervariante
leidet allerdings an Fettleibigkeit, weshalb sie Probleme mit den
Fahreigenschaften hat. Der 2.0 CDTI-Diesel fährt deutlich
besser und ist außerdem noch günstiger zu haben. Eine
eigene Expedition braucht man nicht zu starten: Den Antara findet
man bei jedem Opel-Händler.
|