Mini-MPV
Mit einem schelmischen Blick der großen, an den Ecken
platzierten Scheinwerfer wartet das Testauto auf uns. Viele Leute
müssen sich gerade an das Design des Mini-MPV gewöhnen,
aber direkt beim Einsteigen wird das Eis schon gebrochen. Da das
Auto in die Höhe gebaut worden ist, können die Insassenen
gerader sitzen. Das hat zur Konsequenz, dass weniger Beinfreiheit
nötig ist und mehr nützlicher Platz aus wenigen Metern
gewonnen wird. Auch der Motor ist teilweise unter dem
Armaturenbrett eingebaut, um den maximalen Innenraumplatz aus dem
Äußeren zu erreichen. Das Resultat ist, daß der so
klein aussehende Agila einen enormen Platz innen bietet. Der Platz
zwischen den Vordersitzen und dem Armaturenbrett ist genauso so
groß, wie bei einem massiven Mittelklassewagen und die
Kopffreiheit ist größer, als die der meisten Stufenheck
oder Hatchbacks.
Die Sitze sind stabil und gut verstellbar. Schade, dass das
Lenkrad nicht verstellbar ist, so dass größere Fahrer
die Beine etwas künstlich um das Lenkrad herum falten
müssen. Der Platz hinten ist auf den ersten Blick gering. Der
Abstand zwischen der Rücksitzbank und der Rückenlehne der
Vordersitze ist minimal. Wer einmal hinten Platz nimmt, wird wieder
überrascht sein. Auch die Passagiere sitzen gerade, so dass
die Beinfreiheit dennoch ausreichend ist. Große Erwachsene
werden vielleicht nicht enthusiastisch über eine lange Fahrt
im Agila sein, aber im Vergleich zu den konventionellen kompakten
Autos sitzt man im Agila hinten sehr gut.
LKW
Anstatt Passagiere kann der Agila natürlich auch
Gepäck mitnehmen. Hinter der Rücksitzbank findet man
einen Kofferraum von 240 Litern, vergleichbar mit dem der anderen
kleinen Autos. Die Rücksitzbank kann man in zwei Teilen
hochklappen, womit sich der Platz bis zu 1250 Litern erhöht.
Das ist ein Wert für den sich sogar ein Kombi nicht
schämen muß!
Nachdem die Rücksitzbank hochgeklappt wird, verschiebt sich
der Sitz, dank eines ingeniösen Mechanismus', etwas nach vorne
und nach unten, so dass ein perfekt flacher Boden entsteht. Die
Ladekante von nicht mehr als einem Zentimeter ist unwesentlich. Die
Heckklappe öffnet sich nicht weit genug für jeden Fahrer,
um darunter stehen zu können. Manche konnten dagegen mit der
Stirn stoßen.
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Lenkung
Die Lenkung des Agila ist nicht so direkt wie bei einem
Sportwagen, aber man kann das Auto doch scharf steuern ohne viele
Lenkbewegungen machen zu müssen. Zum Beispiel bei einem
Minikreisverkehr ist das sehr angenehm. Außerdem wird die
Lenkung deutlich unterstützt. Die Servolenkung macht das
Steuern sehr leicht,ist aber nie störend. Im Gegenteil, in der
Stadt nimmt der Agila die Kurven mit Freude und das wird unser
Credo während der Testfahrt: je schmaler die Strasse und
unmöglicher die Kurve, desto angenehmer".
Beim Parken ist der Agila wieder vorteilhaft, weil die eckige
"Kutsche" gut übersehbar ist. Dann lässt sich das Auto
leicht in den letzten freien Platz hinstellen. Wer letztendlich
Angst hat, daß dieses schmale, hohe Auto umfällt, kann
sich beruhigen. Der Agila hat eine sehr gute Strassenlage, so dass
der Grenzbereich zwischen normalem und flottem Fahren nie erreicht
wird. Auch bei einem Ausweichmanöver reagiert das Auto brav.
Natürlich reagiert ein Mini-MPV immer etwas heftiger als ein
niedrigeres Auto, aber der Fahrer braucht sein Fahrverhalten im
täglichen Verkehr nicht anzupassen, der Agila ist genauso zu
fahren wie ein niedrigeres Auto.
Motoren
Opel liefert den Agila mit einem 1.0 oder einem 1.2-Liter Motor.
Für den Test haben wir uns für die 1.2-Liter Variante
entschieden. Damit fühlt sich der Agila in der Stadt wieder
ganz zu Hause . Vor allem im 2.Gang akzeptiert das Auto fast alles.
Aber der Lebensraum des Agila begrenzt sich nicht nur auf die
Innenstadt. Auf der Autobahn ist der Agila genauso angenehm leise
wie ein Auto dieser Preisklasse und von diesem Umfang. Sowohl die
Motor - als auch die Windgeräusche bleiben sehr bescheiden.
Auf den Nebenstrassen sind die Zwischenbeschleunigungen des 75-PS
starken Triebwerkes ausreichend, um zu überholen, aber man
darf keine schnellen Sprints erwarten. Auf der Autobahn hat der
Agila genügend Power, um auch Geschwindigkeiten über 100
Km/h zu erreichen, ohne zurück schalten zu müssen. Der
Testverbrauch lag mit 6,6L/100 km etwas höher als die
Herstellerangabe. Aber da während der Testperiode
hauptsächlich in der Stadt gefahren wurde und der Agila ein
hohes Auto ist, kann man es dennoch als angemessen bezeichnen.
Fazit
Der Opel Agila 1.2 Elegance ist ein Auto, das Vergnügen
macht. Dank dem Konzept eines Mini-MPV wird der maximale Platz aus
den extrem bescheidenen Innenmaßen erreicht. Diese
Elegance-Ausführung liefert ein großzügiges
Ausstattungsniveau, sehr gute Sicherheitseinrichtungen und einen
angenehmen Motor für einen bescheidenen Betrag. Das gibt dem
Käufer das Gefühl, ein gut durchdachtes, kompltettes Auto
in den Händen zu haben und damit eine schlaue Entscheidung
getroffen zu haben.
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