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Der Unterschied zwischen Altea und Altea XL beträgt im
Wesentlichen 20 Zentimeter, tausend Euro und ein Paar neue
Rücklichter. Damit hätte es nahe gelegen, den Altea vom
5- in einen 7-Sitzer zu verwandeln, aber Seat hat sich klugerweise
dagegen entschieden. Einen 7-Sitzer haben die Spanier
schließlich in Form des Alhambra bereits im Programm.
Darum machte Seat aus dem Altea stattdessen einen extrem
geräumigen Kombi. Der normale Altea ist schon deutlich
höher und daher geräumiger als ein normaler Pkw. Durch
die zusätzliche Länge entsteht ein Kombi mit ungeahnten
Ausmaßen.
Zusätzlicher Platz
Die Länge kommt dem Gepäckraum und der Beinfreiheit
auf der Rückbank zugute. Beim regulären Altea fasst der
Kofferraum 409 Liter, der XL bringt es auf bis zu
635 Liter. Das macht sich in den Ferien gut, aber zum Beispiel
auch dann, wenn die Kinder darauf bestehen, die gesamte
Spielzeugsammlung mitzunehmen. Ein großer Kinderwagen
lässt sich hinten problemlos unterbringen und für das
restliche Gepäck bleibt dann auch noch genug Platz.
Sollte es doch einmal nötig werden, lässt sich die
Rückbank problemlos in zwei asymmetrischen Teilen umklappen
und liefert so bis zu 1.604 Liter Laderaum. Die Rückbank
muss dazu nicht ausgebaut werden und auch die Kopfstützen
müssen nicht abgenommen werden. Trotzdem hat der Altea XL hier
einen erheblichen Nachteil: So viel Platz auch ist, die
Ladefläche ist bei weitem nicht eben und somit deutlich
unpraktischer als bei Anderen. Die Rücksitze werden mit einer
kleinen Schlaufe entriegelt, die in der Polsterung verschwindet und
danach nur schwer wieder zu finden ist.
Zusätzlicher Komfort
Wie beim Standard-Altea steht auch beim XL die Rückbank auf
Schienen und lässt sich verschieben, so dass zwischen mehr
Beinfreiheit und mehr Gepäckraum gewählt werden kann.
Beim Altea sind 14 cm Bewegungsspielraum drin, beim XL 16 cm.
Kopf- und Beinfreiheit auf der Rückbank sind auch deshalb
riesig. Selbst wenn die Vordersitze weit hinten stehen bleibt genug
Platz für große Erwachsene. Die haben dann auch noch
kleine Tischchen und eine 12-Volt-Steckdose zur Verfügung.
Für kleinere Passagiere gibt es standardmäßig
Isofix-Befestigungen für Kindersitze, die dank der
großen Hintertüren auch einfach anzubringen sind.
Die riesigen Vordersitze vermitteln dasselbe
XXL-Gefühl wie die Rückbank. Der Komfort
hängt hier allerdings von der Statur des Fahrers ab. Sehr
große Leute werden mit den Schulterblättern gegen den
dicken oberen Rand der Rückenlehne gedrückt und sitzen
recht krumm. Fahrer mit normaler Größe werden dagegen
von den breiten Rändern der Sitze prima unterstützt und
umarmt, was die Sache extra gemütlich macht. Vorne ist der XL
ebenso groß wie der normale Altea.
Auch das Ausstattungsniveau ist das gleiche wie bei den anderen
Alteas. Soll heißen: Dachschienen, Zentralverriegelung mit
Fernbedienung, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Bordcomputer
und Tempomat sind Standard. Bei der edleren Ausführung gibt es
Klimaautomatik und Stereoanlage mit MP3-Anschluss obendrauf.
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Zusätzliche Kraft
Im Altea XL arbeiten dieselben Motoren wie im gewöhnlichen
Altea. Unter Vielfahrern wird wohl der 2.0er TDi mit Partikelfilter
das beliebteste Modell werden. Der bringt 140 PS / 320 Nm
und ein enormes Turboloch mit.
Der Turbodiesel liefert zunächst annehmbare Leistung bei
geringem Verbrauch und ebenso geringem Geräuschpegel. Erst
wenn der Turbo anspringt wacht der Altea auf und liefert die
sportliche Leistungen, die Seat verspricht. Im Alltagsgebrauch ist
der große Unterschied zwischen ausreichender Leistung bei
geringen Drehzahlen und hervorragender Leistung bei hohen
Drehzahlen allerdings anstrengend.
Deshalb haben wir uns für die Testfahrt für den
Benziner mit 1,6-Liter-Vierzylinder entschieden. Der liefert
102 PS / 148 Nm, was in der Praxis vollkommen ausreicht.
Mit dem leichten Benziner kommt der fast 1.400 kg schwere
Altea XL gut vom Fleck, ist schnelles Überholen kein Problem
und sind noch weniger Geräusche zu vernehmen als beim Diesel.
Außerdem ist der 1.6er im gesamten Drehzahlbereich auffallend
stark, so dass schaltfaules Fahren kein Problem ist.
Zusätzlicher Spaß
Unabhängig von der Motorvariante hat das
Längenwachstum des Altea keinen Einfluss auf Straßenlage
oder Handhabbarkeit. Der Altea XL fährt kein bisschen wie ein
Van. Der Wagen ist gut zu übersehen und lässt sich
problemlos durch kleine Gassen lenken.
Wie bei den anderen Alteas auch, sitzt der Fahrer etwas
höher als in einem normalen Pkw, was sich aber in der
Straßenlage nicht negativ bemerkbar macht. Dabei hat auch der
extragroße Altea den gewissen sportlich-dynamischen Unterton,
denn ein XL braucht natürlich ein paar Sahnehäubchen.
Fazit
Der Seat Altea XL ist ein ebenso ungewöhnliches wie
gelungenes Auto. Es gibt genug Kombimodelle auf dem Markt, die
später mit ein paar Anpassungen und viel Marketinggeschrei zu
Minivans aufgeblasen wurden. Seat hat es umgekehrt gemacht: Der
Seat Altea war bereits ein hohes Auto, und durch die
Verlängerung ist der Altea XL größer als die
meisten Kombis. Außerdem ist der Altea einer der
schönsten Minivans auf dem Markt, wodurch der XL trotz seines
Umfangs einen gewissen Charme hat.
Gleichzeitig passt er prima zu den Bedürfnissen der meisten
Minivan-Käufer. Denn denen geht es in der Regel weder um Platz
für sieben Personen und null Gepäck noch um Platz
für fünf Personen und das Gepäck von zwei. Zu
fünf Sitzplätzen gehört auch Gepäckraum
für fünf Personen. Der Altea XL hat genau das zu bieten.
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