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Die Unterschiede zwischen altem und neuem X3 fallen nicht sofort
ins Auge. Wir mussten erst die Dokumentation lesen, um zu bemerken,
dass die Einteilung der Scheinwerfer und Rücklichter
geändert wurde. Die Stoßfänger in Wagenfarbe sind
uns da schon eher aufgefallen. Von außen gesehen sind die
Änderungen minimal und verleiten sicher keine Scharen von
X3-Besitzern zum Händler zu rennen und gegen die neue Version
tauschen zu wollen.
Schönheit kommt von innen
Im Innenraum ist der Unterschied deutlicher. Hier sind bessere
Materialien gebraucht, die absolut makellos verarbeitet sind. Die
Sicherheitsgurte sind aber leider immer noch nicht in der Höhe
verstellbar. Wie bisher schon unterscheidet sich der X3 von anderen
SUVs durch die Sitzhaltung. Der Fahrer sitzt nicht wie auf einem
Hochsitz, sondern Pkw-mäßig tief. Die Sicht auf die
Straße bleibt ausgezeichnet, aber anders als bei den meisten
SUVs fühlt man sich im X3 nicht wie in einem in die Stadt
verpflanzten Geländewagen. Das Platzangebot ist vorne wie
hinten enorm. Vier Erwachsene plus Gepäck haben weit mehr als
genug Platz im X3.
Als Luxus-SUV bietet der X3 allen erdenklichen Komfort. Nur
einen "iDrive" hat ihm BMW trotz des Facelifts immer noch
nicht spendiert. Das ist die Navigations-, Kommunikations-, Audio-
und Klimaanlagensteuerung von BMW, die sich mit einem einzigen
Druck-/Drehknopf bedienen lässt. BMW erklärt das damit,
dass die Integration eines iDrive zu viele Änderungen
erfordert hätte. So muss auch die neue Version des X3 mit
einem weniger komfortablen System als die restlichen BMWs auskommen.
Dass kein iDrive verfügbar ist soll aber nicht
heißen, dass es dem X3 an Ausstattung fehlen würde. Im
Gegenteil. Alle erdenklichen Extras sind lieferbar, von einer
beheizten Rückbank über Einparkhilfen vorn und hinten bis
zu Bi-Xenon-Kurvenlicht. Die Standardausrüstung ist mit der
Verjüngungskur nicht umfangreicher geworden, der X3 bleibt
weiter teuer.
Sportwagen
Die größten Verbesserungen finden sich unter der
Motorhaube. Fast alle Motoren wurden modernisiert, das heißt:
bessere Leistung bei geringerem Verbrauch.
Das neue Topmodell ist ein Dreiliter-Sechszylinder-Diesel mit
Partikelfilter. Der stammt von den 5ern (535d), ist aber hier noch
kräftiger und kommt besser zur Geltung. Das besondere daran
ist die Twin Turbo-Technik. Ein Turbo springt normalerweise erst ab
einer gewissen Drehzahl bei, um die Motorleistung zu steigern.
Daher fallen viele Turbomotoren bei niedrigen Drehzahlen ins
sogenannte Turboloch, bis die Leistung dann sprunghaft steigt, wenn
der Turbo anspringt. Im Gelände würden sich die Reifen
dann plötzlich eingraben.
Deshalb hat BMW diesem Motor zwei Turbos verpasst. Einen, der
schon bei kleinen Drehzahlen läuft und einen zweiten, der bei
einer höheren Drehzahl sanft anspringt. So kann der Motor die
Turboleistung im gesamten Drehzahlbereich nutzen, was dem
"3.0sd" zu durchweg spektakulären Leistungen verhilft.
Der Diesel startet mit imposanten Lkw-Geräuschen,
verhält sich aber wie der Motor eines echten
Vollblut-Sportwagens. Schon ein Antippen des Gaspedals lässt
den Wagen sofort beschleunigen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist
in 6,6 Sekunden erledigt. Auf der Autobahn sind wir mit dem X3
3.0sd in einem kurzen Augenblick bei 200 km/h. Viele andere
benzinfressende SUVs kommen nicht an die Leistungen dieses relativ
sparsamen Diesels ran!
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Softroader
Schon früher hatten wir den X3 als typischen
"Softroader" dargestellt: Als ein Auto, dass für die
Straße optimiert ist, und im Gelände nur minimal zu
gebrauchen ist. Nach wie vor fühlt sich der X3 auf dem Asphalt
zu Hause. Er fährt sich fast wie ein normaler Pkw.
Wie es sich für einen BMW gehört, hat der X3 eine
sportliche Note und lässt sich die Fahrsituation in ihm gut
erfühlen. Ermöglicht wird das unter anderem durch die
angenehm schwere Lenkung. Außerdem leitet der Allradantrieb
"xDrive" im Normalbetrieb etwas mehr Antriebskraft auf die
Hinterachse als nach vorne, sodass man dem X3 den BMW anmerkt.
Trotz seiner Höhe neigt sich der X3 in schnell genommenen
Kurven kaum und sinkt auch bei starkem Bremsen nicht in die Federung.
Der X3 ist nicht als harter Geländewagen für den
Dschungel oder die Wüste gebaut. Mit dem elektronisch
gesteuerten Allradantrieb, der großen Bodenfreiheit und der
enormen Motorleistung ist der X3 im Gelände aber auch nicht
rettungslos verloren. Also alles dabei für eine schöne
Tour durchs Gelände, die wir dann auch gleich in Angriff
genommen haben.
Die Grenze ist allerdings schnell erreicht. Die 20 cm
Bodenfreiheit reichen in der Praxis nicht aus. Auch ist der
elektronische Allradantrieb nicht für Offroad-Anforderungen
programmiert. Wenn es schwieriger wird, sucht das System nach
Traktion, mit dem Effekt, dass abwechselnd die Vorder- und die
Hinterräder durchdrehen und das Auto schwer zu kontrollieren
ist. Die Reifen sind dabei, wie auch schon beim alten X3, das
schwächste Glied der Kette. Sie sind voll auf die Autobahn
ausgerichtet und füllen sich im Gelände schnell mit
Matsch. Dann haben sie kaum noch Haftung.
Niedrige Gänge zum Befahren extremer Steigungen und
Gefälle sucht man im X3 vergebens. Stattdessen gibt es eine
elektronische Bergabfahrkontrolle. Wenn man den Fuß von Gas
und Bremse nimmt, zuckelt der X3 langsam und dosiert ein steiles
Gefälle hinunter (auch rückwärts!). Auch hierbei
merkt man, wie sich die Elektronik den Leistungsgrenzen
nähert, sodass sich der X3 weniger zuverlässig
anfühlt als ein echter Geländewagen. Beim Befahren von
Steigungen nutzt einem die Elektronik natürlich nichts.
Der Sprecher von BMW versucht nicht, das schönzureden. Der
X3 ist nunmal kein echter Geländewagen. Die
Offroad-Fähigkeiten sind nur ein kleines Extra seiner
Vielseitigkeit zuliebe. Recht hat er, wovon wir uns ein paar
Minuten später auf dem Rückweg von unserem kleinen
Geländeausflug überzeugen können, der wieder
über die Autobahn führt.
Fazit
Ist der BMW X3 durch den Facelift besser geworden? Ja.
Außen sind die Änderungen minimal aber im Innenraum
werden jetzt merklich bessere Materialien verwendet. Sonst gibt es
wenig sichtbare Verbesserungen, an ein paar alten Mängeln
(kein iDrive, Gurt nicht verstellbar) hat sich nichts geändert.
Die Motoren wurden allerdings erheblich verbessert. Je nach
Ausführung wird der X3 etwas schneller oder erheblich
schneller, während der Verbrauch durchgehend sinkt. Die
Offroad-Fähigkeiten sind nach wie vor stark begrenzt. Die
Fahreigenschaften sind dagegen erstklassig, der X3 ist nach wie vor
einer der Softroader mit der besten Straßenlage.
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