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Unsere erste Begegnung mit dem neue Corsa findet in Dresden
statt. In die Mischung aus alten Denkmälern und moderner
Architektur, die heute das historische Elbflorenz prägt,
fügt sich der Corsa mit seiner neuen Formgebung gut ein.
Außerdem bringt es Opel fertig, mit demselben Modell zwei
recht verschiedene Geschmäcker zu bedienen: Als Dreitürer
macht der Corsa einen schnittig-sportlichen Eindruck, die
Fünftürer-Variante ist familienfreundlich und praktisch.
Mehr Platz
Innen unterscheiden sich Dreitürer und Fünftürer
noch deutlicher. In beiden Varianten wächst der neue Corsa
erheblich gegenüber seinem Vorgänger. Im Dreitürer
merkt man dass vor allem auf den Vordersitzen, wo auch große
Fahrer bequem Platz finden. Auf der Rückbank bleibt das
Platzangebot dagegen mäßig.
Im Fünftürer stehen die Rückenlehnen der
Vordersitze steil aufrecht. Dadurch entsteht automatisch mehr
Beinfreiheit auf der Rückbank. Das Dach des
Fünftürers verläuft höher als beim
Dreitürer, so dass auch hinten die dringend nötige
zusätzliche Kopffreiheit entsteht.
Diesen Ansatz erkennt man überall am neuen Corsa wieder:
Alle Teile wurden neu durchdacht und wenn möglich verbessert
und modernisiert. Zum Beispiel der Fahrradträger nach dem
"Flex-Fix"-System: Der ist einfach in die
Heckstoßstange integriert. Also keine Ösen, Schrauben
und Werkzeuge mehr. Mit ein paar Handgriffen lässt sich ein
stabiler Fahrradträger ausziehen, inklusiv der nötigen Rücklichter.
Weniger revolutionär, aber dafür bei den meisten
Modellen standardmäßig vorhanden, ist der doppelte
Gepäckraumboden. Damit wird der Raum optimal genutzt. Leider
ist die Konstruktion nicht wirklich gut befestigt, was zu
ungemütlichen Rasselgeräuschen führen kann.
Mehr Sicherheit
Auch bei Komfort und Sicherheit geht Opel über den
Segmentsdurchschitt hinaus. ABS ist inzwischen überall
Standard. Opel kombiniert es aber mit Drehmomentkontrolle und
Geradeaus- und Kurvenbremskotrolle, die das Auto in kritischen
Situationen zusätzlich stabilisieren. Dadurch wird der Corsa
kaum teurer aber merklich sicherer.
Ebenfalls praktisch ist das Kurvenlicht, das die Sicht deutlich
verbessert. Diese Zusatzausstattung lohnt sich, denn so wird das
Fahren im Dunkeln weniger ermüdend und damit auch sicherer.
Normalerweise bekommt man Kurvenlicht nur in Kombination mit teuren
Xenon-Scheinwerfern, aber Opel verwendet einfache
Halogen-Scheinwerfer, sodass die Option bezahlbar bleibt.
Mehr Luxus
Luxus beginnt bei der Atmosphäre im Innenraum. Dort findet
sich typisches Opel-Interieur aus Standard-Opel-Teilen. Allerdings
ist dies im kompakten Corsa verspielter und fröhlicher
gestaltet als in den größeren Opels. Bei einigen
Ausstattungsvarianten ist die Oberseite des Instrumentenbretts in
der Wagenfarbe gehalten (was vor allem blauen Corsas gut steht)
oder die Mittelkonsole mit glattem Klavierlack überzogen (was
vom ersten Moment an Staub anzieht).
Beim Aussehen ist das relativ einfache Modell "Edition"
unser Favorit. Die anderen Modelle sind zwar edler, aber dieses
hier ist originell und frech, was gut zum Corsa passt. Für die
Liebhaber kleiner Styling-Extras noch etwas besonderes: Ein
Opel-Designer hat in einer seltsamen Laune einen Hai im Corsa
untergebracht! Ein kleiner Tipp: Mal die Motorhaube aufmachen ...
Weiter geht der Luxus in der Elektronik. Ein Teil davon ist nur
Füllsel für die Ausstattungsliste. Lenkrad- und
Sitzheizung braucht man selten. Die MP3-Wiedergabe im Audiosystem
schon eher. Die ist zum Glück auch Standard ab Modellvariante
"Edition".
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Der "intelligente Schlüssel" ist eine besondere Ausnahme in
diesem Segment. Das "intelligente" an diesem Schlüssel ist,
dass in ihm eine Reihe von Einstellungen gespeichert werden.
Beispielsweise die Lieblingssender im Radio, die
Temperatureinstellung der Klimaanlage oder die Lautstärke von
Warnsignalen. Wenn mehrere Fahrer das Auto fahren, hat man mit dem
eigenen Schlüssel auch gleich die persönlichen
Einstellungen parat.
Mehr Fahrspaß
Obwohl der Corsa schon lange kein reines Stadtauto mehr ist, ist
er für den dichten Stadtverkehr optimal geeignet. Auf
schlechter Fahrbahn bleibt er komfortabel, lässt die
Fahrbedingungen aber weiter gut erfühlen und behält eine
hervorragende Straßenlage.
Das "Sport"-Modell bietet noch wesentlich mehr als das
und stellt die Konkurrenz in einigen Punkten tief in den Schatten.
Die sportliche Ausführung liegt etwas tiefer (vorne 18 mm,
hinten 15 mm), ist härter gefedert und hat eine direktere Lenkung.
Das macht einen deutlichen Unterschied, der sich von der ersten
Minute an angenehm bemerkbar macht. Der Corsa Sport reagiert sehr
direkt, verleitet zu schnellen Kurvenfahrten und schlängelt
sich geschickt durch den Verkehr. Im Gegensatz zum Astra lässt
sich das sportliche Verhalten beim Corsa nicht auf Knopfdruck ein-
und ausschalten. Der Corsa Sport macht immer Spaß, die
weniger athletischen Corsas bleiben immer komfortabel.
Mehr Motoren
Die Motoren wurden vom alten Corsa übernommen. Beide Diesel
(ein 1.3er und ein 1.7er) haben einen Partikelfilter. Den 1.3er
gibt es in einer Variante mit 75 und einer mit 90 PS.
Die 90 PS-Variante ist nicht besonders raffiniert konstruiert,
aber die Leistung stimmt. Dieser Motor macht den Corsa zum flotten
Stadtauto und auch zum prima Kilometerfresser auf der Autobahn.
Letzteres auch dank des sechsten Ganges, der die Drehzahl und den
Verbrauch angenehm niedrig hält. Der 125 PS starke 1,7-Liter
CDTi ist nochmal deutlich stärker und ruhiger. Angesichts der
prima Leistung des 1.3er CDTi ist der 1.7er CDTi den Aufpreis aber
nicht wirklich wert.
Bei den Benzinern beginnt die Palette mit einem sehr sparsamen
Modell, einem 1-Liter-Dreizylinder. Diese Technik garantiert
Verlässlichkeit und niedrigen Verbrauch.
Danach folgen zwei Vierzylinder: ein 1.2er und ein 1.4er.
Letzterer ist sehr zu empfehlen und mit ihm sind wir dann auch am
meisten gefahren. Neben dem normalen Getriebe steht ebenfalls ein
Sportgetriebe zur Auswahl. Mit dem normalen Getriebe ist das Auto
sparsam und recht leise. Beim Sportgetriebe liegen die
verschiedenen Übersetzungen nah beieinander, sodass der Motor
von selbst auf Touren gehalten wird. Dadurch gelingt es Opel, dem
bescheidenen Motor Leistungen zu entlocken, die einem
größeren Motor alle Ehre machen würden.
Fazit
Opel hat das beim neuen Astra erprobte Rezept mit gleichem
Erfolg auf den neuen Corsa übertragen. Der Corsa ist nun kein
unauffälliges Mittelmaß mehr, sondern kann mit
ansprechender Formgebung, dynamischem Fahrverhalten und innovativer
Technik punkten. Dabei ist Opel realistisch geblieben und hält
die Preise in bezahlbarer Größenordnung. Unter diesen
Umständen darf's gern ein bisschen mehr sein!
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