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Die Tschechen sind stolz auf Skoda, und wenn ein neues Modell
auf den Markt kommt, fahren sie Alles auf. "Möchten Sie den
Roomster vor dem Präsidentenpalast fotografieren? Kein
Problem, wir sperren den Verkehr." "Möchten Sie das Auto
während der Wachablösung fotografieren? Dann laufen wir
einfach drumherum!".
Aber die Tschechen sind nicht nur stolz, sie wissen das Leben
auch zu genießen. Das schlägt sich in der Philosophie
von Skoda nieder. Dabei geht es nämlich nicht um Prestige oder
technische Daten, sondern darum, dass die Autos das Leben leichter
machen. So wie der Roomster.
Die vordere Hälfte des Roomster ist ein Pkw, die hintere
ein Minivan. Damit löst Skoda auf verblüffend einfache
Weise eine ganze Reihe von Problemen. Ein normaler Minivan ist im
wesentlichen ein Lieferauto, das sich mit der Zeit zu einem
besonders geräumigen Pkw gewandelt hat. Auch wenn moderne
Minivans weit entwickelt sind, leiden sie immer noch unter zwei
Problemen: Durch den hohen Schwerpunkt ist die Straßenlage
mäßig und durch den hohen Luftwiderstand steigt der
Verbrauch. Außerdem scheint es schwer zu sein, Minivans eine
ansprechende Formgebung zu verpassen.
Hinten
Gerade durch sein Aussehen fällt der Roomster auf. Die
Tschechen kennen "ihr" neues Auto bisher nur von Bildern und
bekommen es jetzt das erste Mal in Wirklichkeit zu sehen. Auch
Touristen fragen, was das für ein witziges Auto ist.
Am auffallendsten sind die Hinterfenster, die deutlich
größer gehalten sind als die vorderen Fenster. Das kommt
nicht nur dem Aussehen zugute. Die Kinder werden sich freuen, denn
so bekommen auch die Kleinsten endlich etwas von der
Außenwelt zu sehen. Außerdem sind die Rücksitze
höher angebracht als die Vordersitze, so dass man hinten
wirkliche so etwas wie Freiheit empfindet.
Erwachsene begeistert der Roomster mit beinahe
überwältigender Kopf- und Beinfreiheit. Das optionale
Glasdach (sehr zu empfehlen) setzt diesbezüglich noch eins drauf.
Die Rückbank besteht aus drei Teilen. Die beiden
äußeren Teile sind dabei auf Schienen verschiebbar, so
dass je nach Bedarf noch mehr Beinfreiheit oder noch mehr
Gepäckraum geschaffen werden kann. Die drei Teile können
unabhängig voneinander zusammengeklappt oder ganz
herausgenommen werden. Wenn der mittlere Sitz ausgebaut wurde,
können die beiden anderen Sitze seitlich verschoben werden, so
dass auch in der Breite beeindruckender Raum entsteht. Der Roomster
macht seinem Namen also alle Ehre.
Gepäckraum
Selbst wenn alle drei Rücksitze eingebaut sind, ist der
Gepäckraum deutlich größer als man von außen
vermuten würde. Ein großer Kinderwagen läßt
sich problemlos unterbringen und auch das Reisegepäck von vier
Personen kriegen wir ohne Mühe in den Kofferraum. Dort
befinden sich jede Menge Haken, Ösen und Netze um das
Gepäck fest zu verschnüren.
Besonders praktisch ist die biegsame Trennwand, mit der sich der
Gepäckraum in verschiedene Fächer teilen lässt. Wenn
die Rückbank herausgenommen wird, entsteht ein Laderaum,
für den Skoda sogar einen Fahrradständer liefert. Drei
Fahrräder passen dann ins Auto. Dass deren Vorderräder
dafür ausgebaut werden müssen, verschweigt Skoda allerdings.
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Vorne
Hinten bietet der Roomster den Platz und die Möglichkeiten
eines mittelgroßen Minivans. Vorne erinnert dagegen nichts an
einen Minivan. Der Fahrer sitzt tief und aufrecht, das Lenkrad
beinahe auf dem Schoß. Man fühlt sich im Roomster wie im
vertrauten Pkw.
Dank der Zusammenarbeit mit Volkswagen ist das Gefühl
für Viele besonders vertraut, denn die VW-Komponenten sind
deutlich wiederzuerkennen. Die Verarbeitung ist leider nicht immer
VW-Qualität. Das Geräusch beim Schließen der
Türen wirkt nicht besonders solide, im Testauto war an manchen
Stellen der Klebstoff sichtbar und einmal haben wir auf unebener
Fahrbahn auch ein leises Geräusch gehört.
Die Ausstattung ist ebenfalls nicht auf Volkswagen-Niveau, aber
dafür ist auch der Preis deutlich angenehmer. Statt auf Luxus
setzt Skoda konsequent auf kleine Annehmlichkeiten, die das Auto
wesentlich praktischer aber kaum teurer machen. Das fängt bei
Gummis in den Türfächern an, die den ganzen Papierkram an
seinem Platz halten und hört beim Kurvenlicht auf, das ein
deutliches Sicherheitsplus bietet. Je länger unsere Testfahrt
dauert, desto mehr schmeichelt sich der Roomster mit solchen
kleinen nützlichen Extras bei uns ein.
Fahren
Und das Fahren im Roomster macht durchaus Spaß. Seine
Fahreigenschaften sind wirklich die eines Pkws und nicht die eines
Minivans. Dieses Raumwunder ist so kurz wie ein VW Golf oder ein
Opel Astra und ebenso einfach zu handhaben. Auch bei viel Verkehr
lässt sich leicht die Übersicht behalten. Im Gegensatz zu
einigen Minivans ist das Parken mit dem kompakten Roomster nicht
das geringste Problem.
Das Fahrgestell ist ziemlich hart gefedert, wodurch die
Straßenlage hervorragend ist. Außerdem sorgt das
dafür, dass das Auto auch noch bei voller Beladung gut
handhabbar bleibt. Der Roomster liegt auch bei hohen
Geschwindigkeiten und in der Kurve sicher und kontrollierbar auf
der Straße. Die Bremsen sind ihrer Aufgabe voll gewachsen. Um
die aktive Sicherheit (die Verhinderung von Unfällen) ist es
also gut bestellt.
Den Roomster gibt es mit jeweils drei verschiedenen Benzin- und
Dieselmotoren. Für den Test haben wir uns für den
stärksten der drei Benziner entschieden: einen 1,6 Liter
großen und 105 PS / 153 Nm starken Vierzylinder. Damit halten
wir im dichten Verkehr auf jeden Fall Schritt und können
sicher überholen und einfädeln. Auf der Autobahn
hält der Roomster 1.6 hohe Geschwindigkeiten problemlos durch,
sodass er auch für längere Reisen zu empfehlen ist.
Die weiteren Reserven sind aber gering und der Roomster 1.6 ist
sicher kein sportlicher Wagen. Ein leichterer Motor ist daher nicht
unbedingt zu empfehlen. Mit der stärksten Version ist das
Fahren im Roomster aber durchaus angenehm. Mehr noch: Selten habe
ich mit so viel Spaß ein braves Familienauto gefahren!
Fazit
Der Skoda Roomster ist ein Auto wie aus dem Bilderbuch. Schon
sein Aussehen ist fröhlich, eigensinnig und originell. Hinter
dem Steuer erwartet und überrascht einem der Komfort eines
Pkw. Außer dem Komfort bietet der Roomster auch die
Straßenlage und die Wendigkeit eines normalen Pkw.
Gleichzeitig bietet der enorm flexibel einteilbare
Gepäckraum den Platz und die Möglichkeiten eines
Minivans. Kurzum: Der Skoda Roomster fährt besser als ein
Minivan, ist aber ebenso geräumig und sieht dazu noch prima aus! (Ivo Kroone)
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