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Die Hersteller beschäftigen sich durchweg mit der
Umweltverschmutzung und der drohenden Kraftstoffknappheit. Die
Lösung suchen viele in alternativen Kraftstoffen. Bisher
werden diese aber nur begrenzt eingesetzt, weil die Infrastruktur
und der politische Rahmen noch hinterherhinken. In der Zwischenzeit
setzen Toyota und Lexus auf den Hybridantrieb. Damit kann je nach
Einsatzgebiet auch mit herkömmlichem Kraftstoff die Effizienz
gesteigert werden. Wie beispielsweise beim Lexus GS.
Das Beste von Beiden
Das Prinzip der Hybridtechnik ist einfach: Ein Verbrennungsmotor
ist am effizientesten bei konstanter und relativ hoher
Geschwindigkeit. Im Gegensatz dazu ist ein Elektromotor vor allem
dafür geeignet, kurzfristig beliebig viel Leistung zu liefern.
Diese beiden werden im Hybridantrieb kombiniert. Je nach den
Fahrbedingungen schaltet der Lexus GS450h den Verbrennungsmotor,
den Elektromotor oder beide gleichzeitig ein. Zum Aufladen der
elektrischen Reserven wird dabei nicht die Steckdose genutzt,
sondern Energie, die beim Ausrollen oder Bremsen frei wird. Das ist
nicht nur praktisch, sondern auch besonders effizient, weil diese
Energie sonst verloren gehen würde.
Wie gesagt eignet sich der Elektromotor vor allem für
geringe Geschwindigkeiten. Darum fahren wir im GS450h in
vollkommener Stille los. Höchstens die Klimaanlage ist zu
hören, denn auch die arbeitet elektrisch und ist auch in
Betrieb, wenn der Benzinmotor noch ausgeschaltet ist. Der Lexus GS
war immer schon ein leiser Wagen, aber mit dem Elektromotor ist die
Stille beinahe unwirklich. Erst wenn die Geschwindigkeit über
50 km/h steigt, springt der 3,5-Liter-Sechszylinder Benziner
unmerklich und kaum hörbar an.
Wagen mit Chauffeur
Auch auf der Autobahn gleitet der Lexus in aller Ruhe über
die Fahrbahn, wie es sich für eine echte Limousine
gehört. Das moderne Interieur mit exakt den richtigen Akzenten
von Leder und Walnussholz sorgt dabei für die entsprechende
Atmosphäre, unterstützt von sanften Klängen des
erstklassigen Audiosystems vom Spezialisten Mark Levinson. Die
Atmosphäre ist genau so, wie sie sich für eine
Staatslimousine gehört.
Lexus strebt nach Perfektion, und an diesem Auto sieht man, dass
herkömmliche Technik nur bis zu einem bestimmten Grad
verbessert werden kann. Ab einem bestimmten Punkt braucht man
vollständig neue Technik, um Verbesserungen zu erreichen. Mit
dem Hybridantrieb wird das Auto nicht nur umweltfreundlicher, auch
der Komfort verbessert sich weiter.
Davon profitieren nicht nur die Insassen, auch und vor allem der
Fahrer wird mit allem Luxus verwöhnt, den Lexus zu bieten hat.
Die von uns getestete Luxury-Version hat nicht nur alle
erdenklichen Extras, die Technik geht auch immer noch einen Schritt
weiter als üblich.
Beispielsweise lässt sich die Klimaanlage nicht nur links
und rechts unabhängig regeln sondern verfügt
außerdem über Sitzheizung und Sitzkühlung. Vor
allem Letzteres ist wirklich angenehm. Die Einparkhilfe hat nicht
nur Sensoren vorn und hinten, sondern zusätzlich eine
Rücksichtkamera, die Hilfslinien über das Bild legt. Die
Xenon-Scheinwerfer haben nicht nur einen Lichtsensor, sie steuern
in der Kurve auch mit. Der Tempomat misst den Abstand zum
vorausfahrenden Fahrzeug über Radar und hält den
Sicherheitsabstand automatisch ein.
Das Sicherheitssystem setzt nicht erst ein, wenn die Grenzen
überschritten sind, sondern sorgt auch vorbeugend für
mehr Sicherheit. Beispielsweise reagiert die Servolenkung variabel,
um stabilisierende Lenkbewegungen einfacher zu machen. Wenn der
Radar ein Hindernis erfasst, wird die Bremskraft verstärkt und
beim Bremsen automatisch die stärkste Bremswirkung gewählt.
Der schnellste Hybrid der Welt
Statt zwei Drehzahlmessern für die beiden Motoren hat der
GS450h einen Leistungsmesser. Darauf wird die Summe der Leistungen
beider Motoren angezeigt. Die Nadel hängt auf der Autobahn
gelassen im unteren Bereich zwischen 25 und 50 kW.
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Die Skala reicht aber weiter bis zu vielversprechenden 250 kW
(340 PS). Wenn man das Gaspedal entschlossen durchtritt, fliegt die
Nadel des Leistungsmessers ans Ende der Skala, beide Motoren werden
zusammengeschaltet und man wird tief in den Sitz gedrückt. Der
Sprint von 0 auf 100 km/h ist einfach enorm. Auch
Zwischenbeschleunigungen über 80 km/h suchen ihresgleichen.
Dank dem CVT-Variatorgetriebe (continuously
variable transmission) bleibt der Komfort auch bei
der enormen Beschleunigung gewahrt. Statt aggressiv durch die
verschiedenen Gänge zu stampfen, beschleunigt der GS
gleichmäßig und kontinuierlich. Das Motorengeräusch
ist dabei immer noch kaum zu hören.
Anders als ein herkömmliches Getriebe kann ein CVT für
alle Fahrbedingungen eine optimale Übersetzung bieten. Das ist
zum einen höchst effizient, zum anderen kann man damit aber
auch enorme Leistung erzielen. Wenn man will, kann man diesem
Luxus-Umweltauto eine Show entlocken, wie sie sonst nur ein Subaru
Impreza oder ein BMW M5 zu bieten hat.
Noch mehr Spaß macht das, wenn man von Hand schaltet. Die
CVT kann nämlich auch wie eine Handschaltung bedient werden.
Damit lässt sich dann auch wirklich eine Motorbremswirkung nutzen.
Straßenlage
Nicht nur die Leistung liegt auf höchstem Niveau, auch die
Straßenlage ist, gelinde gesagt, herrlich. Der GS450h
läuft, wie alle Lexus, mit Hinterradantrieb und die
zahlreichen Sicherheitssysteme lassen einigen Raum für Sport
und Spiel.
Außerdem sorgen die Akkus im Heckraum für eine nahezu
perfekte 50/50-Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterräder,
so dass die Straßenlage dieses GS noch besser ist als die
anderer Ausführungen. Der GS450h fühlt sich auch deutlich
weniger schwer und massiv an. Dieses Elektroauto lässt sich
problemlos mit einem kontrollierten Schlittern durch die Kurve jagen!
Was beim Verbrauch schließlich herauskommt, ist
beachtlich. Nach einem Tag ungenierten Fahrvergnügens mit
einigen Ausflügen in sportliche Gefilde landen wir bei einem
Mittelwert von nur 8,6 Litern auf 100 km.
Fazit
Wer wirklich sparsam fahren will, ist nach wie vor mit einem
kleinen Diesel oder mit dem dafür bekannten Toyota Prius am
besten bedient. Wenn das aber nicht ausreicht, bietet der Lexus
GS450h die perfekte Lösung. Und es ist mehr an ihm dran als
nur der Umweltbonus für Lexus und den Käufer. Der GS450h
ist weder ein Gewissensauto für Umweltaktivisten noch eine
schräge Technikstudie.
Nicht trotz, sondern gerade wegen des Hybridantriebs liefert der
GS450h hervorragende Leistung, bislang ungekannten Komfort und eine
ganze Menge Fahrspaß. Gleichzeitig liegen Verbrauch und
Emissionswerte unter dem Mittelklassendurchschnitt.
Kurzum: Der Lexus GS450h ist unverschämt schnell, dekadent
groß, angeberisch luxuriös, exorbitant teuer und
trotzdem politisch korrekt.
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